Wer kann helfen?

Melanie Schertel @, Tuesday, 09.05.2006, 19:50 (vor 7409 Tagen)

Hallo, ich brauche dringend hilfe! Meine Nachbarin (24 J.) leidet seit 16 Jahren an Epilepsie! Sie wohnt bei Ihren Eltern und hat seit 16 Jahren (regelmäßig) "Anfälle"! Bei so einem Anfall kommen sog. "Gefühle" (beschreibt Silke) hoch, die in Todesängste ausarten. Silke nimmt mehrmals am Tag Tabletten (Name?), arbeitet in einer Behindertenwerkstätte. Sie hat bis vor 14 Monaten Drogen genommen (Entzug 2004), ihr damaliger Freund starb an einer "Überdosis", 2004 wurde sie vergewaltigt und auch zwei Selbstmordversuche hat sie bereits hinter sich - auch war sie schon in Garbersee! Vor drei Wochen schlug sie ihre Mutter (diese trug dabei schwere Prellungen und Blutergüsse am Oberkörper davon), letzte Woche biss sie ihre Mutter in den Unterarm und in den Daumen, so dass diese im KH ärztlich versorgt werden musste. Silke kam für eine Nacht auf die Neuro, wo sie am nächsten Tag wieder entlassen wurde...) Bei dieser "Auseinandersetzung" war ich dabei und versuchte vergeblich, Silke zu beruhigen! Gegen mich ist sie nicht aggressiv vorgegangen! Ich habe den Eindruck, sie ist mittlerweile von den Tabletten abhängig, da sie die Dosis von fünf Tagen auf einmal einnahm... (daher die Bisse bei ihrer Mutter, die dies verhindern wollte...) Auch heute gab es wieder Probleme, so dass ich von Silkes Mutter in die Wohnung geholt wurde, da Silke damit gedroht hatte, sich umzubringen. Wer hat Erfahrungen mit solchen "Fällen"? Ich möchte gerne helfen, weiß aber nicht wie! Wie es scheint haben die Ärzte Silke bereits aufgegeben, will oder kann man ihr tatsächlich nicht helfen! Wo gibt es "Leidensgenossen" - wer weiß Rat oder gibt es Epileptiker, die geheilt wurden - wenn ja, wodurch??? Vielen Dank, und liebe Grüße, Melanie

Re: Wer kann helfen?

Sabrina M. @, Wednesday, 10.05.2006, 20:43 (vor 7408 Tagen) @ Melanie Schertel

Hi,
wie ich dich jetzt verstanden habe, versuchst du hier im Forum jemanden um Rat zu fragen, der dich bestätigt, dass deine Freundin von diversen Antiepileptika abhängig sein soll.
Klar sollte es mal früher solche Anbtiepileptika gegeben haben, die so stark dosiert waren, dass diese bestimmte Rauschgefühle ausgelöst haben. Aber ob das heute noch so ist, ist mir nicht bekannt. Also eher nicht.
Ich kann dir nur eins sagen, wenn deine Freundin sich dir und anderen Leuten gegenüber nicht aggressiv verhält, sondern sich nur ihrer Muttter gegenüber aggressiv verhält, würde ich eher mal gucken, ob sie nicht psychologische Probleme hat.
MFG
Sabrina M.

Re: Wer kann helfen?

Diana @, Wednesday, 10.05.2006, 21:59 (vor 7408 Tagen) @ Melanie Schertel

Hallo Melani.

Im Grunde schließe ich mich meiner Vorgängerin an.
Es ist wohl schon so das Antiepileptika zu einer Art Entzugserscheinungen führen kann.
(sogar laut einigen Aussagen und Beschreibungen hier im Forum:
-Hat jemand Erfahrung mit Lamot...
Frank 07.05.2006 19:33
-carbamazepin wegen nebenwirkun...
andre aus Berlin 07.05.2006 07:24
-carbamazepin ausschleichen weg...
klaus 07.05.2006 09:29
-Aggressionsanfälle durch Medik...
Anja Lechner 02.05.2006 16:15 )

Aber ich wäre vorsichtig bei deiner Bekannten alles auf die Medikamente zu reduzieren. Trotz dem Entzug 2004 ist es doch auch sehr wahrscheinlich das immer noch eine starke Neigung zu „irgendeiner“ Abhängigkeit besteht (das ist so ähnlich wie bei einem Alkoholiker der trocken ist.). Man sollte hinterfragen ob deine Bekannte Ihr Suchtverhalten einfach verschoben hat…

Eine meiner Cousinen war einige Jahre in Marburg zur Langzeittherapie bzgl. Ihrer Drogensucht und von ihr weiß ich das ohne Disziplin „danach“ alles sehr schnell wieder von vorne los gehen kann.
Es ist schade zu hören dass bei jemandem alles so sehr aus den Fugen geraten kann. Sicherlich trägt die Epilepsie ihren Anteil daran. Vielleicht schlägst du mal vor eine psychotherapeutische Therapie in Angriff zu nehmen. Diese werden in verschiedenen Krankenhäusern auch ambulant „angeboten“.

Bei all deinem bemühen zu Helfen vergiss dich aber selber nicht! Es gibt auch Verhaltensweisen (bewusst oder unbewusst!!!) die deswegen anhalten, weil das Umfeld „es mit macht“.

Gruß, Diana

na mal sehn

Boris @, Thursday, 11.05.2006, 16:02 (vor 7408 Tagen) @ Melanie Schertel

Hallo Melanie,

natürlich muss in diesem Fall eine Psychotherapie in Betracht gezogen werden. Die wird ja nicht nur in einem Krankenhaus, sondern auch in Praxen angeboten.
Nach einem Entzug mit stationärer Behandlung sollte grundsätzlich eine anschließende psychologische Betreuung angeboten werden. Wenn das hier nicht der Fall ist, muss ich mich fragen, ob die Behandelnden nicht den geringsten gesunden Menschenverstand haben, die zuständigen Ärzte aus Ignoranz und Konkurrenzdenken den Weg in die Psychotherapie blockieren, oder die Mittel für diese absolut notwendige Massnahme nicht vorhanden sind/nicht genehmigt werden, weil gewisse politische Kräfte es ablehnen, Drogensüchtige als Kranke zu behandeln, denen geholfen werden muss.
So etwas kommt zustande, weil unsoziale und nicht mitfühlende Menschen der Meinung sind, die wären daran selbst schuld und denen sollte nicht geholfen werden. >>> CDU
Es gibt übrigens auch spezielle Literatur, die sich nicht mit Behandlungsmethoden, sondern mit dem unmittelbaren Umgang mit Epilepsie beschäftigen, aufbauend auf Erfahrungsberichten von Betroffenen und Beobachtern. Selbst gelesen habe ich allerdings noch keins.

Aber um auf deine Frage zurück zu kommen: Es passiert durchaus, dass Epileptiker geheilt werden, dabei handelt es sich oft um Menschen, die in der Jugend Anfälle hatten, diese später im Erwachsenenalter jedoch nicht mehr auftauchten. Eine Erklärung dafür wäre, dass sich der Schaden an den Neurotransmittern im Hirn, der die Reizüberflutung auslöst, sich sozusagen "herauswächst".
Bei mir sind die Anfälle nach der Einnahme von Tegretal nach einigen Jahren nicht mehr aufgetaucht. Auch im Erwachsenenalter ist eine Heilung möglich.

http://www.mdr.de/unter-uns/gaeste/1410829.html

Der Erfahrungsbericht diese Gläubigen klingt ganz interessant, obwohl ich nicht besonders gläubig, ungetauft und auch sonst durch und durch ein Ketzer bin. Eines Tages habe ich einfach für mich entschieden, dass ich das nicht mehr ertragen wollte, weil ich sonst nicht mehr hätte Fahrrad fahren dürfen. Danach hatte ich keine Anfälle mehr.

Trotzdem bin ich überzeugt, dass die Mitarbeit in einer Gemeinde oder Gruppe viel zum Seelenfrieden beiträgt, wenn eine Aufgabe hat und man dann darin aufgeht, die Gemeinschaft durch sein Handeln zu unterstützen. Warum der innere Seelenfrieden so wichtig und der sicherste Weg Genesung ist, will ich dir nahelegen.
Beten ist immer gut, dabei ist es nicht von Bedeutung, ob man an einen Gott oder an Gaia oder irgendetwas glaubt. Der fromme oder ehrliche Wunsch von Menschen, die an etwas Bestimmtes denken und darauf hoffen, hilft immer von selbst.
Das ist kein direkter Beweis Gottes oder des Guten auf Erden, sondern lässt sich rational erklären.

De Chardin und Vladimirovitsch, zwei namhafte Biologen, die Grundsätze aufgestellt haben, auf denen unsere heutige Forschung basiert, entwickelten die Theorie einer Noosphäre. Sie besagt, dass es ausser der Geosphäre(Aussehen der Erde) und der Biosphäre(Lebewesen auf der Erde) auch noch die Noosphäre real existiert, die Gesamtheit aller gedachten Gedanken, mit der wir verbunden sind.
Am Omega Punkt der Evolution werden alle Menschen in der Lage sein, auf diese Noosphäre zuzugreifen. Nach meiner eigenen Theorie muss das menschliche Hirn sich jedoch noch viel weiter entwickeln und viel schneller getaktet sein, um diese Masse an Informationen zu verarbeiten und die menschliche Psyche weit gereift sein, um damit klar zu kommen. Der Übergang auf die Noosphäre geschieht durch Meridiane, einem Begriff aus der Meditation und Akupunktur. Die Meridiane im Körper sind unmessbare Energielinien, die den Körper durchströmen und ihn über die Sohle und das Shakra mit der gesamten Welt verbinden. Einen direkten Nachweis für sie gibt es nicht. Jedoch gegen alle Widerstände der Ärzte und Krankenkassen wurde die Wirksamkeit der Akupunktur inzwischen immerhin soweit anerkannt, dass manche Behandlungen über die Krankenversicherung abgerechnet werden können. Die Akupunkturbehandlung funktioniert nur durch das Ansetzen an den Meridianpunkten, welche den Körper am jeweiligen Organ durchlaufen. Gewissermaßen gibt es keine andere Erklärung für die Vorgänge bei der Akupunktur, somit ist auch die Existenz der Meridiane immerhin teilweise "belegt".
Wir sind also alle mit der Noosphäre oder dem was Friedhelm von dem Link oben als "Gott" bezeichnen würde, verbunden. So etwas gibt es natürlich auch für das ganze Universum. Das Update erfolgt immer beim Träumen, daher haben wir manchmal Vorahnungen, Träume von zukünftigen Ereignissen und Deja-vus. Bei Schlafmangel ist der Download der neuen Daten nicht komplett, daher kommt zu der physischen Müdigkeit auch eine geistige Anstrengung hinzu, weil man eine veraltete Noosphäre-Version als Betriebssystem hat.
Bei einem epileptischen Anfall ist meiner Meinung nach die Übertragungsschnittstelle zu weit geöffnet, da die Wahrnehmung dadurch um weit über 100% gesteigert ist, kann das Hirn nicht so viel aufnehmen und abspeichern kann, deswegen kann man sich gewöhnlich nicht an den Zustand während des Anfalls erinnern. Jeddenfalls wurde mir schnell klar, dass ich mich im Alltag bald nicht mehr so gut zurecht finden würde, wenn ich öfters in diese Ebene abdriften würde. So wurde meine Schrift beispielsweise von einem Tag auf den anderen total wild und unregelmäßig in alle Richtungen. Da ich die Informationen nicht mehr hätte verarbeiten können, habe ich gemacht, dass es weg geht. Wenn man sich dessen bewusst ist und einfach beschließt, nicht mehr in diese Welt zu wollen, dann können die Anfälle vielleicht aufhören.

Viele Grüße von Boris aus Baden-Baden