Epilepsie-Diagnose O.K.?

Dollobollo @, Tuesday, 30.05.2006, 12:40 (vor 7389 Tagen)

Hallo zusammen,

ich habe einige Fragen zu der (oder besser gesagt zu der bei mir gestellten) Diagnose "idiopathische Epilepsie". Hierzu ein paar Details zu meinem Fall: Ich bin mittlerweile 31 Jahre alt und hatte die ersten 30 Jahre meines Lebens keine epilepsieähnlichen Vorkommnisse (wenn man mal von Fieberkrämpfen als Kleinkind absieht). In den letzten zwei Jahren habe ich allerdings immer mehr mit psychischen Problemen zu kämpfen gehabt, die an bereits vorhandenen depressiven Verstimmungen, an einer Paarbeziehung mit destruktiven Strukturen, mehreren unzufriedenstellenden ambulanten Psychotherapien und zusätzlich an den für meine Situation katastrophalen Arbeitsmarktbedingungen (weitere Details erspare ich Euch) liegen. Im Oktober kulminierte dann die psychische Situation im Zusammenhang mit Schlafentzug und einem Alkoholübergenuss in einem Grand-Mal Anfall, der mich im Schlaf erwischte. Ich kam nach einer Odyssee (inkompetentes und beleidigendes Verhalten der Bereitschaftsärtztin [O-Ton auf mein leicht benebeltes Verhalten: "Kommen sie mal da hinten (aus dem Bett) raus. Oder wollen sie Epileppi aber Happy bleiben?"]; unfreundliches Verhalten der Ärzteschaft des ersten Krankenhauses etc.) in ein Krankenhaus und mir wurde gesagt, dass ich mich künftig von psychotropen Substanzen fernhalten und genug schlafen solle. Mit diesen Auflagen kam ich nicht gut zurecht, zumal die psychischen Faktoren sich nicht geändert hatten und ich ging ab und zu noch mit Freunden um die Häuser und habe auch die Schlafentzugsgeschichte nicht so wirklich ernst genommen. Zwei Monate später habe ich - wie das in den letzten 2 Jahren des Öfteren geschehen ist - auf die Menge von 4 Bier ganz übel reagiert: daraus erwuchs am nächsten Morgen eine 7-stündige Liaison mit der Kloschüssel, die am Ende nur noch Galle von mir bekam. Aus diesem - für meinen Organismus sehr anstrengenden - "Kotzkrampf" erwuchs dann ein zweiter Grand Mal-Anfall. Dann wieder Krankenhaus, zahllose EEGs und die Diagnose "idiopatische Epilepsie". Nun meine Frage - ich habe gehört, dass die Diagnose "idiopatische Epilepsie" nur nach 2 unprovozierten Anfällen gestellt wird - was man (s.o.) hier wohl nicht ansetzen kann, oder habe ich da was falsch verstanden? Wie auch immer, ich habe mein Leben vollkommen umgestellt (Faktoren unschädlich gemacht und "Trigger" vermieden), fühle mich fit und psychisch gesund wie selten zuvor und hege jetzt doch mein Zweifel an der Richtigkeit der Diagnose. Was nun? Danke im voraus...

Re: Epilepsie-Diagnose O.K.?

nicole @, Tuesday, 30.05.2006, 19:29 (vor 7388 Tagen) @ Dollobollo

Hallo,

also erstmal noch eine Frage... bist du in neurologischer Behandlund ??? Wenn nicht, dann suche dir einen Neurologen, der sich auf Epilepsie spezialisiert hat oder wende dich an eine Fachklinik und hole dir dort eine 2. Meinung ein.

Zu deiner anderen Frage kann ich dir leider nichts sagen.

LG Nicole

Re: Epilepsie-Diagnose O.K.?

Niels @, Wednesday, 31.05.2006, 09:56 (vor 7388 Tagen) @ Dollobollo

[zitat=nicole]Hallo,

also erstmal noch eine Frage... bist du in neurologischer Behandlund ??? Wenn nicht, dann suche dir einen Neurologen, der sich auf Epilepsie spezialisiert hat oder wende dich an eine Fachklinik und hole dir dort eine 2. Meinung ein.

Zu deiner anderen Frage kann ich dir leider nichts sagen.

LG Nicole[/zitat]

Hallo Nicole und Danke für Deine Antwort,

ich bin in neurologischer Behandlung, meine EEGs (auch Belastungs- und Schlafentzugs-EEGs) zeigen keine Auffälligkeiten und die zweite Neurologenmeinung, die ich mir bislang eingeholt habe, basierte auf dem Befund des Krankenhauses bzw. meines Hausarztes. Der Arzt hat sich auch nicht die Mühe einer eigenen Anamnese gemacht, bzw. bei dieser nicht wirklich zugehört sondern mich immerwährend unterbrochen - zumal er offensichtlich mit einem vollen Wartezimmer seinen Zeitplan nicht durcheinander bringen wollte. Obschon ich seitdem keinerlei weitere Absencen, fokale oder generalisierte Anfälle bekommen habe bin ich dann wohl Dank der etwas engstirnigen schulmedizinischen "Schubladendenkweise" auch von ihm unhinterfragt als Epileptiker eingeschätzt und diagnostiziert worden. Meine Hinterfragung der Diagnose wiederum ist dann auch eher belächelt worden und der Neurologe/Psychiater hat mir unterschwellig einen Realitätsverlust attestiert...

Re: Re: Epilepsie-Diagnose O.K.?

nicole @, Thursday, 01.06.2006, 03:39 (vor 7387 Tagen) @ Dollobollo

Hallo Niels,

ganz ehrlich ich würde mir nen neuen Neurologen suchen... möglichst einen der sich auf Epilepsie spezialisiert hat.

Ich war mit meinem Neurologen den ich erst hatte auch nicht zufrieden. Trotz Termin wartete man 3-4 Stunden und nach 10 Minuten war er mit dir fertig. Trotz Medikamenteneinstellung und der Auflage des KH hat er keine Kontrolluntersuchungen gemacht... und schien sich gar net damit auszukennen.

Bei meiner jetztigen Neurologin - die auch Epileptologin ist - bin ich sehr zufrieden. Sie hört mir zu... nimmt meine Fragen ernst und beantwortet mir diese... auch wenn ich 2mal frage weil ichs beim erstenmal net verstanden habe.

Lieben Gruß
Nicole