Habe seit 2004 Anfälle und hat eine ganze Weile gedauert, bis man das richtige Medikament gefunden hat, das ich vertrage.Kann eigentlich ganz gut damit leben, nur habe ein 8 Monate altes Kind und z.B werden durch Schlafdefizid hin und wieder Anfälle ausgelöst. Die Abstände sind unregelmäßig. Wie hoch ist der Behinderungsgrad oder steht mir das überhaupt zu? Wenn ja, wo & wie beantrage ich das? Kann mir bitte einer Antworten darauf geben?
Re: behinderungsgrad
nicole
, Wednesday, 28.06.2006, 09:32 (vor 7360 Tagen) @
claudia
Hallo Claudia,
den Antrag auf Schwerbehinderung beantragt man beim Versorgungsamt. In NRW kann man den vorab online abgeben, ausdrucken und das ganze mit Unterschrift und möglichst vielen Befunden dorthin schicken. Wenn alle Befunde da sind, dann werden die das prüfen und dir einen Bescheid schicken.
Lieben Gruß
Nicole
Re: Re: behinderungsgrad
claudia
, Wednesday, 28.06.2006, 10:34 (vor 7360 Tagen) @
claudia
Liebe Nicole, vielen Dank für deine Antwort!
Hätte noch die Frage, ob ich mir die Befunde vom Arzt einholen muss oder ob das Versorgungsamt sich mit dem Arzt in Verbindung setzt? Liebe Grüße
Re: Re: Re: behinderungsgrad
Katja
, Wednesday, 28.06.2006, 11:41 (vor 7360 Tagen) @
claudia
[zitat=claudia]Liebe Nicole, vielen Dank für deine Antwort!
Hätte noch die Frage, ob ich mir die Befunde vom Arzt einholen muss oder ob das Versorgungsamt sich mit dem Arzt in Verbindung setzt? Liebe Grüße[/zitat]
Das macht das Versorgungsamt selbst! Du unterschreibst mit dem Antrag eine entsprchende Einverständniserklärung.
LG und alles Gute
Katja
Re: Re: Re: Re: behinderungsgrad
claudia
, Wednesday, 28.06.2006, 12:34 (vor 7360 Tagen) @
claudia
Vielen lieben Dank! Ich bin froh diese Seite gefunden zu haben! Viele können einem keine Antwort geben oder verstehen ein gar nicht, was es heißt diese lästige Krankheit zu haben...
Könnte mir noch einer bitte sagen,ob es auch Nachteile mitsichbringt-weil ich nur gehört habe, dass man sich überlegen sollte einen Ausweis zu beantragen,es gäbe Vor-und Nachteile? Kann mir aber nicht vorstellen welche? Obwohl ich mir ehrlich gesagt auch komisch vorkomme einen Behindertenausweis zu beantragen.
Re: Re: Re: Re: Re: behinderungsgrad
Katja
, Wednesday, 28.06.2006, 14:18 (vor 7360 Tagen) @
claudia
[zitat=claudia]Vielen lieben Dank! Ich bin froh diese Seite gefunden zu haben! Viele können einem keine Antwort geben oder verstehen ein gar nicht, was es heißt diese lästige Krankheit zu haben...
Könnte mir noch einer bitte sagen,ob es auch Nachteile mitsichbringt-weil ich nur gehört habe, dass man sich überlegen sollte einen Ausweis zu beantragen,es gäbe Vor-und Nachteile? Kann mir aber nicht vorstellen welche? Obwohl ich mir ehrlich gesagt auch komisch vorkomme einen Behindertenausweis zu beantragen. [/zitat]
Rein rechtlich gibt es nur Vorteile. Nachteilig kann eher die "gesellschaftliche" Wirkung sein. Die Umwelt, aber auch der Arbeitgeber reagiert ganz unterschiedlich auf Behinderungen...
Ich habe für meinen Sohn bewusst keinen Ausweis beantragt, da er eine Epilepsie-Art hat, die gut behandelbar ist und mit etwas Glück von allein ausheilt und ich wollte, dass er möglichst "normal" (blödes Wort, ich weiss...) aufwächst. Da hab ich dann halt lieber drauf verzichtet, im Hansapark nur die Hälfte zu bezahlen
Ansonsten denke ich schon, dass die Vorteile überwiegen, aber im Grunde muss das jeder für sich entscheiden.
Alles Gute und LG
Katja
Re: Re: Re: Re: Re: Re: behinderungsgrad
JOe
, Wednesday, 28.06.2006, 16:36 (vor 7360 Tagen) @
claudia
Hallo! Ich habe auch vor ein paar Monaten einen Ausweis bekommen. Ich habe komplex fokale Anfälle und hatte bis zur Wirkung der Tabletten bis zu 10 Anfälle pro Tag. Der Grad der Behinderung, also die so wichtige Zahl, richtet sich nach der Häufigkeit der Anfälle. Es gibt da genaue Regelungen. Beruflich gibt es für mich auch nur Vorteile. Nur muss ich genau aufpassen, denn wenn ich Vergünstigungen, die mir auch zustehen, einfordere, dann darf ich an anderer Stelle, wenn es mir vielleicht mal ganz gut passen würde, die Bestimmungen nicht locker sehen! Ich bin Lehrerin und muss z.B. keine Pausenaufsicht übernehmen. Die Konsequenz daraus ist aber, dass ich zum Beispiel auch nicht alleine mit einer Schulklasse den Schulhof verlassen darf, und sei es nur, um ein Eis zu essen!
Außerdem muss man angeben, dass man einen Ausweis hat, sollte man vom Arbeitgeber danach gefragt werden.
Bei mir wird in drei Jahren der GdB neu bemessen. Vielleicht kann ich dann den Ausweis wieder abgeben! Das wäre mein Traum, denn das bedeutet, dass ich gut zurecht komme!!!!
Es grüßt JOe
Re: Re: Re: Re: Re: Re: behinderungsgrad
claudia
, Wednesday, 28.06.2006, 16:56 (vor 7359 Tagen) @
claudia
Hallo Katja, wusste gar nicht, dass es eine Form gibt, die von allein ausheilen kann...Hoffe nur, dass ich es meinem Sohn nicht verebt habe!! Stehe mit dem Ausweis im Zwiespalt-alle sagen ich soll es lieber machen-was man hat hat man oder wer weiß was später kommt,wo ich ihn gebrauchen kann...Womit sie ja auch recht haben aber dein Aspekt mit den kleinen Vergünstigungen sehe ich genauso! Das kann ich dann wohl nur selbst entscheiden...Aber vielen lieben Dank, für deine liebe Antwort! LG
Re: behinderungsgrad
Nicole
, Wednesday, 28.06.2006, 17:00 (vor 7359 Tagen) @
claudia
Hallo Claudia,
als ich meinen beantragt habe... habe ich möglichst viele Befunde in Kopie gleich mitgeschickt. Da das Versorgungsamt sonst erst alle Ärzte und Krankenhäuser anschreibt. Mir fehlte nur einer und den hat dann das Versorgungsamt angefordert. Es ist ja immer ne Frage, wie schnell die Ärzte sind. Und je mehr du beilegst, desto schneller geht dann auch die Bearbeitung.
Ich habe beispielsweise meinen Antrag im März gestellt und erst diesen Monat waren dann alle Befunde zusammen.
Lieben Gruß
Nicole
Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: behinderungsgrad
claudia
, Wednesday, 28.06.2006, 17:05 (vor 7359 Tagen) @
claudia
[zitat=JOe]Hallo! Ich habe auch vor ein paar Monaten einen Ausweis bekommen. Ich habe komplex fokale Anfälle und hatte bis zur Wirkung der Tabletten bis zu 10 Anfälle pro Tag. Der Grad der Behinderung, also die so wichtige Zahl, richtet sich nach der Häufigkeit der Anfälle. Es gibt da genaue Regelungen. Beruflich gibt es für mich auch nur Vorteile. Nur muss ich genau aufpassen, denn wenn ich Vergünstigungen, die mir auch zustehen, einfordere, dann darf ich an anderer Stelle, wenn es mir vielleicht mal ganz gut passen würde, die Bestimmungen nicht locker sehen! Ich bin Lehrerin und muss z.B. keine Pausenaufsicht übernehmen. Die Konsequenz daraus ist aber, dass ich zum Beispiel auch nicht alleine mit einer Schulklasse den Schulhof verlassen darf, und sei es nur, um ein Eis zu essen!
Außerdem muss man angeben, dass man einen Ausweis hat, sollte man vom Arbeitgeber danach gefragt werden.
Bei mir wird in drei Jahren der GdB neu bemessen. Vielleicht kann ich dann den Ausweis wieder abgeben! Das wäre mein Traum, denn das bedeutet, dass ich gut zurecht komme!!!!
Es grüßt JOe[/zitat]Hallo JOe!Hört sich an als wärst du nicht so begeistert davon-aber versteh schon lieber gesund als so'n Ausweis!!!...Stelle es mir auch schwierig vor als Lehrer,da Schüler meist noch anders reagieren als Lehrer... Vielen lieben Dank für deine Antwort!! LG
Re: Re: behinderungsgrad
claudia
, Wednesday, 28.06.2006, 17:15 (vor 7359 Tagen) @
claudia
Hallochen! Na das sind ja Aussichten aber hab nichts anderes erwartet-Bürokratie in Deutschland... Vielen Dank und LG!
Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: behinderungsgrad
JOe
, Wednesday, 28.06.2006, 19:19 (vor 7359 Tagen) @
claudia
Hallo Claudia! Ich habe nie verschwiegen, was ich für eine Krankheit habe, denn ich bin im Herbst, als Epilepsie diagnostiziert wurde, genau deswegen an eine Schule in meinem Ort versetzt worden (kein Auto fahren und so). Freunde wussten es schon, im Dorf wird getratscht und die Kollegen müssen für den Fall der Fälle informiert sein. Den Schülern habe ich es auch erzählt. Die Kinder fragen schon mal nach und wollen es ganz genau verstehen, finden mich deswegen aber nicht seltsam oder "behindert" oder so! Die finden es voll cool, dass ich die einzige Lehrerin bin, die auch mit dem Fahhrad zur Schule fährt!!! Gruß JOe
Re: behinderungsgrad
Heike Elsner
, Wednesday, 28.06.2006, 22:43 (vor 7359 Tagen) @
claudia
Hallo Claudia,
ob ein schwerbehinderten-Ausweis sich für dich lohnt oder eher schädlich ist, hängt davon ab, ob du berufstätig bist und welchen Beruf du hast/welchen Arbeitsplatz du hast.
Natürlich auch von dem Grad der Behinderung, den du bekommst. die Versorgungsämter gehen da nach der Anfallshäufigkeit und der Art der Anfälle. Für "große Anfälke mit Pausen von Monaten" kriegt man z.B. zwischen 50% und 60%. Dafür bekommst du schon Steuererleichterungen und z.T. ermäßigten Eintritt bei Veranstaltungen. Frei fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln (G) oder das kostenlose Mitnehmen einer Begleitperson (B) wirst du vermutlich nicht bekommen. Dafür müsstest du schon so viele anfälle haben, dass du nicht eine halbe Stunde alleine herumlaufen kannst - und das will ich ja nicht hoffen.
Nachteile hat der Schwerbehinderten-Ausweis dann, wenn du lange anfallsfrei bist und dann einen Arbeitsplatz suchst. Dann müsstest du nämlich dem arbeitgeber sagen, dass du Epilepsie hast. Bei mehr als zweijähriger Anfallsfreiheit brauchst du das sonst bei Bewerbungen nicht zu sagen.
(Als Ärztin in der beruflichen Reha von Menschen mit Epilepsie habe ich öfters mit solchen Dingen zu tun).
Gruß
Heike
[zitat=claudia]Habe seit 2004 Anfälle und hat eine ganze Weile gedauert, bis man das richtige Medikament gefunden hat, das ich vertrage.Kann eigentlich ganz gut damit leben, nur habe ein 8 Monate altes Kind und z.B werden durch Schlafdefizid hin und wieder Anfälle ausgelöst. Die Abstände sind unregelmäßig. Wie hoch ist der Behinderungsgrad oder steht mir das überhaupt zu? Wenn ja, wo & wie beantrage ich das? Kann mir bitte einer Antworten darauf geben?[/zitat]
Re: Re: behinderungsgrad
Claudia
, Thursday, 29.06.2006, 13:38 (vor 7359 Tagen) @
claudia
Liebe Heike,
vielen lieben Dank, für deine Antwort! Habe generalisierte (tonisch-klonische) Anfälle.Ab dem zweiten Drittel meiner Schwangerschaft vor einem Jahr hatte ich keine Anfälle mehr-doch danach wieder
einige-Abstände sind unregelmäßig mal 2 Wochen dann wieder Monate... Arbeite als Steuerfachangestellte (noch 8 Monate in Ausbildung)und die steuerlichen Vergünstigungen sind mir bekannt. Mein jetziger Chef hat kein Problem damit-ist wirklich sehr tolerant!! Nur weiß ich halt nicht, ob ich übernommen werden kann und ob danach der Ausweis hinderlich ist...Muss ich auch angeben, dass ich einen habe, wenn sagen wir mal ich ein Jahr keinen Anfall mehr hatte und er mich nicht danach fragt?
Liebe Grüße
Claudia
Re: Re: Re: behinderungsgrad
nicole
, Saturday, 01.07.2006, 07:19 (vor 7357 Tagen) @
claudia
Hallo Claudia,
als du musst deinen Behindertenausweis ja nich nutzen... du bist nicht verpflichtet, das deinem Arbeitgeber anzuzeigen - das kannst du dann selber entscheiden.
Wenn dein AG aber spezifisch danach fragt, dann musst du glaube ich - ich würds dann jedenfalls tun. Man kann ja sagen, man hat ihn zwar, aber wolle auf die Rechte (wie mehr Urlaub) verziechten.
Lieben Gruß
Nicole