Re: Re: flugreisen mit epi-anfällen
Hallo Fred,
hab mir das Infoblatt ausgedruckt. Vielen lieben Dank für Deine Hilfe.
LG Simone :)
[zitat=Fred]Hallo und guten Abend,
hier ein Auszug aus dem Infoblatt "Epilepsie und Fliegen" aus dem Epilepsiezentrum Bonn. Ich hoffe, es hilft dir weiter.
LG
Fred
Dieses Informationsblatt ist als allgemeine Richtlinie zu verstehen.
Bitte sprechen Sie die für Sie relevanten Aspekte
mit Ihrem behandelnden Arzt.
Stand 8/2003
Epilepsie und Flugreisen
Bei Überseereisen nach Westen
Tagesverlängerung 3-6 Stunden:
Nehmen Sie bei Ankunft ¼ der Tagesdosis Ihrer Medikamente als Zusatzdosis.
Tagesverlängerung > 6 Stunden:
Nehmen Sie bei Ankunft ½ der Tagesdosis Ihrer Medikamente als Zusatzdosis.
Bei Überseereisen nach Osten
Tagesverkürzung 3-6 Stunden:
Halbieren Sie die Dosis Ihrer Medikamente bei Einnahme
am Zielort.
Tagesverkürzung > 6 Stunden:
Vierteln Sie die Dosis Ihrer Medikamente bei Einnahme
am Zielort.
Gerade bei Fernreisen treten Probleme des Verdauungstraktes
auf. Aufregung, fremde Speisen und veränderte
Tageszeiten können der Grund sein. Sowohl Durchfall als
auch Erbrechen kann die Aufnahme der notwendigen
Antikonvulsiva erschweren, so dass der Medikamentenspiegel
im Blut in kritische Bereiche absinkt und kein ausreichender
Schutz vor epileptischen Anfällen besteht.
Bei Durchfällen
ist die Einnahme von Loperamid (Imodium) unproblematisch.
Auf Kohletabletten hingegen sollte verzichtet
werden, da die Aufnahme der Antikonvulsiva hierdurch
erschwert werden kann. Sollten die Durchfälle anhalten
und/oder wässrig sein ist eine Dosiserhöhung um 50 %
ratsam.
Bei Erbrechen
innerhalb der ersten Stunden nach Medikamenteneinnahme
sollte die gesamte Dosis erneut eingenommen werden.
MCP-Tropfen können bei Bedarf verabreicht werden,
ohne dass eine wesentliche Gefahr besteht, dass die Anfallsbereitschaft
steigt. Auf jeden Fall sollten Sie bei anhaltenden
Durchfällen oder Erbrechen einen Arzt aufsuchen.
Bei Arztbesuchen im Ausland bestehen häufig Verständigungsschwierigkeiten.
Um diese zu vermindern ist es sinnvoll,
seinen Epilepsieausweis oder einen aktuellen Arztbrief
mitzuführen, da die verwandte Fachsprache häufig international
ist, so dass der Arzt sich einfacher ein Bild verschaffen
kann. Viele Medikamente haben im Ausland andere
Handelsnamen, so dass ein Arztbesuch im Ausland
deutlich vereinfacht wird, wenn der Epilepsiekranke seine
Tabletten und am besten die Verpackung mit sich führt, da
hier der internationale Wirkstoffname verzeichnet ist.
Patienten mit einem Vagusnervstimulator sollen bei der
Personenkontrolle eine ärztliche Bescheinigung vorweisen.
Die Metallsuchgeräte des Kontrollpersonals am Durchgang
schlagen Alarm beim Passieren. Gefährlich ist das nicht.
Die Bescheinigung bewahrt Sie jedoch vor umfangreichen
Diskussionen und Untersuchungen.
Die Mobilität der Bevölkerung hat in den letzten Jahren
deutlich zugenommen. Insbesondere der Personenflugverkehr
sowohl im beruflichen als auch im privaten Bereich
hat sich auf nahezu alle Teile der Bevölkerung ausgedehnt.
Für Epilepsiepatienten können sich verschiedenen Fragen
ergeben. Zunächst möchten wir jedoch darauf hinweisen,
daß das Risiko während des Fluges, einen Anfall zu erleiden,
nicht erhöht ist. Lediglich 4 % aller medizinischen Probleme,
die bei Flügen auftreten, sind durch epileptische
Anfälle bedingt. Da jedoch ein epileptischer Anfall in der
Flugkabine zu sehr viel Aufregung beim Flugpersonal und
den Mitreisenden führt, sollte das Risiko eines Anfalls so
gut wie möglich gesenkt werden.
Durch unregelmäßigen Schlaf
vor der Reise oder durch eine Überseereise können vermehrt
Anfälle ausgelöst werden. Diesem Risiko kann durch
die Einnahme eines Benzodiazepins, zum Beispiel Tavor
1,0 mg exp vor Flugbeginn begegnet werden. Eine solche
Einnahme sollte im Vorfeld mit dem behandelnden Arzt
besprochen werden.
Bei Flügen innerhalb Europas
ist die Medikamenteneinnahme problemlos, da die Zeitverschiebungen
nur gering sind. Ängstliche Patienten sollten
nach Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt ein
Benzodiazepin, zum Beispiel Tavor 1,0 mg exp., vor Flugbeginn
einnehmen.
Bei internationalen Flügen
ist die Medikamenteneinnahme an die Zeitverschiebung
anzupassen. Am einfachsten ist es durch die unten aufgeführte
Zusatzdosis bzw. Dosiseinsparung. Alternativ können
Sie natürlich auch eine Uhr mitnehmen, die Sie auf
der mitteleuropäischen Zeit eingestellt lassen, um dann
ihre Medikamente entsprechend der Heimatzeit einzunehmen
und im Laufe der Zeit langsam an die Ortszeit anzupassen.
Wichtige Regeln:
Informieren Sie sich vor dem Flugantritt nach den
Bedingungen Ihrer Fluggesellschaft
Nehmen Sie Ihre Medikamente wie gewohnt ein
(Ausnahme: Reisen mit Zeitverschiebung)
Nehmen Sie Ihren Epilepsieausweis mit und verwahren
ihn bei den persönlichen Dokumenten
Verwahren Sie Ihre Medikamente im Handgepäck
Klären Sie mit Ihrem behandelnden Arzt, ob in Ihrem
Fall die Einnahme eines Benzodiazepins, z.B.
Tavor expidet oder Frisum, sinnvoll ist.
Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Fliegen.
[/zitat]
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- flugreisen mit epi-anfällen -
Simone,
13.07.2006, 16:08
- Re: flugreisen mit epi-anfällen - goldi, 15.07.2006, 19:02
- Re: flugreisen mit epi-anfällen - Fred, 16.07.2006, 22:18
- Re: Re: flugreisen mit epi-anfällen - Simone, 18.07.2006, 19:57