Hallo zusammen, ich bin 29 Jahre alt und mir wurde letztes Jahr im Dezember ein Angiom (Hirntumor) erfolgreich entfernt. Seitdem habe ich ca 1x im Monat einen Epileptischen Anfall (Grand Mal). Eigentlich bin ich noch Berufstätig, kann aber meinen Job nicht ausüben, da ich im Aussendienst beschäftigt bin und ich eine Anfallsfreiheit von 2 Jahren durchhalten muss bis ich wieder ans Steuer darf. Eine andere Position in der Firma kann mir mein Arbeitgeber zur Zeit nicht anbieten.
Jetzt mach ich mir langsam Gedanken wie meine weitere Zukunft aussehen soll, wenn ich höre, das viele von euch schon Jahre mit Epilepsie leben. Ich frage mich auch jedesmal aufs neue, wann sind die Medikamente endlich richtig eingestellt. Ich habe zum Glück eine sehr liebe Ehefrau, die mich sehr unterstützt, aber es zieht einen doch nach jedem Anfall wieder sehr runter und man fragt sich wann es endlich wieder aufwärts geht.
Schildert mir doch eure Erfahrungen und wie ihr es schafft eure Krankheit und euren Beruf unter einen Hut zu bekommen.
Gruß und alles Gute euer Mike
Re: Job und Epilepsie
Kalli
, Saturday, 05.08.2006, 08:01 (vor 7322 Tagen) @
Mike
Hallo Mike,
Hast du eine Berufsunfähigkeitsversichrung ?
Wenn ja solltest du dich erkundigen ob Du diese in Anspruch nehmen kannst, wenn auch nur so lange bis du den Führerschein wieder hast. Denn es ist zweifelsfrei, daß du deinen Beruf nicht, oder vorrübergehend nicht mehr ausführen kannst. Solltest du noch Fragen haben, kannst du mir eine Mail schicken.
Bis dann
Kalli
Re: Job und Epilepsie
Priska
, Saturday, 05.08.2006, 10:14 (vor 7322 Tagen) @
Mike
Hallo Mike
Hattest du denn vor deiner Operation auch schon Epilepsie? oder wie hat man den Tumor festgestellt? Ich habe Epilepsie seit ich 6 Jahre alt bin, ausgelöst durch einen Hirntumor. Den Tumor habe ich bereits zwei Mal entfernte, da die Ärzte nicht fähig waren alles zu entfernen.
Bist du sicher, dass sie alles erwischt haben? Oder was löst denn die Epilepsie aus? Ist sonst etwas schief gelaufen bei der OP?
Ich weiss nicht genau wie das läuft mit den Versicherungen in Deutschland, aber eigentlich müsstest du sowieso eine Versicherung gegen solche Fälle haben, nicht? Da hättest du immerhin vorübergehend etwas.
Vielleicht bist du ja schon bald wieder anfallsfrei oder dein Chef kann dir etwas anderes anbieten. Es wird schon wieder besser.
Ich wünsche dir auf jeden Fall alles Gute und viel Erfolg.
Gruss Priska
Re: Re: Job und Epilepsie
Mike
, Saturday, 05.08.2006, 21:29 (vor 7321 Tagen) @
Mike
Hallo Priska, Hallo Kalli,
Erstmal Vielen Dank, das ihr so schnell eure Meinungen und Anregungen Beigetragen habt. Jetzt erstmal zu meiner Geschichte.
Ich war gerade bei der Arbeit, habe etwas schweres gehoben und bekam plötzlich höllische Kopfschmerzen und ein sehr starkes Nackenziehen (typisch für SAB). Ich bin dann noch nach Hause gefahren, habe mir eine Kopfschmerztablette genommen und mich ins Bett gelegt. Die Kopfschmerztablette habe ich kurz darauf zum Glück wieder erbrochen ("zum Glück" sagte der Arzt, da ich zu diesem Zeitpunkt bereits eine Hirnblutung hatte und es dann noch viel schlimmer kommen kann) Da meine Frau im Krankenhaus arbeitet und ihr das alles etwas seltsam vorkam fuhr sie mich direkt dorthin, wo wir dann nach einem CT die Horror-Nachricht bekamen: rechts temporo-mediales Angiom symtomatisch durch subarachnoidale Blutung mit Ventrikeleinbruch (oder auch "Sie haben einen Tumor im Kopf") Wir waren beide total geschockt. Aber um das ganze jetzt zu verkürzen, da der Tumor in dieser Klinik nicht operiert werden konnte wurde ich nach Essen verlegt (Meiner Meinung nach eine Super Adresse für Neurologie). Dort wurde mir durch die Leiste das Angiom Embolisiert (Mit "Klebstoff" von der Blutversorgung getrennt) und anschliessend in einer Operation der komplette Tumor entfernt. In einer späteren Angiographie wurde sichergestellt, das auch wirklich alles entfernt wurde. Und nach der Operation fing es dann mit der Epilepsie und einer Halbseiten-Lähmung an.Die Lähmung ist in einer anschliessenden Reha stark zurückgegangen, aber die Epilepsie schleppe ich Monat für Monat mit mir herum, allerdings mit dieser sogenannten Aura (ich habe dann immer kurz vorher so ein Übelkeitsgefühl.Es ist immer schwer abzuschätzen, ob es vom Essen kommt oder wieder ein Anfall droht). 
Was die Epilepsie Auslöst weiss bei mir keiner, meine Neurologin vermutet, das es mit der Narbe zusammenhängt die ich noch im Kopf mit mir herumtrage. (Meine Medikation: 2x Keppra und 2xValproat 500 Chrono)
Ich kann auch nur jedem Raten sich mit anderen Leuten auszutauschen, es hilft ungemein, ich habe mich anfangs auch etwas gescheut, aber jetzt freue ich mich über jede Meinung und Anregung.
PS:Ich habe leider keine Berufsunfähigkeitsversicherung.
Beste Grüße und euch auch alles Gute
Euer Mike
Re: Job und Epilepsie
STEFAN
, Wednesday, 09.08.2006, 20:54 (vor 7317 Tagen) @
Mike
[zitat=Mike]Hallo zusammen, ich bin 29 Jahre alt und mir wurde letztes Jahr im Dezember ein Angiom (Hirntumor) erfolgreich entfernt. Seitdem habe ich ca 1x im Monat einen Epileptischen Anfall (Grand Mal). Eigentlich bin ich noch Berufstätig, kann aber meinen Job nicht ausüben, da ich im Aussendienst beschäftigt bin und ich eine Anfallsfreiheit von 2 Jahren durchhalten muss bis ich wieder ans Steuer darf. Eine andere Position in der Firma kann mir mein Arbeitgeber zur Zeit nicht anbieten.
Jetzt mach ich mir langsam Gedanken wie meine weitere Zukunft aussehen soll, wenn ich höre, das viele von euch schon Jahre mit Epilepsie leben. Ich frage mich auch jedesmal aufs neue, wann sind die Medikamente endlich richtig eingestellt. Ich habe zum Glück eine sehr liebe Ehefrau, die mich sehr unterstützt, aber es zieht einen doch nach jedem Anfall wieder sehr runter und man fragt sich wann es endlich wieder aufwärts geht.
Schildert mir doch eure Erfahrungen und wie ihr es schafft eure Krankheit und euren Beruf unter einen Hut zu bekommen.
Gruß und alles Gute euer Mike[/zitat]
Hallo Mike,
bin Jahrgang 1961 und arbeite als Betriebswirt in einem mittel-
ständischen Unternehmen in der Vertriebsabteilung. 1996 wurde
bei mir ein Oligodendrogliom II entfernt. Seitdem nehme ich Lamictal
da eine definitive Abfallsfreiheit nicht erzielt werden konnte.
Mittlerweile habe ich mich mit meiner Behinderung (60 %) arangiert -
was bleibt mir auch anderes übrig. Ich bemühe mich darum
diese Krankheit (?) oder Behinderung in den Griff zu bekommen,
das geht jedoch nur mit der Einhaltung bestimmter Auflagen:
möglichst wenig Alkohol/ausreichend Schlaf etc.
Mein Arbeitgeber hat mir eine Bahncard 50 gegeben, so dass ich
gelegentliche Dienstreisen durchführen kann. Da ich einige KA im
Büro hatte wurde mir seitens des Betriebsarztes nahegelegt, einige
Zeit nicht mit dem Auto zur Arbeit zu fahren wg. Berufsgenossenschaft/Wegeunfall etc.
Mittlerweile gehe ich (fast) unverkrampft... mit der Behinderung
um. Seitdem ich das tue erfahre ich auch von Kollegen, dass viele
andere auch irgendwelche Krankheiten/Behinderungen mit sich
rumschleppen.
Du schaffst das schon. Laß Dich nicht unterkriegen oder bemitleiden.
Sieh es als Chance für ggfs. was neues. Wenn Du damit alleine
nicht klarkommst hol Dir professionelle Hilfe - fragt deinen Neurol.
an wen du sich wenden sollst.
Gruß
STEFAN
Re: Re: Job und Epilepsie
Andre22!
, Saturday, 26.08.2006, 23:54 (vor 7300 Tagen) @
Mike
hallo mein name ist Andre.
das ist mein erster besuch hier im forum!ich wollte mich zu diesem beitrag mal auessern und ein paar fragen stellen da ich erst seit mai entküldig epilepsie habe.
ich hatte seit meinen 8 lebensjahr immer albtraeume dachte und wachte 2 oder 3mal die woche schweissgebadet auf.
ich dachte mir nichts drauss biss ich einen morgen nicht mehr alleine wach wurde.selbst das rütel und schuettel half nicht und ich wurde dann erst im Krankenhaus wach. nach einem MRT fanden sie Funktionsstörungen im hinteren teil des gehirnss. nur weiss ich nicht was das ist etc und lebte damit weiter in dem glauben immer albtraeume zu haben bis vor 3 monaten als ich endlich mal zum neurologen ging! dann wurde ich nach bernau in ein klinik geschickt und da bekamm ich auch anfaelle am tag wegen den medikamenten und leute ich will nie wieder einen anfall am tag haben weil die schmerzen die ich damals hatte und ich war den ganzen tag vom kopf her echt nebenmir!
meine anfaelle bekomm ich nur im schlaf und darueber bin ich schon etwas froh. nur was ich mist finde ist das die aerzte mich von anfang an auf so eine hohe dosis setzten 4 mal am tag tapletten nehmen ( pro dosis = 2mal 150 mg und 1mal 300mg taplette nehmen) = trileptal
und die nebenwirkungen sind heftig. muedigkeit,jedes essen kann ich nciht bei mir behalten,sehe oft doppelt,muede ohne ende und ich komm mit warmen wetter nicht klar da wird mir schlecht und ich liege nur zuhause auf der couch und hoffe das ich mich nicht uebergebe.
und das fiese ist noch das ich 3 tage bevor ich ins KH musste einen job bekamm. und 2 tage durfte ich arbeiten bis jetzt. seit dem besuch in kh bin ich krangeschrieben und ich muss wirklich sagen es nervt mich.
hab sogar mit meinen neurologen geredet.mein problem ist ich kann max 2 tage arbeiten und dann bekomm ich einen anfall und dann ist erstma ale mit ala,weil nach einem anfall bin ich erstma 2 tage weg vom fenster! :(
genau wie mein autofuehrerschein (800 euro) umsonst weil ich ins Krankenhaus musste und danach war klar das ich kein auto fahren darf erstma!
ich hoffe der text war verstaendlich!
ich hab leider noch probleme mit rechschreibung,wegen den medikamenten (wortfindungsstörungen)
Ich wünsch euch allen was!!!