Augenmigräne und Epilepsie?

Mike. A. @, Thursday, 10.08.2006, 14:59 (vor 7317 Tagen)

Hallo,
vielleicht weiß hier jemand Rat, bevor ich 100 Ärzte besuche. Ich muss auch leider etwas ausholen, um einen Zusammenhang herstellen zu können.

Hatte bis vor 6,5 Jahren unregelmäßige, schwere epileptische Anfälle. 13 Jahre wurde ich mit Tegretal behandelt (EP begann mit etwa 13J.), bis mir endlich ein Arzt mitteilte, das ich eigentlich gar keine Epilesie hatte sondern "lediglich" eine Unterfunktion, bei der mein Hirn zu wenig "passive Neuronen"
zur Verfügung stehen würden, was zu sochen Anfällen führen würde. Soll heißen ich hatte zu viele "Aktive Neuronen", was dann bei der kleinsten Bewegung zu einem Anfall führen konnte. So habe ich es zumindest noch in Erinnerung.
EEG und CT waren immer (!) ohne Ergebnis, die ganzen 13 Jahre.

Der Anfall ansich war eigentlich nie schlimm für mich weil ich immer bewusstlos war und anschließend eben müde.
ABER.. grausam war es immer etwa 2-3 Wochen danach, weil meine Körperchemie völlig durcheinander war. Es schmeckte alles anders, es roch alles anders, ich nahm meine Umwelt wahr wie wenn ich in einem falschen Film wäre was zu Angstzuständen und Beklemmungsgefühlen führen konnte.
Die starken Muskelschmerzen, ausgelöst vom eigentlichen Krampfanfall, erschienen mir dagegen wie Peanuts.

Seit diese "Unterfunktion" festgestellt wurde, bekomme ich Ergenyl Chrono 300 Retard Tabletten (600 mg/Tag)und bin nun seit fast 7 Jahren Anfallsfrei. Nebenwirkungen bemerke ich kaum, obwohl die Liste ziemlich lang ist.

Nun zum eigentlichen Problem.

In der letzten Woche wachte ich in der Nacht Di auf Mi gegen 5h auf und hatte plötzlich einen leichten, aber unangenehmen Tinnitus, wie wenn ich aus einer durchzechten Nacht in einer Discothek kommen würde.
Tags darauf (Mi) ging ich Einkaufen und bekam plötzlich eine Augenmigräne im rechten Auge.
Zunächst sah ich einen Fleck, wie wenn ich in die Sonne gesehen hätte, der breitete sich über das ganze rechte
Gesichtsfeld aus, mit Flimmern und dunklen Flecken, so daß ich kaum noch etwas sehen konnte.
Ich hatte natürlich Panik weil ich sowas noch nie hatte und meinte die Netzhaut würde sich evtl. ablösen etc.
Nach etwa 30Min. war der Spuk vorbei und der Augenarzt zu dem ich sofort ging konnte nichts feststellen, ausser eben das ich eine Augenmigräne gehabt hätte.

Das schlimme ist nun, das ich nach dieser Augenmigräne die gleichen Symptome habe wie nach einem meiner früheren EP Anfälle. Ich bin jeden Tag schlapp, nehme meine Umwelt anders wahr und fühle mich nur scheußlich.

Hat hier irgendjemand schon etwas ähnliches erlebt, oder weiß einen Rat hierzu? Mein Hausarzt ist ratlos und ich bin sicher das bei EEG und CT etc. wieder nichts herauskommt, so wie immer. Habe einfach keine Lust mehr von Pontius zu Pilatus zu laufen nur um mir irgendwelche Mutmaßungen von irgendwelchen Ärzten einzuholen.

Danke im Voraus!

Re: Augenmigräne und Epilepsie?

Julia @, Thursday, 10.08.2006, 15:02 (vor 7317 Tagen) @ Mike. A.

[zitat=Mike. A.]Hallo,
vielleicht weiß hier jemand Rat, bevor ich 100 Ärzte besuche. Ich muss auch leider etwas ausholen, um einen Zusammenhang herstellen zu können.

Hatte bis vor 6,5 Jahren unregelmäßige, schwere epileptische Anfälle. 13 Jahre wurde ich mit Tegretal behandelt (EP begann mit etwa 13J.), bis mir endlich ein Arzt mitteilte, das ich eigentlich gar keine Epilesie hatte sondern "lediglich" eine Unterfunktion, bei der mein Hirn zu wenig "passive Neuronen"
zur Verfügung stehen würden, was zu sochen Anfällen führen würde. Soll heißen ich hatte zu viele "Aktive Neuronen", was dann bei der kleinsten Bewegung zu einem Anfall führen konnte. So habe ich es zumindest noch in Erinnerung.
EEG und CT waren immer (!) ohne Ergebnis, die ganzen 13 Jahre.

Der Anfall ansich war eigentlich nie schlimm für mich weil ich immer bewusstlos war und anschließend eben müde.
ABER.. grausam war es immer etwa 2-3 Wochen danach, weil meine Körperchemie völlig durcheinander war. Es schmeckte alles anders, es roch alles anders, ich nahm meine Umwelt wahr wie wenn ich in einem falschen Film wäre was zu Angstzuständen und Beklemmungsgefühlen führen konnte.
Die starken Muskelschmerzen, ausgelöst vom eigentlichen Krampfanfall, erschienen mir dagegen wie Peanuts.

Seit diese "Unterfunktion" festgestellt wurde, bekomme ich Ergenyl Chrono 300 Retard Tabletten (600 mg/Tag)und bin nun seit fast 7 Jahren Anfallsfrei. Nebenwirkungen bemerke ich kaum, obwohl die Liste ziemlich lang ist.

Nun zum eigentlichen Problem.

In der letzten Woche wachte ich in der Nacht Di auf Mi gegen 5h auf und hatte plötzlich einen leichten, aber unangenehmen Tinnitus, wie wenn ich aus einer durchzechten Nacht in einer Discothek kommen würde.
Tags darauf (Mi) ging ich Einkaufen und bekam plötzlich eine Augenmigräne im rechten Auge.
Zunächst sah ich einen Fleck, wie wenn ich in die Sonne gesehen hätte, der breitete sich über das ganze rechte
Gesichtsfeld aus, mit Flimmern und dunklen Flecken, so daß ich kaum noch etwas sehen konnte.
Ich hatte natürlich Panik weil ich sowas noch nie hatte und meinte die Netzhaut würde sich evtl. ablösen etc.
Nach etwa 30Min. war der Spuk vorbei und der Augenarzt zu dem ich sofort ging konnte nichts feststellen, ausser eben das ich eine Augenmigräne gehabt hätte.

Das schlimme ist nun, das ich nach dieser Augenmigräne die gleichen Symptome habe wie nach einem meiner früheren EP Anfälle. Ich bin jeden Tag schlapp, nehme meine Umwelt anders wahr und fühle mich nur scheußlich.

Hat hier irgendjemand schon etwas ähnliches erlebt, oder weiß einen Rat hierzu? Mein Hausarzt ist ratlos und ich bin sicher das bei EEG und CT etc. wieder nichts herauskommt, so wie immer. Habe einfach keine Lust mehr von Pontius zu Pilatus zu laufen nur um mir irgendwelche Mutmaßungen von irgendwelchen Ärzten einzuholen.

Danke im Voraus![/zitat]

Hallo,

ich kann dir zwar nicht helfen, da ich die symptome nicht kenne, aber wie siehts denn mit einer kernspinthomographie aus??????? dadurch wurde meine epilepsie erkannt!! vielleicht kann man dadurch auch deine augenmigräne "zuordnen"?

Viele Grüße

Julia

Re: Re: Augenmigräne und Epilepsie?

Mike. A. @, Thursday, 10.08.2006, 15:38 (vor 7317 Tagen) @ Mike. A.

[zitat=Julia]
Hallo,

ich kann dir zwar nicht helfen, da ich die symptome nicht kenne, aber wie siehts denn mit einer kernspinthomographie aus??????? dadurch wurde meine epilepsie erkannt!! vielleicht kann man dadurch auch deine augenmigräne "zuordnen"?

Viele Grüße

Julia[/zitat]

Hallo Julia,

Danke für die Antwort. Kernspint hab ich auch hinter mir, schon mehrfach, gerade weil man nie zu einem Ergebnis kam. Ich wurde ja 13 Jahre auf die typische Epilepsie behandelt. Das Tegretal schlug nie an, ich hatte immer wieder Anfälle, egal mit welcher Dosierung.

Nächste Woche hab ich Termin bei meinem Neurologen aber ich fürchte eben das der mir auch nicht weiterhelfen kann.

Re: Augenmigräne und Epilepsie?

Julia @, Thursday, 10.08.2006, 16:42 (vor 7316 Tagen) @ Mike. A.

[zitat=Mike. A.][zitat=Julia]
Hallo,

ich kann dir zwar nicht helfen, da ich die symptome nicht kenne, aber wie siehts denn mit einer kernspinthomographie aus??????? dadurch wurde meine epilepsie erkannt!! vielleicht kann man dadurch auch deine augenmigräne "zuordnen"?

Viele Grüße

Julia[/zitat]

Hallo Julia,

Danke für die Antwort. Kernspint hab ich auch hinter mir, schon mehrfach, gerade weil man nie zu einem Ergebnis kam. Ich wurde ja 13 Jahre auf die typische Epilepsie behandelt. Das Tegretal schlug nie an, ich hatte immer wieder Anfälle, egal mit welcher Dosierung.

Nächste Woche hab ich Termin bei meinem Neurologen aber ich fürchte eben das der mir auch nicht weiterhelfen kann.
[/zitat]

Hi,

mmmhhh, kann es vielleicht sein, dass druck auf dein auge ausgeübt wird? ich red jetz nich von einem tumor oder so, keine panik, aber eine freundin von mir hat das auch einmal gehabt und kein mensch fand heraus, woran es lag. nur aus zufall fand man heraus, dass sich quasi ein "blutstau" am/im/ums auge gebildet hat, der das sehvermögen (punkte gesehen, blickfeld weitgehend eingeschränkt etc...) beeinträchtigt hat und auch schmerzen verursachte. sie wurde daraufhin in einer augenklinik untersucht und musste u. a. das rauchen aufgeben und eine aspirin-therapie zur blutverdünnung machen.
ach mensch, das ist ja echt sch****!!
die sollen dich nur ordentlich durchchecken, kann ja nich sein, dass solch ein phänomen unentdeckt bleibt! sag mal bescheid, was die ärzte diagnostiziert haben, interessiert mich wirklich!!

alles gute und viele grüße

julia

Re: Re: Augenmigräne und Epilepsie?

Mike. A. @, Thursday, 10.08.2006, 20:07 (vor 7316 Tagen) @ Mike. A.

[zitat=Julia]
Hi,

mmmhhh, kann es vielleicht sein, dass druck auf dein auge ausgeübt wird? ich red jetz nich von einem tumor oder so, keine panik, aber eine freundin von mir hat das auch einmal gehabt und kein mensch fand heraus, woran es lag. nur aus zufall fand man heraus, dass sich quasi ein "blutstau" am/im/ums auge gebildet hat, der das sehvermögen (punkte gesehen, blickfeld weitgehend eingeschränkt etc...) beeinträchtigt hat und auch schmerzen verursachte. sie wurde daraufhin in einer augenklinik untersucht und musste u. a. das rauchen aufgeben und eine aspirin-therapie zur blutverdünnung machen.
ach mensch, das ist ja echt sch****!!
die sollen dich nur ordentlich durchchecken, kann ja nich sein, dass solch ein phänomen unentdeckt bleibt! sag mal bescheid, was die ärzte diagnostiziert haben, interessiert mich wirklich!!

alles gute und viele grüße

julia[/zitat]

Also bis jetzt hatte ich diese Augenmigräne nur einmal und Kopfschmerzen hab ich keine. Der Tinnitus nervt.
Ein ep Anfall konnte es nicht sein, sonst hätte ich Muskelkater gehabt. Vielleicht geht etwas im Schlaf vor, von dem ich nix weiß. Bin ja Single und bekomm nicht mit was im Schlaf vorgeht.
Manchmal aber selten scheine ich kurz vor dem einschlafen nicht mehr oder sehr flach zu atmen und werde plötzlich wieder mit nem riesen schreck wach und schnappe nach Luft.

Vielleicht wäre ein Schlaflabor mal ganz Ratsam.. ich weiß auch nicht weiter.

Aber Danke für die netten Wünsche Julia. Sobald ich ein paar Diagnosen hab, geb ich hier Bescheid.

LG
Mike

Re: Augenmigräne und Epilepsie?

caro @, Thursday, 10.08.2006, 20:52 (vor 7316 Tagen) @ Mike. A.

also bei mir sind diese sehstörungen immer teil meiner auren! die wurden auch jahrelang als migräneanfälle abgetan, bis ich dann meinen ersten grand mal hatte und die epi festgestellt wurde!
viele grüße, caro

Re: Re: Re: Augenmigräne und Epilepsie?

nicole @, Thursday, 10.08.2006, 22:22 (vor 7316 Tagen) @ Mike. A.

Hallo Mike,

ich selber habe seit ich 10 Jahre alt bin Epilepsie. Bei mir gab es auch nie nen Befund im CT oder MRT und beim EEG muss man berücksichtigen das es ja nur eine Momentaufnahme davon ist, was in dem Moment in deinem Gehirn vor sich geht.


Hast du nen guten Neurologen ? Vielleicht sogar einen der sich auf Epi spezialisiert hat ?? Dann besprich das mal mit ihm.

Lieben Gruß und lass den Kopf nicht hängen... ich habe auch eine Odyssee hinter mir, bis man entdeckte das meine Epi wieder ausgebrochen ist - ganze 3 Monate bin ich von Doc zu Doc gerannt.

Nicole

Re: Re: Re: Re: Augenmigräne und Epilepsie?

Mike. A. @, Friday, 11.08.2006, 00:29 (vor 7316 Tagen) @ Mike. A.

[zitat=nicole]Hallo Mike,

ich selber habe seit ich 10 Jahre alt bin Epilepsie. Bei mir gab es auch nie nen Befund im CT oder MRT und beim EEG muss man berücksichtigen das es ja nur eine Momentaufnahme davon ist, was in dem Moment in deinem Gehirn vor sich geht.


Hast du nen guten Neurologen ? Vielleicht sogar einen der sich auf Epi spezialisiert hat ?? Dann besprich das mal mit ihm.

Lieben Gruß und lass den Kopf nicht hängen... ich habe auch eine Odyssee hinter mir, bis man entdeckte das meine Epi wieder ausgebrochen ist - ganze 3 Monate bin ich von Doc zu Doc gerannt.

Nicole[/zitat]

Hallo Nicole,

erstmal Danke für die netten Worte. Man muss sich immer gegenseitig Mut machen, auch wenns nur übers Internet ist :-)
Der Neurologe der nach 13 Jahren erkannte das ich unter keine typische Form der Epilepsie leide ist inzwischen leider verstorben. Er war in einer Gemeinschaftspraxis und nun ist einer seiner Kollegen für mich zuständig. Die Praxis hat einen sehr guten Ruf und wird auch von verschiedenen Kliniken im Raum Karlsruhe (da komm ich her) empfohlen.

Schon klar das man auf den EEGs und anderen Untersuchungsmethoden nicht unbedingt etwas erkennen muss, aber man kann zumindest einen Grand Mal Herd ausschließen oder andere sichtbare, physische Defekte.
Ich war vorher bei zich Ärzten und alle verschrieben mir immer wieder Tegretal, obwohl mir das nie geholfen hat.

Wie gesagt habe ich nächste Woche einen Termin dort, nur weiß ich jetzt schon das der Arzt wieder mal nichts finden wird. Deshalb suche ich u.a. hier nach Antworten.

Gruß
Mike