Gerüchte küche

nervenhexe18 @, Sunday, 13.08.2006, 19:58 (vor 7313 Tagen)

Hi,
ich habe da mal ein gerücht gehört und wollte mal der Tatsache auf den Grund gehen,
und zwar wurde von einer bekannten behauptet,
da meine mama starke anfälle hat, und die krankheit vererbar ist, das ich die krankheit noch stärker bekommen kann wie meine mama???
ist das ein gerücht oder is da ein funken warheit verborgen????

Re: Gerüchte küche

Mike. A. @, Monday, 14.08.2006, 00:32 (vor 7313 Tagen) @ nervenhexe18

[zitat=nervenhexe18]Hi,
ich habe da mal ein gerücht gehört und wollte mal der Tatsache auf den Grund gehen,
und zwar wurde von einer bekannten behauptet,
da meine mama starke anfälle hat, und die krankheit vererbar ist, das ich die krankheit noch stärker bekommen kann wie meine mama???
ist das ein gerücht oder is da ein funken warheit verborgen????[/zitat]

Hi Hexe,

das ist ein Gerücht :-) Die schwere Deiner Anfälle richtet sich nach der Ursache und Deinem körperlichen Zustand.

Epilepsie ist nicht vererbbar. Es ist ein Defekt oder eine Schwäche im Gehirn, ausgelöst durch zB Verwachsungen, chemisches ungleichgewicht oder abgestorbene Stellen etc.

Sowas entsteht meist in der Pupertät, selten schon in der Kindheit. Wenn Mutter und Kind Epileptiker sind, ist das purer Zufall.

Gruß
Mike

Re: Re: Gerüchte küche

Susanne Albers ⌂ @, Monday, 14.08.2006, 08:37 (vor 7313 Tagen) @ nervenhexe18

Mike A. was gibst Du nur für Antworten, dafür brauchst Du nen Waffenschein.
Ja, Epilepsie kann "auch" erblich sein, wenn auch nur zu einem geringen Prozentsatz.

Quelle:
http://www.epilepsie-infos.de/patienten/faq/epilepsie_allgemein/7.htm?sid=RNZIfsPit04AAIYPLG0
Ist Epilepsie erblich?
Nur ein kleiner Teil der Epilepsien sind erblich bedingt. Das Vorkommen von Epilepsien in der Bevölkerung liegt bei ca. 1 Prozent. Das Risiko eines Kindes, an Epilepsie zu erkranken, liegt bei 6 Prozent, wenn ein Elternteil Epilepsie hat. Falls beide Eltern epilepsiekrank sind, erhöht sich das Risiko auf 10 Prozent bis 12 Prozent. Allerdings bleiben insgesamt 90 Prozent der Kinder epilepsiekranker Eltern ohne Epilepsie. Das Risiko einer Vererbung ist unabhängig von der Anfallsform. In der Regel erkranken Kinder, deren Eltern epilepsiekrank sind, bereits in jüngeren Lebensjahren an Epilepsie als ihre Eltern.

Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Epilepsie
Juvenile Absence-Epilepsie
Im Gegensatz zur vorigen Epilepsieform ist dieses Krankheitsbild auch als nicht-pyknoleptische Absencen bekannt. Auch die juvenile Absence-Epilepsie gehört zu den erblich bedingten generalisierten Epilepsien mit altersgebundener Manifestation. Der Beginn fällt zumeist mit dem Beginn der Pubertät zusammen und liegt im Gipfel bei 10 - 12 Jahren. Die Anfälle gleichen denen bei der Pyknolepsie, sind jedoch weniger häufig und dauern dafür etwas länger an. Etwa 80 % der Patienten haben zusätzlich generalisierte, tonisch-klonische Anfälle (Grand mal), meist nach dem Aufwachen. Die medikamentöse Therapie ist nicht ganz so erfolgversprechend wie bei der Pyknolepsie und dementsprechend die Prognose etwas kritischer.

usw. usw.

wie wäre es mit einer einfachen Suche unter Google, ich schreibe Euch oben den Link hinein.

http://www.google.de/search?hl=de&q=epilepsie+erblich&meta=

Herzliche Grüße, Susanne

Re: Gerüchte küche

Gabrielle ⌂ @, Monday, 14.08.2006, 09:01 (vor 7313 Tagen) @ nervenhexe18

Hallo

es ist immer wieder traurig zu sehen was Leute schreiben. Da Du selbst immer wieder etwas neues bringst, werde ich Dir dazu ein Infoblat der Epi Zürich von G.Krämer einfügen. Mit dem wird sich Deine Frage auch fachlich beantworten lassen

liebe Grüsse

Gabrielle

U r s a c h e n u n d A u s l ö s e r
Vererbung und Epilepsie
Alle Rechte beim Verfasser, Dr. med Günter Krämer, Medizinischer Direktor des Schweizerischen Epilepsie-Zentrums Zürich 1
Was versteht man unter Vererbung,
und welche Hauptformen gibt es?
Vererbung ist die Weitergabe von Merkmalen von Eltern an ihre
Kinder. Dies erfolgt über die in jeder Körperzelle enthaltenen, winzig
kleinen Erbanlagen oder Gene. Wichtigster Bestandteil der Gene
sind verschiedene so genannte Nukleinsäuren (auch als DNS und
RNS abgekürzt), die für die Ausprägung eines Erbmerkmals verantwortlich
sind und sich in den Chromosomen (siehe übernächster
Absatz) befinden. Viele Merkmale unseres Körpers wie etwa das
Geschlecht, die Haut- oder Augenfarbe und auch manche Krankheiten
werden ganz eindeutig vererbt.
Von einer einfachen oder monogenen Vererbung spricht man, wenn
Merkmale oder auch Krankheiten durch ein einziges Gen bedingt
werden. Bei einer komplexen oder polygenen Vererbung sind mehrere
Gene beteiligt. Bei einer dominanten Vererbung ist es ausreichend,
die Erbinformation von einem Elternteil zu erhalten, während
diese bei einer rezessiven Vererbung sowohl vom Vater als auch
von der Mutter weitergegeben werden muss.
Chromosomen als Träger der Erbanlagen
Als Chromosomen werden die nur im Mikroskop sichtbaren Träger
der Erbanlagen in den Kernen aller Körperzellen bezeichnet. Sie
stammen je zur Hälfte von einer Samenzelle des Vaters und einer
Eizelle der Mutter. Normalerweise hat jede Zelle 23 Chromosomenpaare
oder 46 Chromosomen. Davon sind 22 Paare oder 44 Chromosomen
nach ihrer Grösse durchnummerierte, so genannte autologe
(übereinstimmende) Chromosomen und ein Paar – es wird als
X und Y bezeichnet – heterologe (nicht übereinstimmende) oder
Geschlechtschromosomen. Haben die Körperzellen zwei XChromosomen,
ist damit das weibliche Geschlecht festgelegt, bei
einer Kombination je eines X- und Y-Chromosoms das männliche
Geschlecht.
Auf den 46 Chromosomen jeder Körperzelle sind insgesamt etwa
35000 Gene aufgereiht. Viele Erbkrankheiten beruhen darauf, dass
die normalen Gene in bestimmten Chromosomenabschnitten verändert
sind. Dies nennt man in der Fachsprache eine Mutation.
Handelt es sich um eng umschriebene, nur wenige Nukleinsäuren
betreffende Veränderungen, wird auch von Punktmutationen gesprochen.
Für manche so genannte idiopathische generalisierte Epilepsien
und auch einige andere Epilepsieformen konnten inzwischen Orte
auf verschiedenen Chromosomen als Träger der Erbinformation
eingegrenzt werden und bei einigen davon kennt man auch die
verantwortlichen Gene. Darüber hinaus können offenbar verschiedene
Genorte auf verschiedenen Chromosomen mit sehr ähnlichen,
klinisch kaum unterscheidbaren Krankheitsbildern einhergehen.
Beispiele für Epilepsieformen mit bekannter Vererbung
Epilepsieform beteiligte(s) Chromosom(en)
Familiäre Fieberanfälle (Fieberkrämpfe) 8 und 19
Familiäre gutartige Neugeborenenanfälle 8 und 20
Familiäre nächtliche Frontallappenepilepsie 1,15 und 20
Juvenile myoklonische Epilepsie 6 und 15
Progressive Myoklonus-Epilepsie
bei Unverricht-Lundborg-Krankheit 21
Sind Epilepsien Erbkrankheiten ?
In ihrer weit überwiegenden Mehrheit sind Epilepsien keine eigentlichen
Erbkrankheiten. Allerdings nimmt man nicht nur bei mehr oder
wenigen allen so genannten idiopathischen Epilepsien (siehe epiinfo
„Was sind die häufigsten Ursachen von Anfällen und Epilepsien?“)
eine erbliche Komponente an, sondern es gibt auch Hinweise
darauf, dass Erbanlagen z.B. auch beim Auftreten von epileptischen
Anfällen nach Kopfverletzungen oder bei Hirntumoren eine
zusätzliche Rolle spielen.
Epilepsien sind in aller Regel keine Erbkrankheit in dem Sinn, dass
Eltern aufgrund einer bei einem von ihnen, bei einem früheren Kind,
bei den eigenen Eltern oder auch bei einem sonstigen Familienmitglied
bestehenden Epilepsie mit hoher Wahrscheinlichkeit damit
rechnen müssen, dass ein Kind von ihnen an Epilepsie erkranken
wird (siehe unten).
Es gibt zwar rund 200 – meist mehr oder weniger seltene – Krankheiten
mit bekannter Vererbung, die u.a. mit epileptischen Anfällen
oder einer Epilepsie einhergehen können und bei denen das entsprechende
Risiko für Nachkommen betroffener Eltern bei 50%
(dominante Vererbung) oder 25% (rezessive Vererbung) liegt. Insgesamt
sind diese Krankheiten aber für weniger als 1% aller Epilepsien
verantwortlich.

Re: Re: Re: Gerüchte küche

Mike. A. @, Monday, 14.08.2006, 11:57 (vor 7313 Tagen) @ nervenhexe18

Hier muss ich mich wirklich entschudligen! Die Aussage das Epilepsie nicht vererbbar ist, war natürlich völlig falsch. Peinlich.
Zu meiner Verteidigung mus ich sagen das es mir um die Vererbbarkeit der "schwere" der Anfälle ging, denn die wird nicht vererbt, sondern, wie ihr ja bereits ergoogelt habt, nur die Veranlagung.

Ich gelobe Besserung. ^^

Nochmal Sorry!