Neurostationen-Bei uns verpönt !

Dirk @, Sunday, 10.09.2006, 15:16 (vor 7286 Tagen)

Hallo

Hab schon mal geschrieben da ich vorhabe mich selber umzustellen. Vielleicht habens manche falsch verstanden aber die Gründe liegen nicht nur bei den Ärzten sondern auch bei uns im Land selber d.h. an den Leuten.

Ich komme aus Tirol und bei uns in den Bergen gehen die Uhren etwas anderes als bei euch in Deutschland. Ohne Auto bist du aufgeschmissen, einer der beim Zeltfest nicht eine ordentliche Menge Alkohol verträgt ist kein Mann. Da ist es nur verständlich das niemand zu einem Nervenarzt, egal ob Neurologe oder Psychiater gehen will. Bandscheiben sind so ziemlich die einzige Ausnahme. Sowas wie Epizentren gibts ohnehin nicht. Die Diagnose z.b. bei meiner Frau wurde auch simpel festgestellt, ein - zweimal ist sie umgefallen dann hieß die Diagnose Epilepsie, ohne lange Folgeuntersuchungen. bei mir wars ähnlich, zumindest ein EEG habens gemacht. Nach 3-4 auffälligen hatte ich die Diagnose.

Meine Kreislauferkrankung wurde vom Umfeld ohneweiteres akzeptiert, Epi verschweigt man besser sonst bist du der Depp der Nation. Mit der Diagnose Diabetes hatte ich irgendwie Glück, da sich sowas leicht "verkaufen" ließ, auch wenn die Diagnose sich als falsch entpuppte. Auf eine psychisch Kranke in unserem Dorf wurde praktisch eine Hetzjagd verübt, wir nannten sie alle die depperte Anja.

Alles mögliche hab ich schon durch, Lamictal Mono, Lamictal in Kombination mit Convulex, Convulex Mono, Tegretol. Früher mit dem Convulex gings gut, jetzt ist aber irgendwas passiert das es aufeinmal so viele Anfälle geworden sind. Über 100 im Jahr. Auf meinen Vorschlag das Ganze auf der Kreislaufstation durchzuführen wollten sie nicht eingehen, eine neurologische Station lehn ich ab, da kann ich mich wohl bei Kollegen und sonst wo nicht mehr blicken lassen.

Wie ich sonst vorgehen kann das die Erkrankung nicht aufkommt weiß ich nicht. Die Umstellung auf Lamictal Mono und die Kombiversuche haben jedenfalls nicht so gut geklappt, war zwar immer wieder anfallsfrei aber mit entsprechenden Nebenwirkungen.

Grüße Dirk

Re: Neurostationen-Bei uns verpönt !

cokie @, Monday, 11.09.2006, 11:14 (vor 7285 Tagen) @ Dirk

Hallo Dirk

ich habe dir das Letzte malauch schon geantwortet. Ich weiß nicht wie alt du bist und kenn mich eigentlich auch wenig mit der Mentalität in Österreich aus, das was du schreibst ringt mir nur noch ein Kopfschütteln ab. Zu deinen "Selbsttherapieversuchen" stell ich dir nur eine Gegenfrage: Was ist wohl wichtiger, das was andere über dich denken und reden oder die Tatsache das du lebst.? Es gibt auch in Deutschland Gegenden, wo man mehr oder weniger am "Ar.. der Welt" wohnt und ohne Auto aufgeschmissen ist. (Bin 15 Jahre Auto gefahren und darf es nun plötzlich nimmer... und es geht trotzdem, wenn auch mühsamer) Wenn du es unbedingt vor deiner näheren Umwelt verheimlichen willst, dann laß dich doch in eine größere Stadt in eine Uniklinik überweisen (ich denke mal das geht auch bei euch, überhaupt bei deinen Beziehungen im Krankenhaus..) Deine Art und Weise mit dieser Krankheit und den Medikamenten umzugehen ist meiner Meinung nach überhaupt nicht in Ordnung und das was du als Gründe dafür anführst auch nicht. Du hast das lezte Mal geschrieben du bist Strahlenschutzverantwortlicher in einem Krankenhaus... du hast Verantwortung, ich denke sogar eine nicht zu kleine. Hast du schon einmal Überlegungen dazu angestellt wie du damit umgehen kannst wenn du auf der Arbeit einen Anfall hast, vielleicht nur einen kurzen Aussetzer, und du dabei etwas übersiehst was dann einen Strahlenunfall - wie auch immer - auslöst, der andere Menschenleben schädigt??? Ich könnte mit diesem Gedanken jedenfalls nicht leben. Genauso wenig wie mit dem, dass ich vielleicht während einer Absence einen Autounfall baue und andere Menschen verletzte.
Im Übrigen hast du in deinem letzten Beitrag als Antwort noch geschrieben gehabt, das du das Convulex von einer Bekannten bekommst die manisch-depressiv ist und du ihr dafür Alkohol besorgt hast.... - das kann ich überhaupt nicht verstehen! Meinst du wirklich du hast ihr damit einen Gefallen getan?

Re: Re: Neurostationen-Bei uns verpönt !

Dirk @, Monday, 11.09.2006, 23:20 (vor 7284 Tagen) @ Dirk

Hallo

Man kann Beruf und eine Erkrankung nicht miteinander vergleichen. Im Job wird meine Tätigkeit in der Strahlenschutztechnik hoch geschätzt, dort genieße ich auch bei den Bigs Ansehen. Will mir zwar nichts drauf einbilden aber ich bin mir meiner Verantwortung als Strahlenschutzbeauftragter durchaus bewußt und führe die Tätigkeiten auch mit entsprechender Sorgfalt aus wie es sich gehört. Ich hab kompetente Techniker die dann aufgetretene Probleme beseitigen. Wenn ich Fehler bei Überprüfungen finde kann ich diese den Technikern übergeben die das Problem dann beheben. Wenn ich solche Pfeifen als Techniker hätte wie als Neurologen dann gute Nacht, da ließen sich Probleme nicht beheben, ich würd von der Firma einen anderen Techniker verlangen.

6 oder 7 verschiedene Diagnosen hab ich von der Neuro schon gehabt. Angefangen von Migräne bis hin zu MS war alles dabei. Dabei wollt ich doch nur eine vernünftige Kompromißlösung die den Kreislauf schont und trotzdem das Schlaf- und Anfallsproblem löst.

Grüße Dirk

Re: Re: Re: Neurostationen-Bei uns verpönt !

nicole @, Tuesday, 12.09.2006, 04:10 (vor 7284 Tagen) @ Dirk

Hallo Dirk,

gerade in deinem Beruf hast du eine erhöhte Verantwortung. Und ich finde man kann Krankheit und Beruf sehr wohl miteinander vergleichen. Ich glaube vielmehr das du Angst hast zu hören,das du deinen Beruf nicht mehr ausüben darfst.
Und wenn du den Neuros nicht traust, warum wendest du dich nicht an eine Epilepsie-Fachklinik ? Sowas gibt es sicherlich auch bei Euch.
So wies momentan läuft finde ich gefährdest du nicht nur dich... sondern auch andere.

Ich habe mit entsetzen gelesen, das du gegen die Medis jemandem der manisch-depressiv ist Alkohol besorgt hast. Das geht in meinen Augen schonmal gar net.

LG Nicole

Re: Re: Re: Neurostationen-Bei uns verpönt !

cokie @, Tuesday, 12.09.2006, 10:44 (vor 7284 Tagen) @ Dirk

Hallo Dirk, du schreibst man kann Beruf und eine Erkrakung nicht vergleichen...Man kann sie nicht vergleichen - Man muß sie in Verbindung sehen! Denn darum geht es ja, was wenn du in deinem Beruf durch einen Anfall einen Schaden auslöst?!
Was nützt dir dein gutes Ansehen bei den "Bigs" und die guten Techniker, wenn du selbst durch einen Aussetzer ein Problem übersiehst? Da können die Techniker noch so gut sein, wenn du derjenige bist der nach Fehlern suchen soll, sie nicht sehen kannst durch einen Aussetzer und den nTechnikern deshalb gar nix zum reparieren melden kannst... so solltest du mal überlegen! Alles in allem habe ich das Gefühl es geht dir sehr stark um dein äußeres Erscheinungsbild um das was du vor anderen und für andere darstellst. Du mußt aufpassen, wenn man soviel an seinem Bild für andere arbeitet, verliert man schnell sich selbst.

Gruß cordula

Re: Re: Re: Re: Neurostationen-Bei uns verpönt !

Dirk @, Tuesday, 12.09.2006, 12:27 (vor 7284 Tagen) @ Dirk

Hallo

Was meine Tätigkeit betrifft gibt es Schutzmechanismen, wo die Strahlung sofort unterbrochen wird, auch Prüfungen werden nachkontrolliert und von Zweitpersonen kontrolliert um Fehler auszuschließen. Sowas nennen wir den Ausschluß der manuellen Fehlerquellen. Jedem Mensch können Fehler unterlaufen, auch ohne Epi. Ein Anfall stellt also abgesehen davon das man sich damit lächerlich macht, kein Risiko dar. Behörde und Chefitäten wissen übrigens von meinem Problem. Auch die Leute von der BH mit denen ich zusammenarbeite haben kein Problem. Denen ist gute Arbeit wichtig, egal ob mit oder ohne Epilepsie.

Was meine kollegin angeht sie hat das doch vorgeschlagen, dauernd jammerte sie wegen der vielen Medis. Zur Alkabstinenz kann man niemand zwingen, sie bekommt ihn so oder so, auch ohne mich. Bei der ganzen Chemie was die da in sie reingepumpt haben muß sie ja fertig sein. Andere Medis hat sie selber abgesetzt.

Meine Schwester hat Bulimie seit sie 15 ist. Psychiater und dergleichen hat mein Vater damals unterbunden weils ohnehin nichts bringt. Bei uns wurd da nicht lang herumgetan. Ich will nur nach einer Lösung meines Problems suchen um es mit möglichst geringem aufwand zu beheben.

Grüße Dirk

Re: Re: Re: Re: Re: Neurostationen-Bei uns verpönt !

Julia aus Lauffen/ Neckar @, Thursday, 14.09.2006, 21:36 (vor 7281 Tagen) @ Dirk

Hallo Dirk,
ich hab diese Krankheit schon sehr lange und man kann nur mit ihr gut leben wenn man vernünftig mit ihr umgeht und sie ernst nimmt. Du hörst dich an wie ein rotznäsiger Teenager, der keine Ahnung hat, was er mit seinem Leben anstellen kann, wenn er es verpfuscht und endlich nicht ehrlich zu sich selbst ist.
Man kann das Leben auch ohne Alkohol und Zigaretten, Disko usw. schön haben, ehrlich. Und stell Dir vor ich bin erst 29 Jahre alt. Ich geniesse es in vollen Zügen mit dieser beschissenen Krankheit. Aber ich stehe dazu und jeder weiss davon. Ich schäme mich vor niemandem. Soll es doch die ganze Welt wissen. Mir doch wurscht. Würde denn dein Selbstbewusstsein leiden, wenn es jemand erfahren würde, in den bestimmten Kreisen? Wenn nicht ,dann sag doch was du hast. Mach ne Party und schenk ihnen reinen Wein ein. Erst dann zeigt sich, wer deine wahren Freunde sind - oh ja!!!!
Gruß Julia [zitat=Dirk]Hallo

Was meine Tätigkeit betrifft gibt es Schutzmechanismen, wo die Strahlung sofort unterbrochen wird, auch Prüfungen werden nachkontrolliert und von Zweitpersonen kontrolliert um Fehler auszuschließen. Sowas nennen wir den Ausschluß der manuellen Fehlerquellen. Jedem Mensch können Fehler unterlaufen, auch ohne Epi. Ein Anfall stellt also abgesehen davon das man sich damit lächerlich macht, kein Risiko dar. Behörde und Chefitäten wissen übrigens von meinem Problem. Auch die Leute von der BH mit denen ich zusammenarbeite haben kein Problem. Denen ist gute Arbeit wichtig, egal ob mit oder ohne Epilepsie.

Was meine kollegin angeht sie hat das doch vorgeschlagen, dauernd jammerte sie wegen der vielen Medis. Zur Alkabstinenz kann man niemand zwingen, sie bekommt ihn so oder so, auch ohne mich. Bei der ganzen Chemie was die da in sie reingepumpt haben muß sie ja fertig sein. Andere Medis hat sie selber abgesetzt.

Meine Schwester hat Bulimie seit sie 15 ist. Psychiater und dergleichen hat mein Vater damals unterbunden weils ohnehin nichts bringt. Bei uns wurd da nicht lang herumgetan. Ich will nur nach einer Lösung meines Problems suchen um es mit möglichst geringem aufwand zu beheben.

Grüße Dirk [/zitat]