Angehörigen Hilfe
Hallo! Mein Mein Mann hatte vor 7 Jahren seinen ersten Anfall. Danach war ein Jahr lang Ruhe, dann kam der zweite Anfall. Bis dahin war er ohne Medikamente. Zu der Zeit hat er bissl mehr getrunken abends beim Weggehen und weniger Geschlafen. 3 Monate später kam ein Anfall der ihn als Beifahrer im Auto erwischte. Durch den Gurt der ihn unnatürlich festhielt brach er sich 2 Lendenwirbel. Gott sei dank kann er wieder gehen. Seit dem wurde er eingestellt mit Carbam. Dann war 5 Jahre lang gar nichts!!! Und dann nach unserem Umzug plötzlich wieder ein Anfall und letzten Sonntag - wieder fast ein Jahr später 3 Anfälle nacheinander. Damals hatte man beim EEG keinerlei Befunde. Jetzt wäre das EEG auffällig. Ich denke, dass wie man sieht an meinem Mann der 5 Jahre Anfallsfrei war, viele Faktoren mitspielen - auch psychische: Stress, Umzug, viele destruktive Gedanken (mein Mann ist eh ein Mensch der dazu neigt, vielleicht hängt das auch zusammen). Mein Mann hat eine Zeit lang nichts mehr getrunken außer mal ein Radler, hatte dann aber vor 1 bis 2 Jahren wieder angefangen zu trinken - und dann war jeden Abend 2-5 Gläser normal. Er hörte auch nie auf mich wenn ich ihm sagte er solle das lassen. Nun dann kam der nächste Anfall eben letztes Jahr und er hat trotzdem!!! wieter getrunken. Er wollte wohl alles einfach verdrängen. Er ist auch jemand der bei jedem Kopfschmerz schon eine Tablette nimmt - also einfach eine Person um die man sich ständig sorgen und kümmern muss. Mitlerweilen - die letzte Anfallsreihe ist eine Woche her - trinkt er vorerst wie er sagt nichts mehr. Aber ich bin auch langsam am Ende und habe gleichzeitig ein schlechtes Gewissen, dass ich mich so wichtig nehme - immerhin ist er ja der Betroffene. Er kann sich an die Anfälle sogut wie nie oder nur schwach erinnern, ich jedoch empfinde manchmal Todesangst, wenn er vor mir blauanläuft und 5 -10 Minuten in meinen Armen liegt.
Ich kann kaum mit ihm über alles reden, er kapselt sich ab, wird oft verletzend und sieht gar nicht was mit den Menschen um ihn herum ist - selbst der Arzt sagte ihm, dass das mit dem Alkohl das letzte sei, nungut er hat ja jetzt erstmal aufgehört. Kann mir jemand Ratschläge geben, wie man als seine 24jährige Frau, als Aussenstehende und dennoch wohl mindestens genauso involvierte Person mit all den Gefühlen umgeht? Wie gesagt manchmal schäme ich mich dafür, dass ich mein Ego nicht soweit zurückdrängen kann und manchmal wütend auf ihn werde, weil man immer für ihn da ist und er kaum Verständnis für meine Seite zeigt. Ich habe einfach Angst - so wie er, doch ich möchte diese Angst bewältigen als Team und er denkt er könne alles mit sich ausmachen.
wiebke-reinhardt@web.de
Vielleicht kann mir jemand etwas helfen. Ich würde mich sehr sehr freuen - auch wenn es nur ein Gedankenaustausch ist, ist es doch schon viel für mich, denn sonst ist man schon ziemlich allein.