Hallo,
meine Tochter hatte mit etwa 9 Jahren ihren ersten Anfall. Mitlerweile ist Sie 16 und ich mach mir langsam Gedanken um Ihre Zukunft, da seither nicht nur soziale Umfeld nachgelassen sondern auch die Schulische Leistungen beträchtlich zurückgefallen sind.
Vom Gymi über Realschule nun in der Hauptschule gelandet stellt sich selbst hier ein Abschluss in Frage.
Meine Gedanken.....wie soll nun mit ihr weitergehn, beruflich wie auch finanziell, ich kann Ihr leider keine finanzielle Zunkunft sichern, ob Sie selber ohne vernünftige Ausbildung im Berufsleben Fuß fassen kann steht auch in den Sternen, keine Versicherung wird Sie aufnehmen wollen,
Führerschein gibts keinen...wer bitte möchte so eine Person denn beschäftigen??
Vielleicht gibts ja doch irgendwie Licht am Ende des Tunnels, würde micht über jede Zuschrift freuen.
Viele Grüße und alles Gute
Günter
Re: wie geht dass Leben weiter??
Michael
, Tuesday, 26.09.2006, 14:14 (vor 7269 Tagen) @
Günter
Hallo Günter ich selbst bin 17 und habe seit 2005 Anfälle. Meinen ersten hatte ich beim Campen mit meinen freunden. Ich hatte zu der Zeit allerdings schon eine lehrstelle. Ich gehe mit dem thema sehr offen um und alle wissen und aktzeptieren das in meinem freundeskreis. Auch in der Lehre bin ich noch ehrgeiziger geworden.
Ich kann deine tochter jedoch schon verstehen. es ist nicht leicht auf die ganzen sachen zu verzichten wo jugendliche halt so machen. z.B. Alkohol. Das mit dem beruf ist glaub ich wenn man nach einer Lehrstelle sucht nicht so schlimm es gibt Berufe wo man nicht in höhen und auch nicht im direktem umgang mit menschen ist.
Ich kann deiner tochter nur mut machen es ist eine krankheit wo ein leben verändert aber meiner meinug nach nich vollkommen in die hand nehmen soll.
Ich lebe mit dem motto Epilepi aber Happy.
ich hoff ich hab euch ein wenig mut gemacht
Re: wie geht dass Leben weiter??
Matthias
, Tuesday, 26.09.2006, 19:07 (vor 7269 Tagen) @
Günter
Hallo Günter,
vielleicht ermöglichst Du ihr Nachhilfeunterricht oder einen VHS-Kurs, damit sie einen brauchbaren QA durchziehen kann. - Gute, glaubhafte Gespräche könnten sie auch zu mehr Lust bewegen. - Einen Hausaufgabenfreundeskreis bilden? - Wenn mehrere Mitschüler(innen) zusammen arbeiten, lernt man auch aus den Fehlern der Anderen. - Bei meiner Umschulung waren wir mindestens ein Trio und manchmal bis zu fünf, die sich mit den Aufgaben und der vergangenen Themen befassten. - Jeder hatte woanders seine Stärken und wenn eben andere Ergebnisse raus kamen, konnte man gemeinsam dem Problem auf den Grund gehen, weil, gerade bei Mathe, eben die Wege gemeinsam durchgegangen wurden und die Entgleisung dann auch entsprechend behandelt werden konnte. So bessern sich die Leistungen garantiert bei Allen und nicht nur bei Deiner Tochter, das kannst Du mir auch glauben. Wir waren auch aus unterschiedlichen Fachrichtungen (Kaufmann, Zeichner, Maschinenbauer) zusammengewürfelt. - Manchmal auch unterschiedlichen Geschlechtes. Jedenfalls bin ich mir sicher, dass ich diese Prüfung nicht mit diesem Erfolg durchziehen hätte können, wenn es nicht diesen "Haufen" gegeben hätte.
Wegen einem Arbeitsplatz kommt es halt auch auf die Anfallsform an und was ihr damit zu zu trauen ist.
Wenn Ihr einen Beruf (vielleicht mit möglichst wenig "PC") im Auge habt, dann könntet ihr es mal mit einer offenen Chifre-Anzeige versuchen. - Epi nicht erwähnen, sondern eher nur auf eine Behinderung hinweisen. - So kommt dann nur ein vernünftiger Arbeitsplatz in Frage, weil der Big dann eben gleich von Anfang an aufgeklärt ist und er eben dementsprechend Vernunft mit sich bringt. Es gibt durchaus Betriebe, die einen Schwerbehinderten einstellen, weil da dann meisst jemand in der Familie der Obrigkeiten- oder der Big selbt "einen Schatten weg" hat. - So jedenfalls in einem früheren Betrieb, in dem ich arbeitete, wo an den Servicepunkt extra ein Querschnitt eingestellt wurde und die Voraussetzungen auch extra geschaffen werden mussten.
Aber es bedarf trotzdem viel Glück um an so Jemanden hin zu kommen.
Viel Erfolg bei der Suche und dem Schulabschluss
Matthias
Re: wie geht dass Leben weiter??
Burkhard
, Tuesday, 26.09.2006, 19:53 (vor 7269 Tagen) @
Günter
Hallo Günter,
mit Epilepsie sind nicht gleich alle Chancen für die Zunkunft verbaut. Ich habe auch seit meiner Pubertät regelmäßige Anfälle, die (bis jetzt) durch kein Medikament in Griff zu sind.
Warum Deine Tochter in der Schule immer schlechter wird, muss nicht an Epi allgemein liegen. Es können auch Lernstörungen durch Medikamente auftreten (ich hab auch Semester durch Medikamentenumstellung verloren....). Was bei meiner Ausbildung (ich habs bis zum dipl. math. gebracht) am wichtigsten war, war, dass ich die Epi als Teil Ihres Lebens akzeptiert habe.
Als Epi ist man bei der Jobsuche zwar eingeschränkt, doch es gibt immer noch genügend möglichkeiten für einen passenden Job.
Ich hoffe für Dich und Deine Tochter, dass Ihr eine gute Zukunft habt.
VG
Burkhard
Re: wie geht dass Leben weiter??
maryse
, Wednesday, 27.09.2006, 08:35 (vor 7269 Tagen) @
Günter
Hallo Günter,
meine 12 jährige Tochter leidet auch an Epi; auch ihre schulischen Leistungen gehen mal rauf mal runter... als sie auf neue Medikamente eingestellt wurde, ging es Z.B. eine Zeit lang ganz schön bergab, zur Zeit aber geht es wieder besser. Wir haben gelernt mit diesem Auf und Ab zu leben; sie ist ein fröhlicher, aufgeweckter Teenie trotz Epi! Ich bin ganz sicher sie wird ihren Weg machen, genauso wie Deine Tochter! Vertraue ihr, unterstütze sie und mache ihr Mut auch wenn es Dir vielleicht manchmal schwer fällt. Lass es Dir dann nicht zu sehr anmerken, das wird sie sonst mitbelasten. Suche vielleicht nach Möglichkeiten ihr beim Lernen unter die Arme zu greifen. Gehe auch offen mit Ihrer Epi um und lasse Dich nicht unterkriegen auch wenn es mal Rückschläge gibt. Es gibt immer wieder Erfolge, vielleicht manchmal nur kleine aber das wird Dir Kraft geben! Liebe Grüsse und alles Gute für Dich und Deine Tochter! Maryse
Re: wie geht dass Leben weiter??
heinerle
, Thursday, 28.09.2006, 16:55 (vor 7267 Tagen) @
Günter
Hallo Günter,
mein Sohn ist auch 16, allerdings ist hier der Vater der Epileptiker, mein Sohn ist dafür lernbehindert. Mit viel Unterstützung haben meine Frau und ich und viele Freunde den Burschen durch die Förderschule gebracht, nun wird er die Förderberufsfachschule besuchen und eine theorie-reduzierte Werker-Ausbildung anstreben, Gartenbau-Fachwerker möchte er gerne werden, das Pendant zum Landschaftsgärtner.
Natürlich macht man sich so seine Sorgen, als seine Lernbehinderung noch unentdeckt war, machte ich mir auch ganz andere Vorstellungen von seiner Karriere. Jetzt macht er erst einmal das, was er erreichen kann, ich glaube, dass er das schafft.
Über den Führerschein darf man gar nicht nachdenken, er schafft nicht mal die Fahrradprüfung, obwohl er ganz gut fährt...aber die Theorie!
Bei deiner Tochter ist tragisch, dass ihr die Medikamente, die sie nehmen muß, den Weg wahrscheinlich verbauen. Was nimmt sie denn? Vielleicht gibt es ja auch Alternativen und manche Medikamente können die Entwicklung schon hemmen.
Grüßle
heinerle