Lamictal im großen Blutbild?

Daisy @, Wednesday, 11.10.2006, 13:42 (vor 7255 Tagen)

Hallo,
für einen neuen Job steht mir eine arbeitsmedizinische Untersuchung bevor. Ich bin seit mehreren Jahren anfallsfrei und nehme auch nur eine niedrige Dosis Lamictal (100mg) ein. Eigentlich möchte ich nicht von mir aus auf das Thema zu sprechen kommen, eben nur bei Nachfrage. Jetzt meine Frage: Ist es für den Arzt anhand von den Bltwerten (großes Blutbild) ersichtlich, dass ich diese Medikamente einnehme?

Re: Lamictal im großen Blutbild?

Matthias @, Wednesday, 11.10.2006, 23:33 (vor 7254 Tagen) @ Daisy

Hallo Daisy,
wenn nicht speziell darauf untersucht wird, dann nicht.
Aber sei Dir im Klaren, dass Du dem Arzt dann die Wahrheit bringen musst und ich nimm ganz stark an, dass er Dich fragen wird, ob Du Medikamente schluckst und dass es dem dann nicht ausreichen würde, wenn Du ihm vielleicht die Pille als Medikament bringen könntest, damit Du ihn nicht anlügst.
Wenn der Dir ein Gutachten schreibt, dann zählt das. Aber mit ziemlicher Sicherheit würde der das hinein schreiben, dass Du Antiepileptikas schluckst. Wird er nicht darauf hingewiesen, dann hast Du eine Falschaussage gemacht und wenn es dann mal (von mir aus auch erst in 10 Jahren) raus kommt und der Amtsarzt dann die Akten Deines Hausarztes einholt, dann bekommst Du garantiert einen Satz Flügel! - Auch der Amtsarzt kann auf Patientenakten zugreifen, da kannst Du Dir sicher sein, wenn auch vielleicht große Sprüche von wegen Schweigepflicht hier bei anderen Beiträgen aufkommen könnten.
Zudem wirst Du vermutlich auch einen Bewerbungsbogen ausgefüllt- und Unterschrieben haben. - Möglicherweise hast Du da dann Urkundenfälschung betrieben und das wird sich ein Pc auch nicht gefallen lassen, wenn er es über Dritte vielleicht erfährt, weil Dich vielleicht ein Kollege- oder eine Kollegin dann hin hängt, weil sie es zufällig erfuhr, dass Du eben Epi bist.
Vielleicht bist Du anerkannt schwerbehindert? - Wo kommt der Steuerfreibetrag in der Lst-Karte her? - Die sind bestimmt nicht auf der Brennsuppe dahergeschwommen und wissen, für welche Krankheiten man wie viele Prozent erhalten könnte.

Überleg' Dir also schon mal, ob Du halt auf das Blutbild vertrauen möchtest. - Wenn der Amtsarzt kein Idiot ist, merkt er mit ziemlicher Sicherheit, dass da was faul ist- oder in der Schwebe steckt, das kannst Du mir auch glauben. - Vergiss also nicht, dass die auch eine psychologische Ausbildung haben und der nicht Dich als erste Person zu begutachten haben könnte.


Gruß
Matthias

Re: Re: Lamictal im großen Blutbild?

Daisy @, Thursday, 12.10.2006, 00:31 (vor 7254 Tagen) @ Daisy

Hallo,
also ich finde, dass du durchaus übertreibst. Schwerbehindert bin ich nicht. Freibeträge habe ich ebenfalls nicht. Ich nehme diese Tabletten seit langer Zeit u bin damit absolut anfallsfrei. Meine Frage war lediglich, ob man es im Blut sieht, bzw ob es sehr auffällig ist. Also? 100mg. Mehr nicht.
Ich bin bisher in keinsterlei Weise eingeschränkt gewesen, habe meinen Führerschein u habe in fast allen Bereichen gut gearbeitet. Ich sehe also nicht ein, dass ich nur, weil ich vor Jahren einen epileptischen Anfall hatte, einen Job, den ich extrem gerne machen möchte, nicht machen kann.

Re: Re: Re: Lamictal im großen Blutbild?

Brigitte @, Friday, 13.10.2006, 17:28 (vor 7252 Tagen) @ Daisy

Hallo Daisy,

Du brauchst Dir bezüglich des Lamictal keine Gedanken im Blutbild machen. Dies kann man nur bei gezielter Untersuchung nach diesem Wirkstoff im Blut nachweisen. Bei einem Blutbild sei es das "Große" oder das "Kleine" kann man keine Medikamenteneinnahme nachweisen. Ich hoffe, Dir damit geholfen zu haben.

liebe Grüße
Brigitte

Re: Re: Re: Re: Lamictal im großen Blutbild?

Dirk @, Sunday, 15.10.2006, 20:29 (vor 7250 Tagen) @ Daisy

Hallo Daisy

Prinzipiell kann man jedes Medikament oder Gifte im Blut nachweisen wenn man gezielt danach sucht. Bei gewöhnliches Untersuchungen wird danach aber nicht gechekt weil man sonst nie fertig würde bis man alle Wirkstoffe durchhat.

Bei uns in Österreich braucht man grundsätzlich nicht angeben ob man Epi hat oder nicht. Wenn der Amtsarzt oder Chef danach fragt darf aber auf keinen Fall gelogen werden weil du da in des Teufels Küche kommst. Besonders im Umgang mit Gefahrengut (z.B Schwerverkehr, Chemikalien oder Strahlung) Ist fast immer ein amtsärztliches Zeugnis erforderlich. Oft kann man da die Tätigkeit mit bestimmten Einschränkungen ausüben. Ich z.B. arbeite mit Strahlung und darf außer dem radioaktiven Labor alles machen. Im Labor wär das Risiko eines Strahlenunfalls zu hoch weil es da um offene Stoffe geht. Dies wär zwar nicht lebensgefährlich da es sich um schwache Radioaktivität geht aber doch. Personenverkehr darfst du keinesfalls machen. Bei anderen Tätigkeiten wie z.b. Büro ist Epi unbedenklich.

Grüße Dirk