Medikamentresistent?
Hallo!
mein Freund hatte vor ca. zwei Jahren( mit 16) zwei epileptische Anfälle, es wurde fokale Epilepsie festgestellt. Seitdem nimmt er Triptal.Vor einem jahr hatte er dann den Verdacht,dass es in einer Nacht wieder zu einem Anfall kam,doch der Artz hielt es eher für unwahrscheinlich,trotzdem wurde die Taplettendosis erhöht.
Gestern Abend hatte er nun wieder einen Anfall.Echt ein Schock für ihn und auch für mich.
Nun meine Frage, kann man gegen Triptal resistent werden?Ist es sinnvoll auf ein anderes medikament umzusteigen?
Und was ist das mit der "schlafgebundenen Epilepsie"
Schonmal Danke für eure Hilfe
GLG Caren
Re: Medikamentresistent?
Hallo,
ich kenne mich zwar mit der Krankheit leider nicht aus, aber meinem Freund geht es ähnlich. Er hatte jahrelang (genauergesagt 13 Jahre) nichts und dann plötzlich einen Anfall. Bei ihm ist es eventuell auf Rahmenbedingeunen, wie Stress, zu viel Feierei etc. zurückzuführen, so dass Medikamte in diesem Fall auch nicht gewirkt haben.
Zudem war es bei ihm so, dass die Anfälle oder nur mal zucken passiert, wenn er gerade aufwacht. Kann mir auch jemand dort genauer was zu erzählen..???
Re: Medikamentresistent?
[zitat=Caren]Hallo!
mein Freund hatte vor ca. zwei Jahren( mit 16) zwei epileptische Anfälle, es wurde fokale Epilepsie festgestellt. Seitdem nimmt er Triptal.Vor einem jahr hatte er dann den Verdacht,dass es in einer Nacht wieder zu einem Anfall kam,doch der Artz hielt es eher für unwahrscheinlich,trotzdem wurde die Taplettendosis erhöht.
Gestern Abend hatte er nun wieder einen Anfall.Echt ein Schock für ihn und auch für mich.
Nun meine Frage, kann man gegen Triptal resistent werden?Ist es sinnvoll auf ein anderes medikament umzusteigen?
Und was ist das mit der "schlafgebundenen Epilepsie"
Schonmal Danke für eure Hilfe
GLG Caren[/zitat]
Hallo Caren,
grundsätzlich kann man gegen jedes Arzneimittel resistent werden. Doch so schnell geht das wiederum auch nicht.
Ich kann gut verstehen, dass der erneute Anfall deines Freundes für euch beide ein Schock war (bin 23 und habe meine Epi schon ewig). Doch so ist das nun mal im Leben eines Epileptikers. Wichtig ist jetzt dass ihr beide zusammenhaltet und das du ihm das Gefühl vermittelst nicht allein zu sein. Macht in eurem Alltag weiter wie immer, denn Normalität ist jetzt sehr wichtig, dass gibt euch beiden Kraft. Geht zusammen zum Neurologen deines Freundes, dort besprecht ihr dann zusammen wies weitergeht. Vielleicht muss das Medikament erhöht werden, vielleicht ist ein Medi-Wechsel sinnvoll---das kann man nicht verallgemeinern.
Könnt mir gern schreiben, wenn ihr wollt.
Julia.Hoehe@web.de
So, nun wünsch ich euch beiden noch ne gute Zeit. Ihr schafft dass.
Gruß Julia
Re: Re: Medikamentresistent?
[zitat=Tanja]Hallo,
ich kenne mich zwar mit der Krankheit leider nicht aus, aber meinem Freund geht es ähnlich. Er hatte jahrelang (genauergesagt 13 Jahre) nichts und dann plötzlich einen Anfall. Bei ihm ist es eventuell auf Rahmenbedingeunen, wie Stress, zu viel Feierei etc. zurückzuführen, so dass Medikamte in diesem Fall auch nicht gewirkt haben.
Zudem war es bei ihm so, dass die Anfälle oder nur mal zucken passiert, wenn er gerade aufwacht. Kann mir auch jemand dort genauer was zu erzählen..???[/zitat]
Hallo Tanja,
ja ich kann dir was genaueres erzählen. Bin jetzt 23 und hab meine Epi schon seit ich klein bin.
Ist ganz einfach. Ich erklärs dir, anhand eines Vergleichs.
Stell dir eine Wiese mit Pferden vor. Um die Pferde herum ist ein Weidezaun aus Holz.
Jetzt kommt ein Holzfäller und macht in diesen Zaun Löcher. Dadurch haben die Pferde die Chance in die Freiheit zu gelangen. Sind weg, sind durchgegangen. Irgendwann bemerkst du dass die Pferde weg sind und fängst sie zusammen mit Kollegen wieder ein. Reparierst den Zaun und alles ist wieder gut.
Der Vergleich sieht folgendermaßen aus:
Die Pferde sind die Nervenzellen eines Menschen. Der Zaun übernimmt die Aufgabe der Medikamente, die ja vor Anfällen schützen bzw. bei Gesunden Leuten die Abwehr gegen Anfälle. Nun kommt der Holzfäller, bei deinem Freund ist das das lange feiern auf Partys. Er bekommt dadurch zu wenig schlaf. Und Schlafentzug wirkt anfallsfördernd und der Stress.
Sein Gehirn ist damit nicht mehr fertig geworden. Der große starke Zaun hat Risse bekommen und schließlich sind die Pferde rausgelaufen, also die Anfälle wieder da.
Schlaf scheint für deinen Freund der Hauptauslöser zu sein. Und da es für das Gehirn eines Epileptikers eine große Anstrengung ist, vom Schlafzustand in den Wachzustand zu gelangen, ist dein Freund da sehr empfindlich und reagiert mit Anfällen.
Nun muss der Zaun wieder repariert werden. Und diese Reparaturarbeiten erledigen die Medikamente, genügend Schlaf, weniger Stress.....
Ob das mit einer Medikamentenumstellung verbunden ist, müsst ihr mit dem Neurologen klären. Oft genügt schon eine leichte Erhöhung des Medikamentes. Doch das ist sehr unterschiedlich. Deswegen geht zum Arzt.
So ich hoffe ich konnte dir helfen-und ich hoffe auch, dass ich dir die Vorgänge im Gehirn so veranschaulichen konnte, dass du es verstehst.
Viel Erfolg!
Gruß Julia