Hallo
Vor kurzem hatte iche 3 GM-Anfälle und darf seit dem kein Auto mehr fahren. Die gesamte neurologische Abklärung hab ich erst im November. Vorher hatten die Ärzte auch die Diagnose Unterzucker und ich hatte verschiedene Medieinstellungen. Wegen der EEGs und Anfallsbeschreibung von Ärzten ists wohl jetzt eindeutig und ich kann wohl längere Zeit zu Fuß gehen.
Bei einem Kollegen blieb der Spott nicht aus weil ich nicht mehr fahren darf. Als Mann kein Auto, eine Schande, solche Meldungen sind gekommen.
Aber kurze Zeit später haben sie ihn mit über 2 Promille Alkohol am Steuer erwischt. Das war nicht das erste Mal das er betrunken erwischt wurde. Auf richterliche Anordnung wurde ihm der Lappen nun entgültig entzogen. Jetzt kann er nicht mehr damit kommen das Epileptiker im Straßenverkehr nichts zu suchen haben, Alkis sind auch eine Gefahr. Der Richter sah das auch so. Die saftige Geldstrafe kommt aber noch. Vielleicht mal wenn andere sich über das oft zitierte Fahrverbot ärgern und Probleme damit haben kann man dann lachen wenns den lieben Kollegen oder sonstige Leute dann auch erwischt. Jetzt hilft dem kein Verkehrsmediziner mehr, diesmal hat der Richter durchgegriffen. Wer betrunken fährt braucht sich über andere nicht beschweren, das sagte ich ihm auch ins Gesicht.
Grüße Dirk
Re: Schadenfreude
Andreas Völcker
, Monday, 23.10.2006, 11:18 (vor 7243 Tagen) @
Dirk
Hallo Dirk,
wer mit Alkohol Auto fährt ist meiner Meinung ziehmlich beschränk und wer sich über Krank Menschen lustig macht, ist noch tiefer angesiedelt als eine Wüstenmaus (hoffe die Tiere verzeihen es mir).
Aus Erfahrung ist Alkohol am Steuer nicht nur fr den Fahrer unglücklich. Habe mal etwas im Netz gefunden was es auf den Nagel trift:
Denkt ihr auch mal an uns?
In der Zeit, die das Gehirn braucht, um beim Erwachen von totaler Entspannung auf Mindestbetrieb zu schalten, verpasse ich die ersten Silben der Alarmierung: .... Fahrtrichtung Bremen, schwerer Verkehrsunfall mit eingeklemmten Personen!“ Während ich im Dunkeln noch schnell horche, ob einer meiner Söhne bei der Alarmierung wach geworden ist, quittiere ich den Alarm des Funkmeldeempfängers, hüpfe in die Hose und raune meiner Frau ein „Bis gleich“ zu, das sie mit „Pass auf dich auf“ erwidert. Ein Ritual, welches Vertrautheit in die unwirklichen Sekunden bringt, die man braucht bis man vollständig gewahr wird, was gerade passiert: Es ist mitten in der Nacht. Samstag nacht. Irgendwo auf der „Bahn“ hat es gekracht, mehrere Personen sind verletzt und im Fahrzeug eingeklemmt. Die Feuerwehr ist gefragt. Und im Gegensatz zu den vielen Bränden und einfachen Hilfeleistungen, bei denen es nicht ganz so kritisch ist und man auch ab und zu Kurioses oder gar Amüsantes erlebt, weiß man sofort, dass dies jetzt nicht der Fall sein wird. Im Gegenteil, es stellt sich eine massive Anspannung im Verbund mit tiefer Besorgtheit ein: Da kämpft jemand um sein Leben. Nicht irgendwo im Fernsehen, sondern ein paar tausend Meter entfernt in der Nacht. Und gleich wird man bei ihm sein und versuchen „den Unterschied“ zu machen. Jetzt gleich.
Im Feuerwehrhaus angespannte Gesichter. Kein flapsiger Spruch, kein Geläster über zerknitterte Gesichtsausdrücke und wilde Frisuren. Das Löschfahrzeug wird besetzt – Maschinist, Gruppenführer und 5, 6 Mann – komplett. Der Gruppenführer dreht sich um, unsere Blicke treffen sich kurz. Ein kurzes Nicken. Es bedeutet: „Gut, dass du da bist.“ Ich nicke zurück: „Wir kriegen das schon hin.“ Ich bin zwar nicht der älteste Kamerad auf dem Fahrzeug, aber der einzige mit rettungsdienstlicher Ausbildung. Die wird gebraucht werden, ganz sicher. „53-10, Ausfahrt“.
Tiefblaue Blitze machen aus den Leitplanken und Bäumen am Rand der Autobahn eine Diashow. Ein Blick in den Mannschaftsraum: Viele alte Hasen, die schon viel Blut auf Blech gesehen haben, aber auch ein „Neuer“. Immer noch Totenstille und Anspannung. Jeder horcht in den Funkverkehr: Ist der Rettungsdienst schon da, sind die vielleicht doch nicht eingeklemmt, ist der Rüstwagen schon ausgerückt?
Nichts. Wir werden die ersten sein. Mein Job wird es vermutlich sein, auf Biegen und Brechen ins Innere des Fahrzeuges vorzudringen. Egal wie es da drinnen aussieht, wie der PKW liegt oder was sonst so mit ihm ist. Drinnen ist der Verletzungs- und Einklemmungsgrad zu erkunden, die Personen zu betreuen und als Bindeglied zwischen Feuerwehr, Rettungsdienst und Patient zu fungieren. Kein Verdrücken, keine Pause möglich.
„Da isses“. Nur Warnblinker im Dunkeln, kein Blaulicht. Polizei ist also auch nicht da. Der Maschinist blockt mit dem 14 Tonnen schweren Fahrzeug die Unfallstelle gegen den fließenden Verkehr – zur Sicherheit. Es wäre nicht das erste Mal, dass jemand in eine hell beleuchtete Einsatzstelle brettert. Als das Fahrzeug steht, springe ich mit Notfalltasche, Lampe und Decke vom Fahrzeug und laufe dem Gruppenführer hinterher. Nasser, kalter Dezemberregen. Mehrere PKW stehen unbeleuchtet oder mit Warnblinker auf der rechten Fahrbahn. Da stehen Leute am Waldrand, Fahrzeugteile liegen auf der Bahn, die Leitplanke ist durchbrochen. Aus den Büschen neben der Autobahn ragt ein Fahrzeugheck. Irgendwas gelbes mit Heckspoiler. Etwas älteres. Ein schneller Blick nach vorne: Der ist frontal vor einen Baum. Muss schnell gewesen sein, wo früher das Getriebe ansetzte, ist jetzt Baum. Die Tür hinten geht auf, also ich schlüpfe auf die Rücksitzbank. Zwischen Glassplitter, Stofftiere und CD-Hüllen. Fahrer und Beifahrerin. Beide sehr jung. „Hallo! Hier ist die Feuerwehr. Können sie mich verstehen?“ Ein stimmloses Ja von rechts, nichts von links. Kurze Schrecksekunde, aber links hat einen einigermaßen tastbaren Puls. Während ich den Warnblinker anschalte, Scheiben herunterfahre und dann die Zündschlüssel abziehe fange ich an zu erzählen. Einfache Sätze, nichts kompliziertes: „Du hattest einen Unfall und bist eingeklemmt. Wo tut es dir weh? Wir müssen dich rausschneiden, dass kann einen Moment dauern. Wie heißt du?“ ... und so weiter. Deine Stimme muss präsent sein, dass ist das einzige, an dem der Junge sich orientieren kann. Also reden, reden, reden. Nebenher versuche ich genauer zu erkunden, wie schwer die beiden verletzt sind und wie sie eingeklemmt sind: Der Motor hat auf der Fahrerseite den Vorderwagen; Lenkrad und das Armaturenbrett weit in den Fahrgastraum geschoben. Die Beifahrerin, Steffi, wie ich jetzt weiß, ist zwar eingezwängt, aber nicht direkt eingeklemmt. Ein paar Schnittwunden sehen dramatisch aus, werden aber bald vergessen sein. Da ihr aber der Hals weh tut, werden wir trotzdem etliches an Blech entfernen müssen, um sie möglichst schonend aus dem PKW zu heben. Eine Querschnittslähmung aufgrund eines gebrochenen Halswirbels wollen wir nicht riskieren.
Den Fahrer hat es wirklich schlimm erwischt. Scheiße, scheiße. Er stöhnt auf als ich ihn abtaste. Das Armaturenbrett hat Knie und den Oberschenkelknocken in zahllose Splitter aufgespalten und durch die Muskulatur getrieben. Blut, viel Blut sickert in das Gewebe und fehlt woanders. Die Unterarme sind links und rechts gebrochen bei dem Versuch, sich beim Aufprall abzustützen. Links ragt ein Splitter aus dem Sweater, rechts liegt der Unterarm im rechten Winkel über der Handbremse. Der Brustkorb hat beim Aufprall auf das Lenkrad dieses verbogen, was meistens bedeutet, dass die Lunge durch gesplitterte und gebrochene Rippen verletzt ist. Luftnot ist die Folge. Das ist wie Verschlucken, dauert nur ewig. Vermutlich sind die Unterschenkel auch weich wie Pudding. Was mit den inneren Organen wie Gehirn, Leber etc. ist, die wie ein Punchingball im Körper vor- und zurückgeschleudert worden sind, kann man nur vermuten. Ein Riß in der Leber, und er verblutet innerlich. Ein geplatztes Blutgefäß im Gehirn und er könnte den Rest seines Lebens an die Decke im Pflegeheim starren. Auch ohne Diagnose durch den Notarzt (wo bleibt der eigentlich?) wissen wir, das wir uns beeilen müssen. Der Gruppenführer erscheint am Fenster. „Und?“ „Fahrer zuerst und mit Crash, Beifahrerin schonend. Zweiten Doktor“. „Vorschläge beim Fahrer?“ „Tür weg und A-Säule hochdrücken muss reichen. Wenn wir Zeit haben, das Dach noch.“ Während wir uns besprechen wackelt das Auto unmerklich. Rüstholz wird untergelegt, damit uns die Kiste beim Auseinanderschneiden nicht plötzlich zusammenklappt, wenn die Türen und das Dach plötzlich fehlen.
Der Notarzt kommt. Kurze Atempause während er von der Seite aus den Fahrer untersucht. Mehr als Schmerzmittel, Infusionen, Sauerstoff geben und ihm eine Halskrause verpassen kann er aber in dieser Lage auch nicht. Der Junge muss in kürzester Zeit ins nächste Krankenhaus, um die inneren Blutungen zu stoppen. „Zackig. Es eilt.“ ist seine Anweisung. Jetzt sind die Kameraden draußen dran. „Kai, wir schneiden dich jetzt raus. Es wird ein paar mal laut knallen, aber das ist nicht so schlimm. Gleich ist es vorbei.“ Wenn wir Pech haben ist das gelogen, aber was soll ich ihm sonst sagen? Mal ganz abgesehen davon, dass ich nicht weiß, ob er mich überhaupt versteht. Mit einem durchsichtigen Kunststoffschild schirme ich ihn ab, vor den Sachen, die da kommen: TWÄNKK - die verkeilte Fahrertür wird mit eine lauten Schlag aufgespreizt und einem weiteren Schlag los geschnitten. Kai stöhnt, er merkt jede Bewegung des PKW. Es wird vermutlich im Fußraum mehrere Stellen geben, wo Fleisch und Knochensplitter direkten Kontakt mit Metall haben. Nächster Schlag, die A-Säule ist oberhalb des Armaturenbrettes durchtrennt. Für die nächsten Schritt an der A-Säule im Fußraum wird der Schutzschild vorsichtig zwischen das Bein und das Metall geschoben. Kai stöhnt wieder. Der Schild geht nicht tiefer. Vermutlich wird das Bein so kräftig gegen die A-Säule gedrückt, das es nicht weitergeht. Kurze Besprechung mit dem Arzt – weitermachen. Konzentriert setzt der Geräteführer die Rettungsschere an. 600 bar Öldruck pressen die Scherenspitzen mit 100 Tonnen zusammen. Durch Metall, Kunststoff – oder Knochen wenn man nicht aufpasst. In diesem Momenten ist der Bedienknopf scheinbar glühend heiß. Schneiden, Stopp, Kontrolle, Schneiden, Stopp, Kontrolle. Der nächste Schlag – die Säule ist durch. Lautes Stöhnen. Das gleiche noch einmal und in die ausgeschnittene Stelle kann der Spreizer gesetzt werden, um das Armaturenbrett nach oben zu drücken. Es gibt nur ein Problem: Wenn Körperteile, die zusammengedrückt werden, mit einem Schlag entlastet werden, können innere Blutungen wieder auftreten, die vorher durch den Druck abgedrückt wurden. Der Arzt befürchtet dies auch und legt eine weitere Infusion. Verhindern kann man es nicht. Sackt der Blutdruck nach dem Hochdrücken des Armaturenbrettes massiv ab, muss er sofort raus und unters Messer.
„Kai, das wird vermutlich noch einmal weh tun, aber danach ist es besser.“ Wem erzähle ich da was - ihm oder mir? Das Leben des Jungen hängt mit seinen zerschmetterten Knochen an einem seidenen Farben. Zum ersten Mal Zeit für Mitgefühl: Komm, Junge, zieh. ZIEH. Noch 5 Minuten, dann ist es vorbei. ZIEH. Kai stöhnt. Schneller.
Das Anheben des Armaturenbrettes ist ähnlich schwierig wie das vorherige Einschneiden. Technisch ist es kein Problem, mit 10 Tonnen Druckkraft das Metall auseinanderzudrücken, aber keiner weiß, ob die Reste der Unterschenkel nicht irgendwie mit dem Metall verhakt sind. Keiner will dem Jungen noch weitere Verletzungen zufügen.
Mit Schweiß auf der Stirn setzt der Truppführer das 30kg schwere Gerät wie eine Pinzette an. Nachdem die Spitzen erst mal „Masse“, richtige Ansatzpunkte gefunden haben, bewegt sich das Armaturenbrett laut knackend und knirschend nach oben. Ich versuche das Schutzschild nachzuschieben. Kurz bevor das Armaturenbrett Dachhöhe erreicht, stöhnt Kai auf und sackt in sich zusammen: Bingo. „Der muss raus. Jetzt“ sagt der Arzt. Eher sich als uns. Ein Blick in den Fußraum bestätigt unsere Befürchtung: Die Unterschenkel sind blutig und „matsche“, der linke Fuß ist vom Bodenblech förmlich umschlungen. Doch keine Zeit mehr. Der klobige – Gott sei Dank klobige - Turnschuh wird aufgeschnitten, ich ziehe den Fuß mit einem kräftigen Ruck raus. „Patient frei“ höre ich mich rufen. Dann wird Kai mit der Hilfe von vielen Händen auf ein Spineboard, eine körperlanges Brett gezogen. Ich versuche dabei, die Beine einigermaßen zu führen, was mir aber nur teilweise gelingt. Das dabei entstehende Geräusch und das Gefühl, Beine mit mehrfach gebrochenen Knochen bewegen zu müssen, wird mich die nächsten Tage begleiten, dessen bin ich sicher. Ich gebe den Schutzschild an den Kameraden vom Rüstwagen weiter, ich bin „raus“. Steffi wird von einer anderen Crew gerettet.
Es ist totenstill, als ich meinen Hausflur um 5 Uhr morgens betrete. Aufgewühlt. Zwar hat Kai das Krankenhaus lebendig erreicht, aber der Arzt rief auf der Feuerwache an und teilte uns mit, dass er eine äußerst schlechte Prognose hat. Als ich mich vorsichtig ins Bett lege, kommt mir nun die stille und friedliche Welt des Schlafzimmers unwirklich vor. „Wie wars?“ murmelt meine Frau. „Nicht so schlimm“, lüge ich. Ich werde das morgen mit ihr besprechen. Es reicht, wenn einer nicht schlafen kann. Und so liege ich hellwach da und starre die Decke an. Zeugen haben gesagt, der gelbe Wagen sei an ihnen vorbeigeschossen und dann plötzlich ins Schleudern gekommen. Zu schnell gefahren. Heizer. Blödmann. Wenn der schon nicht an sich oder an seine Freundin, denkt, könnte er doch wenigstens an uns denken. Der Gedanke ist natürlich absurd.
Der nächste Gedanke, dass in ein paar Jahren meine Söhne mit Papa’s Auto loswollen ist es nicht und bricht in die aufziehende Selbstgerechtigkeit. Wie bringe ich sie dazu, nicht zu heizen? Wie dazu, dass sie meine Warnungen nicht in den Wind schlagen. Was wäre gewesen, wenn Kai dein Junge gewesen wäre...
Nach 5 Uhr morgens wieder einschlafen ist eh nicht gut.
Bitte denkt an uns.
Re: Re: Schadenfreude
Dirk
, Thursday, 26.10.2006, 10:10 (vor 7240 Tagen) @
Dirk
Hallo Andreas
Danke für deinen Bericht, er enthält auch vieles was ich von meinem Beruf her kenne. Ich bin zwar kein Feuerwehrmann oder Polizist, arbeite aber im Krankenhaus auch im Unfallbereich. Dort hat man es immer wieder mit Schwerstverletzten zu tun wo unter anderem auch alkoholisierte Fahrer dran schuld sind. Mein Bekannter aber ist was Alkohol anbelangt unbelehrbar, deshalb haben sie ihm den Führerschein entgültig entzogen.
Ich kenn übrigens noch so einen Kandidaten von früher. Der hatte mit Hilfe von Verkehrsmedizinern immer wieder seinen Schein bekommen und ist da´nn wieder betrunken gefahren. Über seinen Bruder hat er aber gespottet weil er keinen Führerschein machen durfte, der ist ebenfalls Epileptiker. Mir geht jedesmal das Messer im Sack auf wenn dumme Sprüche gerade von solchen kommen die sich dann betrunken ans Steuer setzen.
Wer betrunken Auto fährt dem gehört schon das erste mal für 2 Jahre der Schein entzogen und beim zweiten mal für immer. Wenn du trinkst dann fahre nicht und wenn du fährst dann trinke nicht.
Grüße Dirk
Re: Re: Re: Schadenfreude
Matthias
, Thursday, 26.10.2006, 23:00 (vor 7239 Tagen) @
Dirk
Hallo Dirk,
Du bist da nicht der Einzige, der sein Fußwerk einsetzen muss. – Ich war bis 40 auch auf Bus, Bahn und Fahrrad angewiesen und wenn man sich einfach damit abgibt, dann kommt man auch leicht darüber hinweg. – Ich hab’ einfach die Hoffnung nicht aufgegeben und vor Allem mir klar gemacht, dass ich besser vom Lenker weg bleib’ als ein Menschenleben auf dem Gewissen zu haben, weil schon ein Toter einer zu viel ist. – Weiters habe ich einen Freundeskreis, der mich 10 Jahre oft mit mehr als 20 Kilometer Umweg herumgekarrt hat, wenn man sich wo getroffen hat oder wenn wir für unser Hobby fort mussten.
Jedenfalls lernst Du jetzt dann Deinen Freundeskreis richtig kennen.
Frag’ mal den Herrn Kollegen, ob er nicht 20 Jahre zu früh aus dem Kindergarten entlassen wurde.
Ich würde ihm da schon einige heftige Denkzettel verpassen.
Mal herumschauen, ob ich mal ein Formular- oder eine Kopie von einer MPU auftreibe.
Wenn Du Jemanden kennst, der eine MPU hinter sich hat, könntest Du ja fragen, ob Du eine Kopie bekommen kannst, wo Du dann Namen und persönliche Daten, die zum Datenschutz gehören abklebst.
Oder, wenn Du jemanden kennst, auf den eine MPU zu kommt, das Antragsformular kopieren? Und dann würde ich davon eben eine Kopie machen und sie ihm vor den Kollegen schenken, damit er sich mal informieren kann, wie so was aussieht. – Vielleicht dann sogar mit goldenem Filzstift noch einrahmen?
Könntest auch mal bei einer Ausstellung- oder einem Vortrag- oder auf einer Messe, wo die Polizei- oder eine Versicherung Reaktionstests macht, mit der Digitalkamera das Ding fotografieren und das einlaminierte Bild dann ihm schenken, oder an seinen Arbeitsplatz wo hin machen. – Am Besten dann, wenn er mal eine Woche Urlaub hat, damit es genügend Andere auch sehen können. –
Titelzeile: „Zum Kennenlernen- oder Einstudieren der Lämpchen und Knöpfe, die zu Bedienen sind.“ – Rechts ein Bild von einer Bierflasche oder eine Schnapsflasche; Unten einige Bierdeckel; Links ein Digi von einem Alcomat, den Du auch in jeder Polizeidienststelle knipsen kannst. – Einen Reaktionstester kann man unter Umständen auch in einem Kurheim knipsen, weil man damit auch eventuell einen Heilprozess verfolgen kann.
Spendier ihm eine Sparkasse, die Du von jeder Bank geschenkt bekommst, und wirf vor ihm dann den ersten Euro vor den anderen Kollegen hinein. – Einen Aufkleber mit „MPU-Spendenkasse“ auf die Seiten kleben.
Oder Bilderkombinationen zusammenflicken: Links eine Bierflasche- oder besser noch eine ganze Kiste; daneben dann ein Autoarmaturenbrett im Hintergrund eines Sportlenkrades (Porsche; Alfa; oder einem anderen versierten Sportwagen, der auf alle Fälle Analoginstrumente hat, die so auf 6000- 10000 1/Min. und gut über 240 Km/h hinaus gehen – Den Öldruckmesser dann mit „XX/000“ kennzeichnen); daneben dann einen Alcomat; und Rechts dann eine Spritze, die Du auch in jedem Krankenhaus knipsen- oder dazu gar bekommen kannst. – Vielleicht vor dem Alcomat auch noch ein Polizeiauto- oder Blaulichtfoto oder eine Kelle. – „Zum Gedenken an meine Spritztour vom ....“ – Wenn Du in einer größeren Stadt bist, könntest Du ihm auch eine Streifen- oder Tageskarte für Öffentliche Verkehrsmittel als persönliche Spende von Dir mit hinklammern.
Oder ihm am Arbeitsplatz einen Scroller spendieren? – Die Fußfläche mit Bierdeckel schmücken und am Lenker einen Bierflasche hin klemmen.
Lass da wirklich Deine ganze Phantasie raus. Andere lachen sich zu Tode; im Betrieb- und dem Bekanntenkreis der Mitarbeiter geht das garantiert wie ein Lauffeuer rum; ihn selbst triffst Du garantiert an seine verwundbarsten Stelle und Du wirst über das ganze Gesicht schmunzeln können. – Wetten dass der keinen blöden Kommentar mehr auf Dich zu lassen wird – Wenn Du halt auch Dich eben dazu überwindest und die Zeit dafür aufbringen willst.
Ich kann da gnadenlos sein. – Einem ehemaligen Chef habe ich mal einen Regenschirm spendiert; einem ehemaligen Kollegen (der als Lagermeister Mitschuld an meiner Ausstellung hatte) hab’ ich eine Trauerkarte gesendet, weil er seinen Arbeitsplatz verloren hat und nun seine Wodkaflaschen nicht mehr zwischen den Paletten deponieren kann. Bei blöden Kommentaren warte ich geduldig auf einen Fehler von dem Lästerermaul und geh dann dreckig lachend auf ihn zu.
Und solche Werke können- oder werden auch Anderen gegenüber abschreckend wirken, weil sie wissen, dass Du Dir eben nicht Alles gefallen lassen wirst. – Bei mir sind sie jedenfalls in unserer Ortschaft ziemlich vorsichtig geworden, weil ich auch schon Manche(n), natürlich nur in der Nähe von anderen Personen, zur Schnecke gemacht habe.
Viel Spass und Alles Gute
Matthias
Re: Re: Re: Re: Schadenfreude
Dirk
, Friday, 27.10.2006, 18:38 (vor 7238 Tagen) @
Dirk
Hallo Matthias
Danke auch für Deine Antwort, ein paar deiner Ideen sind wirklich gut. Was die Arbeit angeht ist schon einer geflogen. Der ist öfters betrunken zum Dienst gekommen. Erst als er sich über meine Anfälle lustig machte hab ich seine "Aktivitäten" an die Bigs weitergeleitet. Da wurde er verwarnt, beim nächsten Mal fristlos entlassen. Was Epilepsie angeht ist das nach dem Strahlenschutzgesetz im Grunde kein Problem weil das mit Verlässlichkeit nichts zu tun hat, einzige Ausnahme wär der Transport von radioaktiven Substanzen. Bei Alkohol oder sonstigen Rauschmitteln im Dienst sind sie gnadenlos, der bekommt nie mehr einen Job in dem Bereich.
Viele sogenannte Freunde hab ich schon durch die unterschiedlichen Diagnosen Epilepsie und Diabetes kennengelernt. Als Epi wollten sie einen nicht haben, dann auf einmal standen sie auf der Matte. Auf solche kann man verzichten. Besser wenige Freunde aber dafür gute. Früher bin ich auch jahrelang ohne Auto ausgekommen, erst mit 22 hab oich den Schein gemacht, mit 26 ein Auto gekauft weil einfach das Geld fehlte. Früher waren Menschen ohne Auto nichts ungewöhnliches, Mein Vater war über 40 als er den Schein machte. Oma mit 90 hat bis heute keinen und alle leben noch. Das Hauptproblem heute ist glaub ich für die Meisten gar nicht das Fahrverbot als solches denn ohne Auto kann man leben sondern gerade solche Leute wie mein werter Kollege die Sprüche klopfen wenn man nicht fahren kann oder darf und immer die selben dämlichen Fragen gestellt werden wieso man nicht fährt oder kein Auto hat. Was werden die ganzen Leute wohl tun wenn es mal einen Wirtschaftscrash oder ähnliches gibt und man sich die Fahrerei einfach nicht leisten kann. Oma hat gesagt ohne Öl oder Fahrzeuge kann man leben, ohne Essen und Wasser nicht.
Übrigens schauts jetzt ganz danach aus das ich mit entsprechenden Gutachten den Lappen früher bekomme als mein Kollege. Wenn der Richter hart durchgreift sieht er den Schein nie wieder.
Grüße Dirk
Re: Re: Re: Re: Re: Schadenfreude
Matthias
, Sunday, 29.10.2006, 20:13 (vor 7236 Tagen) @
Dirk
Hallo Dirk,
Wenn Du diese Ideen auch zur Ausführung bringst, dann haben sie sich auch gelohnt, aber wenn Du sie ignorierst, dann hast Du nicht viel damit erreichen können.
Das mit dem Weitersagen war meines Erachtens nicht so schön von Dir. – Man nennt solche Leute gern „Radfahrer“ – Wenn Du mehr auf Deiner Seite hast, dann soll mir ’s Recht sein, aber wenn er bessere Karten gehabt hatte, dann kannst Du vielleicht noch den Goldenen Lenker bekommen. – Ich will Dich jetzt weder einschüchtern noch Dir was Böses wünschen: - Vor Allem aufpassen wenn Du regelmäßig Nachts wo hin (Fitnes; Sauna; Schwimmen usw.) gehst, dass nicht mal der „Hl. Geist“ über Dich kommt. Besser mal so etwas darüber (in der Nähe von einem Vorgesetzten über so einen Fall reden, dass er selbst irgendwie aufmerksam gemacht wird und doch nicht direkt von Dir angesprochen wurde) flüstern. Dann warst es nicht Du, der ihn aus dem Betrieb raus gebracht hat.
Wenn Du mit solchen gefährlichen Sachen umgehst, ist da schon Sorgfalt angesagt und da ist es auch gut zu Verstehen, dass dann solche Typen den „Flug“ bekommen.
Halt in Euerer Firma keinen Job mehr, sofern die Pc’s der Firmen, bei denen er sich bewirbt, nicht bei Euerem Pc anrufen- oder ehemalige Mitarbeiter drinnen haben, die ihn auch kennen. Weiters kommt es auch darauf an, wie alt er ist. – Kannst ihm da auch einen Euro spendieren, damit er für ein eventuelles Stellengesuch um einen Euro billiger weg kommt.
Den größten Erfolg bei einer Freundschaft unter Kranken ist nach meiner Erfahrung ein noch härterer Fall. – Ich habe meinen Freund mit an das Grab getragen und bin mir bewusst, dass ich ihm auch mit das Leben verlängert habe. Er hatte CF und hätte bestimmt gerne mit mir getauscht, aber ich hätte mit ihm nicht tauschen wollen. Aber er hatte einen perfekten Stall; ein Hobby in das er sich richtig hinein gekniet hatte und uns fünf Freunde, die ihn auch nicht fallen ließen. – In Großhadern wurde er bei seiner Voruntersuchung für eine Organtransplantation, die er nicht mehr erlebte, als ältester CF-ler bayernweit- oder gar deutschlandweit hingestellt, weil er 46 war und solche Fälle normalerweise mit einem Alter zwischen 20 und 30 weg sind. – Diabetes ist ja für mich keine Krankheit und wenn ich ehrlich bin, dann zähle ich (jedenfalls meine) Epilepsie (komplex fokale Anfälle) eigentlich, trotz dem ich in der Pampa draußen wohne, auch gar nicht so recht zu den richtigen Krankheiten, weil man doch gar nicht so eingeschränkt ist, wie man denkt- oder glaubt und die Meißten nach/mit dem St. Florians-Prinzip leben. – Mein Freund war, trotz dem er sich sofort an die Sauerstoffleitung hin gehängt hatte, für die nächsten fünf- bis zehn Minuten fertig, nachdem er in den zweiten Stock zu seiner zweiten Modellbahnanlage hoch ist und als wir zusammen den Dachboden für die Erweiterung seiner Schweizer Modellbahnanlage ausbauten, war er überglücklich, dass er mal gleich drei Spax hintereinander in ein Brett über dem Kopf mit dem Akkuschrauber hinein brachte. Mit mir hat er sich Manches getraut, dass er alleine niemals vollbracht hätte, weil er auch wusste, dass ich weiß was dann sofort zu tun ist, wenn er mal dorten liegen würde.
Überleg’- oder beobachte mal, wie fröhlich Querschnitte sind, trotz dem sie kaum in einem Bus- oder der Bahn transportabel sind. – In unserer Nachbarortschaft haben sie vor Kurzem vier Personen- darunter auch dem Bürgermeister für eine Stunde- oder vielleicht auch länger im Blindenheim die Augen verbunden und sie in der Gegend dort herum geführt- oder sich selbst orientieren lassen.
Gerade in der Stadt, in der Du Deinen Angaben nach wohnst, kann man schon gute Freundschaften finden. – Ob männlich oder weiblich ist egal. – Ich hätte an einem Selbsthilfegruppetreffen in Augsburg (einmal im Jahr treffen sich da alle Selbsthilfegruppen aus Augsburg und Umgebung) am Rathausplatz gut und gerne die Gelegenheit weitere Freundschaften zu schließen, da bin ich mir auch sicher. – Eine Frau, mit der ich mich sehr gut- und offen unterhalten habe, hätte bestimmt weiter machen wollen, wenn ich nicht 60 Kilometer weg gewesen wäre. Auch einige Querschnitte habe ich gesprochen. – Auch am Bahnsteig, an dem ich auf meinen Zug wartete, hab’ ich mal eine jüngere Frau kennengelernt und mich mit ihr über ihren Blindenhund und ihren Tagesablauf unterhalten, bis dann ihr IC einfuhr.
Hilfsbereitschaft und Interesse kann da schon so was ermöglichen. – Erstes Gebot dabei ist halt, dass man auch offen Reden kann und auch aus sich raus kann. – Das Zweite ist, dass man sie absolut nicht bemitleidet, sondern eben nur eine Hilfe (einen Blinden vielleicht wohin führen- oder die Straßenbahn, die gerade einfährt und die der Blinde (auch extra darauf hin nachgefragt) erreichen will, durch Blockieren der Lichtschranke anhalten und mit dem Blinden dann Reden, damit er den Eingang schneller findet) anbietet und vielleicht eine- zwei Station(en) mit fahren und unterhalten. – Du darfst da ruhig fragen, musst halt auch auf Gegenfragen antworten wollen und aus Dir auch was raus geben. – So kam ich auch hinter den CF-ler, den ich an der Pforte seines Betriebes kennenlernte und mit dem ich mich über sein Hobby- eben der Modellbahn- unterhielt.
Das zu den Freunden und solche Freundschaften- oder Bekanntschaften hat man für länger als 14 Tage.
Deine Oma hat Recht. – Sicher ist es hauptsächlich am Arbeitsplatz wichtig, dass man fahren kann, weil man dann eben wohin geschickt werden kann. – Aber dieses Problem bekommen noch sehr viele Gesunde zu Spüren, das kannst Du mir auch glauben. – Schau mal die Betriebe an, was sie für Fahrzeuge haben und frag’ mal die, die gerade die FE erhalten haben, welche Klassen sie haben. – Es werden nicht viele Jungen Dir ein Kärtchen zeigen können, das das „E“ hinter der betreffenden Klasse „B“ haben. – Der CE ist ihnen sowieso zu teuer. – Und dann spioniere mal die Firmengelände- oder den Fuhrparkbereich aus und zähle Anhänger (also nur ungebremste!) mit ZGG unter 1000 Kilo. – Meinst Du, dass die gefragt sind, wenn sie nicht mal einen Anhänger an den Sprinter hin hängen dürfen- oder der Chef/Furparkleiter den Führerschein abgibt, wenn er einen so los schickt? – Da braucht es also keine Epilepsie dazu.
Das Gutachten kostet Dich halt dreistellige Beträge, darauf musst Du gefasst sein, weil Du da zu einem Verkehrsmediziner musst. – Ein 30-Euro-Gutachten akzeptieren nicht so Viele in der Fahrerlaubnisstelle. – Mir wurde damals gesagt, dass ich dieses Geld halt leider zum Fenster hinaus geschmissen habe.
Und mit dem BE ist es definitiv aus, weil Du noch Antiepileptikas schluckst.
Das mit dem lebenslangen Entzug ist auch übertrieben. – Sag’ und glaub’ das nicht so schnell, weil er sich garantiert einen Rechtsanwalt nehmen wird und wenn die Fahrerlaubnisstelle noch nicht mitmachen will, wird er bestimmt dann auch deswegen verhandeln! – Kostet zwar noch mal, aber e wird schon wieder fahren, sofern er eben auch „trocken“ ist- und bleibt.
Auf ihn kommt halt garantiert eine-zwei-drei-viele MPU’s zu und eventuell auch ein- oder zwei Erste-Hilfe-Kurse (nicht LSM!) und eine Entziehungskur. Vielleicht auch noch Stichproben, ob erneut rückfällig geworden oder sauber? Und auf jeden Fall ein Neuerwerb und zwei Jahre Probezeit. – Dabei natürlich auch zwei- oder drei Prüfungsfahrten, weil die, die dann bei der ersten Fahrt ohne das rechteckige Schildchen mit den roten Buchstaben auf der Rücksitzbank sitzen, auch gegenüber „Gasefällen“ schwere Allergien haben. – Also rechnen wir mal mit mindestens 2000,-- Euro, die er jetzt dann in den zwei Jahren zusammensparen kann, bis er wieder ohne den Beifahrer mit den eigenen drei Pedalen vor dem Bodenblech in dem Auto mit vier Außenspiegeln, hinter den Lenker eines anderen Autos kommt und wenn er in die Gruppe 2 rein will, dann ist er heute unter 5000,-- Euro auch garantiert nicht dabei. – Kannst ihm ja dann vier Euro („2,x Promille des Neuerwerbes“ – gegen Rechnungsvorlage – als Spendengutschein) „von einem nicht besoffenem, autofahrenden Epileptiker“ anbieten und wenn Du erfahren solltest, dass er dann bei der Prüfung durchgefallen ist, eine Trauerkarte senden, oder ihn fragen, ob er mal mit einem Epileptiker in das nächste Gasthaus- oder vielleicht auch dann zur Fahrprüfung gefahren werden will. – Du spendest ihm damit dann auch noch einen Tag von Deinem Jahresurlaub!
Überleg’ mal, wie es Dir gefallen würde, wenn ich in Deiner Lage- und Du in seiner Lage wärst und solche Erlebnisse durchmachen dürftest? – Das ist dann das Andenken für entsprechende Behandlungs- oder Heilerfolgsnachhilfen und den Tag wird er (natürlich auch Du) nicht so schnell vergessen, das kannst Du mir auch glauben.
Alles Gute
Matthias