"ein problem sein"

pinolino @, Saturday, 28.10.2006, 22:47 (vor 7237 Tagen)

tja hallo auch,ich gehe jetzt seit kurzem wieder in die schule und versuche meinen quali nachzuholen,dort hatte ich schon zwei GM anfälle und jetzt sagen die lehrkräfte das ich ein problem wegen der krankheit bin, ich fühle mich nicht gut dabei mich als problem zu sehen und ich habe angst das sie mich aus der schule werfen, wegen der krankheit. dabei habe ich mich so angestrengt, habe ein refertat über die krankheit gehalten, damit sich meine mitschüler und lehrkräfte ein bild davon machen können und vielleicht auch etwas ruhiger darauf reagieren können, aber irgendwie bin ich damit auf totale ablehnung gestoßen, schade...alle tun so als gäbe es die krankheit nicht und ich fühle mich richtig ausgestoßen. kennt von euch jemandf das gefühl?

Re: "ein problem sein"

Julia Höhe @, Sunday, 29.10.2006, 10:40 (vor 7237 Tagen) @ pinolino

[zitat=pinolino]tja hallo auch,ich gehe jetzt seit kurzem wieder in die schule und versuche meinen quali nachzuholen,dort hatte ich schon zwei GM anfälle und jetzt sagen die lehrkräfte das ich ein problem wegen der krankheit bin, ich fühle mich nicht gut dabei mich als problem zu sehen und ich habe angst das sie mich aus der schule werfen, wegen der krankheit. dabei habe ich mich so angestrengt, habe ein refertat über die krankheit gehalten, damit sich meine mitschüler und lehrkräfte ein bild davon machen können und vielleicht auch etwas ruhiger darauf reagieren können, aber irgendwie bin ich damit auf totale ablehnung gestoßen, schade...alle tun so als gäbe es die krankheit nicht und ich fühle mich richtig ausgestoßen. kennt von euch jemandf das gefühl?[/zitat]


Hallo Pinolo,
finde es toll von dir, dass du ein Referat über deine Epilepsie gehalten hast. Die Reaktion ist daher um so trauriger. Doch leider keine Seltenheit.

Ja, ich kenne das Gefühl, man fühlt sich mieß und verlassen. Doch oftmals ist diese Reaktion ein Zeichen, dass die Leute von nichts ne Ahnung haben oder zum Nachdenken kommen. Sie werde dann mürisch. Geb nicht auf!!! Halte dich an deinen echten Freunden fest.
Sollte es jedoch ein Dauerzustand werden in der Schule, ist es ratsam nochmal mit den Lehrkräften zu sprechen. Dein Neurologe kann dir dabei bei der Aufklärung der Lehrer helfen.-Trau dich ruhig, und sprech in drauf an. --Ist sein Job dich dabei zu unterstützen.
Zur Not musst du dir überlegen ob du die Schule wechselst.

Wünsch dir viel Erfolg und nen guten Abschluss
Gruß Julia

Re: "ein problem sein"

Gabrielle ⌂ @, Sunday, 29.10.2006, 12:35 (vor 7236 Tagen) @ pinolino

Hallo Pinolino

könnte es sein, das du Dich auch ägstigst? Oft ist es am anfang so, weil man nie weiss was auf einem zukommt. Das Du den Vortrag zu Epilepsie gehalten hat, finde ich super und auch sehr wichtig.
Meistens erlebe ich, das gerade Betroffene, das grösste Problem mit der Epi haben, da hilft auch kurzfristig eine psychologische Beratung

liebe Grüsse

Gabrielle


Re: "ein problem sein"

Regina Steinert @, Sunday, 29.10.2006, 17:13 (vor 7236 Tagen) @ pinolino

[zitat=pinolino]tja hallo auch,ich gehe jetzt seit kurzem wieder in die schule und versuche meinen quali nachzuholen,dort hatte ich schon zwei GM anfälle und jetzt sagen die lehrkräfte das ich ein problem wegen der krankheit bin, ich fühle mich nicht gut dabei mich als problem zu sehen und ich habe angst das sie mich aus der schule werfen, wegen der krankheit. dabei habe ich mich so angestrengt, habe ein refertat über die krankheit gehalten, damit sich meine mitschüler und lehrkräfte ein bild davon machen können und vielleicht auch etwas ruhiger darauf reagieren können, aber irgendwie bin ich damit auf totale ablehnung gestoßen, schade...alle tun so als gäbe es die krankheit nicht und ich fühle mich richtig ausgestoßen. kennt von euch jemandf das gefühl?

Hallo, Pinolino!

Leider geht es vielen noch heute sehr häufig mit dieser Krankheit so. Es ist jedenfalls sehr mutig von Dir, dass Du ein Referat darüber gehalten hast. Aber endgültig wird es nie zu einer Akzeptanz dieser Krankheit kommen, weil unsere "lieben" Mitmenschen meinen, dass sie diejenigen seien, die etwas von der Krankheit wüssten und nicht die Betroffenen selbst. Im 19. Jahrhundert hat es einen Epilepsie kranken Papst gegeben, der zunächst wegen seiner Krankheit in seiner Vor-Laufbahn vom Vatikan von der Liste sgestrichen wurde. Bis in die 80-er Jahre des 20. Jahrhunderts durften Männer mit Epilepsie in der katholischen Kirche nicht Priester werden. Papst Pius IX., der Epilepsie seit seiner Kindheit hatte und die im Laufe seiner Jugend dann auf einmal nicht mehr auftrat, war dann auch der Papst mit dem bisher (1846 - 1878) längsten Pontifikat und wurde 85 Jahre alt.
Ich wünsche Dir jedenfalls alles Gute für Deinen weiteren Weg mit dieser Krankheit. Das Internet wird Dir dafür eine große Hilfe sein (Austausch mit Betroffenen, z. B.).

Liebe Grüße,

Regina

Re: "ein problem sein"

Matthias @, Sunday, 29.10.2006, 21:56 (vor 7236 Tagen) @ pinolino

Hallo,

Du bist ja vermutlich noch schulplichtig und dann hat Dich eine Staatliche Schule auch zu unterrichten.
Frag' mal ruhig Deinen Lehrer- oder den, der da so blöd daher redet, ob das Euer Kultusministerium auch sagen wird, oder ob er die Zeitung mit dem roten Rechteck und der weißen Schrift auf der Titelseite kennt, oder ob er das auch vor der Fernsehkamera auch meinen würde.
Wenn Du aus Bayern bist, dann weißt Du es bereits, wie der Fall Bischlager ausgegangen ist, den sie als Gehörlosen (Hochleistungssportler) nicht Sport studieren lassen wollten, trotz dem er seinen eigenen Übersetzer (Gebärdensprache) hatte und nicht vom Staat finanziert hätte werden müssen. - Ein gesalzen- und gepfefferter Brief damals an die "Monika" und er war für das Studium zugelassen und studiert auch heute noch, wenn er nicht bereits fertg wäre, da diese Aktion doch schon eine Zeit lang her ist und er nicht aus meiner nächsten Umgebung-, sondern nur aus meinem Landkreis kommt.

Wollen wir doch sehen, ob das Problem Problem ist, oder Jemandem Probleme machen könnte? - Nur eben gleich einen richtigen Stein- und nicht "Stäubchen" vor die Füße hin. - Gerade das Schlagwort "Presse" bewirkt oftmals Wunder. - Ich hatte meinen OP-Bericht nach eineinhalb Jahren Wartezeit; eine Visite im Vorzimmer; zwei Anrufe vom Kuraufenthaltsarzt und einem Vermerk vom Neurologen im Klinik-PC nach meinem letzten, heftigen Warnschuss an den Disponenten, der eben unmittelbar mit dem Chirurgen zusammen arbeitete, innerhalb der vier, von mir befristeten Tage im Briefkasten, weil sie wohl ahnten, was los wäre, wenn ich bei Nichteinhalten etwas passieren lassen hätte. - Sie- jedenfalls garantiert der Neurologe- und vielleicht eben auch der Neurochirurg hatten meinen Artikel über meine AHB im Epikurier vermutlich schon gelesen und ahnten vielleicht etwas, das auf sie zukommen könnte. - Selbst der Anruf vom Chirurgen bei mir änderte nichts, dass ich diesen Brief bis Freitag in meinem Postkasten habe- und wenn sie ihn mit dem Hubschrauber bringen.

Du mußt da nur gleich voll zur Sache gehen und dann könnte es sein, dass sie zum nächsten Gespräch vielleicht lieber mit Pampers antreten sollten.
Heiz dem Lehrer richtig ein und dann werden sie nicht mehr aufmucken.

Viel Erfolg
Matthias

Re: "ein problem sein"

Kati @, Monday, 30.10.2006, 13:27 (vor 7235 Tagen) @ pinolino

Hi Pinolino,

dein Bericht hat mich sehr betroffen, denn ich bin selbst Lehrerin und leide selbst an Epi. Um so schlimmer finde ich es, dass ein Kollege trotz deines Referats - das dir sicher nicht leicht gefallen ist - eine derartig ignorante Reaktion zeigt. Das erinnert mich ein wenig an eine Situation, als wir Lehrer eine Erst-Hilfe-Fortbildung hatten. Als das Thema Epi dran kam, ließ eine Kollegin ebenfalls völlig unverblümt verlauten, dass ein GM ja wohl das Allerletze sei und sie SO ETWAS bloß nichterleben möchte. Sie wusste nicht, dass ihr das mit mir schneller widerfahren könnte als sie sich das vorstellen kann. Was ich damit sagen will: Triffst du mit dieser Krankheit auf solche Leute, dann "bist du ein Problem" und zwar für diese Personen, denn sie ängstigen sich und fühlen sich völlig überfordert. Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass zwar viele Menschen diese Angst verspüren, aber noch lange nicht alle dermaßen unangemessen reagieren. Sicher gibt es auch an deiner Schule "erwachsene" Lehrer. Bei uns an der Schule gibt es mehr Kollegen, die mir wirklich zur Seite stehen, inkl. Direktor. Hör dich mal um! Suche dir die echten Pädagogen unter deinen Lehrern heraus. Die gibt es sicher auch an deiner Schule und schau dann, dass sie dich unterstützen. Vielleicht kannst du ja auch die Klasse wechseln. Übrigens, das stimmt, wenn du deine Pflichtschulzeit noch nicht erfüllt hast (10 Jahre), dann muss man dich unterrichten. Wenn du allerdings den Quali nachholst, könntest du evtl. schon drüber liegen?!?!

Ich wünsche dir weiterhin so viel Mut!!!!

Kati

Re: "ein problem sein is das nicht "

angelo ⌂ @, Thursday, 31.05.2007, 11:49 (vor 7023 Tagen) @ pinolino

[zitat=pinolino]tja hallo auch,ich gehe jetzt seit kurzem wieder in die schule und versuche meinen quali nachzuholen,dort hatte ich schon zwei GM anfälle und jetzt sagen die lehrkräfte das ich ein problem wegen der krankheit bin, ich fühle mich nicht gut dabei mich als problem zu sehen und ich habe angst das sie mich aus der schule werfen, wegen der krankheit. dabei habe ich mich so angestrengt, habe ein refertat über die krankheit gehalten, damit sich meine mitschüler und lehrkräfte ein bild davon machen können und vielleicht auch etwas ruhiger darauf reagieren können, aber irgendwie bin ich damit auf totale ablehnung gestoßen, schade...alle tun so als gäbe es die krankheit nicht und ich fühle mich richtig ausgestoßen. kennt von euch jemandf das gefühl?[/zitat]