Anfalls-Beschreibung
Hallo,
wer von Euch hat außer den Anfällen mit Bewußtseinsverlußt (petit/grand mal) auch fast täglich kleinere "Aussetzer" bzw. Absencen? könnt Ihr mir die ausführlich beschreiben? Das würde mir sehr helfen.
Danke
Re: Anfalls-Beschreibung
Hallo Claudia!
Ich habe solche Zustände zwar nicht jeden Tag, aber ich kann ja mal diese Momente so gut es geht beschreiben.
Sehr deutlich merke ich es, wenn ich beispielsweise telefoniere. Dabei kommt es oft vor, dass ich überhaupt nichts sage, nachdem die Person am anderen Ende der Strippe den Satz beendet hat. Ich weiß aber nach diesem Aussetzer/Absence, dass sie etwas gesagt hat und muss entweder nachfragen oder brauche noch länger, mich darauf zu konzentrieren und zu erinnern. Stress!
Aussetzer habe ich auch auch sonst während des Sprechens: plötzlich verliere ich selbst bei den simpelsten Antworten/Erklärungen den Faden.
Teilweise kommte es auch vor, dass ich in der Küche stehe und irgendetwas mache, und plötzlich frage ich mich, was ich eigentlich tue und muss mich darauf konzentrieren mich zu erinnern, um weiter machen zu können.
Ich merke jedes Mal erst ganz kurz nach diesen Momenten, was passiert ist. Bei mir scheint es auch so zu sein, dass ich währenddessen nicht ins Leere schaue und meine Augen darauf focussiert bleiben, wohin ich gerade geguckt habe. Denn kaum jemand hat es mir je angemerkt.
Viele liebe Grüße
Benny
Re: Anfalls-Beschreibung
Hallo Claudia,
ich habe einfache fokale Anfälle, die sind nicht besonders spektakulär. Dabei erfasst mich urplötzlich eine große Unruhe, ich muß aufstehen und rumgehen, nach wenigen Sekunden bekomme ich wird mir ein wenig schwindelig und ich schmecke einen ganz eigenartigen Geschmack im Mund. Nach etwa einer Minute ist der Spuk vorbei.
Vor meiner OP hatte ich vielfältige Anfälle, die zu beschreiben könnte einige Seiten füllen. Vom Grand mal bis zum Kribbelanfall war alles mögliche dabei.
Einige Erscheinungsformen der einfachen fokalen Anfälle vermisse ich richtiggehend, die waren einfach angenehm, Leseanfälle gehören dazu. Da beginnst du beim intensiven Lesen langsam zu schweben, es fühlt sich zumindest so an, das ist sehr angenehm.
Anders die Terror-Anfälle, bei denen plötzlich und ohne Ursache Todesangst mit allen Symptomen auftritt, die vermisse ich weniger.
Erwähnen möchte ich auch noch die psychomotorischen Anfälle, bei denen man in einem Dämmerzustand oft recht bizarre Dinge tut, die brachten mich oft in peinliche Situationen.
Ich hoffe, ich konnte deine Neugier befriedigen. Wenn du noch Genaueres wissen möchtest, gib mir einfach Bescheid.
Grüßle
heinerle
Re: Anfalls-Beschreibung
[zitat=heinerle]Hallo Claudia,
ich habe einfache fokale Anfälle, die sind nicht besonders spektakulär. Dabei erfasst mich urplötzlich eine große Unruhe, ich muß aufstehen und rumgehen, nach wenigen Sekunden bekomme ich wird mir ein wenig schwindelig und ich schmecke einen ganz eigenartigen Geschmack im Mund. Nach etwa einer Minute ist der Spuk vorbei.
Vor meiner OP hatte ich vielfältige Anfälle, die zu beschreiben könnte einige Seiten füllen. Vom Grand mal bis zum Kribbelanfall war alles mögliche dabei.
Einige Erscheinungsformen der einfachen fokalen Anfälle vermisse ich richtiggehend, die waren einfach angenehm, Leseanfälle gehören dazu. Da beginnst du beim intensiven Lesen langsam zu schweben, es fühlt sich zumindest so an, das ist sehr angenehm.
Anders die Terror-Anfälle, bei denen plötzlich und ohne Ursache Todesangst mit allen Symptomen auftritt, die vermisse ich weniger.
Erwähnen möchte ich auch noch die psychomotorischen Anfälle, bei denen man in einem Dämmerzustand oft recht bizarre Dinge tut, die brachten mich oft in peinliche Situationen.
Ich hoffe, ich konnte deine Neugier befriedigen. Wenn du noch Genaueres wissen möchtest, gib mir einfach Bescheid.
Grüßle
heinerle[/zitat]
Hallo Heinerle,
ich wußte gar nicht, daß es auch "angenehme" Momente - wie Dein Abheben beim Lesen - gibt und bin fast traurig, daß meine Aussetzer bis jetzt leider nie angenehm waren! Aber vielleicht ändert sich auch das noch 
Du schreibst "OP"? In diesem Zusammenhang? Wenn ja, wie war das und was hat es gebracht?
Gruß,
Claudia
Re: Re: Anfalls-Beschreibung
[zitat=Benny]Hallo Claudia!
Ich habe solche Zustände zwar nicht jeden Tag, aber ich kann ja mal diese Momente so gut es geht beschreiben.
Sehr deutlich merke ich es, wenn ich beispielsweise telefoniere. Dabei kommt es oft vor, dass ich überhaupt nichts sage, nachdem die Person am anderen Ende der Strippe den Satz beendet hat. Ich weiß aber nach diesem Aussetzer/Absence, dass sie etwas gesagt hat und muss entweder nachfragen oder brauche noch länger, mich darauf zu konzentrieren und zu erinnern. Stress!
Aussetzer habe ich auch auch sonst während des Sprechens: plötzlich verliere ich selbst bei den simpelsten Antworten/Erklärungen den Faden.
Teilweise kommte es auch vor, dass ich in der Küche stehe und irgendetwas mache, und plötzlich frage ich mich, was ich eigentlich tue und muss mich darauf konzentrieren mich zu erinnern, um weiter machen zu können.
Ich merke jedes Mal erst ganz kurz nach diesen Momenten, was passiert ist. Bei mir scheint es auch so zu sein, dass ich währenddessen nicht ins Leere schaue und meine Augen darauf focussiert bleiben, wohin ich gerade geguckt habe. Denn kaum jemand hat es mir je angemerkt.
Viele liebe Grüße
Benny[/zitat]
Hallo Benny,
ich danke Dir herzlich für Deine Beschreibung! Es hilft mir meine Erlebnisse als "wahr" anzusehen, nicht erfunden und eingebildet sondern real. Und es hilft mir vielleicht ein Stück weit mich wiederzufinden und zu akzeptieren wie es ist.
Danke,
Claudia
Re: Re: Anfalls-Beschreibung
Hallo Claudia,
Die angenehmen Anfälle waren bei mir relativ selten, leider. Vielleicht hätte ein anderer diese nicht unbedingt als angenehm empfunden, ich gehöre zu den Leuten, die beim Zahnarzt stets die Spritze verweigern, um den Schmerz richtig geniessen zu können.
Nun zu meiner OP, die hat mir erstmal das Leben gerettet, da ich einen recht großen Tumor im Kopf sitzen hatte, sie wirkte sich aber auch positiv auf die Anfallssituation aus, neben der Tumor-OP wurde auch noch ein epilepsiechirurgischer Eingiff im gleichen Gebiet unternommen. Ich hatte einen Epileptischen Fokus ausserhalb des Tumors.
Ich wurde leider nicht anfallsfrei, (dafür sorgt meine Hippocampussklerose, die man damals auch noch feststellte) aber statt den bis zu 70 Anfällen monatlich vor OP bringe ich es heute gerade noch auf ein bis drei ziemlich milde Anfälle im Monat.
Ich möchte nochmal die Aussetzer ansprechen, die hatte ich vor der OP auch hin und wieder. Die äusserten sich so, dass ich beim Sprechen oft eine Pause einlegte und erst wieder weitermachte, wenn ich darauf angesprochen wurde. Das war zwar manchmal peinlich, besonders am Telefon, aber sonst spielte sich da nichts ab. Ob diese Aussetzer mit der Epilepsie in Verbindung standen, weiß ich auch nicht.
liebe Grüße
heinerle[/zitat]
Re: Re: Re: Anfalls-Beschreibung
[zitat=heinerle]Hallo Claudia,
Die angenehmen Anfälle waren bei mir relativ selten, leider. Vielleicht hätte ein anderer diese nicht unbedingt als angenehm empfunden, ich gehöre zu den Leuten, die beim Zahnarzt stets die Spritze verweigern, um den Schmerz richtig geniessen zu können.
Nun zu meiner OP, die hat mir erstmal das Leben gerettet, da ich einen recht großen Tumor im Kopf sitzen hatte, sie wirkte sich aber auch positiv auf die Anfallssituation aus, neben der Tumor-OP wurde auch noch ein epilepsiechirurgischer Eingiff im gleichen Gebiet unternommen. Ich hatte einen Epileptischen Fokus ausserhalb des Tumors.
Ich wurde leider nicht anfallsfrei, (dafür sorgt meine Hippocampussklerose, die man damals auch noch feststellte) aber statt den bis zu 70 Anfällen monatlich vor OP bringe ich es heute gerade noch auf ein bis drei ziemlich milde Anfälle im Monat.
Ich möchte nochmal die Aussetzer ansprechen, die hatte ich vor der OP auch hin und wieder. Die äusserten sich so, dass ich beim Sprechen oft eine Pause einlegte und erst wieder weitermachte, wenn ich darauf angesprochen wurde. Das war zwar manchmal peinlich, besonders am Telefon, aber sonst spielte sich da nichts ab. Ob diese Aussetzer mit der Epilepsie in Verbindung standen, weiß ich auch nicht.
liebe Grüße
heinerle[/zitat]
[/zitat]
Hallo,
das klingt wirklich dramatisch wenn man das liest und trifft einen direkt ins Herz. Da erscheint mir mein eigener Weg wesentlich "einfacher". Mich würde interessieren, wie Du damit im Alltagslebn umgehst? Ich selber hatte damit die letzten Jahre große Probleme und schaffe es erst jetzt wieder so langsam "nach draußen zu gehen".
Und die OP? ist die tatsächlich so, wie man das manchmal im Fernsehen sieht: Man ist dabei bei Bewußtsein und die Ärzte sprechen mit einem und machen irgendwelche Test bei der OP, damit sie nicht die falschen Stellen verletzen? Gräßliche Vorstellung.
Ich wünsche Dir, daß Dein Weg leichter wird!
Grüße,
Claudia