atonischer/astatischer anfall??

rea @, Friday, 17.11.2006, 16:48 (vor 7217 Tagen)

hallo zusammen,
bin zum ersten mal auf dieser seite und habe vieles gelesen, ohne jedoch mein gestriges erlebnis darin wiederzufinden. nachfolgend möchte ich dieses ereignis kurz schildern (ich versuche mich kurz zu fassen) und hoffe, dass jemand ähnliches erlebt hat und sich ev. mit mir austauschen kann (kam durch´s googlen auf o. g. bezeichnungen):

gestern früh, nachdem ich (w. 49j.) etwas schnell aus dem bett aufgesprungen bin, wollte ich mit meinem mann noch kurz einen kaffee trinken, bevor er das haus verließ. ich setzte mich also zu ihm an den tisch, roch den kaffee und verspürte da schon eine leichte übelkeit. dennoch trank ich ein bis zwei schlucke und mir wurde sterbenschlecht. zeitgleich fühlte ich wie mir schwindlig wurde und ich legte mich ins bett, er hielt mir noch die beine hoch, da wir von einer kreislaufschwäche ausgingen. kurz darauf war es vorbei und ich fühlte mich wieder "fit". habe dann einige dinge im haushalt erledigt und geduscht. so ca. nach zwei bis drei stunden kam mein mann zurück und ich wollte mit ihm reden und folgte ihm in ein anderes zimmer. plötzlich kam diese unglaubliche übelkeit - die sich mit einem kribbeln in der magengegend ankündigte - wieder auf und mir wurde schwindlig. ich wollte mich auf mein bett legen, habe es aber leider nicht mehr bis ins schlafzimmer geschafft und bin wohl auf einen hocker gesunken, der im flur stand. so fand mich mein mann vor, zusammengesackt, kopf nach unten gesenkt, leerer blick, arme schlaff nach unten hängend und nicht mehr ansprechbar.er legte mich flach auf den boden, beine nach oben und ich muss wohl nach ca. 20-30 sek. zu mir gekommen sein, war nach aussage meines mannes total desorientiert, wusste zuerst nicht wo ich bin und hatte mich wohl gewundert dass er wieder da war. konnte mich kaum erinnern schon kurz zuvor mit ihm geredet zu haben... habe mich darufhin ins bett gelegt, konnte aber nicht schlafen. da mein mann exam. krankenpfleger ist, hat er gleich im anschluß blutdruck, blutzucker, herztöne kontrolliert - die werte sprachen nicht für eine kreislaufschwäche!!)
dieser ganz vorfall hat mich zutiefst irritiert und ich hatte echt angst an diesem tag das haus zu verlassen..

wäre schön, wenn sich jemand melden würde.
grüße! rea

Re: atonischer/astatischer anfall??

Julia aus Lauffen/ Neckar @, Saturday, 18.11.2006, 13:05 (vor 7216 Tagen) @ rea

Hallo Rea,

ich bin natürlich kein Arzt, habe meine Epilepsie schon 27 Jahre. Bei mir äußert sich das Kribbeln meist im linken Arm, wie ein Ameisenlaufen. Mir wird es nicht schlecht. Aber ich kann davon ausgehen, dass ich mich hinsetzen muss, da evt. ein Grandmal folgen kann. Du hast vielleicht von Grandmals schon gehört? Man hat so einen Blackout wie du, zum Beispiel und ist nicht mehr ansprechbar. Es gibt aber auch die verschiedensten Formen. Ich sacke auch wie Du zusammen. Mein Kopf sinkt auf den Brustkorb.Ich habe die Augen wohl noch geöffnet und sage Dinge, weiß aber nachher nicht mehr was ich gesagt habe. Dazu kommt bei mir noch ein Nesteln. Meine Hände reiben an meinem Körper hoch und runter, vor allem an den Oberschenkeln. Ziemlich komische Sache eben. Ich habe eine Kryptogene fokale Epilepsie mit einfachen fokal sensibeln und komplex fokalen mit links betonten und sekundär genaraliesierten tonisch klonischen Anfällen. Habe zufällig gerade meinen Bericht da, sonst wüßte ich das auch nicht auswendig, grins. Das heißt: Bei mir beginnt alles auf der linken Seite, weil ich rechts meine Vernarbung habe. Dann entwickelt sich mein Anfall zu einem generalisiertem Anfall - den ganzen Körper betreffend - und ich kann nichts mehr kontrollieren.

Mein Tipp: geh zu einem Neurologen oder Epileptologen und lass dir vorerst mal ein EEG machen. Du hast doch einen Mann an deiner Seite der sich ein wenig auskennt und bestimmt Kontakte knüpfen kann.
Ich wünsche Dir Glück. Und verkriechen hilft nichts. Nur nicht Auto fahren! Das ist erst mal wichtig, bevor du icht weißt was los ist.

Julia

Re: Re: atonischer/astatischer anfall??

rea @, Saturday, 18.11.2006, 16:53 (vor 7216 Tagen) @ rea

[zitat=Julia aus Lauffen/ Neckar]Hallo Rea,

ich bin natürlich kein Arzt, habe meine Epilepsie schon 27 Jahre. Bei mir äußert sich das Kribbeln meist im linken Arm, wie ein Ameisenlaufen. Mir wird es nicht schlecht. Aber ich kann davon ausgehen, dass ich mich hinsetzen muss, da evt. ein Grandmal folgen kann. Du hast vielleicht von Grandmals schon gehört? Man hat so einen Blackout wie du, zum Beispiel und ist nicht mehr ansprechbar. Es gibt aber auch die verschiedensten Formen. Ich sacke auch wie Du zusammen. Mein Kopf sinkt auf den Brustkorb.Ich habe die Augen wohl noch geöffnet und sage Dinge, weiß aber nachher nicht mehr was ich gesagt habe. Dazu kommt bei mir noch ein Nesteln. Meine Hände reiben an meinem Körper hoch und runter, vor allem an den Oberschenkeln. Ziemlich komische Sache eben. Ich habe eine Kryptogene fokale Epilepsie mit einfachen fokal sensibeln und komplex fokalen mit links betonten und sekundär genaraliesierten tonisch klonischen Anfällen. Habe zufällig gerade meinen Bericht da, sonst wüßte ich das auch nicht auswendig, grins. Das heißt: Bei mir beginnt alles auf der linken Seite, weil ich rechts meine Vernarbung habe. Dann entwickelt sich mein Anfall zu einem generalisiertem Anfall - den ganzen Körper betreffend - und ich kann nichts mehr kontrollieren.

Mein Tipp: geh zu einem Neurologen oder Epileptologen und lass dir vorerst mal ein EEG machen. Du hast doch einen Mann an deiner Seite der sich ein wenig auskennt und bestimmt Kontakte knüpfen kann.
Ich wünsche Dir Glück. Und verkriechen hilft nichts. Nur nicht Auto fahren! Das ist erst mal wichtig, bevor du icht weißt was los ist.

Julia [/zitat]

hallo julia,

ganz herzlichen dank für deine nachricht.

mein mann hat es mir so erzählt, dass ich eben mit starrem blick nach unten da gesessen bin und erst als er mich mehrmals ansprach, fing ich an mich mehr oder weniger rhytmisch hin und her zu bewegen und hätte unverständliche laute von mir gegeben. ich weiß leider überhaupt nichts mehr davon...

wie oft hast du deine anfälle, wie war das, als es bei dir begonnen hat, waren lange pausen dazwischen, kam es regelmäßig usw.

bin total verunsichert weil ich überhaupt nichts mitgekriegt habe...

grüße aus dem schwarzwald
rea

Re: Re: Re: atonischer/astatischer anfall??

Julia aus Lauffen/ Neckar @, Monday, 20.11.2006, 19:45 (vor 7214 Tagen) @ rea

Hallo Rea,

Re: Re: Re: Re: atonischer/astatischer anfall??

Julia aus Lauffen/ Neckar @, Monday, 20.11.2006, 20:08 (vor 7214 Tagen) @ rea

[zitat=Julia aus Lauffen/ Neckar]Hallo Rea,tut mir leid dass ich erst jetzt schreibe.
Meine Anfälle begannen im Kleinkindalter mit 3 Jahren. Da ich meine Anfälle schlampigerweise bisjetzt nie dokumentiert habe, kann ich es dir nur ungefähr sagen. Ich hatte in der Schule immer Ruhe und fast nie Anfälle, musste nur regelmäßig zur Kontrolle. Als es bei mir mit Berufseinstieg und persönlichen Problemen (Suizid meiner Schwester) losging, hatte ich das Gefühl das meine Anfallssituation schlechter wurde. Anfallssituationen können unter anderem auch mit psychischer Belastung zusammenhängen, muss aber nicht. Ich wurde schlecht in der Berufsschule und schnitt jeweils nie gut ab. Ich war unkonzentriert und deprimiert. Die Medis wirkten nicht mehr so wie sie sollten. Das fing alles mit 18 Jahren an und zog sich zäh bisjetzt durch. Es wurde eine Medikamentenodysee und Ausprobiererei. 2mal war ich stationär in Kehl-Kork. Jeweils 6 Wochen.
Momentane Anfallssituation sieht so aus: Ich bemerke entweder tagsüber eine Aura im linken Arm als Kribbeln. Dann können immer wieder Pausen entstehen. Und dieses Kribbeln kommt immer wieder. Dann kann dieser einfache fokale Anfall zum generalisierten Anfall werden und ich habe meinen Aussetzer.Sitze ich nicht, kann ich stürzen.

Also merkst du deine Übelkeit- SETZEN!

Ich werde unglaublich müde. Letztes Mal hat mein Freund das mitbekommen. Er meinte ich hätte gesagt:" Ich bin so müde. Ich will schlafen. Wo ist meine Decke?" Davon wußte ich nichts.Ich habe 30 min gepennt. Dann bin ich aufgewacht und wußte von nichts. Dieses komische Nesteln am Körper habe ich bei großen Anfällen auch immer.
Nachts hatte ich schon öfter Backen- und Zungenbisse. Äußerst schmerzhaft, vor allem in der Zunge. Diese Anfälle bekomme ich jedoch nicht mit. Daher weiß ich nicht richtig, ist das ein Anfall, oder träume ich nur rege...?! Die Ärzte gehen davon aus dass es Anfälle sind.
Morgen muss ich ich nüchtern in Kehl sein um 9 Uhr. Vielleicht komm ich in eine Studie mit rein und meine Anfallssituation bessert sich. Ich habe ein- zweimal im Monat Anfälle. Es ist erträglich, aber ich weiß nie wann sie kommen...Konnte ich dir helfen? Liebe Rea, bitte verzweifle nicht und nimm weiter teil am Leben. So wie ich das gelesen habe, bist Du schon älter. Deshalb ist es auch schwerer zu aktzeptieren, wenn es der Fall Epilepsie wäre. Ich bitte Dich, sei weiterhin ein froher Mensch.

Liebe Grüße Julia