Umstellung auf Lamictal

Melanie @, Tuesday, 21.11.2006, 10:58 (vor 7214 Tagen)

Hallo,

bei meinem Mann und mir besteht Kinderwunsch. Ich nehme nun seit über einem halben Jahr Folsäure, nun möchte ich auch meine Tabletten umstellen, da ich zur Zeit noch Ergenyl Chrono (1000-0-1000) einnehme. Ich habe schon oft gehört, dass das Risiko von Missbildungen bei Ergenyl sehr hoch sein soll. Nun habe ich schon mehrfach gehört, dass Lamictal schwangeren Frauen oder denjenigen die es werden wollen, sehr oft verabreicht wird und ein wesentlich geringeres Risiko besteht. Ich habe mich nun mit meinem Neurologen unterhalten. Dieser spricht auch für die Umstellung auf Lamictal. Allerdings habe ich gestern in einem Forum gelesen, dass viele Frauen, denen es ähnlich ging wie mir, bei der Umstellung auf Lamictal auf einmal wieder viele Anfälle bekommen haben (unter anderem eine Frau die 9 Jahre anfallsfrei war). Ich bin nun seit 3 Jahren anfallsfrei und bin nun total verunsichert und ängstlich. Hat jemand von Euch ähnliche Erfahrungen gemacht??

Re: Umstellung auf Lamictal

Melanie @, Tuesday, 21.11.2006, 13:24 (vor 7213 Tagen) @ Melanie

Hallo Melanie (-:

Ich war in der gleichen Situation. Habe von Ergenyl auf Lamotrigin umgestellt, da ich auch mal Kinder haben möchte. Am Anfang hatte ich auch erst mal wieder vermehrt Anfälle. Es dauert eine Weile bis man die richtige Dosis findet. Mittlerweilen ist es so, dass ich noch eine Mini-Dosis vom Ergenyl dazu nehme, und seitdem gehts mir gut. Das Lamictal wirkt ehr gegen die fokalen Anfälle, während das Ergenyl ehr auf Absencen, bzw. allgemein generalisierte Anfälle spezialisiert ist. Da ich beides habe, Absencen und fokale Anfälle, fahre ich sehr gut mit dieser Kombi. Du musst es einfach ausprobieren. Ich denke halt, dass der Vorteil vom Lamictal darin liegt, dass es nebenwirkungsärmer ist als zum Beispiel Ergenyl oder Tegretal, die älteren AE eben. Und es ist eben auch günstig wenn man Kinderwunsch hat. Ich wünsch dir auf jeden Fall viel Glück bei der Umstellung und alles Gute für die Familienplanung.

Lg, Mely

Re: Re: Umstellung auf Lamictal

Melanie @, Tuesday, 21.11.2006, 16:48 (vor 7213 Tagen) @ Melanie

Hallo Mely,

danke für Deine Antwort. Sag mal, wie war das denn bei Dir? Wurdest Du zur Umstellung stationär aufgenommen?? Oder hast Du das so gemacht? Wie ist die Umstellung verlaufen? Ich kenne mich da gar nicht aus, weil das ist meine erste Umstellung. Nimmt man von einem Tag auf den anderen die anderen Tabletten oder lässt man nimmt man von den "alten" stetig weniger und von den "neuen" stetig mehr?? Wie muss ich mir das vorstellen? Was heißt denn für Dich einige Anfälle?

Re: Re: Re: Umstellung auf Lamictal

Mausi @, Sunday, 26.11.2006, 16:06 (vor 7208 Tagen) @ Melanie

Hallo Melli,

also das muss der Arzt entscheiden. Habe auch von Ergenyl auf Lamictal umgestellt. Ich habe Lamictal nicht vertragen, aber darum geht es jetzt hier nicht. Aber ich kann Dir ein bißchen was zum Umstellen erzählen.

Je nachdem, wie Deine Anfallssituation ist, wird entschieden. Am besten ist es sicherlich, wenn man zunächst das Ergenyl, bzw. Valproat, komplett ausdosiert. Das sieht dann so aus, dass Du zum Beispiel alle 14 Tage eine 1/2 Tablette weglässt und EEG Kontrollen folgen. Man muss sehen, ob Du anfallsfrei bleibst ode rnicht. Solltest Du anfallsfrei bleiben, werden Dir Ärzte ggf. raten, eine Schwangerschaft ohne Medis anzustreben.

Na gut. SOllte aber Lamictal eindosiert werden, dann nur sehr langsam.
In der Regel alle 14 Tage 25 mg bis zu Erhaltungsdosis (im Duchchschnitt sind das so ca. 100 mg + - ein bissle) Aber das ist natürlich bei jedem anders... :-) Nicht das einige jetzt sagen, was das stimmt nicht, ich nehme mehr oder weniger... das kann natürlich sein.... ist nur so ein ca. Richtwert.

So wäre das was erstmal angesterbt wird.

Andere Möglichkeit ist das Parallele Ein- und Ausdosieren. Ergenyl runter, Lamictal rauf. Das muss auch langsam erfolgen. Und mit viel Blutkontrollen. Die haben irgendwie Wechslewirkungen miteinander. Das Risiko wegen NW ist dabei etwas höher, dabei wird nach Möglichkeit oft die erste Variante angestrebt.

Aber wie gesagt, das muss der Arzt entscheiden...

Hoffe ich konnte Dir ein bißchen helfen
LG Mausi

Re: Re: Re: Re: Umstellung auf Lamictal

Yve @, Friday, 12.01.2007, 13:43 (vor 7161 Tagen) @ Mausi

[zitat=Mausi]Hallo Melli,

also das muss der Arzt entscheiden. Habe auch von Ergenyl auf Lamictal umgestellt. Ich habe Lamictal nicht vertragen, aber darum geht es jetzt hier nicht. Aber ich kann Dir ein bißchen was zum Umstellen erzählen.

Je nachdem, wie Deine Anfallssituation ist, wird entschieden. Am besten ist es sicherlich, wenn man zunächst das Ergenyl, bzw. Valproat, komplett ausdosiert. Das sieht dann so aus, dass Du zum Beispiel alle 14 Tage eine 1/2 Tablette weglässt und EEG Kontrollen folgen. Man muss sehen, ob Du anfallsfrei bleibst ode rnicht. Solltest Du anfallsfrei bleiben, werden Dir Ärzte ggf. raten, eine Schwangerschaft ohne Medis anzustreben.

Na gut. SOllte aber Lamictal eindosiert werden, dann nur sehr langsam.
In der Regel alle 14 Tage 25 mg bis zu Erhaltungsdosis (im Duchchschnitt sind das so ca. 100 mg + - ein bissle) Aber das ist natürlich bei jedem anders... :-) Nicht das einige jetzt sagen, was das stimmt nicht, ich nehme mehr oder weniger... das kann natürlich sein.... ist nur so ein ca. Richtwert.

So wäre das was erstmal angesterbt wird.

Andere Möglichkeit ist das parallele Ein- und Ausdosieren. Ergenyl runter, Lamictal rauf. Das muss auch langsam erfolgen. Und mit viel Blutkontrollen. Die haben irgendwie Wechslewirkungen miteinander. Das Risiko wegen NW ist dabei etwas höher, dabei wird nach Möglichkeit oft die erste Variante angestrebt.

Aber wie gesagt, das muss der Arzt entscheiden...

Hoffe ich konnte Dir ein bißchen helfen
LG Mausi[/zitat]

Hallo,
bin jetzt zum ersten Mal hier im Forum und wollte mich gerade zu diesem Thema äußern. Ich war/bin iM in einer Umstellungsphase. Habe meine Epilepsie mit 18 bekommen und wurde damals auf Tegretal eingestellt. Funktionierte prima. Ich bekam mein Kind und weil mein Arzt irgendwann mal meinte, daß Carbamazepin eigentlich nicht das richtige Medikament für mich ist, ließ ich mich nach der Geburt auf Valproinsäure umstellen. Naja, auch alles easy. Bis auf die Tatsache, daß sich mein Gewicht fast verdoppelt hat. Als ich meinen Arzt mal drauf ansprach, meinte er nur, Ernährung umstellen oder Sport machen. Daß dies eine Nebenwirkung sein kann, erfuhr ich erst vor kurzem. Bin jetzt mittlerweile 9 Jahre anfallsfrei (gewesen) und auch die EEG´s waren Spitze. Da bei uns aber iM Kinderwunsch besteht, wollten wir umstellen. Lamotrigin wurde empfohlen und wir starteten. Das EEG war bescheiden, als das Valproat runtergefahren wurde. Dazu kam noch, daß ich Schwindelanfälle bekam, die Lichtanfälligkeit wuchs enorm und ich hatte das Gefühl, ich sah alles doppelt. Daraufhin sollte Lamotrigin wieder zurückgefahren und Valproinsäure wieder eingesetzt werden. Eigentlich dürfte ich von dem Tempo, was mein Arzt her angeordnet hat, kein Lamotrigin mehr nehmen, nur noch Valproinsäure. Aber es geht mir so schlecht, trotz Valproinsäure, daß ich regelrecht auf einen Anfall warte und Angst hab, daß Lamotrigin abzusetzen. Ach ja, Langzeitstudien haben ergeben, daß auch das Lamotrigin nicht ohne ist.