Epilepsie & Depression
Hallo
Ich frage mich in letzter Zeit immer wieder ob meine beiden Krankheitsbilder vielleicht zusammenhängen. Ich bin seit meinem 9. Lebensjahr Epileptikerin und habe Grand-Malanfälle, bin deshalb auch mit Convulex eingestellt.
Seit 3-4 Jahren hab ich immer wieder depressive Phasen. Nun artet das ganze aus mit Hoch-und Tiefphasen. Bin zeitweise sehr depressiv, dann geht das fast nahtlos in eine extreme Euphoriephase über. Manchmal fühl ich mich so als könnt ich schweben. Die Zustände wurden in letzter Zeit immer schlimmer. Als ich versuchte meine Medikation zu verringern hatte ich einen Anfall, danach war ich für ein paar Tage streichfähig. Weiß nicht ob das ganze nicht durch die Epilepsie verursacht wird. Auf der Neurologie würden sie mich nur mit noch mehr medis vollstopfen, deshalb will ich da auch nicht mehr hin.
Grüße Anja
Re: Epilepsie & Depression
Hallo Anja
Depression und Epilepsie haben ein Zusammenhang. Es ist erwiesen das eine Depression bei Betroffenenweitaus häuffiger vorkommt als man angenommen hat. Dies kann aber verschiedene Ursachen haben. Da bietet sich eine Psychotherapie an und wenn es sehr schlimm ist auch kurzfristig Medikamente. An Deiner Stelle würde ich mit Deinem Neuro oder Hausarzt darüber reden, weil selbst Antiepileptika zu reduzieren, weil man hofft das es besser wird ist da sicher nicht das richtige Mittel
liebe Grüsse
Gabrielle
Re: Re: Epilepsie & Depression
Hallo
Besonders nach einem Anfall hab ich starke Depressionen, bin auch verwirrt und desorientiert. Danach schlaf ich oft tagelang. Seit 3 Jahren hat es angefangen mit Hoch und Tiefphasen, das ist so extrem zeitweise weil ich es nicht kontrollieren kann.
Mein Vater und mein Bruder spotten immer über mich. Beide sind im Jagdverband und Waffennarren. So etwas wie du ist eine Schande für die Familie heißt es immer wieder. Besonders wenn beide auf Sauftour waren hänseln sie mich. Auch mit Zwangseinweisung wurde schon gedroht. Als ich über 3 Monate auf der Epistation war sind sie nur einmal gekommen und Vater sowie mein Bruder waren so betrunken das die Schwestern sie rausgeschmissen haben. Der Gewinn eines Schießwettbewerbs war die Ausrede. Trinken und spotten können sie, auch weil ich kein Auto habe werde ich gehänselt. Ich wär untragbar für den Verkehr, dabei fahren die beide doch manchmal betrunken. Bis jetzt hat man sie nur noch nicht erwischt. Ich fühl mich alleine und im Stich gelassen. Wenn ich im Anfall drin bin kann ich mich erst recht nicht wehren.
Grüße Anja
Re: Re: Re: Epilepsie & Depression
[zitat=Anja]Hallo
Besonders nach einem Anfall hab ich starke Depressionen, bin auch verwirrt und desorientiert. Danach schlaf ich oft tagelang. Seit 3 Jahren hat es angefangen mit Hoch und Tiefphasen, das ist so extrem zeitweise weil ich es nicht kontrollieren kann.
Mein Vater und mein Bruder spotten immer über mich. Beide sind im Jagdverband und Waffennarren. So etwas wie du ist eine Schande für die Familie heißt es immer wieder. Besonders wenn beide auf Sauftour waren hänseln sie mich. Auch mit Zwangseinweisung wurde schon gedroht. Als ich über 3 Monate auf der Epistation war sind sie nur einmal gekommen und Vater sowie mein Bruder waren so betrunken das die Schwestern sie rausgeschmissen haben. Der Gewinn eines Schießwettbewerbs war die Ausrede. Trinken und spotten können sie, auch weil ich kein Auto habe werde ich gehänselt. Ich wär untragbar für den Verkehr, dabei fahren die beide doch manchmal betrunken. Bis jetzt hat man sie nur noch nicht erwischt. Ich fühl mich alleine und im Stich gelassen. Wenn ich im Anfall drin bin kann ich mich erst recht nicht wehren.
Grüße Anja[/zitat]
Ich weiss nicht, wie alt Du bist, und inwieweit es Dir mgl. ist, dich evtl. auch räumlich von Deiner Familie zu distanzieren, ... daher sage ich nur: lass dich durch solche Trottel (entschuldige bitte) bloß nicht niedermachen. Wenn wer nach Deinen Schilderungen nicht tragbar ist, dann die beiden. Was sie dazu bringt: Mangel an Wissen, Selbstwertgefühl,... wer weiß. Jedenfalls wäre das für mich schon allein Grund für Depression.
Hast Du jemanden zum Reden? Freunde? Familie?
Sprech' auch den Neurolgen oder Hausarzt darauf an.
...und, wie gesagt, scheiß auf deren Meinung.
Re: Re: Re: Re: Epilepsie & Depression
hallo Anja,
ich war zutiefst geschocktals ich das gelesen habe :(
Das sowas von der eigenen familie kommt ist schon bitter .Was sagt deine Mutter dazu ?
unterstützt sie dich wenigstens (hoffe du hast noch eine -ansonsten sorry für die Frage ). Glaube daß daher auch deine Depressionen kommen . Ist ja kein Wunder !
Das beste wäre echt ausziehen und ganz weit weg , weil sie unterstützen dich ja eh nicht :(
Tut mir sehr leid für dich und ich hoffe ,daß du bald eine Lösung findest und es dir besser geht.
liebe Grüsse Hanni
Re: Re: Re: Re: Re: Epilepsie & Depression
Hallo Anja,
ich war ebenfalls geschockt als ich diese miese Art gelesen habe, wie Dein Vater und Bruder mit dir umgehen.
Wenn es Dir möglich ist, zieh aus. Ich denke auch, dass Deine Depressionen da her kommen. Vor allem die Angst, dass sie wieder getrunken haben und dann wieder solchen Schwachsinn daher labern. Lass Dich nicht fertig machen. Zeige es denen. Die wissen gar nicht wie dumm sie sind. Deshalb geh.
Die würde ich auch dann nicht wieder sehen wollen. Irgendwo ist auch eine Grenze. Ich hoffe, Du hast eine Freundin oder sonst jemanden, mit wem Du reden kannst und der Dich unterstützt. Das wäre ganz wichtig.
Ich wünsche Dir jedenfalls alles Liebe und Gute,
LG Christa
Re: Epilepsie & Depression
Hallo Anja,
auch ich bin zufiefst schockiert über das was ich gelesen habe.
Ich bin fest davon überzeugt, dass deine Depressionen stark davon beeinflusst werden, dass deine Familie gar nicht hinter dir steht, im gegenteil. Eine Familie soll eigentlich einen schützen und nicht einem schaden,so wie es in deinem Fall ist.
Leider schreibst du nicht wie alt du bist. Hast du die Möglichkeit dir eine eigene Wohnung anzumieten? Wenn ja, dann solltest du es, deiner Gesundheit zuliebe tun. Auch wenn es sich etwas hart anhören mag, du solltest vorläufig etwas Abstand von deiner " Familie " gewinnen, denn diese reißt dich durch ihr Verhalten immer tiefer in noch stärkere Depressionen hinein.
Ich hoffe dass du eine Freundin oder einen Freund hast mit der/dem du alles besprechen kannst und die/der dir dann bei der Durchführung helfen kann. Oder einfach nur für dich da sind wenn du sie brauchst.
Ich wünsche dir viel Glück
Re: Re: Epilepsie & Depression
Hallo
Danke für eure Antworten, hat mir etwas Mut gemacht. Das mit dem Ausziehen ist bei uns nicht so einfach weil mir das Geld fehlt. Mutter schweigt und kuscht, Vaters Wort zählt. Ein echter Patriarch eben. Am schlimmsten aber ist mein Großvater. r trinkt zwar nicht, aber nach einem Anfall wollte er einen Exorzisten hohlen und marschierte mit dem Weihrauchfaß durchs Haus. Ich sei vom Teufel besessen. Ich komme aus einem kleinen Bergdorf und da gehen die Uhren etwas anders. Meine beste Freundin ist Schilddrüsenpatientin und daher übergewichtig. Als fette Nudel wird sie überall beschimpft und gehänselt. Wenn du Alk verträgst und noch dazu schießen kannst wie Vater oder mein Bruder bist du ein echter Mann, da zählt man im Ort was. Mit einer erkrankung hast du verloren.
Grüße Anja
Re: Re: Re: Epilepsie & Depression
Hallo Anja,
Der Rat mit dem Ausziehen scheint in meinen Augen die einzige Lösung zu sein, wie du deinen Gesundheitszustand verbessern kannst. wenn du das Geld selber nicht hast, müssen deine Eltern eben dafür herhalten, notfalls musst du es einklagen. Ich weiß, dass dies einem sehr schwer fällt, habe dies selber vor einiger Zeit machen müssen.
Das schlimmste, was dir dabei passieren kann, ist, dass sich deine Eltern dann von dir abwenden, was aber nach deiner Schilderung leider ohnehin schon so zu sein scheint. Dass, was du von deiner Familie erzählst, ist einfach furchtbar. Soviel Dummheit (sorry, weil es ja deine Familie betrifft)habe ich noch nicht erlebt, dass überschreitet bei weitem die Grenze von dem, was man ertragen kann. Es ist wirklich bewunderwert, wie du damit überhaupt klarkommst. Du hast schon soviel durchstehen müssen, ich bin sicher, den nächsten Schritt schaffst du auch. Gehe mit dem Anliegen einfach mal zu einem Rechtsanwalt und erkundige dich dort, welche Optionen du da hast.
LG Marcel
Danke für eure Antworten, hat mir etwas Mut gemacht. Das mit dem Ausziehen ist bei uns nicht so einfach weil mir das Geld fehlt. Mutter schweigt und kuscht, Vaters Wort zählt. Ein echter Patriarch eben. Am schlimmsten aber ist mein Großvater. r trinkt zwar nicht, aber nach einem Anfall wollte er einen Exorzisten hohlen und marschierte mit dem Weihrauchfaß durchs Haus. Ich sei vom Teufel besessen. Ich komme aus einem kleinen Bergdorf und da gehen die Uhren etwas anders. Meine beste Freundin ist Schilddrüsenpatientin und daher übergewichtig. Als fette Nudel wird sie überall beschimpft und gehänselt. Wenn du Alk verträgst und noch dazu schießen kannst wie Vater oder mein Bruder bist du ein echter Mann, da zählt man im Ort was. Mit einer erkrankung hast du verloren.
Grüße Anja[/zitat]
Re: Re: Re: Re: Epilepsie & Depression
Hallo Anja,
so wie Marcel sehe ich das auch. Ich denke mal, dass Du noch jung bist und dein Leben alleine bewältigen kannst. Vor Deiner Familie hast Du nichts zu erwarten und die Kränkungen, die sie Dir zufügen kannst Du Dir ersparen. Mache den nächsten Schritt. Können dir die Eltern Deiner Freundin nicht dabei helfen? Vielleicht hast Du ja irgendwen in der Verwandtschaft, zu dem du ein gutes Verhältnis hast. Ich bin z.B. bei Problemen immer zu meiner Patentante gegangen. Da wusste ich, ich bekomme immer Hilfe. Nimm Dir allen Mut und versuche von dort weg zu kommen. Falls Du noch sehr jung bist, würde ich es vieleicht über das Jugendamt versuchen. Die können Dir auch helfen. Oder sonstige soziale Einrichtung, die es auch im Dorf gibt, z. B. die Caritas, zur Nor ginge ich zum Pfarrer.
Ich wünsche Dir jedenfalls alles Gute.
LG Christa
Re: Re: Re: Re: Re: Epilepsie & Depression
Hallo
Danke für Eure Antworten. Ich bin 16 Jahre alt und versuche nun mit meinem Onkel Kontakt aufzunehmen. Wenn Opa da ist darf ich seinen Namen nicht nennen weil Opa ihn vom Hof jagte weil er damals wegen seiner MS-Erkrankung den Präsenzdienst nicht ableisten konnte. Untauglicher Staatskrüppel und Verräter beschimpft ihn Opa immer wieder. Alle Männer sind Soldaten und Soldaten üben den Dienst an der Waffe, das sind Großvaters klare Richtlinien. Vor Opa hab ich am meisten Angst. Vater und mein Bruder trinken zwar und makieren die starken Kerle, haben aber im Grunde nur eine große Klappe. Opa aber hat eine eiserne Faust und ein versteinertes Gesicht, sogar heute noch hängt ein Führerbild über seinem Bett. Ein anderer Onkel machte Zivildienst in einem Altenheim, den hätt Opa am liebsten tot geprügelt. Jemand mit MS oder ich wegen meiner Epilepsie entsprechen nicht seinem Idealbild. Gegen ihn anzukommen ist aber nicht so einfach.
Grüße Anja
Re: Re: Re: Re: Re: Re: Epilepsie & Depression
Hallo Anja,
finde ich toll, dass Du Kontakt zu Deinem Onkel aufgenommen hast. Der kann Dir bestimmt helfen, weil er durch seine Krankheit bestimmt schon viel Erfahrung hat. Vielleicht gibt es bei Euch in der Nähe eine Interessengemeinschaft für Epis. Das wäre auch noch mal so ein Anlaufpunkt. Lass Dich nicht unterkriegen. Du musst immer positiv denken. Vor allem würde ich den Opa vollkommen links liegen lassen. Würde mich auch freiwillig nicht mit ihm unterhalten, wer solche Ansichten hat, hat es nicht anders verdient. Scheinbar hat er es bis heute nicht begriffen, was damals abgelaufen ist, sonst würde er deine Onkel nicht so behandeln.
Hauptsache Du hast jetzt jemanden zum Reden. Das finde ich sehr wichtig.
LG Christa
Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Epilepsie & Depression
Hallo,
ich bin wohl wesentlich älter als du (44), habe zwei Kinder, einen Mann und meine Eltern leben noch. Seit meinem 14. Lebensjahr habe ich Epilepsie und auch bei mir wurde das immer unter den Tisch gekehrt. Da ich überwiegend Absauncen habe, konnte ich auch den Führerschein machen.
Vor 4 Jahren wurde ich depressiv, weil ich Probleme mit meiner pubertierenden Tochter hatte und auch Ärger auf der Arbeit. Niemand stand mir bei. Aus der Depression wurde, weil nicht behandelt, Schizophrenie und selbst bei dieser Diagnose weigerte sich ein Neurologe, mich in eine Klinik einzuweisen. Das übernahm dann mein Hausarzt. Mit einer kurzen Unterbrechung war ich 21 Wochen in einem psychiatrischen Krankenhaus. Ich konnte zur Ruhe kommen und langsam mich erholen. Die 3 Krankheiten bleiben mir ein Leben lang erhalten. Ich lerne damit zu leben und auf mich aufzupassen.
Aus dieser Erfahrung heraus kann ich dir nur raten: Nimm die Depressionen nicht auf die leichte Schulter und lass dich behandeln, egal was deine Angehörigen sagen! Obwohl ich erwachsen bin, wird meine Krankheit bei meinen Angehörigen totgeschwiegen, es ist nicht, was nicht sein darf. Sie meinen es wahrscheinlich nicht böse, aber sie können damit nicht umgehen, es geht nicht um einen Beinbruch, der wieder ausheilt, unsere Krankheit liegt im Kopf und das ist das Problem.
Alles gute
Dagmar
Re: Epilepsie & Depression
Hallo Anja,
Wie auch schon von den Anderen erwähnt, gibt es aus meiner Sicht auch nichts Anderes als „Raus aus dem Hexenhaus“!
Die Spotterei beweist doch „Unterstes Niveau“ und in so einer Familie, wie der Deinen wollte ich nicht um Viel leben und daher ist es auch für mich keine Besonderheit, wenn Du depressiv wirst, weil Du nur Probleme erleben musst/darfst und niemals Unterstützung bekommen wirst. – Sag’ ihnen, dass sie besser zum Islam übertreten sollen. – Dann können sie auch Ehrenmorde ausführen, damit die Familienehre nur durch Alkoholiker und Hexenverehrer aufrechterhalten werden kann.
Wenn sie Dich wegen dem Auto hänseln, dann sag’ mal „Besser kein Auto und Epilepsie mit normalem Intelligenzquotienten, als Geistig Beschränkte; Alkoholiker und Lebensbedroher im Schulbubenalter!“ – Sag’ ihnen ruhig einmal, wenn sie wieder so klug kommen, dass der Tag für sie auch noch kommt, wo sie einen Denkzettel erhalten, oder vielleicht keinen Führerschein mehr haben könnten, wenn sie mal ein Auto überholen wird und aus dem Fenster so ein rotes Licht raus scheint, oder auf dem Dach ein kleiner Schriftzug aus einem grünen Kästchen strahlend zu erkennen ist, den sie aber vermutlich dann doch nicht entziffern können. – Die Schuldfrage bei einem Unfall ist sowieso dahingestellt, weil sie den Führerschein dann in jedem Fall abgeben. Die Bullerei wird es riechen und selbst wenn ich in so einen hinein fahren würde und selbst schuldig wäre, dann würde ich die Polizei rufen, weil Solche einfach von der Straße weg gehören und besser in einer Ausnüchterungszelle aufgehoben sind, oder eine MPU + Entziehungskur aufgebrummt bekommen sollten. – Ich würde in so einem Fall eine Versicherungsaufstufung gerne akzeptieren.
Dem Opa würde ich mal einen Teufel und eine Hexe zu Weihnachten vor die Haustüre- oder Zimmertüre hängen und einen Besen dazu stellen, dass er damit herum tanzen kann. – Oder bastle ihm mal aus Pappe einen Dreizack, mal ein Hakenkreuz drauf und leg’ ihn auf den Tisch- oder häng’ ihn an Deine Zimmertüre hin, wenn man sich so sicher ist, dass der Teufel im Haus ist. Oder stell ihn in die Garage- oder an einen Ort, wo der Opa öfters vorbei kommt. Vor die Türe dann einen Weihwasserkessel hin stellen, weil der Teufel bekanntlich das Weihwasser fürchtet. – Wetten dass sich da Jemand unheimlich angesprochen fühlt und genau der braucht ja nicht an dieser Türe vorbei laufen- oder das Zimmer betreten. – Glaubst Du, dass Du sie auch erheblich verwunden kannst, wenn Du bei Gelegenheit dann sagst, dass es doch gut ist, wenn wenigstens ein Teufel- oder eine Hexe im Haus ist, weil sonnst ja Alle normal wären. – Die wissen um was es geht, das kannst Du glauben. – Sag’ ihm ruhig, dass Du, als verrufener „Teufel“, es nicht wagen wirst, Dich unter einem so scheinheiligen Haufen, bei seiner Beerdigung mit ans Grab hin zu stellen, weil er sonst gar auferstehen können würde und mit dem Führer noch mal die Welt erlösen könnte. – Ich wäre da jedenfalls in so Fällen schon recht kurz angebunden.
Könntest Du bei Deiner Freundin nicht etwa auch wo unterkommen? – Ich bin mir sicher, dass sie nicht böse wäre, wenn Du bei ihr wärst, weil dann alle beide gesundheitliche Probleme haben und ein eingespieltes Team sein könnten. – Auch wenn sie womöglich einen Partner im Haus hat, könntest Du vielleicht ein Zimmerchen bei denen „mieten“, im Haushalt mithelfen und doch eher mehr Deinen eigenen Weg ziehen. – Wenn Du dann auch etwas schlagfertig bist, dann könnte es durchaus sein, dass diese Lästermäuler in Deinem Beisein ihr gegenüber schon vorsichtiger sein würden, wenn man ihnen (natürlich vor vielen Anderen in der Nähe) bei entsprechender Gelegenheit richtig über’s Maul fährt. Ich habe dazu den Mut und mein verstorbener Freund hatte es auch erlebt, wie ich manche zum Stillstand brachte. Er sagte auch manchmal, dass ich da gut dabei gewesen wäre- oder nicht dabei sein hätte sollen, wenn er mal in so Diskussionen rein geriet. – „Besser fett und Mitglied oder Vorstand im 100-Kilo-Club, als geistig auf dem Niveau eines Sechsjährigen herunten!“ – Gerade auf dem Dorf gibt es da schon mal einen komischen Anblick, das weiß ich auch, weil ich auch aus einem Kaff komme, wo sich Fuchs und Hase Gut Nacht sagen. Wenn es mehrere Übergewichtige dort gibt und dann soll sie eben mit denen einen „100-Kilo-Club“ gründen und Leute von anderen Ortschaften auch darauf hinweisen. – So was gibt es zwei Ortschaften von uns entfernt und Jeder (mir sind zwar nur männliche Wesen dort bekannt), der unter 100 Kilo auf die Clubwaage bringt, wird vom Verein automatisch als Leichtgewicht ausgeschlossen. – Klingt zwar komisch, ist aber echt und gerade auf den Dörfern gibt es so ausgefallene Clubs, die eben nicht nur Fußballfans sind. Freizeitgelegenheiten gibt es da auch genügend für solche „Herkules-Typen“ und auch Du könntest Dich mit Deiner Freundin eben sportlich betätigen und ihr die Kilos vielleicht auch etwas herunterlaufen.
Ein Alkoholiker braucht sein Quantum zum treffen, das kenne ich von meinem Schulkameraden, der auch nie unter 4 Weizen zum Stand hinaus ging, aber dann mit einem Neunerdurchnitt rein kam, was er nüchtern niemals geschafft hätte. Aber lass da mal was passieren. Sie brauchen einfach den „Diesel“, wie auch ein verstorbener Gattersäger, der unter einer Kiste Bier niemals ins Bett ging, aber den ganzen Betrieb total überschaut hatte und dem keine Latte unerkannt entwendet wurde.
Klar ist es schwierig, mit 16 irgendwie an eine geringfügige Arbeit- oder an Geld für Miete zu kommen. – Kommt aber auch darauf an, wie gut Du in Haushaltsarbeiten bist. – Wenn Du da was taugst- also Dich auch in solche Arbeiten hineinsteigern kannst, dann gib doch mal eine Chiffre-Anzeige als Putzhilfe in die Zeitung rein, oder schau, ob wer so was sucht. Es muss absolut nicht nur Fensterputzen von der Hauswand aus auf der Leiter sein – Niemand weiß da noch wie alt Du bist und wer Du bist, aber Du könntest in einen Privathaushalt rein kommen, oder gar bei einem Rentner-, einer Rentnerin-, oder bei einem Rentnerehepaar für die gesundheitlich zumutbaren Hausarbeiten (Waschen, Bügeln, Staubsaugen, Putzen- vielleicht sogar in weiterem Sinne Pflegen), die Du dort vollbringst, frei wohnen und hättest doch genügend Freiräume. Auch ein Anfall wäre da akzeptabel, wenn Du nicht wo runterfallen könntest und wenn Du nicht grundsätzlich im Krankenhaus landest. – Wenn Du in der Lehre bist, dann bekommst Du ja etwas Geld. Und wenn Du noch nicht aus der Allgemeinbildenden Schule raus bist, dann schau’ gleich von Vorne herein weiter weg um eine Lehrstelle, wo Du vielleicht auch gleich zusätzlich eine Unterkunft finden könntest. – Das kann eben bei einer älteren Frau- oder einem älteren Mann in der Nachbarschaft der Lehrstelle sein, oder im Umfeld des Chefs, der durchaus auch jemanden kennen könnte, der ein Zimmer zum Schlafen an zu bieten- und zur Duldung in der Familie (Küche, Bad; Waschmaschine usw.) hat. – Oder frag’ mal in der nächst größeren Stadt, ob es ein Frauenhaus gibt, wenn Du so gedemütigt wirst und ob sie für solche Fälle nicht auch Platz hätten. – All das bringt Dich garantiert einen Schritt von Depressionen weg. Aber diese Entscheidung muss dann auch für Immer sein und auch da musst Du dann die nötige Härte haben und nicht rückfällig werden. – Wenn Du draußen bist, ist das/Dein Zimmer (über die Nacht) dann leer, weil Du dann mit zwei-drei-vielen Freunden und Freundinnen antrittst und Alles auf Einmal verschwinden lassen musst, damit sie wissen, dass Du mit ihnen abgerechnet hast.
Wenn Dich die Waffennarren ärgern, oder bedrohen, dann sag’ ihnen mal, dass sie besser mal einen Gang zurückschalten sollten, weil sie sonst vielleicht bald den letzten Gewehrlauf geputzt haben könnten. – Was meinst Du, wie schnell in der heutigen Zeit die „Grünen Männlein“ da sind und den Schrank leeren, wenn Du ihnen sagst, dass sie Dich bedrohen und einige Stutzen im Haus verwahren?
Ich kenne einen Arbeitskollegen, der auch Waffensammler ist, mit dem ich auch über ein Forumsmitglied sprach, das auch mit „ich knall dich ab“ usw. bedroht wurde. Der sagte mir damals eben, dass man da heute sehr sensibel mit Waffenbesitzern umgeht und ich soll mal erwähnen, dass man den Waffennarren dann mal fragen solle, wann er den letzten Gewehrlauf geputzt hat. – Wetten, dass der schnell ruhig wird, weil er genau weiß, dass die Dinger schneller weg sind, als sie mal rein kamen. – Selbst wenn Du nur sagst, dass sie manchmal über Andere gesagt haben, dass sie „erschossen gehören“ und es auch nicht wahr ist, liegt es sehr nahe, dass der Schrank sehr schnell geleert ist und darüber sind sie sich sehr wohl im Klaren.
Deinem Onkel kannst Du auch eine gute Hilfe sein. Wenn er noch alleine ist, dann wärst Du auch durchaus sogar eine Hilfe beim Spritzen, wenn Du Dich da Einweisen lassen willst. – Der Mann meiner Nichte ist ehemaliger Sani und darf seiner Frau eben auch die Spritzen offiziell „hineinjagen“. Zudem wird er dann in naher Zukunft mit ziemlicher Sicherheit froh sein, wenn er (falls er alleine ist) Jemanden hat, den er wo hin schicken kann- oder der (auch eventuell seiner Frau) dann helfen würde, wenn sein Fußwerk nicht mehr so recht will. Und dass das so weit kommt, dass der Rollstuhl und der Treppenlift angeschafft werden muss, weiß er auch jetzt schon. – Und in jedem Fall wird er alleine 10x vernünftiger sein, wie Dein gesamter Familienclan miteinander. – Und auch er könnte Jemanden kennen, der Dir Unterschlupf bieten könnte.
Weihnachten wirst Du den ganzen Tag weg sein. – Setz Dich in den Zug hinein und fahr’ bis zur Heimfahrt mit dem vorletzten Zug in der Gegend herum, wenn es eine Tageskarte- oder eine Bereichsticket gibt. – Oder besuch’ Deine Freundin- oder fahr mit ihr herum und bleib’ vielleicht sogar über die Feiertage dort, damit Du „den Familienfrieden“ nicht stören wolltest. – Unter Umständen einen Artikel mit einem integrierten Weihnachtssternchen „Dem Patriarchen und dem Führer und Exorzistenfreund ein besinnliches Weihnachtsfest von der teuflischen Familienschande aus dem Bergdorf!“ in die Heimatzeitung rein geben. – Da brauchen absolut keine Namen fallen und trotz dem wird mancher (unter Umständen sogar außerhalb der Familie noch) genau wissen um wen es sich da dreht. – Kannst auch andere Beispiele- oder Begebenheiten rein bringen, die da treffend sind. – In der Zeitung gibst Du- oder besser Deine Freundin in einer anderen Ortschaft eben einen falschen Namen und irgend eine falsche Adresse an und dann können sie ruhig suchen- oder gar eine Anzeige machen. – Beweisen können sie Dir nichts, aber der Schädel wird ihnen kochen. Das Geld wär’s mir jedenfalls schon Wert.
Und dann ist es aus meiner Sicht her auch wichtig, dass Du ein Hobby richtig aktiv ausführen musst, das Dich dann eben voll fordert, damit Du nicht an Anfälle und Depressionen denkst. Auf dem Dorf gibt es eigentlich normalerweise mindestens einen Gesangsverein -und sei es der Kirchenchor-, der Dir da ziemlich Ausgleich schaffen kann und da denkst Du dann eher an Text und Melodie wie an Anfälle, oder gehirnamputierte Familienmitglieder. – Deine Stimmung wird sich garantiert dann auch verbessern. – Soll doch der Opa dann mit dem Weihrauchfass im Sängerchor oben herum rennen. – Dein Mut und der Respekt anderer Bürger dazu, wird schwerwiegender sein als ein vielleicht möglicher Anfall bei einem Auftritt oder dem Sonntagsgottesdienst, das ist auch sicher wie das „Amen“ in der Kirche.
Gib’ also nicht auf und versuch’ auch mal eben Wege über die Zeitung zu erzielen, damit Du raus aus der Bude kommst. Vor Allem versuch’ Dich zu wehren und je direkter Du dabei zurück gibst, umso tiefer werden sie verwundet werden. – Das weiß ich aus eigener Erfahrung.
Matthias