Re: medic specialist stomatologie generala
zitat=helmut menzel]sehr geehrte kollegen!heute hatte ich einen jungen patienten,zwanzig jahre alt,in meiner sprechstunde,der seit ca dem 12.lebensjahr an epilepsie leidet und sich seitdem in aerztlicher behandlung in einem bukarester krankenhaus befindet.nun wurde er auf einen moeglichen zusammenhang seines leidens mit einer zahnproblematik hingewiesen,die laut eines neuen kollegen fuer dessen epilepsiesymtomatik verantwortlich sein soll?wie kann ich diesem patienten helfen?gibt es die moeglichkeit eines solchen zusammenhanges?fuer ihre bemuehungen im vorausdankend mit kollegialen gruessen za h.menzel[/zitat]
Hallo Herr Menzel,
erstmal: ich bin kein Arzt, sondern „nur“ Betroffener, aber ich bin so frei und antworte trotzdem mal. Das ein direkter organisch-kausaler Zusammenhang zwischen einem Zahnproblem und einer Epilepsie geschlossen werden kann, halte ich für äußerst zweifelhaft. ABER: Es gibt eine ganze Menge von Epileptologen, die sagen, dass im Grunde alle Menschen Epilepsie haben, d.h. wenn man einen Moment geistig nicht ganz da, abgelenkt ist, dann verbirgt sich dahinter das, was die Neurologen als Absence mit Epilepsie in Verbindung bringen. Bei den Personen, die man dann Epileptiker nennt, liegt dieser Theorie zufolge nur eine höhere Sensibilität für bestimmte Reize vor. Bei allen aber gilt: Wird der bestimmte Schwellenwert der Reizung überschritten, erfolgt ein epileptischer Anfall. Einer der weitverbreitetsten Auslöser für epileptische Anfälle ist Stress. Und hier schließt sich nun der Kreis. Wenn eine Zahnerkrankung den Körper unter DauerStress setzt, dann kann daraus durchaus ein epileptischer Anfall (quasi als Stressabbau) folgen (das ging mir bei meinem Weisheitszahn - Schmerzen->Stress->Anfall - so).
Also zusammengefasst: Wenn es sich bei ihrem Patienten erstens um eine idiopathische Epilepsien handelt (bei Schädigungen des Hirnes sieht das natürlich anders aus), und wenn zweitens seine Anfälle durch zuviel Stress verursacht werden, dann wäre durchaus ein indirekter Zusammenhang zwischen einem Zahnproblem, dass Stress erzeugt und seiner Epilepsie denkbar. In diesem Fall würde die Behebung des Zahnproblems ihrem Patienten im besten Fall ein anfallsfreies Leben (evtl. sogar ohne Antiepileptika und nur mit Stressvermeidungs-Verhaltensregeln) ermöglichen. Zumindest würde es seine Gesamtsituation verbessern, da Sie durch Beheben der Zahnproblematik einen Teil des Gesamtdruckes entfernen.
Na ja, schön, dass es im Deutschen ein Konditional gibt - Sie sehen schon: es ist nicht so einfach, wie man es sich wünscht, aber: (die Anmerkung sei noch erlaubt) Zähne sind ja eh so was wie ein Wunderwirkmittel: Eine Freundin von mir hatte eine größere Zahnbehandlung und danach sind ihre sämtlichen Allergien verschwunden…
Ach ja: Ich find es toll, dass Sie sich so für die Situation Ihres Patienten interessieren und einsetzen. Großes Lob!
Viele Grüße
Thomas
P.S.: Ach ja: Bei www.spinchat.de gibt es jeden Donerstag ab 20:00 Uhr einen betreuten Chat, da könnten Sie ggf. auch mal nachhaken.
gesamter Thread:
- medic specialist stomatologie generala -
helmut menzel,
20.12.2006, 22:46
- Re: medic specialist stomatologie generala - Thomas, 21.12.2006, 11:05
- Re: medic specialist stomatologie generala - Marion, 21.12.2006, 17:35
- Re: Re: medic specialist stomatologie generala - Ulrike, 21.12.2006, 20:41
- Re: medic specialist stomatologie generala - "Leben mit Epilepsie", 22.12.2006, 07:56