epilep.durch gehirntumor

kerstin @, Thursday, 28.12.2006, 16:58 (vor 7176 Tagen)

hallo
folgendes Problem: vor 1 1/2 Jahren hatte mein Mann einen Gehirmtumor,dadurch ist einen Vernarbung des Gehirns entstanden, die Anfälle auslösen kann.
Im Sommer hatte er einen "großen Anfall"( Arme u Beine haben gekrampft für ca 3min)wahrscheinlich ausgelöst durch einen zu geringe Dosis(2 Tab carbabeta 400). Daraufhin wurde die Dosis durch den Arzt auf 4 tab erhöht.Trotzdem hat er nachts so ca alle 4 Wochen einen kleinen Anfall( Arm für ca 45sek):Daraufhin ist die dosis auf 5 Tab erhöht worden.
Jetzt habe ich mehrere Fragen:
1. muß die dosis wirklich solange erhöht werden bis
kein Anfall mehr vorliegt?
2. Ist es vielleicht das falsche Medikament?

Ich bin ziemlich verzweifelt und es würde mir sehr helfen wenn ich wüßte das ich nicht allein bin!
Danke


3.

Re: epilep.durch gehirntumor

steffi @, Thursday, 28.12.2006, 19:57 (vor 7176 Tagen) @ kerstin

Hallo Kerstin!!! Bei mir (36) ist es genau wie bei deiem Mann. Allerdings liegt meine OP schon 20 Jahre zurück. Ich war danach sechs jahre anfallsfrei. Jetzt bin ich eingestellt auf Medikamente. Ja, das Einstellen braucht halt seine Zeit. Jeder Mensch und jede Art von Epilepsie ist anders. Da gibt es keine andere Möglichkeit, als das richtige Medikament und die richtige Dosis auszutesten. Aber Kopf hoch - das wird schon. Ihr müßt halt Geduld haben. Leichter gesagt als getan... Es bleibt einem leider nichts anderes übrig. Aber dein Mann wird bestimmt auch bald anfallsfrei sein. Wenn du Fragen hast kannst du mir gerne mailen. Alles Gute für dich und deinen Mann!!! Liebe Grüße Steffi

Re: epilep.durch gehirntumor

Fred @, Thursday, 28.12.2006, 21:04 (vor 7176 Tagen) @ kerstin

Hallo Kerstin,
ob es das falsche Medikament ist, muss der Neurologe entscheiden. Berücksichtigt werden sollte
die Wirksamkeit, die Tagesdosis, welche Nebenwirkungen treten auf, wie wird die Lebensqualität beeinflusst.

Carbamazepin ist das Standardmedikament in der Behandlung fokaler Epilepsien. In ausreichender Dosierung werden 40-60% der Patienten in einer Monotherapie anfallsfrei. Es sollte auf jeden Fall eine regelmäßige Blutuntersuchung erfolgen.

Wie bei den meisten Medikamenten gegen Epilepsie, wird auch bei Carbamazepin zunächst auf mittlere Dosisbereiche aufdosiert. Insgesamt können Tagesdosen zwischen 400 und 1600 mg bei Erwachsenen gegeben werden.

Es besteht aber kein Grund zur Sorge. Sprecht mit dem Neurologen über eine andere Medikation, falls die Nebenwirkungen zu belastend werden. Es gibt sehr viele Medikamente, die eingesetzt werden können.

Alles Gute
Fred

Re: epilep.durch gehirntumor

heinerle @, Friday, 29.12.2006, 11:06 (vor 7176 Tagen) @ kerstin

Hallo Kerstin,

ich habe dasselbe Problem, bei mir wurde vor 6 Jahren ein Tumor entfernt, das Narbengewebe löst weiterhin Anfälle aus, allerdings vergleichsweise kleine Anfälle. Ich nehme auch Carbamazepin, allerdings 700-0-800, dazu nehme ich Keppra (2000-0-2000).
Nach der OP hatte ich noch viele Anfälle, seit ich Keppra nehme, sind es nur noch sehr wenige, die sehr mild ausfallen (plötzlicher Schwindel, Schweißausbruch, Herzklopfen oder ähnliches... damit läßt sichs leben)
In Freiburg wurde mir gesagt, dass Tumorgeschädigte besonders gut auf Keppra ansprechen, das wäre vielleicht eine Überlegung wert, oder?

Grüßle und einen guten Rutsch ins neue Jahr wünscht
heinerle