nur erhöhte Anfallswarscheinlichkeit

Beate @, Thursday, 04.01.2007, 19:59 (vor 7169 Tagen)

Hallo,
ich lese immer eifrig die diversen Beiträge die hier verfasst werden. Nun denke ich ich kann ja selbst auch Mal versuchen meine Fragen (Ängste) an die Allgemeinheit zu stellen. Ich bin die Mutter eines 12-jährigen Sohnes bei dem in 2003 bei einer Untersuchung wegen ADHS/Legasthenie auch ein EEG gemacht wurde. Ergebnis war, auftreten gruppierter Sharp waves über 4-6 Sekunden - erhöhte Anfallswahrscheinlichkeit. Uns wurde Carbamazepin empfohlen, was wir abgelehnt haben. Unser Sohn hatte bisher keine für uns ersichtlichen "kleinen" Anfälle und keine Grand Mals. Jetzt im Januar 2006 wurde eine erneutes EEG gemacht, wieder mit Sharp waves worauf wir an die Neuropädiatrie in Vogtareuth verwiesen wurden. Die Untersuchung dort war zwar ähnlich, aber der dortige Neurologe meinte da es nicht so eindeutig ist könnten wir noch zuwarten und es weiter ohne Medikation versuchen, da es sich vielleicht auswächst. Carbamazepin hat er rigoros abgelehnt. Jetzt Ende November wieder Kontroll-EEG. Wieder Sharp waves, steile Abläufe generalisiert mit Bifrontaler Betonung, Dauer bis 4 Sek. und Phasenumkehr (was immer das ist?). Nun sollen wir wieder nach Vogtareuth - wieder EEG und Diskussion ob Valporat (oder anderes?) oder abwarten. Ich stelle mir nun grundsätzlich die Frage ob ich nicht einfach abwarten soll. Denn schließlich kann ein Anfall, soweit ich weiß ja auch erst durch ein Medi ausgelöst werden und die wahrscheinlichkeit das ein weiterer Anfall kommt würde dadurch steigen. Wenn ich abwarten will ob er überhaupt je einen Anfall bekommt, kann ich doch meinem Sohn die ständigen Untersuchungen und EEG'S etc. ersparen. Ach ja Computertomographie war unauffälig. Bin für jede Meinung offen und dankbar. Wer möchte kann mir auch an Madesch@t-online. schreiben.
Wünsche Euch allen ein gutes vor allem gesundes neues Jahr.
Beate

Re: nur erhöhte Anfallswarscheinlichkeit

Annika @, Thursday, 04.01.2007, 20:48 (vor 7169 Tagen) @ Beate

Hallo Beate,

ich würde in jedem Fall der Einstellung auf Medis zunächst einmal nicht zustimmen und abwarten. So weit ich weiß gilt der Grundsatz: Ein auffälliges EEG bedeutet nicht unbedingt eine Epilepsie und ein unauffälliges EEG schließt eine vorhandene Epilepsie nicht aus.
Wenn Dein Sohn dann wirklich mal Anfälle haben sollte, kann man immer noch weitersehen und diese medikamentös behandeln. Medikamente haben ja immer auch Nebenwirkungen und nicht nur eine Wirkung.
Ich selbst habe eine primär generalisierte Epilepsie (Aufwach-Grand-Mal) und nehme seit ca. 4 Monaten keine Medis mehr. Seit Jahren war vor dem Absetzen der Medikamente das EEG in Ordnung und ich bin natürlich auch anfallsfrei. Bei der letzten Ableitung vor ungefähr einem Monat waren "sharp-slow-waves" zu sehen, was für erhöhte Anfallsbereitschaft spricht. Dennoch habe ich mich gegen den Rat des Arztes dafür entschieden, vorerst keine Medikamente zu nehmen. So lange ich anfallsfrei bin, sehe ich dafür keinen Grund und ein anderer Arzt hat mir da auch zugestimmt.
Am Ende bleibt es natürlich Deine Entscheidung, aber ich hoffe, ich konnte Dir ein wenig weiterhelfen.

Annika

[zitat=Beate]Hallo,
Ich lese immer eifrig die diversen Beiträge die hier verfasst werden. Nun denke ich ich kann ja selbst auch Mal versuchen meine Fragen (Ängste) an die Allgemeinheit zu stellen. Ich bin die Mutter eines 12-jährigen Sohnes bei dem in 2003 bei einer Untersuchung wegen ADHS/Legasthenie auch ein EEG gemacht wurde. Ergebnis war, auftreten gruppierter Sharp waves über 4-6 Sekunden - erhöhte Anfallswahrscheinlichkeit. Uns wurde Carbamazepin empfohlen, was wir abgelehnt haben. Unser Sohn hatte bisher keine für uns ersichtlichen "kleinen" Anfälle und keine Grand Mals. Jetzt im Januar 2006 wurde eine erneutes EEG gemacht, wieder mit Sharp waves worauf wir an die Neuropädiatrie in Vogtareuth verwiesen wurden. Die Untersuchung dort war zwar ähnlich, aber der dortige Neurologe meinte da es nicht so eindeutig ist könnten wir noch zuwarten und es weiter ohne Medikation versuchen, da es sich vielleicht auswächst. Carbamazepin hat er rigoros abgelehnt. Jetzt Ende November wieder Kontroll-EEG. Wieder Sharp waves, steile Abläufe generalisiert mit Bifrontaler Betonung, Dauer bis 4 Sek. und Phasenumkehr (was immer das ist?). Nun sollen wir wieder nach Vogtareuth - wieder EEG und Diskussion ob Valporat (oder anderes?) oder abwarten. Ich stelle mir nun grundsätzlich die Frage ob ich nicht einfach abwarten soll. Denn schließlich kann ein Anfall, soweit ich weiß ja auch erst durch ein Medi ausgelöst werden und die wahrscheinlichkeit das ein weiterer Anfall kommt würde dadurch steigen. Wenn ich abwarten will ob er überhaupt je einen Anfall bekommt, kann ich doch meinem Sohn die ständigen Untersuchungen und EEG'S etc. ersparen. Ach ja Computertomographie war unauffälig. Bin für jede Meinung offen und dankbar. Wer möchte kann mir auch an Madesch@t-online. schreiben.
Wünsche Euch allen ein gutes vor allem gesundes neues Jahr.
Beate[/zitat]

Re: nur erhöhte Anfallswarscheinlichkeit

gisa @, Friday, 05.01.2007, 11:38 (vor 7168 Tagen) @ Beate

hallo beate,
bei unserem sohn wurde im alter von 6 jahren ein auffalliges eeg festgestellt. computertomographie war unauffällig. jedes jahre wurde dann ein schlafentzugs-eeg gemacht, mit der gleichen feststellung. unser arzt meinte, solange kein anfall auftritt gibt es auch keine medikament, auch ein auffälliges eeg bedeutet nicht, dass er in seinem leben einen anfall bekommt. im februar 2005 passierte es dann, unser sohn inzwischen knapp 16 jahre alt.bekam nachts und morgens nach dem aufwachen je 1 gm. die aufregung war natürlic gross, sofort wurde notarzt ,krankenwagen bestellt und unser sohn ab ins krankenhaus. eine ursache für den gm konnten die ärzte nicht finden. ich bin der meinung, unser sohn hatte von sonntags bis donnerstag eine starke erkältung mit abends immer fast 40 fieber, er bekam medikamenten dafür, sonntags darauf dann die anfälle, dass dies der auslöser war. die ärzte bestätigen dies nicht. da unser kinderarzt als fachgebiet epilepsie hat, setzte sich der oberarzt gleich mit ihm in verbindung und wir konnten 2 tage später wieder nach hause. durch die jährliche vorsorge-eegs wusste unser arzt bescheid, und er konnte unseren sohn sofort auf tabletten einstellen. er nimmt ergenyl-chronosphere, braucht es seit ein paar wochen nur noch abends zu nehmen und kommt ganz gut zurecht damit. er ist anfallsfrei und sein eeg ist seit dieser zeit immer in ordnung. er hat sich jetzt für den führerschein angemeldet, und bekommt am 13. febr.2007 (2 jahre nach dem anfall) die bescheinigung , dass er praktischen fahrunterricht nehmen darf. ich hoffe, ich konnte dir helfen. falls du noch fragen hast, kannst du mich auch unter eisenhauergisela@hotmail.com erreichen. viele liebe grüsse gisa