Hallo, nachträglich ein gesundes neues Jahr.
Da ich im Internet ein interessantes Stellenangebot gesehen habe und mich daher bewerben möchte, bin ich mir unsicher, ob ich die Epilepsie sofort erwähnen soll bzw. den Schwerbehindertenausweis. Hat jemand schon Erfahrung in derlei Hinsicht? Vielen Dank für Eure Antwort.
Gruß
Roland
Re: Epilespie im Bewerbungsschreiben erwähnen?
Marion
, Wednesday, 24.01.2007, 00:49 (vor 7150 Tagen) @
Roland
[zitat=Roland]Hallo, nachträglich ein gesundes neues Jahr.
Da ich im Internet ein interessantes Stellenangebot gesehen habe und mich daher bewerben möchte, bin ich mir unsicher, ob ich die Epilepsie sofort erwähnen soll bzw. den Schwerbehindertenausweis. Hat jemand schon Erfahrung in derlei Hinsicht? Vielen Dank für Eure Antwort.
Gruß
Roland[/zitat]
Hallo roland,
soweit ich weiß gibt es keine Pflicht die Epi bekannt zugeben. Wenn du allerdings bereits einen SB Ausweis hast, liegt es in Deiner Entscheidung, ob du die Vorteile wahrnehmen willst. Es kann aber wegen des Kündigungsschutzes und der 5 Tage mehr Urlaub ein Hinderungsgrund sein, Dich einzustellen. Das hängt vom Arbeitgeber ab.
Vielleicht wissen Andere mehr.
Alles Gute
Marion
Re: Epilespie im Bewerbungsschreiben erwähnen?
woelfin_b
, Wednesday, 24.01.2007, 08:09 (vor 7149 Tagen) @
Roland
Hallo Roland,
die rein rechtliche Situation sieht so aus, das Du auf Fragen bezüglich einer Schwerbehinderung Auskunft geben mußt jedoch diese nicht ungefragt angeben mußt.
Wahrheitspflicht
Die Frage des Arbeitgebers nach dem Vorliegen einer Schwerbehinderteneigenschaft muss wahrheitsgemäß beantwortet werden. Fragt der Arbeitgeber nicht danach, braucht die Schwerbehinderteneigenschaft auch nicht mitgeteilt zu werden. Kann jedoch ein Stellenbewerber bei den Verhandlungen über den Abschluss eines Arbeitsvertrages oder im Einstellungsgespräch erkennen, dass er die vorgesehene Arbeit nicht leisten kann oder nur mit ganz erheblichen Leistungseinschränkungen, so muss er den Arbeitgeber auf seine Schwerbehinderteneigenschaft hinweise. Ansonsten gilt, dass auch ein schwerbehinderter Mensch zu voller Leistung fähig ist.
( Auszug aus: http://www.epilepsie.sh/Schwerbehinderung.34.0.html)
In Deinem Fall würde ich im Bewerbungsschreiben zunächst nichts erwähnen und die Stimmungslage im Bewerbungsgespräch sondieren.
Viel Erfolg und schöne Grüße
woelfin_b
Re: Epilespie im Bewerbungsschreiben erwähnen?
Dieter
, Wednesday, 24.01.2007, 08:13 (vor 7149 Tagen) @
Roland
[zitat=Roland]Hallo, nachträglich ein gesundes neues Jahr.
Da ich im Internet ein interessantes Stellenangebot gesehen habe und mich daher bewerben möchte, bin ich mir unsicher, ob ich die Epilepsie sofort erwähnen soll bzw. den Schwerbehindertenausweis. Hat jemand schon Erfahrung in derlei Hinsicht? Vielen Dank für Eure Antwort.
Gruß
Roland[/zitat]
Hallo Roland,
es kommt auf Deine Epilepsieart an.Wenn Du die Anfälle außerhalb der Arbeitszeit bekommst , würde ich vorerst nichts angeben . Nach einer gewissen Zeit , wenn Du Dich gut eingearbeitet hast , würde ich es auf jeden Fall sagen . Allein wegen der Absicherung Deines Arbeitsplatzes . Die Firma könnte Dir bei Nichtangabe sogar fristlos kündigen.Ich spreche aus eigener Erfahrung.
ich wünsche Dir viel Glück mit der Stelle.
Gruß Dieter
Re: Ein kleiner Tip zur Bewerbung
Alex
, Wednesday, 24.01.2007, 09:37 (vor 7149 Tagen) @
Roland
[zitat=Roland]Hallo, nachträglich ein gesundes neues Jahr.
Da ich im Internet ein interessantes Stellenangebot gesehen habe und mich daher bewerben möchte, bin ich mir unsicher, ob ich die Epilepsie sofort erwähnen soll bzw. den Schwerbehindertenausweis. Hat jemand schon Erfahrung in derlei Hinsicht? Vielen Dank für Eure Antwort.
Gruß
Roland[/zitat]
Hi Roland,
das gleiche Problem hatte ich schon 2mal.
Du solltest es aber gleich sagen! Ich habe gelernt,
wenn man es nicht gleich sagt gibt es nacher mehr Probleme als
wenn Du es gleich sagst. Versuch es nicht gleich am Anfang zu sagen.
Gruß Alex ;)
Re: Epilespie im Bewerbungsschreiben erwähnen?
cokie
, Wednesday, 24.01.2007, 10:08 (vor 7149 Tagen) @
Roland
Hallo Roland,
ich habe es einmal im Bewerbungsschreiben angegeben und sofort die Absage erhalten, obwohl mein Vater in der Firma gearbeitet hat und mein Bewerbungsschreiben eigentlich nur noch eine Formalität sein sollte.... Danach habe ich es immer so gehandhabt, dass ich beim Vorstellungsgespräch zum Schluß - wenn ich mich also schon "dargestellt" hatte - gesagt habe, dass ich das ehrlichkeit halber erwähnen möchte und es dem Arbeitgeber selbst überlasse ob er die Schwerbehindertenanerkennung für seine Firma ( Einstellungspflicht für einen Behinderten auf so und so viel Beschäftigte oder Zahlung an Staat...) verwenden möchte oder nicht, ich selbst habe auf jegliche Vergünstigungen verzichtet, mir genügten die Steuervorteile und ich konnte damals immer versichern, dass ich anfallsfrei war. Ein AG hat sich über den Behindertenausweis gefreut. Andere haben mich abgelehnt, wieder andere trotz meiner freiwilligen Verzichtserklärung den Zusatzurlaub gegeben. Alles in allem waren alle mit meiner Ehrlichkeit zufrieden. Ich glaube als gesunde Basis für nen guten Job und ne gute Stimmung in der Firma ist es immer gut ehrlich zu sein. Nehmen sie dich dann nicht wäre es im ernstfall auch nur noch schlimmer wenn du es nciht gesagt hättest. Im Endeffekt habe ich immer einen Job bekommen, obwohl ich außerdem Frau bin und drei Kinder habe und zeitweise auch alleinstehend war. Also es ist machbar. Meine längste Arbeitslosenzeit war 4 Monate, trotz vieler gesundheitlicher Probleme und allem anderen. Jetzt wo es gar nimmer geht bin ich Rentner - und habe auch da lange gebraucht das zu aktzeptieren.
Viel Glück bei deinen Bewerbungen und vor allem dann später viel Spass am Job! LG Cordula
Re: Epilespie im Bewerbungsschreiben erwähnen?
heinerle
, Wednesday, 24.01.2007, 10:41 (vor 7149 Tagen) @
Roland
Hallo Roland,
Im Bewerbungsschreiben würde ich den Behindertenausweis nicht erwähnen und die Epilepsie schon gar nicht. Das wurde mir übrigens auch bei der Arbeitsagentur geraten.
Wenn du zuviel verrätst, wirst du zu schnell aussortiert und bekommst nicht mal die Chance, dich in einem Bewerbungsgespräch zu präsentieren.
Wenn du erst mal einen guten Eindruck hinterlassen hast, verzeiht man dir vielleicht auch die Epilepsie, oder?
Ich habe das bis vor kurzem auch immer brav alles angegeben und das Ergebnis ist: Auf 40 Bewerbungen eine einzige Einladung zum Vorstellungsgespräch...inzwischen lasse ich diese Information auch weg.
Viele Grüße
heinerle
Re: Re: Epilespie im Bewerbungsschreiben erwähnen?
Roland
, Thursday, 25.01.2007, 20:11 (vor 7148 Tagen) @
Roland
Hallo Roland
Ich heiße auch Roland. Meine Tochter hat kurze Zeit in Osnabrück in einem amerikanischen Schnellimbiss gearbeitet.
Als sie erfahren haben, dass sie Epilepsie hat wurde sie gleich gekündigt. Es gibt garantiert nicht viel Unternehmen, die Verständnis für eine Krankheit haben, und noch viel weniger geben sie es zu. Wenn du nichts von der Epilepsie sagen willst, dann auch zu niemandem auch nicht zu deinen neuen Arbeitskollegen, denn einer ist immer dabei der irgendwann seinen Mund nicht halten kann. So war es bei meiner Tochter.
Viele Grüße Roland