Re: Angst mit Epilepsie zu Leben.
[zitat=Helga]Hallo,
ich bin 47 Jahre und hatte im Dez. 2006 den 1. Anfall mit Zungenbiss, eben die ganze Palette. Nun hat meine Familie Angst um mich und sie wollen mich am liebsten in Watte packen und mich Tag und Nacht kontrollieren, ob es mir auch gut geht. Selbst habe ich natürlich auch Angst, denn ich habe von diesem Anfall nichts mitbekommen da ich bewußtlos wurde und erst im Krankenhaus wieder aufwachte.
Wie lebt Ihr denn mit dieser Krankheit. Würde mich sehr freuen von Euch zu hören.[/zitat]
Hallo Helga,
Du hast ja schon einige ermutigende Antworten erhalten. Dieses Forum ist wirklich hilfreich und es gibt noch etliche andere nützliche homepages und Foren zu dem Thema und den Betroffenen.
Schau, ich habe jetzt die 60 überschritten und habe seit meinem 19. Lebensjahr Epilepsie. Es gab "gute und schlechte Jahre", Jahre mit viel Angst, die ich meist mit mir allein ausmachte und Jahre, in denen ich sehr aktiv und frei handen konnte. Dabei war ich immer berufstätig und selbständig.
Seit einigen Jahren bin ich wieder anfallsfrei, dank der Medikamente, und lebe eigentlich ganz normal, reise alleine, habe viele Interessen und Aktivitäten und mein Leben unterscheidet sich kaum von dem aus den besten Zeiten. Da gibt es wirklich viel schwerere Fälle und auch deren Berichte lese ich mit viel Respekt und Anteilnahme, weiß ich doch was es heisst, eventuell täglich mit einem oder gar mehreren Anfällen rechnen zu müssen. Am schlimmsten ist immer die Angst - schlimmer als der Anfall selbst. Und die Reaktionen des nahen sozialen Umfeldes, also Familie, Freunde, Nachbarn, Kollegen usw.
Da es bei Dir so spät zu einem grand mal gekommen ist, kann es auch sein, dass es bei der Einmaligkeit bleibt. Das muss sicherlich erst einige Zeit beobachtet und möglichst genau diagnostiziert werden. Vielleicht bleibt es ja bei der Einmaligkeit und du müsstest nur sehen, dass du dich nicht zu viel Stress aussetzt, der ja gerade um die Weihnachtszeit in Deutschland enorm hoch ist (Spekulation von mir, wegen des Dezembers, von dem du schreibst). Aber Diagnostik und Behandlungsmethoden, auch die Medikamentenvielfalt, haben sich in den letzten Jahrzehnten doch sehr gut entwickelt. Das war vor 40 Jahren echt anders.
Also ich möchte dir nur sagen: Kopf hoch, lass dich nicht von der Angst beherrschen, sondern kontrolliere eher Deine Lebensgewohnheiten. Lass dich nicht in Watte packen und auch nicht verrückt machen. Und lies erstmal in den anderen homepages einiges über die Krankheit. Die Ursachen können sehr unterschiedlicher Natur sein. Und freu dich irgendwann, dass es dich "so spät erwischt" hat - falls es dich überhaupt erwischt hat.
Leben kann man auf alle Fälle damit,oft auch quasi fast ganz normal, - wenn es nicht gerade die schwerste Form ist die du hast, was ich nicht vermute.
Es gibt übrigens ein Taschenbuch: "Anfälle - Leben mit Epilepsie", in dem ca. 90 Personen unterschiedlichen Alters ihre Erfahrungen niedergeschrieben haben. ISDN 3-933050-22-7 im Mabuse Verlag. Vielleicht liest du das mal?
Ganz gute Wünsche und Grüße!
Marion
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Helga,
13.02.2007, 12:31
- Re: Angst mit Epilepsie zu Leben. - silvia, 13.02.2007, 13:56
- Re: Angst mit Epilepsie zu Leben. - Alex, 13.02.2007, 14:46
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- Re: Re: Angst mit Epilepsie zu Leben. - Helga, 13.02.2007, 19:01
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- Re: Angst mit Epilepsie zu Leben. - Hamburg-Thomas, 14.02.2007, 19:59
- Re: Angst mit Epilepsie zu Leben. - Marion, 15.02.2007, 12:26
- Re: Re: Angst mit Epilepsie zu Leben. - Helga, 15.02.2007, 13:29
- Re: Re: Re: Angst mit Epilepsie zu Leben. - Roland, 16.02.2007, 19:10
- Re: Re: Re: Re: Angst mit Epilepsie zu Leben. - Helga, 16.02.2007, 19:52
- Re: Angst mit Epilepsie zu Leben. - jürgen, 17.02.2007, 01:25