1. Anfall seit 2,5 Jahren

Sebastian @, Saturday, 17.03.2007, 20:55 (vor 7097 Tagen)

Hallo zusammen

Meinen ersten Anfall hatte ich etwa vor 10 Jahren; Typ Grand Mal aus dem Schlaf heraus. Hatte dann noch 2 weitere und dann bekam ich Medikamente. Die Ärztin sagte mir, dass es an dem Sauerstoffmangel lag den ich bei meiner Geburt hatte... Habe die Tabletten bis 2004 genommen und dann wurden sie abgesetzt (nicht plötzlich sondern immer nach und nach).
Nun habe ich vor 1,5 Monaten wieder einen Anfall gehabt.. wieder im schlaf... ich konnte mich, wie schon damals, an nichts erinnern. Meine Freundin war die einzige die das mitgekriegt hat. Sie sagte mir dass der Anfall einige Minuten gedauert hat, so dass sie vor lauter Angst einen Rettungswagen gerufen hat (die Sanitäter konnten natürlich nichts machen und sind dann wieder gefahren nach dem ich zu mir kam). Ich war noch am gleichen Tag beim Neurologen. Dieser machte ein EEG und sagte mir nach dessen Durchsicht, dass es nicht auffälliges zu erkennen gab. Das kam mir komisch vor, aber "ein wenig beruhigt" ging ich wieder heim.
Es kam wie es kommen musste: etwa 2 Wochen später bekam ich wieder einen Anfall. Doch es war nicht das selbe wie sonst: es passierte zwar wieder im Schlaf, aber ich bin kurz vorher von meiner Freundin geweckt worden, da ich wohl irgendwie kurz gezuckt habe; ich sagte ihr, sie solle sich keine Sorgen machen, da ich nur einen Alptraum hatte. Und das ist das merkwürdige; es war so real... ich habe geträumt dass ich eine Treppe hochgehe, dabei den Himmel ansehe und feststellte dass sich dieser ganz schnell verdunkelte und dabei Nebel aufzog. Das hat mich zwar beunruhigt aber ich ging die Treppe weiter hoch... und in einem Augenblick erfasste mich dieser Nebel... und habe gar nichts mehr gesehen... Als ich das meiner Freundin gesagt habe, schlief ich wieder ein und fand mich wieder in diesem Nebel und der Anfall begann (lt. Info meiner Freundin)... Das war so unheimlich und real zugleich, dass ich noch Tage danach und bis heute daran denken muss... Hatte schon mal jemand von Euch solche Erfahrung gemacht? Verdammt, was ist da passiert??? Ich muss am Dienstag wieder zum EEG doch habe ich die Befürchtung dass dieser wieder nichts finden wird... :( :(

Re: 1. Anfall seit 2,5 Jahren

Roland @, Saturday, 17.03.2007, 21:26 (vor 7097 Tagen) @ Sebastian

Hallo Sebastian
Es ist eigentlich normal, dass zwischen den Anfällen das EEG normal ist. Ich bin 48 und habe mit 46 1/2 meinen ersten und bis jetzt auch letzten Anfall bekommen. Nun versuche ich immer bei einem komischen Gefühl zum Neurologen zu fahren. Beim letzten Mal hat es wieder geklappt. Das EEG war viel zu auffällig sagte er mir. Ich wurde mit Timox auf eine höhere Dosis eingestellt, und nun fühle ich mich viel besser. Ich bin fest davon überzeugt, dass man mit dieser Krankheit nicht spielen sollte, und dass es oft ein langer Weg sein kann bis man Anfalls frei. Versuche einfach mit der Krankheit zu leben und nicht gegen sie, denn sie stärker als du.
Gruß Roland

Re: Re: 1. Anfall seit 2,5 Jahren

Sebastian @, Saturday, 17.03.2007, 21:35 (vor 7097 Tagen) @ Sebastian

[zitat=Roland]Hallo Sebastian
Es ist eigentlich normal, dass zwischen den Anfällen das EEG normal ist. Ich bin 48 und habe mit 46 1/2 meinen ersten und bis jetzt auch letzten Anfall bekommen. Nun versuche ich immer bei einem komischen Gefühl zum Neurologen zu fahren. Beim letzten Mal hat es wieder geklappt. Das EEG war viel zu auffällig sagte er mir. Ich wurde mit Timox auf eine höhere Dosis eingestellt, und nun fühle ich mich viel besser. Ich bin fest davon überzeugt, dass man mit dieser Krankheit nicht spielen sollte, und dass es oft ein langer Weg sein kann bis man Anfalls frei. Versuche einfach mit der Krankheit zu leben und nicht gegen sie, denn sie stärker als du.
Gruß Roland[/zitat]

Hallo Roland

Danke für deine antwort... was mich halt wundert: bei meinem allerersten EEG (vor 10 Jahren) sah dieses alles andere als normal aus... und ich frage mich, wie kann das sein? Zu allem überfluss, hat meine Freundin den Mega-Schrecken ihres Lebens bekommen, und nun ists so, dass sie abends mit einem mulmigen Gefühl neben mir einschläft aus Angst dass wieder was passiert... ich habe versucht sie zu beruhigen, doch das hilft irgendwie alles nichts... es ist immer wieder das gleiche.. Verstehst du was ich sagen will? Das belastet mich auch unheimlich... vielleicht sogar mehr als meine Epilepsie... das ist ein verdammter Teufelskreislauf... der anfall ist da---> meine freundin macht sich mega sorgen--->ich mache mir sorgen um sie---> das belastet mich---> was wiederum zum nächsten Anfall führt.... Oh mann, mich macht das alles wahnsinnig...

Re: Re: Re: 1. Anfall seit 2,5 Jahren

Roland @, Saturday, 17.03.2007, 22:24 (vor 7097 Tagen) @ Sebastian

Hallo Sebastian
Das erste was ihr in den Griff bekommen müsst ist die Anfalls Häufigkeit. Du musst mit deinem Neurologen das Medikament heraus finden das zu deiner Epilepsie passt. Erst dann wir auch deine Freundin wieder Vertrauen bekommen und ruhiger werden. Auch habe immer wieder Situationen die nur zwei Wege kennen. Der eine Weg führt direkt zum Anfall, weil man sich mit seinen Gefühlen immer höher schaukelt bis es zu einem Anfall kommt. Der andere ist der, dass man lernt sich persönlich so zu beruhigen, dass man keinen Anfall bekommt. Nur hier müssen alle mitspielen, egal was in dem Augenblick abläuft.
Versucht nur damit zu leben und haltet zusammen. In meiner Familie halten wir seitdem noch mehr zusammen.
Viel Kraft für Euch

Re: 1. Anfall seit 2,5 Jahren

Blizzard @, Sunday, 18.03.2007, 12:24 (vor 7096 Tagen) @ Sebastian

[zitat=Sebastian]Hallo zusammen

Meinen ersten Anfall hatte ich etwa vor 10 Jahren; Typ Grand Mal aus dem Schlaf heraus. Hatte dann noch 2 weitere und dann bekam ich Medikamente. Die Ärztin sagte mir, dass es an dem Sauerstoffmangel lag den ich bei meiner Geburt hatte... Habe die Tabletten bis 2004 genommen und dann wurden sie abgesetzt (nicht plötzlich sondern immer nach und nach).
Nun habe ich vor 1,5 Monaten wieder einen Anfall gehabt.. wieder im schlaf... ich konnte mich, wie schon damals, an nichts erinnern. Meine Freundin war die einzige die das mitgekriegt hat. Sie sagte mir dass der Anfall einige Minuten gedauert hat, so dass sie vor lauter Angst einen Rettungswagen gerufen hat (die Sanitäter konnten natürlich nichts machen und sind dann wieder gefahren nach dem ich zu mir kam). Ich war noch am gleichen Tag beim Neurologen. Dieser machte ein EEG und sagte mir nach dessen Durchsicht, dass es nicht auffälliges zu erkennen gab. Das kam mir komisch vor, aber "ein wenig beruhigt" ging ich wieder heim.
Es kam wie es kommen musste: etwa 2 Wochen später bekam ich wieder einen Anfall. Doch es war nicht das selbe wie sonst: es passierte zwar wieder im Schlaf, aber ich bin kurz vorher von meiner Freundin geweckt worden, da ich wohl irgendwie kurz gezuckt habe; ich sagte ihr, sie solle sich keine Sorgen machen, da ich nur einen Alptraum hatte. Und das ist das merkwürdige; es war so real... ich habe geträumt dass ich eine Treppe hochgehe, dabei den Himmel ansehe und feststellte dass sich dieser ganz schnell verdunkelte und dabei Nebel aufzog. Das hat mich zwar beunruhigt aber ich ging die Treppe weiter hoch... und in einem Augenblick erfasste mich dieser Nebel... und habe gar nichts mehr gesehen... Als ich das meiner Freundin gesagt habe, schlief ich wieder ein und fand mich wieder in diesem Nebel und der Anfall begann (lt. Info meiner Freundin)... Das war so unheimlich und real zugleich, dass ich noch Tage danach und bis heute daran denken muss... Hatte schon mal jemand von Euch solche Erfahrung gemacht? Verdammt, was ist da passiert??? Ich muss am Dienstag wieder zum EEG doch habe ich die Befürchtung dass dieser wieder nichts finden wird... :( :([/zitat]

Hiho,
ich hab seit 16 Jahren Grand-Mal-Epilepsie und bin (zum Glück) jetzt gut eingestellt. Doch das war nciht immer so.
Ich würde deinen Traum als "Aura" einstufen. Es gibt immer wieder Leute, die vor einen Grand-mal seltsame/ erschreckende Erlebnisse haben. Damit muss man erst einmal umgehen lernen, doch kann das helfen. Wenn man lernt, welche Szenarien einen Anfall Einläuten, kann man versuchen, dagegen zu arbeiten mit Gedanken oder aber seine Umgebung schon einmal warnen, sich von Heizkörpern wegbewegen u.ä.
Auch ich hatte viele meiner Anfälle bei Nacht, direkt neben meinen Freund, und sie haben ihn natürlicherweise immer sehr erschreckt. Doch er hat immer zu mir gehalten und hofft jede Nacht mit mir mit. Ich weiss leider nciht genau, wie er sie verarbeitet und wie er es schafft, nicht mehr soviel Sorge zu zeigen, aber das kann u.U. daran liegen, das ich über 2 Jahre nun schon anfallsfrei bin.
Ich weiss nur, dass mein Freund sich viel Zeit genommen und sich über die Krankheit detailiert informiert hat.
Ich nehme meine Medikamente superregelmäßig, das ist natürlich kein Garant für keine Anfälle, doch hält sich dadurch der wirksame Medikamentenspiegel sehr gut im Blut. Ich würde das jeden empfehlen.

Ich hoffe für alle, dass sie anfallsfrei werden und dann bleiben!

Re: Re: 1. Anfall seit 2,5 Jahren

sven @, Sunday, 18.03.2007, 20:42 (vor 7096 Tagen) @ Sebastian

[zitat=Blizzard][zitat=Sebastian]Hallo zusammen

Meinen ersten Anfall hatte ich etwa vor 10 Jahren; Typ Grand Mal aus dem Schlaf heraus. Hatte dann noch 2 weitere und dann bekam ich Medikamente. Die Ärztin sagte mir, dass es an dem Sauerstoffmangel lag den ich bei meiner Geburt hatte... Habe die Tabletten bis 2004 genommen und dann wurden sie abgesetzt (nicht plötzlich sondern immer nach und nach).
Nun habe ich vor 1,5 Monaten wieder einen Anfall gehabt.. wieder im schlaf... ich konnte mich, wie schon damals, an nichts erinnern. Meine Freundin war die einzige die das mitgekriegt hat. Sie sagte mir dass der Anfall einige Minuten gedauert hat, so dass sie vor lauter Angst einen Rettungswagen gerufen hat (die Sanitäter konnten natürlich nichts machen und sind dann wieder gefahren nach dem ich zu mir kam). Ich war noch am gleichen Tag beim Neurologen. Dieser machte ein EEG und sagte mir nach dessen Durchsicht, dass es nicht auffälliges zu erkennen gab. Das kam mir komisch vor, aber "ein wenig beruhigt" ging ich wieder heim.
Es kam wie es kommen musste: etwa 2 Wochen später bekam ich wieder einen Anfall. Doch es war nicht das selbe wie sonst: es passierte zwar wieder im Schlaf, aber ich bin kurz vorher von meiner Freundin geweckt worden, da ich wohl irgendwie kurz gezuckt habe; ich sagte ihr, sie solle sich keine Sorgen machen, da ich nur einen Alptraum hatte. Und das ist das merkwürdige; es war so real... ich habe geträumt dass ich eine Treppe hochgehe, dabei den Himmel ansehe und feststellte dass sich dieser ganz schnell verdunkelte und dabei Nebel aufzog. Das hat mich zwar beunruhigt aber ich ging die Treppe weiter hoch... und in einem Augenblick erfasste mich dieser Nebel... und habe gar nichts mehr gesehen... Als ich das meiner Freundin gesagt habe, schlief ich wieder ein und fand mich wieder in diesem Nebel und der Anfall begann (lt. Info meiner Freundin)... Das war so unheimlich und real zugleich, dass ich noch Tage danach und bis heute daran denken muss... Hatte schon mal jemand von Euch solche Erfahrung gemacht? Verdammt, was ist da passiert??? Ich muss am Dienstag wieder zum EEG doch habe ich die Befürchtung dass dieser wieder nichts finden wird... :( :([/zitat]

Hiho,
ich hab seit 16 Jahren Grand-Mal-Epilepsie und bin (zum Glück) jetzt gut eingestellt. Doch das war nciht immer so.
Ich würde deinen Traum als "Aura" einstufen. Es gibt immer wieder Leute, die vor einen Grand-mal seltsame/ erschreckende Erlebnisse haben. Damit muss man erst einmal umgehen lernen, doch kann das helfen. Wenn man lernt, welche Szenarien einen Anfall Einläuten, kann man versuchen, dagegen zu arbeiten mit Gedanken oder aber seine Umgebung schon einmal warnen, sich von Heizkörpern wegbewegen u.ä.
Auch ich hatte viele meiner Anfälle bei Nacht, direkt neben meinen Freund, und sie haben ihn natürlicherweise immer sehr erschreckt. Doch er hat immer zu mir gehalten und hofft jede Nacht mit mir mit. Ich weiss leider nciht genau, wie er sie verarbeitet und wie er es schafft, nicht mehr soviel Sorge zu zeigen, aber das kann u.U. daran liegen, das ich über 2 Jahre nun schon anfallsfrei bin.
Ich weiss nur, dass mein Freund sich viel Zeit genommen und sich über die Krankheit detailiert informiert hat.
Ich nehme meine Medikamente superregelmäßig, das ist natürlich kein Garant für keine Anfälle, doch hält sich dadurch der wirksame Medikamentenspiegel sehr gut im Blut. Ich würde das jeden empfehlen.

Ich hoffe für alle, dass sie anfallsfrei werden und dann bleiben!

[/zitat]
ich kenn das gefühl deiner freundin.bin selber in dieser lage gewesen am mittwoch,sogar gleich 2 mal.irgendwie nimmt mich das immernoch mit.

Re: 1. Anfall seit 2,5 Jahren

gnkl2607 @, Saturday, 24.03.2007, 13:16 (vor 7090 Tagen) @ Sebastian

Hallo,

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M.f.G.
Günther