Mit Epilepsie Autofahren???

Swenja @, Sunday, 25.03.2007, 20:41 (vor 7089 Tagen)

hallo, bei mir wurde im jan. epilepsie festgestellt. da ich einen anfall beim autofahren hatte (stand unter stress, müdigkeit etc.) mein neurologe sagt, es läuft unter gelegenheitsanfälle, da es nun das dritte mal passiert ist. in einem abstand von 8jahren. mein führerschein liegt erst einmal beim straßenverkehrsamt, nun meine FRAGE: wann erhalte ich den wohl wieder? mein arzt sagt, ein jahr! ich selbst habe aber schon gelesen, bei gelegenheitsanfällen, 3-6monate! bin beruflich sehr dran gebunden. ich konnte auch selbst entscheiden, ob ich medi einnehmen möchte....habe mich dafür entschieden, da ich einen 4jä. sohn habe und ja auch viel verantwortung trage. wäre schön wenn einer von euch eine antwort hätte.

Re: Mit Epilepsie Autofahren???

Stefan @, Sunday, 25.03.2007, 20:58 (vor 7089 Tagen) @ Swenja

Hallo Swenja,

an Deiner Stelle würde ich einen Anwalt einschalten. Wenn Du das -
aus welchen Gründen auch immer - nicht willst, würde ich mir Rat
beim VdK suchen, da Deine jetzige Situation (kein Führerschein wegen
Krankheit/Behinderung) auch eine Sache fürs Versorgungsamt sein kann.
Sobald Behörden mit ins Spiel kommen ist es ratsam professionelle
Hilfe in Anspruch zu nehmen - bei Führerscheinsachen allemal.

Stefan

Re: Re: Mit Epilepsie Autofahren???

Swenja @, Sunday, 25.03.2007, 21:16 (vor 7089 Tagen) @ Stefan

hallo, danke für die antwort, aber wofür einen anwalt???? ich muss nur ein schriftliches gutachten erhalten, von neurologen, dass es sich um gelegenheitsanfälle handelt. es dürfen natürlich keine weiteren anfälle in den nächsten 3-6monaten auftreten. meine frage war ja, wann ich den wohl wieder kriegen kann ( führerschein), in 3 monaten in 6 monaten oder in einem Jahr???????

[zitat=Stefan]Hallo Swenja,

an Deiner Stelle würde ich einen Anwalt einschalten. Wenn Du das -
aus welchen Gründen auch immer - nicht willst, würde ich mir Rat
beim VdK suchen, da Deine jetzige Situation (kein Führerschein wegen
Krankheit/Behinderung) auch eine Sache fürs Versorgungsamt sein kann.
Sobald Behörden mit ins Spiel kommen ist es ratsam professionelle
Hilfe in Anspruch zu nehmen - bei Führerscheinsachen allemal.

Stefan

[/zitat]

Re: Re: Mit Epilepsie Autofahren???

Mirjam @, Sunday, 25.03.2007, 21:16 (vor 7089 Tagen) @ Swenja

Hallo Swenja,

kann dich gut verstehen, dass das mit dem Führerschein-Entzug für dich ein Schock ist. War selbst in dieser Lage. Wohne allein total in der Pampa und kann ohne Auto nirgends hin - nicht mal zum Einkaufen. Trotzdem habe ich das Fahrverbot erhalten.

Du wirst nicht darum herum kommen, längere Zeit darauf verzichten zu müssen. Da kann dir auch kein Gesetz helfen, denn genau das schreibt das Fahrverbot vor, zumal du ja einen Anfall BEIM Autofahren hattest. Deshalb liegt dein Schein auch dort - ich durfte meinen behalten und habe "nur" ein Verbot ausgesprochen bekommen. Aber selbst da kommen extreme Probleme auf dich zu, wenn du dich nicht daran hältst und ein Unfall passiert.

Das 1 Jahr ist normal. Falls der Arzt dir ein Attest/Bestätigung nach 6 Monaten schreibt, kannst du es versuchen, ihn wieder zu bekommen. Aber vorher würde ich mal lieber nicht damit rechen - so schwer es ist!

Von einem Gelegenheitsanfall spricht man ansich nur, wenn es sicht um EINEN handelt, der sich NICHT wiederholt. Drei Anfälle sind keine Gelegenheitsanfälle mehr. Die größte Hoffnung ist, dass die Medis bei dir anschlagen. Was nimmst du denn jetzt?

Kopf hoch!
LG Mirjam

Re: Re: Re: Mit Epilepsie Autofahren???

Swenja @, Sunday, 25.03.2007, 21:23 (vor 7089 Tagen) @ Swenja

hallo, danke für die antwort! ja, ich habe mich auch schon drauf eingestellt, das der lappen länger weg ist. zur zeit nehme ich Lamotrigin 200mg und soll auch erst einmal nicht erhöhen.
komme aber mit der diagnose immer noch nicht so gut zurecht!!!!
[zitat=Mirjam]Hallo Swenja,


kann dich gut verstehen, dass das mit dem Führerschein-Entzug für dich ein Schock ist. War selbst in dieser Lage. Wohne allein total in der Pampa und kann ohne Auto nirgends hin - nicht mal zum Einkaufen. Trotzdem habe ich das Fahrverbot erhalten.

Du wirst nicht darum herum kommen, längere Zeit darauf verzichten zu müssen. Da kann dir auch kein Gesetz helfen, denn genau das schreibt das Fahrverbot vor, zumal du ja einen Anfall BEIM Autofahren hattest. Deshalb liegt dein Schein auch dort - ich durfte meinen behalten und habe "nur" ein Verbot ausgesprochen bekommen. Aber selbst da kommen extreme Probleme auf dich zu, wenn du dich nicht daran hältst und ein Unfall passiert.

Das 1 Jahr ist normal. Falls der Arzt dir ein Attest/Bestätigung nach 6 Monaten schreibt, kannst du es versuchen, ihn wieder zu bekommen. Aber vorher würde ich mal lieber nicht damit rechen - so schwer es ist!

Von einem Gelegenheitsanfall spricht man ansich nur, wenn es sicht um EINEN handelt, der sich NICHT wiederholt. Drei Anfälle sind keine Gelegenheitsanfälle mehr. Die größte Hoffnung ist, dass die Medis bei dir anschlagen. Was nimmst du denn jetzt?

Kopf hoch!
LG Mirjam

[/zitat]

Re: Re: Re: Re: Mit Epilepsie Autofahren???

Mirjam @, Sunday, 25.03.2007, 22:49 (vor 7089 Tagen) @ Swenja

Hallo Swenja,

dass du Zeit brauchst, um mit der Diagnose fertig zu
werden ist mehr als verständlich. Das geht/ging wohl allen so. Aber wie die vielen Beispiele zeigen, ist es möglich! Erstmal mit dem Schlimmeren rechnen, dann kann es nur noch besser kommen!!

Nehme momentan auch 200mg Lamo. Werd aber sicher noch aufdosiert, da ich noch nicht anfallsfrei bin. Aber was soll's - was einen nicht umbringt, macht einen härter :-)

Wünsch dir auf jeden Fall keine Anfälle mehr und so bald wie nötig wieder einen FS !!!

LG Mirjam

verkehrmedizinisches Gutachten

"Leben mit Epilepsie" ⌂ @, Monday, 26.03.2007, 17:07 (vor 7088 Tagen) @ Swenja


Ein Attest/Bescheinigung von deinem Neurologen langt nicht, um den Führerschein wieder zu erhalten.

Ein Neurologe mit verkehrmedizinischer Ausbildung muß ein Gutachten erstellen.

Wenn dein behandelnder Arzt diese Ausbildung hat und Gutachten erstellen darf, kann er sich als befangen ablehnen.

lg Ragnar

Re: Mit Epilepsie Autofahren???

Hamburg-Thomas @, Monday, 26.03.2007, 19:59 (vor 7088 Tagen) @ Swenja

Hallo Swenja,

...........da kann ich meinen Vorschreibern. besonders Ragnar nur zustimmen: Laß das Auto stehen!!! Wenn jetzt etwas passiert, kannst Du von Deinem Führerschein jahrelang nur träumen.
Ich habe 2001 auch gedacht, es wird schon nichts passieren- bis ich mit Anfall
einen Motorradfahrer
totgefahren habe. Ein nachhaltig schreckliches Erlebnis! In der Gerichtsverhandlung entging ich nur haarscharf einem lebenslangen FS- Entzug und einer Haftstrafe.
Nimm jetzt erst mal Medis, bis Du
anfallsfrei bist.
Du mußt mindestens ein Jahr anfallsfrei
sein. Dann kannst Du von einem speziell zu-
gelassenen Verkehrmedziner ein Gutachten anfordern.

Auch wenn es schwer fällt: Laß das Auto stehen- zu Deiner und der Sicherheit Deiner Mitmenschen. Mögliche Folgen sind weitaus! schlimmer als das eine Jahr ohne Auto.

Viele Grüße,

Thomas

Re: Re: Mit Epilepsie Autofahren???

Nora ⌂ @, Friday, 30.03.2007, 23:53 (vor 7084 Tagen) @ Swenja

Hallo,

meiner Meinung nach, ist es genau das, was Thomas leider erlebt hat, der Grund, warum wir nicht fahren sollten.

Ein Anfall kann leider immer kommen - egal wie lange man schon anfallsfrei ist. Es muss ja noch nicht mal so weit kommen, dass ein unschuldiger Mensch stirbt, selbst, wenn es nur ein Blechschaden ist, so denke ich, dass das Risiko erstmal zu groß ist.

Daher würde ich Dir auch raten, Dein Auto erstmal stehen zu lassen.

@ Thomas - tut mir sehr leid, dass Du das erleben musstest. Ich hoffe, dass Du irgendwie damit klar kommst.

LG; Nora

Re: Mit Epilepsie Autofahren???

Frank @, Monday, 14.05.2007, 18:43 (vor 7039 Tagen) @ Swenja

Hallo Svenja,

ich hatte im Dezember Nachts einen schweren Grandmal-Anfall mit einer Bewusstlosigkeit von ca. 45 Minuten. Musste dann ins Krankenhaus, wo man aber weiter nichts fand. Als Grund wurde dann von meiner Neurologin Schlafentzug aufgrund von Schichtarbeit diagnostiziert. Seit der Umstellung der Arbeitszeit und der Einnahme von Carbamazepin bin ich seitdem anfallsfrei. Mir wurde ein Fahrverbot von 6 Monaten auferlegt, meinen Führerschein durfte ich aber behalten.