Epilepsie, Freundin, Vertrauen!

Leopold @, Wednesday, 28.03.2007, 10:42 (vor 7086 Tagen)

Wenn man bisher schlechte Erfahrung damit gemacht hat, in unserer Bevölkerung über Epilepsie zu sprechen, bei Vorstellungsgespräche die Epilepsie zu erwähnen oder einer guten Freundin es ganz privat anvzuertrauen.

Wie und wann spricht man, mit der Freundin offen und ehrlich über die Epilepsie, ohne sie zu verlieren?
Mein Freund meint: "Frauen gibts wie Sand am Meer. Du darfst Dich nie auf eine konzentrieren."
Wir unternehmen aber schon ca. ein dreiviertel Jahr nichts mehr zusammen, weil ich mir eine feste Partnerschaft wünsche, und mit meiner Partnerin über alles reden möchte, ohne Hemmungen.
Doch gerade darin, habe ich keine Erfahrung!

Re: Epilepsie, Freundin, Vertrauen!

gitta @, Wednesday, 28.03.2007, 10:52 (vor 7086 Tagen) @ Leopold

hi leopold! ich würde es ihr sehr früh sagen! wenn sie davon so abgeschreckt ist, dass sie eurer liebe keine chance gibt ist so doch eh nicht die richtige ?! ich hab es meinem freund sofort gesagt. och ehe wir zusammen waren und es war für ihn kein problem allerdings wurden die anfälle erst als wir schon zusammenwaren schlimmer. kommt natürlich aber sicher auch auf die frau an. also ich würd mich iwie hintergangen fühlen wenn ich es erst nach ein paar monaten oder so erfahren würde!
vertrau doch einfach deinem gefühl. ich hab die erfahrung gemacht, dass wnn ich offen darüber gesprochen habe die leute auch locker darauf reagiert haben.

lg,

gitta

Re: Epilepsie, Freundin, Vertrauen!

Katrin @, Wednesday, 28.03.2007, 15:33 (vor 7086 Tagen) @ Leopold

Hallo Leopold,

ich bin auch der Meinung, man sollte von anfang an offen sein. Mein Freund hat es mir leider nicht gleich gesagt, er hatte morgens einen Anfall und ich war ziemlich panisch, weil ich nicht wusste was es ist und ich in dem Moment einfach Angst hatte, es ist etwas lebensbedrohliches. Diesen Moment solltes Du Deiner/Einer Freundin möglichst ersparen und glaub mir, wenn Du Ihr wirklich wichtig bist ändert Deine Krankheit nicht`s daran. Ich bin jetzt seit 1 1/2 Jahren mit meinem Freund glücklich und nichts wäre anders ohne Epilepsie. In dem man offen ist, gibt man dem anderen die Chance vorbereitet zu sein. Ich jedenfalls bin froh, das ich inzwischen weiß, wie ich mich verhalten muss um meinem Freund bei oder nach einem Anfall am besten zu helfen.

Viele Grüße Katrin

Re: Epilepsie, Freundin, Vertrauen!

Thomas @, Wednesday, 28.03.2007, 18:02 (vor 7086 Tagen) @ Leopold

Hallo Lepold,

Sag' s ihr! Wenn es Dir schwer fällt darüber zu sprechen, dann sag Ihr erst das, und mach ihr deutlich, dass sie Dir so viel bedeutet, dass Du Ihr das sagen musst. Aber sag es! Schweigen hat die dumme Angewohnheit, dass es sich verselbstständigt. Und irgendwann (wenn's dann mit der Nachbarin klappt ;-)) musst Du spätestens erklären, warum Du nun zum Neuro musst.

Außerdem sollte jeder von Euch beiden das Recht haben, sich bewußt für den anderen zu entscheiden - und das geht nur, wenn jeder von Euch beiden voll informiert ist über den Anderen.

Und ach ja: Deinem Kumpel kannst Du sagen, dass es eine Zeitlang ganz nett sein mag, Sandburgen zu bauen - aber aus dem Alter bist Du draußen.

Viele Grüße

Thomas

Re: Epilepsie, Freundin, Vertrauen!

cokie @, Thursday, 29.03.2007, 15:45 (vor 7085 Tagen) @ Leopold

Hallo Leopold,

mein jetziger Mann wußte am ersten Abend - schon nach einem Telefonat, dass ich drei Kinder hab und Epilepsie. Nach drei Tagen hat er mir einen Heiratsantrag gemacht.... Wir sind ne sehr glückliche Familie - gerade weil er von Anfang an alles wußte, kann er heute wo meine Krankheit mich grad ganz schön am Wickel hat richtig reagieren, gut zu mir stehen. Ich bin immer wieder whansinnig erstaunt was er für Kräfte entwickelt um unseren Kindern Halt zu geben, wenn ich grad nicht kann. Aber ich habe deswegen keine Schuldgfühle ihm gegenüber, denn er hatte die Chance nein zu sagen, er hat von Anfang an gewußt auf was er sich einläßt - genauso wie ich nie "eifersüchtig" auf seine verstorbene Frau sein werde, denn ich habe auch von Anfang an gewußt, dass er mit 31 Witwer wurde und seine erste Frau einen festen Platz in seinem Leben für immer hat. Ihr Bild steht in unserem Wohnzimmer, ich gehe mit zu ihrem Grab. Wir respektieren uns und unser "Vorleben". Wir achten uns, das geht aber nur auf ner Vertrauensbasis und Vertrauen heißt sich von Anfang an in allem ehrlich gegenüberzustehen. Willst du einen Partner mit dem du leben kannst so wie du bist oder willst du einen "Zierrat" an deiner Seite? Dein Kumpel wird sich irgendwann auch noch nach ner ehrlichen Partnerschaft sehnen oder ein einsames Ekel werden....

Generell habe ich gelernt zu mir zu stehen so wie ich bin - auch zu meiner Krankheit. Hab auch schon öfter direkt Absagen bei Bewerbungen wegen der Krankheit bekommen. Aber ich habe gelernt, dass es viel auf meine Einstellung und mein Umgehen mit der Krnakheit ankommt. Ich vertrete den Standpunkt ich bin wie ich bin, ich kann einiges und bin bereit im Rahmen meiner Möglichkeiten alles zu geben. Ich achte jeden anderen wie er ist und erwarte das auch mir gegenüber. Wenn jemand meine Krankheit als Hindernis ansieht und sich auch nicht aufklären lassen will so respektiere ich auch das, dann gehe ich von selbst. Auch in Bewerbungsgesprächen. Denn wenn man sich dann auf biegen und brechen eine Anstellung erbettelt hält das nicht lange an - die finden heute oder morgen garantiert nen Grund dich zu feuern. Und so ist es auch in der Partnerschaft oder Freundschaft - wer mich nicht so nimmt wie ich bin den brauch ich nicht. Hört sich vielleicht hart und egoistisch an, ist es aber nicht. In gewisser Weise ist es ne Art Egoismus zum Selbstschutz aber so hast du die Chance jemanden zu treffen, der dich genau so mag wie du bist, mit dem du über alles reden kannst, der dich manchmal auch ohne Worte und Blind versteht und dem auch du gleiches entgegenbringen kannst.

Ich wünsch dir alles Glück der Welt und nie aufgeben, geh aus dir raus und aus dem Haus so wie du bist - nicht wie dich andere sehen wollen.... das Leben macht keinen Spaß, wenn man sich ständig für andere verbiegen muß, damit wird keiner glücklich und es viel zu kurz dafür.

Liebe Grüße Cordula

Re: Re: Epilepsie, Freundin, Vertrauen!

Leopoldgo @, Thursday, 29.03.2007, 21:18 (vor 7085 Tagen) @ Leopold

[zitat=cokie]Hallo Leopold,

mein jetziger Mann wußte am ersten Abend - schon nach einem Telefonat, dass ich drei Kinder hab und Epilepsie. Nach drei Tagen hat er mir einen Heiratsantrag gemacht.... Wir sind ne sehr glückliche Familie - gerade weil er von Anfang an alles wußte, kann er heute wo meine Krankheit mich grad ganz schön am Wickel hat richtig reagieren, gut zu mir stehen. Ich bin immer wieder whansinnig erstaunt was er für Kräfte entwickelt um unseren Kindern Halt zu geben, wenn ich grad nicht kann. Aber ich habe deswegen keine Schuldgfühle ihm gegenüber, denn er hatte die Chance nein zu sagen, er hat von Anfang an gewußt auf was er sich einläßt - genauso wie ich nie "eifersüchtig" auf seine verstorbene Frau sein werde, denn ich habe auch von Anfang an gewußt, dass er mit 31 Witwer wurde und seine erste Frau einen festen Platz in seinem Leben für immer hat. Ihr Bild steht in unserem Wohnzimmer, ich gehe mit zu ihrem Grab. Wir respektieren uns und unser "Vorleben". Wir achten uns, das geht aber nur auf ner Vertrauensbasis und Vertrauen heißt sich von Anfang an in allem ehrlich gegenüberzustehen. Willst du einen Partner mit dem du leben kannst so wie du bist oder willst du einen "Zierrat" an deiner Seite? Dein Kumpel wird sich irgendwann auch noch nach ner ehrlichen Partnerschaft sehnen oder ein einsames Ekel werden....

Generell habe ich gelernt zu mir zu stehen so wie ich bin - auch zu meiner Krankheit. Hab auch schon öfter direkt Absagen bei Bewerbungen wegen der Krankheit bekommen. Aber ich habe gelernt, dass es viel auf meine Einstellung und mein Umgehen mit der Krnakheit ankommt. Ich vertrete den Standpunkt ich bin wie ich bin, ich kann einiges und bin bereit im Rahmen meiner Möglichkeiten alles zu geben. Ich achte jeden anderen wie er ist und erwarte das auch mir gegenüber. Wenn jemand meine Krankheit als Hindernis ansieht und sich auch nicht aufklären lassen will so respektiere ich auch das, dann gehe ich von selbst. Auch in Bewerbungsgesprächen. Denn wenn man sich dann auf biegen und brechen eine Anstellung erbettelt hält das nicht lange an - die finden heute oder morgen garantiert nen Grund dich zu feuern. Und so ist es auch in der Partnerschaft oder Freundschaft - wer mich nicht so nimmt wie ich bin den brauch ich nicht. Hört sich vielleicht hart und egoistisch an, ist es aber nicht. In gewisser Weise ist es ne Art Egoismus zum Selbstschutz aber so hast du die Chance jemanden zu treffen, der dich genau so mag wie du bist, mit dem du über alles reden kannst, der dich manchmal auch ohne Worte und Blind versteht und dem auch du gleiches entgegenbringen kannst.

Ich wünsch dir alles Glück der Welt und nie aufgeben, geh aus dir raus und aus dem Haus so wie du bist - nicht wie dich andere sehen wollen.... das Leben macht keinen Spaß, wenn man sich ständig für andere verbiegen muß, damit wird keiner glücklich und es viel zu kurz dafür.

Liebe Grüße Cordula[/zitat]


Danke Cordula,
für Dein Schreiben!

Es hat mir Info´s gegeben & mich zum nachdenken gebracht. Vorallem Dein letzter Satz, kann einem Mut machen.
Solche possitiven Einstellungen helfen mir oft,ich mache jeden morgen 5-10 min. an der frischen Luft Yoga, aber auch zwischendurch Yoga für die Seele (konzentration auf die Atmung).

LG Leopold

Re: Epilepsie, Freundin, Vertrauen!

Tanja @, Monday, 02.04.2007, 23:28 (vor 7081 Tagen) @ Leopold

Hallo Leopold
Wenn du freundin und freunde hast dann sage gleich das du das hast so merkst ob es deine freunde sind oder oder nicht so weist du dann auch was für freunde du hast. Aber kopf hoch wir epileptieker wir schafen das wir halten alle zusammen , und vergesse das lachen und grinsen nicht du kannst mir gerne schreiben e-mail liebe grüße Tanja