Vererbbarkeit

Carina @, Wednesday, 02.05.2007, 12:57 (vor 7051 Tagen)

Hallo,

ich habe eine Frage, ich bin seit einiger Zeit mit meinem Freund zusammen, der Epilepsie hat.

Durch diese wird er in seinem Leben sehr stark eingeengt. Ohne regelmäßigen ausreichenden Schlaf bekommt er im Zusammenhang mit Stress oder Alkohol so gut wie immer einen Anfall. Tabletten muss er ebenfalls 2 mal jeden Tag nehmen.

Da er mir sehr wichtig ist und ich auch an die Zukunft denke, wäre für mich interessant, ob Kinder von uns beiden auch Epilepsie bekommen oder die Risikobereitschaft hierfür ansteigt.

Freue mich über jede Antwort.

Viele Grüße

Carina

Re: Vererbbarkeit

nicole @, Wednesday, 02.05.2007, 15:42 (vor 7051 Tagen) @ Carina

Hallo Carina,

also erstmal müsste man wissen, woher er die Epilepsie hat. Grundsätzlich ist Epilepsie nicht vererbbar, man kann nur die Anfallsbereitschaft vererben. Da du aber keine Epilepsie hast ist die wahrscheinlichkeit das das Kind Epilepsie bekommen könnte sehr gering.

Wenn er die Epilepsie aufgrund einer OP oder eines Unfalls hat, dann kann auch keine erhöhte Anfallsbereitschaft an das Kind weitergegeben werden.

Ich hoffe ich habe dir damit etwas geholfen.

Lieben Gruß
Nicole

Re: Vererbbarkeit

Thomas @, Wednesday, 02.05.2007, 15:53 (vor 7051 Tagen) @ Carina

Hallo Carina,

ich nehme an, bei Deinem Freund liegt keine Verletzung des Gehirns vor, sondern die Epilepsie ist idiopathisch, also einfach da ohne das man dafür einen Grund gefunden hat. Nur dann stellt sich ja die Frage, die sich übrigens meine Frau und ich auch schon - uns und den Neurologen - gestellt haben. Die Antwort ist ein Jein.

Das Problem ist, dass Du verschieden statistische Fakten zusammen zählen musst. Das erste ist die Wahrscheinlichkeit, dass bei epilepsiekranken Eltern epilepsiekranke Kinder gezeugt werden könnten. Die Wahrscheinlichkeit ist wohl gering, liegt aber wohl etwas höher als bei nicht-Epileptikern.
Wenn es nur einer ist, ist die Wahrscheinlichkeit geringer als wenn beide Epileptiker sind. Ist der Mann epileptisch, ist es nochmal geringer als wenn es die Mutter ist. Es ist wohl statistisch bei eurer Konstellation eine Erhöhung der Wahrscheinlichkeit vorhanden, die nur schwer (bei sehr großen Populationen) messbar ist.
EIn weiterer Fakt, den man hier noch daneben stellen sollte, ist die generelle Wahrscheinlichkeit Epilepsie zu bekommen. Diese ist mit 1-2% statistisch gesehen schon sehr signifikant.
Also was soll das? Wenn es sein soll, soll es sein, wenn nicht, dann nicht - wir haben da nicht wirklich Einfluß darauf (ganz abgesehen das man mit Epi auch gut leben kann - ich bin gottfroh, dass ich Epi und keine Allergien hab- ich kann atmen!)
Ihr versucht Einfluß zu nehmen auf etwas, auf das Ihr keinen Einfluß nehmen könnt - also: Ab in Bett, sichert die Rente! ;-)

Viele Grüße

Thomas[zitat=Carina]Hallo,

ich habe eine Frage, ich bin seit einiger Zeit mit meinem Freund zusammen, der Epilepsie hat.

Durch diese wird er in seinem Leben sehr stark eingeengt. Ohne regelmäßigen ausreichenden Schlaf bekommt er im Zusammenhang mit Stress oder Alkohol so gut wie immer einen Anfall. Tabletten muss er ebenfalls 2 mal jeden Tag nehmen.

Da er mir sehr wichtig ist und ich auch an die Zukunft denke, wäre für mich interessant, ob Kinder von uns beiden auch Epilepsie bekommen oder die Risikobereitschaft hierfür ansteigt.

Freue mich über jede Antwort.

Viele Grüße

Carina[/zitat]

Re: Re: Vererbbarkeit

cokie @, Thursday, 03.05.2007, 14:34 (vor 7050 Tagen) @ Carina

Hallo ihr Lieben,
fast hätt ich geschrieben liebe Liebenden... also den Spruch von Thomas mit der Rente find ich nett... Du hast ganz recht. Statistiken haben viele Zahlen - was wirklich wird können auch sie Euch nicht sagen.

Ob Epi nun vererbbar ist oder nicht... als ich meine drei Kinder bekam wußte ich es nicht. Hab selbst erst nach meinem Zweiten von meiner eigenen Erkrankung erfahren. Vor meiner Jüngsten aber schon gewußt, das auch meine Älteste die Krankheit hat - damals hieß es, sie hat zwar dieselbe Art wie ich aber das wäre Zufall, man könne zwar die Anlagen vererben aber nicht die Krankheit. Heute 10 Jahre später hat es meine Kleine wahrscheinlich auch und auch dieselbe Art wie ich und heute wissen die Ärzte, doch genau diese Art ist eine von denen die sehr wohl vererbbar ist... (was mir im übrigen derselbe Arzt sagte wie der,der damals das Gegenteil sagte, aber er sagte eben auch, dass sie das damals noch nicht wußten.)
Aber ich habe drei wundervolle Kinder und keine Statistik, hätte sie mir vermiesen können. Kinder können auch sehr anstrengend sein, in jedem Alter. Wenn sie als Babys nicht schlafen, wenn sie als Kleinkinder störrisch sind, wenn sie in die Pupertät kommen.... Sie können aber sie müssen nicht. Ich selbst war ein Biest in der Pupertät - trotzdem hab ich zwei Töchter bekommen.... lächel die Älteste war auch ein Biest.... Man kann nicht alles vorhersehen und man kann nicht alles verhindern.Aber man kann sich mit den meisten Dingen dien uns das Leben so zu bieten hat auseinandersetzen und arrangieren. Kinder braucheb viel Verantwortung und viel Kraft, aber sie geben einem auch was einem sonst nichts geben kann - verdammt viel Glück. Und gerade diese schönen Momente in denen ich mit meinen Kindern lachen kann, sind das Supermedikament, das du ohne Rezept und Zuzahlung mit den tollsten Nebenwirkungen dies gibt bekommst....

Viel Spaß beim Kinderkriegen
Gruß Cordula

Re: Vererbbarkeit

tessy @, Friday, 04.05.2007, 22:57 (vor 7049 Tagen) @ Carina

Hallo Karina ich habe zwei Töchter meine erste ist gesund mein mann hatte einen anfall als meine erste tochter drei monate hatte niemand weiss warum und wieso dann vor 10 monaten kam unsere zweite tochter zur welt die seit geburt unter epilepsie leidet.Jetzt wissen wir dass in der familie meines Mannes mehrere Generationen mit epilepsie erkrankt waren jedoch nicht dauerthaft mein schwiegervater hatte zum beispiel nur eine krise mit 14 danach immer anfallsfrei unser Arzt meint es bestehe eine möglichkeit der vererbung die testergebnisse stehen noch offen.ich weiss nicht wenn ich es vorher gewusst hätte ob ich meine zweite tochter noch bekommen hätte denn sie musste sehr viel leieden ist mit ihren zehn monaten noch immer wie ein baby von drei kann nicht greifen kann nicht sitzen die ärzte können nicht sagen ob ihr gehirn schäden behalten hat oder nicht ich weiss nicht ob sie je ein normales leben führen wird ich liebe sie trotzdem aber vielleicht hätte ich ihr das alles ersparen können wenn ich gewusst hätte dass epilepsie doch vererbbar wäre bei dir ist es vielleicht anders wenn es nur deinen mann betrifft bei uns ist meine tochter die fünfte generation
aber du musst wissen dass wir auch ein gesundes kind haben viel glück

Re: Vererbbarkeit

Elisabeth ⌂ @, Monday, 07.05.2007, 12:49 (vor 7046 Tagen) @ Carina

Liebe Carina!
Nachdem was ich heute alles über Epilepsie weiß, halte ich das Risiko epilepsiekranke Kinder zu bekommen, wenn ein Elternteil an Epilepsie erkrankt ist, nicht für wesentlich höher als bei anderen Personen. Natürlich kommt es auf die Art der Epilepsie an! Aber auch bei Stoffwechselbedingten werden nicht 100 % vererbt (glaube 30%)!!! Mein Mann hat seit 7 Jahren Epilepsie, da hatten wir schon zwei Kinder. Heute wissen wir, dass in der Familie meines Mannes immer wieder Fieberkrämpfe bei verschiedenen Personen aufgetreten sind. Hätte ich das früher gewußt, hätte das an meiner Entscheidung mit ihm eine Familie zu gründen, nichts geändert!!!!
LG Elisabeth
[zitat=Carina]Hallo,

ich habe eine Frage, ich bin seit einiger Zeit mit meinem Freund zusammen, der Epilepsie hat.

Durch diese wird er in seinem Leben sehr stark eingeengt. Ohne regelmäßigen ausreichenden Schlaf bekommt er im Zusammenhang mit Stress oder Alkohol so gut wie immer einen Anfall. Tabletten muss er ebenfalls 2 mal jeden Tag nehmen.

Da er mir sehr wichtig ist und ich auch an die Zukunft denke, wäre für mich interessant, ob Kinder von uns beiden auch Epilepsie bekommen oder die Risikobereitschaft hierfür ansteigt.

Freue mich über jede Antwort.

Viele Grüße

Carina[/zitat]