Verhütung ohne Nebenwirkungen?

natalie @, Sunday, 06.05.2007, 13:44 (vor 7047 Tagen)

Hallo an alle weiblichen Epileptiker!
Ich hoffe ihr könnt mir bei meiner Frage weiterhelfen. Erst mal zu mir: Ich bin 21 und habe seit sechs Jahren juvenile myoklonische Epilepsie. Weil ich Orfiril nicht vertragen habe, bin ich mittlerweile auf Keppra und Lamictal eingestellt. Das ist zwar nicht ganz so wirksam wie Valproinsäure, aber dafür bin ich die Nebenwirkungen los. Allerdings vertragen sich die beiden überhaupt nicht mit meiner Pille. Hab ich leider erst später gemerkt...Vor 18 und 16 Monaten hatte ich zwei Grand Mals (nach zwei anfallsfreien Jahren...grummel). Daraufhin hab ich den Medikamentenspiegel überprüfen lassen: Die Menge an Levetiracetam (Keppra) im Blut hatte sich verdoppelt und das Lamotrigin (Lamictal) halbiert! Deshalb die Anfälle. Daraufhin wurde die Dosis an Lamictal erhöht. Leider hatte ich im Februar wieder zwei große Anfälle. Hab die Beipackzettel dann mal genauer studiert...da stand dann drin, dass die eine Woche, die ich die Pille aussetzen muss, reicht um den Medikamentenspiegel so durcheinander zu bringen, dass die Anfallsbereitschaft wesentlich größer ist als normal. Hat mir mein Arzt leider nicht gesagt...super! Denke mal, dass Prüfungsstress und Schlafentzug die Anfälle ausgelöst haben. Jetzt weiß ich nicht was ich ändern soll.
Wie verhütet ihr denn ohne dass die Medikamentenwirkung beeinflusst wird?? Hab jetzt gelesen, dass man in der Woche, in der man aussetzt, so ein Hormonausgleichspräparat nehmen kann. Habt ihr damit Erfahrungen? Ansonsten vertrag ich meine Pille eigentlich gut und würd sie gern behalten. Außerdem hab ich ein bisschen Schiss, dass ich neu eingestellt werde, wenn ich wechsel und dann wieder Anfälle hab. Was meint ihr dazu?
Oder ist es doch sinnvoller eine Pille ohne Pause zu nehmen? Oder Spirale oder sonst was? Wäre euch sehr dankbar, wenn ihr mir ein paar Tipps geben könntet!
Liebe Grüße und noch ein schönes Wochenende!
Natalie

Re: Verhütung ohne Nebenwirkungen?

Elsa Wettel @, Sunday, 06.05.2007, 14:15 (vor 7047 Tagen) @ natalie

[zitat=natalie]Hallo an alle weiblichen Epileptiker!
Ich hoffe ihr könnt mir bei meiner Frage weiterhelfen. Erst mal zu mir: Ich bin 21 und habe seit sechs Jahren juvenile myoklonische Epilepsie. Weil ich Orfiril nicht vertragen habe, bin ich mittlerweile auf Keppra und Lamictal eingestellt. Das ist zwar nicht ganz so wirksam wie Valproinsäure, aber dafür bin ich die Nebenwirkungen los. Allerdings vertragen sich die beiden überhaupt nicht mit meiner Pille. Hab ich leider erst später gemerkt...Vor 18 und 16 Monaten hatte ich zwei Grand Mals (nach zwei anfallsfreien Jahren...grummel). Daraufhin hab ich den Medikamentenspiegel überprüfen lassen: Die Menge an Levetiracetam (Keppra) im Blut hatte sich verdoppelt und das Lamotrigin (Lamictal) halbiert! Deshalb die Anfälle. Daraufhin wurde die Dosis an Lamictal erhöht. Leider hatte ich im Februar wieder zwei große Anfälle. Hab die Beipackzettel dann mal genauer studiert...da stand dann drin, dass die eine Woche, die ich die Pille aussetzen muss, reicht um den Medikamentenspiegel so durcheinander zu bringen, dass die Anfallsbereitschaft wesentlich größer ist als normal. Hat mir mein Arzt leider nicht gesagt...super! Denke mal, dass Prüfungsstress und Schlafentzug die Anfälle ausgelöst haben. Jetzt weiß ich nicht was ich ändern soll.
Wie verhütet ihr denn ohne dass die Medikamentenwirkung beeinflusst wird?? Hab jetzt gelesen, dass man in der Woche, in der man aussetzt, so ein Hormonausgleichspräparat nehmen kann. Habt ihr damit Erfahrungen? Ansonsten vertrag ich meine Pille eigentlich gut und würd sie gern behalten. Außerdem hab ich ein bisschen Schiss, dass ich neu eingestellt werde, wenn ich wechsel und dann wieder Anfälle hab. Was meint ihr dazu?
Oder ist es doch sinnvoller eine Pille ohne Pause zu nehmen? Oder Spirale oder sonst was? Wäre euch sehr dankbar, wenn ihr mir ein paar Tipps geben könntet!
Liebe Grüße und noch ein schönes Wochenende!
Natalie[/zitat]

Hallo Natalie,
ich hab zwar mit sowas keine Probleme, weil ich mich um Verhütung nicht kümmern muss, und ich hab meinen Neurologen relativ kurz nach der Diagnose zu Verhütungsmitteln gefragt und da ich Valproinsäure nehme, hat er gemeint, würde sich das gut vertragen, ja, ich müsse sogar wegen möglichen Schäden für das Kind verhüten. Ich vertrag meine Medikamente zum Glück ganz gut. Aber jetzt mal zu deinem Problem: Wenn sich deine Medikamente schon derartig beeinflussen, dann würde ich die Pille lieber ganz sein lassen. Mir kommt die eh viel zu unzuverlässig vor und mit der Pille ohne Pause würde ich vorsichtig sein, weil das ja von der Natur aus nicht so vorgesehen ist und man dann später vielleicht voll die Probleme hat, deswegen würde ich an deiner Stelle erstmal gar nichts nehmen und halt aufpassen, das ist dabei sowieso das Beste. Wenn du schon Kinder hast, dann kannst du dir aber auch die Spirale einsetzen lassen, die ist ja praktisch nebenwirkungsfrei, aber das wird halt häufig erst gemacht, wenn man halt schon Kinder hat. Aber selbst wenn du noch keine hast, würde ich es auf einen Versuch ankommen lassen und einfach fragen, ob das trotzdem gemacht wird.
Ich hoffe, ich konnte dir damit ein bisschen weiterhelfen.
Elsa

Re: Re: Verhütung ohne Nebenwirkungen?

Elisabeth ⌂ @, Monday, 07.05.2007, 12:30 (vor 7046 Tagen) @ natalie

Hallo Elsa!
Wenn dein Neurologe gesagt hat, dass du verhüten musst wegen zu befürchteten Schäden am Kind bei einer etwaigen Schwangerschaft, hast du ihn entweder mißverstanden oder er gehört zu jenen ignoraten nicht aufgeklärten Ärzten, die hoffentlich bald aussterben.
Leider werden Frauen auch heute noch immer falsch informiert!!!!
Wir (Epilepsie Interessensgemeinschaft) haben uns deswegen 2007 das Thema "Frauen und Epilepsie" für eine Veranstaltung in Graz gewählt. Hoffentlich können wir da vielen jungen Frauen mit Epilepsie (und ihren Angehörigen) Mut machen.
LG Elisabeth
[zitat=Elsa Wettel][zitat=natalie]Hallo Epileptiker!
Ich hoffe ihr könnt mir bei meiner Frage weiterhelfen. Erst mal zu mir: Ich bin 21 und habe seit sechs Jahren juvenile myoklonische Epilepsie. Weil ich Orfiril nicht vertragen habe, bin ich mittlerweile auf Keppra und Lamictal eingestellt. Das ist zwar nicht ganz so wirksam wie Valproinsäure, aber dafür bin ich die Nebenwirkungen los. Allerdings vertragen sich die beiden überhaupt nicht mit meiner Pille. Hab ich leider erst später gemerkt...Vor 18 und 16 Monaten hatte ich zwei Grand Mals (nach zwei anfallsfreien Jahren...grummel). Daraufhin hab ich den Medikamentenspiegel überprüfen lassen: Die Menge an Levetiracetam (Keppra) im Blut hatte sich verdoppelt und das Lamotrigin (Lamictal) halbiert! Deshalb die Anfälle. Daraufhin wurde die Dosis an Lamictal erhöht. Leider hatte ich im Februar wieder zwei große Anfälle. Hab die Beipackzettel dann mal genauer studiert...da stand dann drin, dass die eine Woche, die ich die Pille aussetzen muss, reicht um den Medikamentenspiegel so durcheinander zu bringen, dass die Anfallsbereitschaft wesentlich größer ist als normal. Hat mir mein Arzt leider nicht gesagt...super! Denke mal, dass Prüfungsstress und Schlafentzug die Anfälle ausgelöst haben. Jetzt weiß ich nicht was ich ändern soll.
Wie verhütet ihr denn ohne dass die Medikamentenwirkung beeinflusst wird?? Hab jetzt gelesen, dass man in der Woche, in der man aussetzt, so ein Hormonausgleichspräparat nehmen kann. Habt ihr damit Erfahrungen? Ansonsten vertrag ich meine Pille eigentlich gut und würd sie gern behalten. Außerdem hab ich ein bisschen Schiss, dass ich neu eingestellt werde, wenn ich wechsel und dann wieder Anfälle hab. Was meint ihr dazu?
Oder ist es doch sinnvoller eine Pille ohne Pause zu nehmen? Oder Spirale oder sonst was? Wäre euch sehr dankbar, wenn ihr mir ein paar Tipps geben könntet!
Liebe Grüße und noch ein schönes Wochenende!
Natalie[/zitat]

Hallo Natalie,
ich hab zwar mit sowas keine Probleme, weil ich mich um Verhütung nicht kümmern muss, und ich hab meinen Neurologen relativ kurz nach der Diagnose zu Verhütungsmitteln gefragt und da ich Valproinsäure nehme, hat er gemeint, würde sich das gut vertragen, ja, ich müsse sogar wegen möglichen Schäden für das Kind verhüten. Ich vertrag meine Medikamente zum Glück ganz gut. Aber jetzt mal zu deinem Problem: Wenn sich deine Medikamente schon derartig beeinflussen, dann würde ich die Pille lieber ganz sein lassen. Mir kommt die eh viel zu unzuverlässig vor und mit der Pille ohne Pause würde ich vorsichtig sein, weil das ja von der Natur aus nicht so vorgesehen ist und man dann später vielleicht voll die Probleme hat, deswegen würde ich an deiner Stelle erstmal gar nichts nehmen und halt aufpassen, das ist dabei sowieso das Beste. Wenn du schon Kinder hast, dann kannst du dir aber auch die Spirale einsetzen lassen, die ist ja praktisch nebenwirkungsfrei, aber das wird halt häufig erst gemacht, wenn man halt schon Kinder hat. Aber selbst wenn du noch keine hast, würde ich es auf einen Versuch ankommen lassen und einfach fragen, ob das trotzdem gemacht wird.
Ich hoffe, ich konnte dir damit ein bisschen weiterhelfen.
Elsa[/zitat]

Re: Re: Verhütung ohne Nebenwirkungen?

Scarlett @, Monday, 07.05.2007, 19:17 (vor 7046 Tagen) @ natalie

Hallo Elsa,
also ich nehme Carbamazepin und verhüte mit der Mirena-Hormonspirale weil sich das Medi auch nicht mit der Pille verträgt. Es ist wohl so dass es bei der Einnahme von Antiepileptika zu Schäden am Kind kommen kann... allerdings ist die Gefahr ein behindertes Kind zu kriegen zumindest beim Carba wohl nur 3 % höher als bei Frauen die keine Medis nehmen. Jedenfalls haben mir sowohl mein Neurologe als auch mein Frauenarzt zugesichert dass ich irgendwann auf jeden Fall Kinder haben kann - wenn auch mit reduzierter Medikamentendosis bzw. durch Mediumstellung. Hoffe ich konnte dir weiterhelfen.

LG
Scarlett

Re: Re: Re: Verhütung ohne Nebenwirkungen?

Nadine Kaczmarek @, Tuesday, 08.05.2007, 12:57 (vor 7045 Tagen) @ natalie

[Hallo,

ich habe seit meinem 14 Lebensjahr Epilepsie, zwar nur in einer schwächeren Form aber trotz allem mit heftigen Grand Males.
Ich benutze schon lange Carpamazepin und bni sehr zufrieden damit.
Aber auch ich musste damals vonmeiner "normalen" Östregenpille umschwenken auf eine Gelbkörper-Hormonpille. Inzwischen habe ich zwei gesunde Kinder zur elt gebracht, und habe die eben beschriebene Hormonspiral die sich super mit meinem Medikament vertragen

Re: Verhütung ohne Nebenwirkungen?

natalie @, Tuesday, 08.05.2007, 15:05 (vor 7045 Tagen) @ natalie

vielen dank euch schon mal!
werd mich wohl mal mit meinem frauenarzt und neurologen beraten, ob die mir eher zu ner spirale oder ner anderen pille raten. die mirena-spirale scheint ja doch recht häufig eingesetzt zu werden.
liebe grüße

Re: Verhütung ohne Nebenwirkungen?

Martina @, Thursday, 17.05.2007, 20:52 (vor 7036 Tagen) @ natalie

[zitat=natalie]Hallo an alle weiblichen Epileptiker!
Ich hoffe ihr könnt mir bei meiner Frage weiterhelfen. Erst mal zu mir: Ich bin 21 und habe seit sechs Jahren juvenile myoklonische Epilepsie. Weil ich Orfiril nicht vertragen habe, bin ich mittlerweile auf Keppra und Lamictal eingestellt. Das ist zwar nicht ganz so wirksam wie Valproinsäure, aber dafür bin ich die Nebenwirkungen los. Allerdings vertragen sich die beiden überhaupt nicht mit meiner Pille. Hab ich leider erst später gemerkt...Vor 18 und 16 Monaten hatte ich zwei Grand Mals (nach zwei anfallsfreien Jahren...grummel). Daraufhin hab ich den Medikamentenspiegel überprüfen lassen: Die Menge an Levetiracetam (Keppra) im Blut hatte sich verdoppelt und das Lamotrigin (Lamictal) halbiert! Deshalb die Anfälle. Daraufhin wurde die Dosis an Lamictal erhöht. Leider hatte ich im Februar wieder zwei große Anfälle. Hab die Beipackzettel dann mal genauer studiert...da stand dann drin, dass die eine Woche, die ich die Pille aussetzen muss, reicht um den Medikamentenspiegel so durcheinander zu bringen, dass die Anfallsbereitschaft wesentlich größer ist als normal. Hat mir mein Arzt leider nicht gesagt...super! Denke mal, dass Prüfungsstress und Schlafentzug die Anfälle ausgelöst haben. Jetzt weiß ich nicht was ich ändern soll.
Wie verhütet ihr denn ohne dass die Medikamentenwirkung beeinflusst wird?? Hab jetzt gelesen, dass man in der Woche, in der man aussetzt, so ein Hormonausgleichspräparat nehmen kann. Habt ihr damit Erfahrungen? Ansonsten vertrag ich meine Pille eigentlich gut und würd sie gern behalten. Außerdem hab ich ein bisschen Schiss, dass ich neu eingestellt werde, wenn ich wechsel und dann wieder Anfälle hab. Was meint ihr dazu?
Oder ist es doch sinnvoller eine Pille ohne Pause zu nehmen? Oder Spirale oder sonst was? Wäre euch sehr dankbar, wenn ihr mir ein paar Tipps geben könntet!
Liebe Grüße und noch ein schönes Wochenende!
Natalie[/zitat]Hallo Natalie, ich nehme Belara als Pille und es verträgt sich sehr gut mit Orfiril wie auch mit Keppra. Belara ist eine Mikropille, das heißt das es kein großes Hormonpräperat ist.
Mein Name ist übrigens Martina. Ich bin 26 Jahre alt und bei mir ist vor 4 Jahren myoklonische Epilepsie ausgebrochen, aber ich kenne niemanden mit dieser Epilepsieform. Mein Arzt sagt die myoklonische Form ist sehr selten. Und daher würde ich mich auch sehr freuen wenn du mir zurück schreiben würdest?!


Liebe Grüße Martina

Re: Verhütung ohne Nebenwirkungen?

irina @, Sunday, 10.06.2007, 20:56 (vor 7012 Tagen) @ natalie

Hallo Nathalie,

ich habe die gleiche Epilepsie-Form wie Du und verhüte mit dem "Nuva-Ring". Das klappt sehr gut und ist unkomplizierter wie die Pille! Frag mal Deinen Frauenarzt danach!

Viel Erfolg!