Mein Vater und seine Epilepsie

Dana @, Monday, 11.06.2007, 11:18 (vor 7011 Tagen)

Hallo.Ich möchte euch erstmal kurz meine Geschichte erzählen.Ich bin 21 Jahre alt.Kurz nach meiner Geburt hatte mein Vater (heute 55) einen Arbeitsunfall und leidet seit dem unter Epilepsie. Er lag auch ein paar Wochen im Koma und die Ärzte meinten er würde seinen 50. Geburtstag nicht erleben. In den Jahren ist es mit seiner Gesundheit immer schlimmer geworden. Die Tabletten haben sich unter anderem auf seine Organe ausgewirkte. Meine Mutter ist psychisch am Ende und ich habe immer Angst am Wochenende nach Hause zu fahren.
Nun suche ich Menschen, denen es auch so geht, und die mir evtl helfen können.

Re: Mein Vater und seine Epilepsie

hannerl @, Wednesday, 13.06.2007, 21:09 (vor 7009 Tagen) @ Dana

Hallo Dana,
erstmal möchte ich Dir sagen, wie Leid es mir tut, dass Dein Vater schon seit 21 Jahren Epilepsie hat und ihm anscheinend kein Arzt irgendwie helfen konnte. Ich verstehe auch Dich, Die Du das schon Dein Leben lang mit ansehen musst, aber gerade das macht mich stutzig.
Meine Nichten sind 21 und 23 (Ich bin 46 und habe seit 41 Jahren Anfälle, die ca. 5 Sek. dauern.) sind mit meinen Anfällen aufgewachsen, und für sie ist das ganz normal. Du schreibst nicht, ob es grandmal- oder petitmal-Anfälle sind, die Dein Vater hat, und wie viele am Tag. Aber wenn es für Dich so eine große Belastung ist, am WE nach Hause zu fahren, gehe ich davon aus, dass es schon schlimmer ist. Trotzdem, Dana, denke jedes Mal auf der Nachhausefahrt daran, wie traurig Dein Vater sein muss, wenn er spürt, dass Du Dich nicht wirklich auf ihn freust - und die Anfälle gehören zu ihm, die kriegst Du nach so langer Zeit und wenn sie durch einen Anfall ausgelöst wurden auch nicht mehr weg! Aber wenn Du ihn endlich so akzepzierst, wie er ist, wirst Du sehen, dass Dir vieles leichter fällt, und damit hilfst Du indirekt auch Deiner Mutter. Es hört sich jetzt zwar blöd an, aber sei froh, dass Dein Vater noch am Leben ist und "nur" Anfälle hat.
Ich hoffe, ich konnte Dir wenigstens ein wenig moralische Unterstützung geben und wünsche Dir ein schönes nächstes Wochenende!
Liebe Grüße
Hannerl
PS: Wo wohnst Du?

Re: Re: Mein Vater und seine Epilepsie

dana @, Monday, 18.06.2007, 13:20 (vor 7004 Tagen) @ Dana

Hallo Hanner1,
bei meinem Vater sind es vorwiegend (aber nicht nur)garnd-mal-anfälle. Die Dauer kann man nicht so genau sagen. Manchmal ist es nur ein Moment und manchmal tagelang.
Weiterhin muss ich dir sagen, das ich es meinem Vater nicht anmerken lasse, wie schwer mir es fällt zu Hause zu sein. Ich bin da gut im Gefühle verstecken. Außerdem ist es eine Entlastung für meine Mutter, wenn ich am Wochenende zu Hause bin, da meine Oma auch noch gepflegt werden muss. Ich akzeptiere ihn auch, so wie es ist. Aber dennoch ist es sehr schwer mit anzusehen, wie sehr er immer abbaut. Ich meine aber nicht gewichtsmäßig, sondern sein Zustand.
Ich bin auch sehr froh das er noch lebt, denn er ist mein Vater und davon hat man nur einen.
Ich habe auch schon überlegt mal zu einem Psychater zu gehen. Er könnte mir vielleicht etwas helfen, da ich nicht wirklich jemanden zum reden haben. Klar würden mir meine Freunde zuhören, aber nicht wirklich verstehen. Außerdem fehlt es mir sehr schwer offen mit ihnen über meine Gefühle zu reden.
Du hattest ja noch gefragt wo ich wohne!
In der Woche bin ich in Templin im Internat (wegen Ausbildung) und am Wochenende zu Hause in Malchin.
Liebe Grüße von Dana