Dilemma

Kurt @, Monday, 09.07.2007, 20:51 (vor 6983 Tagen)

Nach einer Operation hatte ich trotzdem weitere Anfälle - immer im Schlaf. Ich darf noch 9 Monate lang kein Auto fahren. Was mache ich, wenn ich wieder einen Anfall bekomme? Sage ich es meinem Arzt, verlängert sich die Frist und dann bin ich meinen Arbeitsplatz los. Sage ich nichts, riskiere ich, dass mir nicht richtig geholfen wird, wobei die Hilfe bisher darin bestanden hat, daß man lediglich die Dosis erhöht und darauf gehofft hat, daß nichts mehr passiert. Wer hat einen Rat?

Re: Dilemma

Sylke ⌂ @, Tuesday, 10.07.2007, 07:44 (vor 6982 Tagen) @ Kurt

Hm, dann frag Dich doch einfach mal ob Du bereit bist evtl. das Risiko einzugehen einen oder mehrere Menschen schwer zu verletzen oder gar zu töten.

Wenn ja, dann verschweig Deine Anfälle und fahr Auto.

Wenn nein, was ich sehr hoffe, dann lässt du das mit dem Autofahren!

Re: Dilemma

Katrin L. @, Tuesday, 10.07.2007, 09:02 (vor 6982 Tagen) @ Kurt

Schwierige Situation... Wie oft sind den die Anfälle? Mein Freund hat seit Jahren etwa 2-3 Anfälle pro Jahr nur in der Aufwachphase und er darf Autofahren.

Seine Neurologin meint es würde nichts dagegen sprechen, da die Anfälle nur in der Aufwachphase sind. Er lässt sich morgens genug Zeit, das heißt es liegen mind. 1-1,5 h (und 2 Kaffee)zwischen aufstehen und losfahren. Damit "fährt" er wirklich gut. Ich weiß wie wichtig ihm und wahrscheinlich auch Dir der Führerschein ist. Ein Stück Unabhängigkeit bei einer Krankheit die schon so genug Einschränkungen mit sich bringt. Sprich nochmal mit Deinem Arzt und verschweig evtl. Anfälle nicht, schließlich geht es um Deine Gesundheit. Oder im Zweifelsfall schau Dich nach einem anderen Neurologen um, so ganz zufrieden scheinst Du ja nicht zu sein.

Ich wünsch Dir viel Glück.

LG Katrin

Re: Re: Dilemma

Susanne ⌂ @, Wednesday, 11.07.2007, 01:48 (vor 6981 Tagen) @ Kurt

Hallo Kurt,

ja, auch meiner Meinung nach ist es verantwortungslos, wenn man mit einer Anfallskrankheit Auto fährt.
Jedes Job- und Provinzargument ist einen (sorry) Scheißdreck wert, wenn man einem Menschen tot gefahren hat, weil man am Steuer einen Anfall bekommt oder die Antiepileptika eine Ursache sind.

Nichts für ungut, aber ich bin selbst Betroffene und habe von mir aus meinen Führerschein abgegeben. Das solltest Du auch machen, wenn Du nur für eine Sekunde überlegst, wen Du mit Deiner Rücksichtslosigkeit alles gefährdest. Komme doch einfach mal auf die Idee, daß es gar nicht um Dich persönlich oder Deinen Job, sondern ausschließlich um Deine Mitmenschen geht.

Herzliche Grüße, Susanne

Re: Dilemma

Stefan @, Saturday, 14.07.2007, 19:56 (vor 6978 Tagen) @ Kurt

Hallo zusammen,

die meisten Verkehrsunfälle passieren durch Unachtsamkeit am
Steuer. Im Verhältnis dazu verursachen Menschen mit Epilepsie
ganz wenig Unfälle.und fast keine mit schweren Personenschäden.
Wer hier behauptet, dass Leute, die ihre Epi weitestgehend im Griff haben, kein AUto fahren sollen, trägt zur depressiven Stimmung von Menschen die unter KA leiden bei.Etwas mehr Differenzierung ist angebracht. Im Umkehrschluss könnte man fordern, dass Menschen, die Konzentrationsstörungen haben
und Blutdrucksenkende Medikamente oder sonst welche auch kein
Auto fahren sollen. Gleiches Recht für alle bitte.
Stefan

Re: Re: Re: Dilemma

Schluffi @, Saturday, 14.07.2007, 20:09 (vor 6978 Tagen) @ Kurt

Hallo Susanne und alle Anderen

Sicherlich sollte ein Mensch der unter einer Anfallskrankheit "leidet" freiwillig seinen Führerschein abgeben!
Ich darf davon ausgehen,das die Epileptiker die anderer Meinug sind,vom Alter her zu den jüngeren gehören.
In diesem Alter hat dieses Papier einen doch sehr hohen Stellenwert,alleine wegem dem Freundeskreis.
Ich habe vor 22 Jahren einen Menschen zu Tode gefahren,als ich noch kein Epi war und Arbeite noch Heute daran.

Gruß Schluffi