Ausbildung wegen Epilepsie gefährdet

Herbert @, Monday, 30.07.2007, 16:55 (vor 6962 Tagen)

Hallo,
kann mir jemand weiterhelfen? Meine Tochter 19 Jahre hat seit 3 Jahren Epilepsie. ( vor 3 Jahren wurde sie auch Mutter ) und schaffte trotz ihrer Krankheit und Kind ihre Fachhochschulreife zu machen. Sie bekam sogar vom Berufskolleg eine Auszeichnung ( Urkunde ) als Annerkennung für ihre schulischen Leistungen trotz Krankheit und Kind.
Sie schaffte es jetzt auch einen Ausbildungsplatz als Kauffrau für Bürokommunikation zu bekommen. Es ist eine sehr große Firma die dem öffentlichen Dienst angeschlossen ist. Sie hatte beim Vorstellungsgespräch offen darüber gesprochen das sie Epilepsie hat und man unterhielt sich auch ausführlich darüber.
Meine Tochter bekam einen Ausbildungsvertrag ( von beiden Seiten unterschrieben ), wurde bei der Handelskammer angemeldet und hatte alle Termine schon ( Zwischenprüfung und so ). Sie musste dann noch zum ärztlichen Dienst zur Untersuchung. Alles war soweit in Ordnung. Dort wurde sie jetzt von der Ärztin angerufen und die sagte ihr: Da sie mit Ihrer Chefin ( auch Ärztin und ihre Vorgesetzte ) in telefonischen Kontakt steht, ( ihre Chefin ist in Urlaub und hat meine Tochter nicht gesehen und gesprochen ) und sie gehört hat das sie Epilepsie hat, solle sie schreiben: NICHT GEEIGNET.
Meine Tochter ist total am ende. Wie kann diese Ärztin die sie nie gesehen und gesprochen hat ihr die Zukunft versauen.
Meine Tochter rief bei der Firma an, und dort will man versuchen das es trotzdem klappt, aber man sagte ihr auch das es schlecht aussieht, da die Chefs sich wegen der Fürsorgepflicht nicht über den Rat der Ärztin ( sie ist auch die Betriebsärztin ) wegsetzen wollen.
Meine Tochter versucht jetzt noch ein Atest von ihrer Neurologin zu bekommen, das einer Ausbildung nichts im Wege steht.
Aber ob das was hilft weiß ich nicht.
Diese Betriebsärztin kommt in 2 Wochen aus dem Urlaub zurück, und dann versucht meine Tochter mit ihr persönlich zu reden wenn es klappt.
Meine Tochter fragte die andere Ärztin ob das NICHT GEEIGNET nur wegen der Epilepsie ist, oder ob noch was anderes wäre. Man sagte ihr, das es NUR wegen der Epilepsie ist. Dann sagte man sie solle sich lieber in einer keineren Firma bewerben,das wäre besser für eine Epileptikerin. ( was für ein absoluter blödsinn ) " Std später sagte man ihr, das es nächstes Jahr vielleicht besser ist. Das ist ja wohl eine Unverschämtheit. Diese Ärzte wiedersprechen sich total.
Was kann man machen in solch einem Fall.
Kann DIESE Ärztin wirklich die Zukunft meiner Tochter versauen???
Ihre Anfälle sind ca. 2 mal im Jahr und das für 5 Minuten. Danach ist sie sehr geschwächt, schäft den ganzen Tag und kann den nächsten Tag wieder arbeiten ( eben nur etwas gerädert wie Muskelkater ). Wenn der Anfall mal sehr schwer war ( relativ auch nur ca 5 min ) hat sie einen halben Tag Gedächnisslücken. Eigentlich keine sooo schwere Epilepsie.

Was kann ich bzw meine Tochter machen???

Vielen Dank für eure Hilfe

Re: Ausbildung wegen Epilepsie gefährdet

bianca @, Wednesday, 01.08.2007, 10:00 (vor 6960 Tagen) @ Herbert

hallo, auch ich hatte eine ausbildung in einer grossen firma trotz anfällen, aber leider habe auch ich die erfahrung gemacht, dass sich manche gutachter und betriebsärzte gern wichtig nehmen, hier kann ich nur raten, eventuell ein gegengutachten zu ertsellen oder nochmlas an die vernunft der chefs zu appellieren, man kann auch eventuell eine verlängerte probezeit anbieten.
ansonsten einfach mal in die öffentlichkeit gehen, negative publicity schreckt auch oft ab

Re: Ausbildung wegen Epilepsie gefährdet

Gabrielle ⌂ @, Friday, 03.08.2007, 09:33 (vor 6958 Tagen) @ Herbert

Hallo Herbert

glückwunsch zu so einer Tochter, die so viel zu leisten vermag.
Grundsätzlich hängt das von der Form der Epilepsie ab, was die Zukunft angeht und auch in wie weit Deine Tochter von Anfällen betroffen ist. Wann treten die auf? Was mich stuzig macht, ist das diese Epi im zusammenhang mit der Schwangerschaft aufgetreten ist. Wie sieht das heute aus?
Das sind Fragen die unbedint angesprochen sein müssen

liebe Grüsse

Gabrielle

Re: Ausbildung wegen Epilepsie gefährdet

kleine @, Saturday, 04.08.2007, 12:38 (vor 6957 Tagen) @ Herbert

Hallo!Ich bin nja gerade in einer ähnlichen Situation,bei mir geht es auch um die Zukunft,will mal GS-Lehrerin werden...aber jetzt zu euch..ich würde mich noch mit einer anderen Ärztin in Verbindung setzen..es gibt bestimmt welche die einsatzfreudiger sind.Meine Neurologin meinte auch sie schreibe es dann schon zu meinem Vorteil,ich erleide meine Anfälle auch nur frühmorgens und dann ists wieder gut.Bei solch einem Fleiß ihrer Tochter und solch seltenen Anfällen muss doch was möglich sein.wir dürfen uns nicht unterkriegen lassen!!lg

Re: Ausbildung wegen Epilepsie gefährdet

Herbert @, Sunday, 05.08.2007, 18:46 (vor 6956 Tagen) @ Herbert

Hallo zusammen,

hiermit möchte ich bei bianca, kleine, Gabrielle und andere bedanken für die Ratschläge und Interesse.

Zu Gabrielle, ja die Epilepsie hat bei meiner Tochter ziemlich direkt nach der Schwangerschaft angefangen. Heute sind die Anfälle ca 2 mal im Jahr, aber das kann auch damit zusammenhängen das mehrere Tabletten ausprobiert wurden, und jetzt ist sie wieder auf die alten eingestellt und seit einem halben Jahr anfallfrei.

Die künftigen Chefs meiner Tochter haben sich über die Ärztin hinweggesetzt und lassen die Ausbildung weiter bestehen FREU.

Was die Ärztin angeht, so bin ich trotz alledem sehr sauer auf sie. In zwei Wochen findet jedoch ein Gespräch zwischen dieser Ärztin, der Ausbilderin, der Personalchefin und meiner Tochter statt. Dann soll diese Ärztin sich mal zu ihrer Beurteilung äußern.

Meine Tochter wird sich auf dieses Gespräch vorbereiten und geht auch alles noch mal mit ihrer Neurologin durch.

Mann muss dazu sagen, dass meine Tochter KEINE Photogene Epilepsie hat. Aber selbst für Photogene Epilepsie ist PC Arbeit heute kein Problem mehr, da es so viele Flachbildschirme gibt, die eine Gefahr eines Anfalls total bannen, und bestens für Epileptiker geeignet sind.

Gut mit Tabletten eingestellt gibt es eigentlich nichts was eine Ausbildung gefährden könnte. Ich bin schon auf die Argumentation dieser Ärztin gespannt. Schade dass ich selber bei diesem Gespräch nicht anwesend sein kann.

Es ist jedenfalls eine UNVERSCHÄMTHEIT und verantwortungslos von einer Ärztin, eine pauschale Beurteilung abzugeben OHNE ein individuelles Gespräch geführt zu haben, keine Krankenakten gesehen hatte oder sonstiges. Einen Epileptiker kann man nur Individuell beurteilen.

Jedenfalls wird die Ausbildung nach dem jetzigen Stand stattfinden.

Gruß Herbert