Re: Film/Video eines Anfalls gesucht
Es ist so das der ein Film, oder Video nur dn anfall von einer Person zeigt, es gibt aber allgemeine Richtlinien die für alle gelten. Diese sind warscheinlich hilfreicher als anschauungsmatrial. Anbei ein Infoblatt der Epi Zürich
Gabrielle
B e h a n d l u n g
Erste-Hilfe-Massnahmen
bei epileptischen Anfällen
Alle Rechte beim Verfasser, Dr. med Günter Krämer, Medizinischer Direktor des Schweizerischen Epilepsie-Zentrums Zürich 1
Generalisierte tonisch-klonische
(Grand mal-) Anfälle
Das wichtigste für alle Angehörigen oder sonstigen Menschen, die
einen grossen Anfall beobachten, ist trotz aller verständlichen
Aufregung und Sorge möglichst nicht in Panik zu geraten und sich
besonnen zu verhalten. Wohlmeinende, aber übermässig aufgeregte
Passanten können durch unüberlegte vermeintliche Hilfestellungen
unter Umständen noch zusätzlichen Schaden anrichten. So
bedrohlich ein generalisierter tonisch-klonischer Anfall auch aussehen
mag, er ist für die Betroffenen in aller Regel nicht lebensgefährlich.
Ausserdem ist es praktisch unmöglich, einen Anfall zu unterbrechen,
der einmal begonnen hat. Ein zu Beginn eines Anfalls
ausgestossener Schrei der Betroffenen ist kein Ausdruck anfallsbedingter
Schmerzen, sondern beruht auf dem krampfhaften Einsaugen
oder Herauspressen von Luft durch die Luftröhre und den
Schlund.
Alle Hilfsmassnahmen haben zum Ziel, mögliche Komplikationen
und insbesondere Verletzungen zu verhindern.
Sofern möglich, kann man versuchen, einen im Anfall Stürzenden
aufzufangen oder hinzulegen, zum besseren Offenhalten der Atemwege
und Erleichtern des Abfliessens von Speichel und unter Umständen
auch Erbrochenem nach Abklingen der Verkrampfungen
am besten auf die Seite mit Übereinanderschlagen der Beine (= so
genannte stabile Seitenlage). Nur ganz zu Beginn eines Anfalls
kann man bei älteren Menschen auch versuchen, noch rasch Zahnprothesen
zu entfernen. Sobald die Kiefer in der so genannten
tonischen Phase zusammengepresst werden, ist es dafür zu spät.
Wenn man den Körper der Betroffenen aus einer Gefahrenzone
wegziehen oder bewegen möchte, sollte man am Oberkörper und
nicht an den Extremitäten anfassen. Bei einem Zerren an den Armen
kann es während eines Anfalls leicht zu einem Ausrenken im
Schultergelenk kommen.
Nichts zwischen die Zähne schieben
Oft wird in bester Absicht versucht, den Krampfenden irgendeinen
Gegenstand wie beispielsweise einen Löffel oder Kuli zwischen die
Zähne zu schieben, um einen Zungenbiss zu verhindern. Dies
gelingt aber in aller Regel nicht und richtet mehr Schaden an den
Zähnen und andere Verletzungen an als es nutzt. Lediglich Angehörige
oder Fachleute können bei genauer Kenntnis der Anfallsart
ganz zu Beginn versuchen, ein geeignetes Material wie einen speziellen
Hartgummikeil zwischen die Zähne zu schieben.
Gaffer wegschicken
Für die Betroffenen sind beim Wiedererlangen des Bewusstseins
die um sie herumstehenden Gaffer oft das Unangenehmste an
einem Anfall, der für sie ansonsten nichts Besonderes mehr ist.
Sollten Sie mit einem Betroffenen unterwegs sein oder als Passant
zufälliger Zeuge eines Anfalls werden sollten, können Sie den Betroffenen
sehr damit helfen, wenn Sie die nutzlos Herumstehenden
zum Beispiel mit der Bemerkung wegschicken, sie würden sich mit
der Situation auskennen, es sei nur ein Anfall und nichts Besonderes.
TUN UNTERLASSEN
Ruhe bewahren (besonders in der Unruhe, Panik und Hektik.
Öffentlichkeit und bei Hektik anderer
Anwesender), auf die Uhr
schauen (Anfallsbeginn?).
Bei bekannten ersten Anzeichen Versuche, einen beginnenden
eines Anfalls (z.B. Ankündigung Anfall durch Einreden auf die
der Betroffenen, starren Blick, der Betroffenen, Anschreien,
Hilfe bei Hinlegen auf ein Sofa, Schütteln, Klopfen oder Vorhal-
Bett oder den Boden. ten von Riechmittel zu verhindern.
Versuch, gefährliche Gegenstände Während eines Anfalls versuzu
entfernen chen, die Betroffenen z.B. auf
- z.B. kleinere Möbelstücke oder einen Stuhl zu setzen oder
spitze, scharfe, harte oder heisse fortzuführen
Gegenstände Versuche, Arme und Beine
- ggf. Betroffenen gefährliche festzuhalten, die verkrampften
Gegenstände vorsichtig aus der Hände zu öffnen oder die Be-
Hand nehmen (Messer, Schere troffenen wiederzubeleben.
etc)
- ggf. Brille abnehmen
Sofern erforderlich, Betroffene aus Versuche die Betroffenen an
einer Gefahrenzone (z.B. offenem den Armen wegzuziehen
Feuer oder Treppenabsatz) weg- (Gefahr des Ausrenkens im
ziehen (am Rumpf / Oberkörper). im Schultergelenk).
Nach Aufhören des Krampfens Während des Krampfens in
In stabile Seitenlage bringen; stabile Seitenlage bringen
hält Atemwege frei und verhindert (Gefahr des Ausrenkens der
Laufen von Speichel und Erbro- Arme im Schultergelenk)
chenem in die Luftröhre und Versuche, Antiepileptika, son-
Lunge. stige Medikamente einzuflössen
(Gefahr des Verschlukkens).
Sofern vorhanden, weichen Gegen- Festhalten der Betroffen wähstand
(z.B. Kissen, Pullover o.ä.) rend und nach dem Anfall
unter den Kopf schieben. (erhöht Verletzungsgefahr).
Kleidung lockern, um Atmung zu Versuche, die Zähne auseinanerleichtern
der zu halten oder Gegenstände
- z.B. Krawatte lockern zwischen Ober- und Unterkiefer
- Hemdkragen öffnen zu schieben (Verletzungsgefahr
für Zähne und Finger).
Rufen eines Arztes oder Kranken- Bei bekannter Epilepsie und
wagens , wenn mehrere Anfälle unkompliziertem Anfall stets
hintereinander auftreten, ohne Arzt oder Krankenwagen rufen.
dass die Betroffenen zwischendurch
wieder zu sich kommen,
der Anfall länger als 10 Minuten
dauert, Verletzungen oder sonstige
Komplikationen auftreten.
B e h a n d l u n g
Erste-Hilfe-Massnahmen
bei epileptischen Anfällen
Alle Rechte beim Verfasser, Dr. med Günter Krämer, Medizinischer Direktor des Schweizerischen Epilepsie-Zentrums Zürich 2
TUN UNTERLASSEN
Bei den Betroffenen bleiben, bis Die Betroffenen während eines
der Anfall vorbei ist und sie wieder Anfalls alleine lassen.
normal ansprechbar sind, wissen
wo sie sind und wohin sie wollen.
Nach dem Anfall Hilfe anbieten: Die Betroffenen nach einem
- z.B. zu einer Sitzgelegenheit Anfall in der Nachschlafphase
bringen wecken oder zu aktiveren ver-
- z. B. für Heimfahrt suchen
- Fragen, ob jemand angerufen Den Betroffenen direkt nach
werden soll einem Anfall etwas zu Trinken
- Fragen, ob Krankenwagen geben (Gefahr des Verschlukgerufen
werden soll kens).
- Betroffenen Anfallsablauf und -
dauer schildern
- ggf. Name und Adresse geben
Fokale Anfälle mit Bewusstseinsstörung
(komplexe fokale, psychomotorische
Anfälle)
Das Wichtigste ist, wie bei generalisierten tonisch-klonischen Anfällen,
die Ruhe und Übersicht zu bewahren. Die verwirrt erscheinenden
Betroffenen verletzen sich erstaunlich selten, selbst wenn sie
zum Beispiel zu Beginn eines Anfalls ein Messer in der Hand halten.
Auch bei den als Automatismen bezeichneten, unbewusst ablaufenden
Bewegungen und Handlungen passiert erstaunlich wenig.
Bei den Betroffenen bleiben und sie nicht alleine lassen.
Ein einmal begonnener Anfall kann nicht mehr aufgehalten oder
unterbrochen werden. Man kann vorsichtig versuchen, gefährliche
Dinge aus der Hand zu nehmen oder die Betroffenen von Gefahrenpunkten
wegzuziehen. Bei Unmutsäusserungen oder Abwehrbewegungen
sollte man aber rasch nachgeben, weil es sonst sehr leicht
zu einem Raufen und Kämpfen kommen kann (an das sich die
Betroffenen hinterher meist nicht erinnern können!).
TUN UNTERLASSEN
Ruhe bewahren (besonders in der Festhalten der Betroffenen
Öffentlichkeit und bei Hektik ande- während und insbesondere nach
rer Anwesender), auf die Uhr einem Anfall.
schauen (Anfallsbeginn?)
Sofern erforderlich, Betroffene aus
einer Gefahrenzone (z.B. Strasse
oder Herd) weg begleiten.
Versuch, gefährliche Gegenstände
zu entfernen
- z.B. kleinere Möbelstücke oder
spitze, scharfe, harte oder heisse
Gegenstände
- ggf. Betroffenen gefährliche
Gegenstände vorsichtig aus der
Hand nehmen.
Bei den Betroffenen bleiben, bis Die Betroffenen während eines
der Anfall vorbei ist und sie wieder Anfalls alleine lassen.
normal ansprechbar sind, wissen
wo sie sind und wohin sie wollen.
Nach dem Anfall Hilfe anbieten: Während eines Anfalls verz.
B. zu einer Sitzgelegenheit suchen, das Verhalten der
bringen Betroffenen zu beeinflussen.
- z. B. für Heimfahrt
- Fragen, ob jemand angerufen Den Betroffenen nach einem
- Fragen, ob Krankenwagen Anfall rasch wieder zu
gerufen werden soll aktivieren.
- Betroffenen Anfallsablauf und
-dauer schildern
- ggf. Name und Adresse geben
Absencen
Absencen dauern meist nur 5 bis 30 Sekunden und sind in aller
Regel so harmlos, dass sich Erste-Hilfe-Massnahmen schon deswegen
erübrigen. Es kommt auch praktisch nie zu verletzungsträchtigen
oder sonstigen gefährlichen Bewegungen, Handlungen oder
Stürzen. Da die Betroffenen selbst von ihren Anfällen überhaupt
nichts mitbekommen, sollte man sie hinterher darauf aufmerksam
machen, dass sie einen Anfall hatten.
gesamter Thread:
- Film/Video eines Anfalls gesucht -
Georg Schmitz-Remy,
14.08.2007, 21:41
- Re: Film/Video eines Anfalls gesucht - Marco, 14.08.2007, 22:12
- Re: Re: Film/Video eines Anfalls gesucht - Susanne Albers, 15.08.2007, 01:19
- Re: Film/Video eines Anfalls gesucht - Susanne Albers, 15.08.2007, 01:36
- Re: Film/Video eines Anfalls gesucht - Thomas, 15.08.2007, 07:55
- Re: Film/Video eines Anfalls gesucht - Georg Schmitz-Remy, 15.08.2007, 08:15
- Re: Film/Video eines Anfalls gesucht - Gabrielle, 18.08.2007, 10:56
- Re: Film/Video eines Anfalls gesucht - Aman Noor, 18.05.2008, 13:48
- Re: Re: Re: Film/Video eines Anfalls gesucht - Andrea, 20.05.2008, 00:09
- Re: Film/Video eines Anfalls gesucht - Susanne, 26.05.2008, 21:24
- Re: Re: Film/Video eines Anfalls gesucht - sunny, 23.09.2008, 22:35