Einmal und nie wieder!?

Ina @, Monday, 24.09.2007, 08:16 (vor 6906 Tagen)

Hallo,

mein Sohn ist jetzt 13 und hatte am 1.04 seinen ersten und bisher letzten Grand-mal gehabt, er wurde ganz steif.
Es war für ein furchtbarer Schock weil ich sowas noch nie erlebt habe, ich dachte echt er wäre Tod. Wir waren die Zeit in Frankreich im Urlaub und wurden auch schnell wieder aus der Klinik entlassen.
Zu Anfangs wurde ich vertröstet, das kommt in der Pupertät schon mal vor, das wird der erste und letzte sein, das legt sich wieder.
Soweit so richtig, aber bisher habe ich mit ihm 2 EEG machen lassen, eins ca 4 Wochen nach dem Anfall und das andere 3 Monate später, das nächste steht Ende Oktober an und die waren alles andere als gut.
Neurologisch ist er total unauffällig.
Von der Klink wurde mir angetraten ihm Medikamente zu geben, was ich bisher nicht tat.
Die Tage kam dann wieder eine Abschrift von der Klinik an meinen Hausarzt, das ich eben keine Medis gebe obwohl sie mich eindringlich darauf hingewiesen haben. Das sie mich eindringlich darauf hingewiesen haben was er darf und was nicht.

Normal kann ich das ganz gut verdrängen, aber weil er jetzt seine Brekits raus bekommt wird er bald in die Röhre müssen, das und der Brief wirbelt doch alles wieder ziemlich auf.

Heute nacht konnte ich kaum schlafen weil ich das echt nicht aus dem Kopf bekomme. Habe richtig schiss das er umkippt und sich dabei verletzt oder schlimmeres.
Je mehr ich mich jetzt mit der Thematik auseinander setzte desto schlimmer wird es .

Seine Tarvor hat er in einem Schweissarmband am Handgelenk, Schule, Kumpel, Trainer und wahrscheinlich das halbe Dorf wissen bescheid was zu tun ist wenn er fällt.

Seinen Alltag gestalten wir wie vorher auch, nur das ich verstärkt darauf achte das ausreichend trinkt, regelmässig isst und ausreichend schläft.
Radeln, Trainig, mit den Kumpels weg, alles wie vorher.
Kann ihn ja nicht einsperren oder dauernd an meinem Rockzipfel halten.
Wobei ich das manchmal am liebsten tun würde.

Wollt ich nur mal so loswerden, vielleicht fällt einem ja was tröstliches dazu ein.

LG Ina

Re: Einmal und nie wieder!?

ines @, Monday, 24.09.2007, 19:23 (vor 6905 Tagen) @ Ina

hallo ina!!!
ich habe deinen eintrag gelesen und muss sagen, ich kann deine bzw. die deines sohnes nur zu gut verstehen...
ich selbst bin jetzt erst 18 und hatte meinen 1. anfall mit 16 (schon ein bisschen älter als dein sohn aber naja, ich wollt dir trotzdem darauf antworten!!)
beim 1. anfall kann man defintiv nicht von epilepsie sprechen... sehr sehr viele menschen haben in ihrem leben einen gelegenheitsanfall; einige davon sogar im schlaf und kriegen deshalb noch nicht einmal was davon mit!
es ist auf alle fälle wichtig, dass dein sohn weiterhin ein normales leben führt - wie davor auch!!
ich persönlich kann deinen verzicht voerst auf medikamente vollkommen verstehen.
ich persönlich hatte erst 6monate nach meinem 1. anfall den 2. und dann erst wieder 11 monate später (aug.07), jedoch dort 2 innerhalb von 1,5wochen!(bei mir waren jedoch alle eegs auffällig!)
seitdem nehme ich medikamente, mit denen ich jedoch gut zurecht komme.
es ist auf alle fälle wichtig, dass er relativ regelmäßig schläft und isst, und auf alkohol verzichtet (in das alter wird er ja jetzt dann kommen, um ehrlich zu sein!)
Den rest sollte er ganz normal weitermachen!!!
ich lebe einen monat nach meinen 2 anfällen kurz nacheinander und dem anfang der medikamentösen behandlung auch wieder normal: gehe mit freunden weg (auch mal länger, aber dann muss ich am nächten tag eben die möglichkeit haben, auszuschlafen), auf alkohl verzichte ich, mache mein abitur und mache alles,was mir spaß macht :)
mach dich also nicht verrückt, jedoch solltest du dir vielleicht bei einem anderen neurologen eine meinung einholen, um beruhigter zu sein und zu wissen, was die richtige behandlung für deinen sohn wäre.
tut mir leid, wenn ich teilweise ein bisschen durcheinander geschrieben habe.
LG!!

Re: Einmal und nie wieder!?

Ina @, Tuesday, 25.09.2007, 06:41 (vor 6905 Tagen) @ Ina

Hallo Ines

ich habe mich sehr über deine Antwort gefreut.

Mich wundert auch das die Klinik gleich so hoch fährt, haben doch meine Recherchen ergeben das man nach einem Anfall, auch wen das EEG nicht iO ist, meistens noch nicht von einem Epileptiker spricht und normalerweise auch noch keine Medikamente gibt.

Sein erster Anfall war auch aus dem Schlaf raus, wenn es überhaupt sein erster war..........
Wir haben Womo und schliefen beide oben im Alkoven, weil ich zu faul war unten das Bett zu machen. So kurz vor acht bekam ich dann seinen Ellenbogen ins Gesicht und der Kerl wurde ganz steif.
War schon ein schlimmer Schock, bin noch kaum drüber weg.

Am Wohnort zuvor habe ich im Keller geschlafen und er im ersten Stock, denke manchmal, wenn er da schon welche hatte, ich hätte es nicht mitbekommen.
Jetzt haben wir die Schlafzimmer nebeneinander und meistens ist die Türe auf.
Das einzigste was mich ein kleines bischen beruhigt. Das die Klinikärzte meinten das er vermutlich alle weiteren Anfälle auch im Schlaf, aus dem Schlaf raus bekommen wird.
Da radelt er dann wenigstens nicht auf der Strasse rum.

LG Ina

Re: Einmal und nie wieder!?

cokie @, Tuesday, 25.09.2007, 11:39 (vor 6905 Tagen) @ Ina

Hallo Ina

deine Beiträge habe ich mir zweimal durchgelesen. Wenn ich es richtig sehe, hat dein Sohn Anfälle im Schlaf, aus dem Schlaf raus und er hatte jedesmal auffällige EEG´s.

Ich kann deine Überlegungen ob Medi oder nicht schon irgendwo verstehen. Ich habe selbst Epi und ich habe drei Kinder von denen die Älteste die selbe Form Epilepsie hat wie ich.(idiophatisch generalisierte Epi) Die Jüngste sogar zwei Formen.(zusätzlich noch fokale Epi im linken Temporallappen) Beim mittleren wird jetzt überprüft ob die Symptome die er hat auch auf epileptischen Veränderungen begründet sind.(Er ist seit seinem 5. Lj. Bettnässer..da er zudem Hörbehindert ist und alles wegen Frühgeburt wurde bei ihm nie eine Epi vermutet, große Anfälle hatte er keine) Bei meiner ältesten Tochter wurde die Epi festgestellt als sie 10 war. Sie hatte keine großen Anfälle. Aber gehäufte Absencen, die ein konzentriertes Lernen unmöglich machten. Sie bekam Valproat in normaler Dosis, was ihr EEG "sauber" machte. Im Teenager-alter begehrte sie dagegen auf, setzte es eigenmächtig ab - schaffte nur knapp den Hauptschulabschluß. Heute als Erwachsene kämpft sie erneut mit der Suche nach dem richtigen Medikament, denn die Absencen machen ihr das Leben schwer. Als ich vor einem Jahr dann bei meiner Jüngsten die ersten Absencen bemerkte habe ich zuerst geglaubt wir schaffen das so. Das EEG war noch sauber. Ich war gerade selber in der Umstellungsphase und wußte wie schwer einem die Medis das Leben machen können. Wußte noch zugut wie schwer meine Älteste es in der Schule hatte und meine Jüngste lernt doch so gut! Ich war so im Zweifel! Aber dann kam der erste größere Anfall und innerhalb eines halben Jahres zeigte sich die Epi auch im EEG und die Nachricht das sie zwei Formen hat. Ich sah wie verwirrt meine Jüngste war, wie sehr sie selbst mit diesem ihr unbekannten Zustand kämpft. Und ich habe mich für das Medikament entschieden. Warum soll ich ihr die Chance vorenthalten, die ich selbst bekomme? Noch im Frühjahr diesen Jahres war ich zu Diagnostikzwecken nur für 4 Tage ganz ohne Medis... die Anzahl meiner Aussetzer kann man nur stundenweise auszählen, nach 4 Tagen hatte ich einen GM. Und es ist mir sehr gut in der Erinnerung geblieben, wie ich mich in diesen 4 Tagen gefühlt habe. Sehr sehr bescheiden! Wenn man immerzu Aussetzer hat, macht das Ganze keinen Spaß mehr. Natürlich bin ich heute manchmal auch frustriert wenn ich mit Nebenwirkungen kämpfe... aber mit den Anfällen möchte ich nicht leben. Es ist einfach zum Mäusemelken wenn einem ein Stück vom eben Gesagten fehlt. Wenn man beim Schreiben den größten Buchstabensalat schreibt, oder Dinge an Orte räumt wo sie nicht hin gehören und das sind nur harmlose Begleiterscheinungen. Hab ich nachts Anfälle wache ich morgens wie gerädert auf, hab tagelang Muskelkater das ich kaum laufen kann,bin hundemüde. - Und das habe ich dann bei meiner Jüngsten auch beobachtet. Sie wirft sich in nächtlichen Anfällen so im Bett rum, dass sie sich blaue Flecken holt (Wir haben ihr jetzt eine extra große "Schlafwiese" gezimmert -in Verbindung mit dem Medi schläft sie jetzt ruhiger und hat keine blauen Flecken mehr. Die Tage an denen sie morgens noch im "laufen schläft" sind zum glück ganz ganz selten geworden und aufs Lernen hat sich das Medi bisher nicht ausgewirkt. Natürlich möchte ich das meine Kinder genauso normal wie andere auch aufwachsen können, lernen, spielen rausgehen, Freunde haben, groß und selbständig werden - was mit der Angst um sie nicht immer einfach ist. Aber ich spüre auch wie meine Jüngste jetzt mit dem Medi ein bissl den Schrecken vor der Krankheit verloren hat. Ich packe sie nicht in Watte. Genau wie du das mit deinem Sohn auch super gut machst, aber ich gebe ihr dieses kleine "Hilfsmittel" und ich sehe und spüre das es ihr hilft.

Natürlich kann man das alles nicht verallgemeinern, aber es sind Erfahrungen, die ich über viele Jahre gesammelt habe, vielleicht helfen sie dir bei deinen Überlegungen ob Medi oder nicht. Bei mir begann die Epi auch mit ca. 14 oder 15 Jahren. Damals ist allerdings noch keiner mit mir zum Arzt gegangen... Es war dazwischen auch viele Jahre nix. Behandelt wurde ich erst 10 Jahre später, nach dem ich nach der Geburt meines 2. Kindes den ersten GM hatte. Die Ärztin meiner Jüngsten Tochter sagte mir je früher eine Epilepsie medikamentös therapiert wird um so höher sind die Chancen, dass sie nicht so stark ausgeprägt wird wie es bei mir jetzt der Fall ist. Natürlich kommt es auch immer darauf an was für eine Art Epilepsie man hat.Wenn du dir so unsicher bist, hole dir mehrere Meinungen ein.Am Besten von Epileptologen. Wir sind im Epilesiezentrum der Universitätsklinik Freiburg in Behandlung und sind dort sehr zufrieden. Dort nimmt man sich sehr viel Zeit und die Ärzte kommen einem nicht als Halbgötter in weiß daher.

Ich wünsche Euch viel Glück für die Zukunft liebe Grüße
Cordula

Re: Re: Einmal und nie wieder!?

Ina @, Wednesday, 26.09.2007, 06:42 (vor 6904 Tagen) @ cokie


Hallo Cordula

ihr habt's aber auch nicht leicht..............
Wenn ich das so lesen kann ich gut verstehen das du zu den Medis greifst, würde ich an deiner Stelle auch, so schwer es mir fallen würde.

mein Sohn hatte bisher einen Anfall von dem ich mitbekommen habe, eben am ersten April. Wenn er die Jahre zuvor einen gehabt hätte, während ich im UG schlief, das hätte ich bestimmt nicht mitbekommen und jetzt, da wir gemeinsam auf einem Stock schlafen auch nur vielleicht.
Die Ärzte sagten zu mir das, wenn der erste Anfall aus dem schlaf heraus kommt, auch die weiteren aus dem schlaf kommen würden, kommen könnten.

Wenn ich jetzt so deinen Bericht lese, denke ich er hatte keine weiteren.
Den, beim Aufstehen war er eigentlich immer gleich, klar mal ein bisschen müder, aber sonst...............

Sein GM war ja nicht mit Zuckungen, er war währenddessen total steif.
Die 2 EEG die ich hab machen lassen, die waren allerdings auffällig.

Gestern bekam er seine feste Zahnstange raus, das wurde seid Mai von einem Monat zum anderen verschoben. So das wir jetzt einen Termin zum CTG machen können.
Da habe ich auch Schiss davor.
Mir wurde gesagt das versprenge Hirnzellen oder Narben das EEG auffällig machen und die Anfälle auslösen könnten. Bei versprengten Hirnzellen könnte man gar nichts machen und wenn Narben da wären müsste man überlegen, ob sie operiert würden............

Absencen, die dann mir oder den Lehrern wirklich auffallen würden hat er scheinbar auch keine. Stehe da schon in engem Kontakt. Seine Noten sind ordentlich, kann ich auch nicht klagen.

Einmal und nie wieder!?

Ina @, Friday, 02.11.2007, 11:35 (vor 6867 Tagen) @ Ina

Hallo zusammen

an einem kleinen Up Date intressiert?

Am Montag waren wir wieder in der Klinik zum EEG. War natürlich :( wieder nicht iO.
Der Doc uns im Wartezimmer noch gefragt ob es einen neuerlichen Anfall gegeben hat. War aber GsD nicht so.
Trotzdem meint er aufgrund vom EEG, stark Anfallgefährdet.

Hat mir aber auf der anderen Seite recht gegeben, das ich ihm die Medikamenten bisher nicht gegeben habe.
Ich bin fast vom Glauben gefallen, war doch er und der Oberarzt der Kinderklink schwer sauer das ich mich so weigere.

War dann ein richtig gutes entspanntes Gespräch möglich :)

Neurologisch wie immer total normal. Seine Konzentrations Schwierigkeiten und Merkfähigkeit seinen wohl im direktem Zusammenhang mit dem EEG zu sehen.

Um auszuschliessen das in seinem Hirn was wächst was da nicht hin gehört, hat er uns wieder dringend zu einem Kernspin geraten.
In die Röhre kommt er am 13.11

Um zu versuchen das seine Konzentration besser wird, bin ich am überlegen es mal mit einer Kinesiologin zu versuchen.
Hat da ja schon jemand Erfahrung damit gemacht?

LG Ina

Re: Einmal und nie wieder!?

Ina @, Wednesday, 21.11.2007, 10:20 (vor 6848 Tagen) @ Ina

Vielleicht intressierts ja eine/n

Vom Kernspin letzte Woche habe ich heute die Ergebnisse bekommen. Altersgemäß unauffällig *freu*
Ich soll 1-2x Jährlich zum EEG kommen.

so, meiner Info nach werden Epileptische Anfälle ja auch durch Stress ausgelöst der sich auf keine andere Art lösen lässt.

Gestern war ich jetzt mit meinem Sohn das erste mal bei der Kineseologin und war baff erstaunt.
Sie hat die Behandlung mit im angefangen und gleich 3 wunde Punkte gefunden die bei ihm erheblichen Stress auslösen. Unter anderem auch seine Panik vor Spinnen.

Wenn es auch nur dahingehend was bringt, das er sich in der Schule besser konzentrieren kann, wäre uns schon sehr geholfen und dafür sei die Kineseologin ja sehr gut geeignet