freund einer operierten
hallo zusammen,
ich freue mich eiin forum gefunden zu haben, bei dem ich mich mit betroffenen austauschen kann.
ich komme am besten gleich zu dem problem. meine freundin wurde vor 1,5 jahren der rechte schläfenlappen entfernt. seit dem ist sie glücklicherweise anfallsfrei, aber es haben sich leider und auch wie erwartet psychosoziale probleme ergeben.
wir sind schon seitt über fünf jahren ein paar und haben bisher keine probleme gehabt. doch nach der operation hat sich ihre beziehung und damit ihr verhalten zu mir heftig geändert. im genaueren geht es um die körperliche beziehung. sie blockt körperliche nähe nahezu komplett ab, ist oft für andere da, um ihnen zu helfen. dabei vernachlässigt sie vor allem den wiederaufbau der beziehung. ihr verhalten hat mich schon soweit gebracht, dass ich einen anderen mann als ursache vermutet habe. sie meint aber, dass da kein anderer wäre. ganz im gegenteil "sie könne ohne mich nicht leben".
ich habe schon oft mit ihr über das problem geredet und sie sagt, sie kann da nichts für. sie kann einfach keine passende und klare antwort auf das problem geben, was mich nach 1,5 jahren geduld verständlicherweise enttäuscht, traurig und wütend macht. selbst eine 2-monatige reha und eine psychologische behandlung haben das problem noch nicht verbessert. weiß einfach nicht weiter. will zwar weiter für uns kämpfen, aber ich erwarte nach so langer zeit einfach eine kämpferische einstellung von ihr.
so, das tat mal gut, mein herz auszuschütten. habt ihr ähnliches erlebt? habt ihr einen ratschlag wie wir/sie am besten damit umgehen, um das problem zu lösen?
vielen dank vorab für eure antworten und schönen gruß.
Re: freund einer operierten
Hallo Freund8,
Du hast allen Grund zur Freude, denn Deine Freundin ist seit 18 Monaten anfallsfrei, sie hat die OP ohne neurologische Defizite überstanden. Was sich jetzt bei ihr abspielt, ist mir sehr wohl bekannt, ich habe zur Zeit selbst mit diesen Problemen zu kämpfen, ich bin fast zeitgleich mit Deiner Freundin operiert worden. Wenn ihr schon seit über 5 Jahren zusammen seid, bist Du zu bewundern für die Geduld, die Du für Deine Freundin aufgebracht hast. Eine Kopfoperation, auch wenn die OP heute für den Patienten fast ohne Schmerzen abläuft, hinterläßt ihre Spuren. Bei einer Lumbal-Punktion z. B. wird nur eine ganz kleine Menge Liquor für die Untersuchung benötigt. Danach müssen Patienten schon mindestens 24 Stunden liegen, weil sie sonst unerträgliche Kopfschmerzen bekommen können. Bei einer OP am offenen Gehirn, auch wenn bei diesen OPs überwiegend stereotaktisch operiert wird, geht jede Menge Hirnwasser verloren. Alleine die Rückbildung dauert über Monate, wenn nicht Jahre. Ein geschwächter Mensch ändert sein Verhalten, als ich 4 Wochen nach der OP mit der Bahn nach Hause fuhr, hatte ich Anweisung, auf keinen Fall mehr als 5 kg zu tragen. Das hat noch sehr lange gedauert, bis ich wieder etwas stärker war, ganz bin ich heute noch nicht wieder da, obwohl ich auch anfallsfrei bin.
Du solltest ihr eine Chance geben, zärtlich zu ihr sein, Verständnis für ihre Situation haben, und wenn sie das nicht möchte, muß das nicht an dir liegen,Du darfst das nicht persönlich nehmen, Du mußt verstehen, sie hat nach der OP ein neues, plötzlich anderes Leben beginnen müssen, ich nehme an, sie weiß noch gar nicht wo sie steht, denn die OP ändert die Persönlichkeit genauso wie die Antikonvulsiva. Ich glaube, sie wird dir eines Tages danken, wenn Du ihr heute noch etwas Zeit läßt und sie zu sich kommen läßt.
Ich finde es gut, dass Du hier Luft abgelassen hast. So wirst Du weiterhin von Betroffenen hören, die genau das Problem Deiner Freundin haben. Ich wünsche dir den Erhalt der Partnerschaft, Deiner Freundin gute Genesung und Euch beiden viele Momente des Glücks.
Herzliche Grüße
Anton
Re: freund einer operierten
Hallöchen,
ich wollte auch mal über meine Erfahrungen reden (dir erzählen).
Ich wurde ebenfalls am rechten Schläffenlappen operiert und wurde ebenfalls was entfernt. Das war 2004 und bin zum Glück immernoch anfallsfrei.
Das mit der Psyche ist leider der Nachteil an der OP. Ich hatte langer Zeit Depressionen, wogegen ich heute noch z.T. kämpfen muß und Medis nimm. Bin aber froh, daß ich anfallsfrei bin. Das ist aber auch normal, daß man mit der Psyche zu kämpfen hat wenn auf der rechten Seite was gemacht wird, das ist nämlich die Gefühlsseite (lt. meinem Neurologen).
Ich habe mich ebenfalls um 180 Grad verändert, sagen auch die anderen! Zum Positiven, war davor voll das Gegenteil.
Du mußt mit ihr Geduld haben! Das dauert sehr sehr lange bis sie wieder die "Alte" ist. Und jetzt wieder lernt ohne Anfälle zu leben. Das ist eine große Umstellung.
Bei mir war das genau das Gegenteil von ihr, ich war froh wenn ich keinem zu Last gefallen wäre, obwohl es kein Grund gab und alleine fiel mir die Decke auf dem Kopf und hab nur die Decke angestarrt und geweint. Das war das schlimmste an der OP, die OP war ein Klacks dagegen glaubs mir.
Und ich bzw. die anderen konnten mir net helfen, da mußte ich selber durch. Die waren zwar alle für mich da, genauso wie mein Freund/mittlerweile Mann!!! Muß ich ihn nur bewundern. War auch net einfach für ihn. Egal was er gemacht hatte war im nächsten Moment für mich wieder net ok, oder ich wollte was anderes machen als vor paar Minuten gesagt usw.(depris)
Ich lag auch öfter in seinem Arm und habe geweint ohne Grund.
Ich wüßte aber garnet, was ich ohne ihn gemacht hätte.
Ich kann nur sagen du mußt Geduld haben mit ihr, sie macht das net mit Absicht! Und bestimmt net wegen einem Anderen Mann.
Das dauert alles seine Zeit, und manchmal auch Jahre.
Was sagt denn der Neurologe dazu?
LG
Brigitta
PS: wenn du noch Fragen hast kannst dich auch gerne bei mir persönlich melden! (traumgirl198@yahoo.de)
Re: freund einer operierten
[zitat=Brigitta]Hallöchen,
ich wollte auch mal über meine Erfahrungen reden (dir erzählen).
Ich wurde ebenfalls am rechten Schläffenlappen operiert und wurde ebenfalls was entfernt. Das war 2004 und bin zum Glück immernoch anfallsfrei.
Das mit der Psyche ist leider der Nachteil an der OP. Ich hatte langer Zeit Depressionen, wogegen ich heute noch z.T. kämpfen muß und Medis nimm. Bin aber froh, daß ich anfallsfrei bin. Das ist aber auch normal, daß man mit der Psyche zu kämpfen hat wenn auf der rechten Seite was gemacht wird, das ist nämlich die Gefühlsseite (lt. meinem Neurologen).
Ich habe mich ebenfalls um 180 Grad verändert, sagen auch die anderen! Zum Positiven, war davor voll das Gegenteil.
Du mußt mit ihr Geduld haben! Das dauert sehr sehr lange bis sie wieder die "Alte" ist. Und jetzt wieder lernt ohne Anfälle zu leben. Das ist eine große Umstellung.
Bei mir war das genau das Gegenteil von ihr, ich war froh wenn ich keinem zu Last gefallen wäre, obwohl es kein Grund gab und alleine fiel mir die Decke auf dem Kopf und hab nur die Decke angestarrt und geweint. Das war das schlimmste an der OP, die OP war ein Klacks dagegen glaubs mir.
Und ich bzw. die anderen konnten mir net helfen, da mußte ich selber durch. Die waren zwar alle für mich da, genauso wie mein Freund/mittlerweile Mann!!! Muß ich ihn nur bewundern. War auch net einfach für ihn. Egal was er gemacht hatte war im nächsten Moment für mich wieder net ok, oder ich wollte was anderes machen als vor paar Minuten gesagt usw.(depris)
Ich lag auch öfter in seinem Arm und habe geweint ohne Grund.
Ich wüßte aber garnet, was ich ohne ihn gemacht hätte.
Ich kann nur sagen du mußt Geduld haben mit ihr, sie macht das net mit Absicht! Und bestimmt net wegen einem Anderen Mann.
Das dauert alles seine Zeit, und manchmal auch Jahre.
Was sagt denn der Neurologe dazu?
LG
Brigitta
PS: wenn du noch Fragen hast kannst dich auch gerne bei mir persönlich melden! (traumgirl198@yahoo.de)
[/zitat]
hallo britta,
vielen dank für deine antwort.
die neurologin hat gesagt, dass das normal ist nach einer gehirn-o.p. (das gespäch mit der neurolog. ist jetzt schon länger her). das war mir mittlerweile auch schon bewusst. so wirklich nützliche ratschläge hat sie ihr aber nicht gegeben. außer der info, dass alles zeit braucht. aber es sind doch schon 1,5 jahre vergangen und ich glaube nicht, dass ich ungeduldig bin, sondern einfach nur einen menschen vermisse, der so nicht mehr existiert, wie ich ihn früher kannte. ich weiß es einfach nicht..................
das problem ist, dass sie sagt, sie könne nichts weiteres machen, als einfach nur zu warten. da denke ich nach 1,5 jahren anders. psychologisch hat sie zwar schon vieles versucht, aber es muss doch einen weg geben, das körperliche normal menschliche verlangen nach nähe in einer partnerschaft irgendwie wieder zu fördern, oder lieg ich da komplett falsch? na ja, werde sie bei unserem nächsten treffen auch nochmal fragen, ob der gang bzw. das gespräch mit dem "neuen und professionelleren" neurologen nicht nochmal eine wichtige option ist.
vielleicht kannst du mir ja noch den ein oder anderen tipp geben.
ich danke dir für deine kostbare aufmerksamkeit.
Re: Re: freund einer operierten
[zitat=Anton]Hallo Freund8,
Du hast allen Grund zur Freude, denn Deine Freundin ist seit 18 Monaten anfallsfrei, sie hat die OP ohne neurologische Defizite überstanden. Was sich jetzt bei ihr abspielt, ist mir sehr wohl bekannt, ich habe zur Zeit selbst mit diesen Problemen zu kämpfen, ich bin fast zeitgleich mit Deiner Freundin operiert worden. Wenn ihr schon seit über 5 Jahren zusammen seid, bist Du zu bewundern für die Geduld, die Du für Deine Freundin aufgebracht hast. Eine Kopfoperation, auch wenn die OP heute für den Patienten fast ohne Schmerzen abläuft, hinterläßt ihre Spuren. Bei einer Lumbal-Punktion z. B. wird nur eine ganz kleine Menge Liquor für die Untersuchung benötigt. Danach müssen Patienten schon mindestens 24 Stunden liegen, weil sie sonst unerträgliche Kopfschmerzen bekommen können. Bei einer OP am offenen Gehirn, auch wenn bei diesen OPs überwiegend stereotaktisch operiert wird, geht jede Menge Hirnwasser verloren. Alleine die Rückbildung dauert über Monate, wenn nicht Jahre. Ein geschwächter Mensch ändert sein Verhalten, als ich 4 Wochen nach der OP mit der Bahn nach Hause fuhr, hatte ich Anweisung, auf keinen Fall mehr als 5 kg zu tragen. Das hat noch sehr lange gedauert, bis ich wieder etwas stärker war, ganz bin ich heute noch nicht wieder da, obwohl ich auch anfallsfrei bin.
Du solltest ihr eine Chance geben, zärtlich zu ihr sein, Verständnis für ihre Situation haben, und wenn sie das nicht möchte, muß das nicht an dir liegen,Du darfst das nicht persönlich nehmen, Du mußt verstehen, sie hat nach der OP ein neues, plötzlich anderes Leben beginnen müssen, ich nehme an, sie weiß noch gar nicht wo sie steht, denn die OP ändert die Persönlichkeit genauso wie die Antikonvulsiva. Ich glaube, sie wird dir eines Tages danken, wenn Du ihr heute noch etwas Zeit läßt und sie zu sich kommen läßt.
Ich finde es gut, dass Du hier Luft abgelassen hast. So wirst Du weiterhin von Betroffenen hören, die genau das Problem Deiner Freundin haben. Ich wünsche dir den Erhalt der Partnerschaft, Deiner Freundin gute Genesung und Euch beiden viele Momente des Glücks.
Herzliche Grüße
Anton[/zitat]
hallo anton,
vielen dank für deine antwort.
natürlich bin ich froh, dass sie keine anfälle mehr hat. aber nach 1,5 jahren ist es halt sehr schwer, ganz normal,zumindest in der partnerschaft, glücklcih weiterzuleben.
die neurologin hat gesagt, dass das normal ist nach einer gehirn-o.p. (das gespäch mit der neurolog. ist jetzt schon länger her). das war mir mittlerweile auch schon bewusst. so wirklich nützliche ratschläge hat sie ihr aber nicht gegeben. außer der info, dass alles zeit braucht. aber es sind doch schon 1,5 jahre vergangen und ich glaube nicht, dass ich ungeduldig bin, sondern einfach nur einen menschen vermisse, der so nicht mehr existiert, wie ich ihn früher kannte. ich weiß es einfach nicht..................
das problem ist, dass sie sagt, sie könne nichts weiteres machen, als einfach nur zu warten. da denke ich nach 1,5 jahren anders. psychologisch hat sie zwar schon vieles versucht, aber es muss doch einen weg geben, das körperliche normal menschliche verlangen nach nähe in einer partnerschaft irgendwie wieder zu fördern, oder lieg ich da komplett falsch? na ja, werde sie bei unserem nächsten treffen auch nochmal fragen, ob der gang bzw. das gespräch mit dem "neuen und professionelleren" neurologen nicht nochmal eine wichtige option ist.
vielleicht kannst du mir ja noch den ein oder anderen tipp geben.
ich danke dir für deine kostbare aufmerksamkeit.
Re: Re: freund einer operierten
Hallöchen,
sowas dauert einfach seine Zeit! Aber wenn du net sicher bist, würde ich ihr vorschlagen mal eine zweite Meinung einzuholen wenns geht auch evtl. in einer(der) Klinik (von der OP) von einem Professor evtl..
Du bist nicht ungeduldig, man kann deine Angst verstehen! Aber du kannst sowas net erzwingen im Gegenteil. Umso öfter du das sagst zu ihr oder ihr sogar Vorwürfe machst wird sich das net ändern, sondern du erreichst vielleicht genau das Gegenteil damit.
Man ist nach so einer OP eindeutig ein anderer Mensch (ob positiv verändert oder negativ).
Sie weiß vielleicht auch nicht wie sie vorher war und es eben auch nicht vermisst. Oder weiß sie das wie das vorher war?
Ich habe z.B. nicht mal eine Kur/Psychologische Nachuntersuchung oder sowas gemachen nach der OP. Was viele andere nach einer OP machen und auch Ärzte sie dorthin schicken.
Wie lang seit ihr denn insgesamt zusammen wenn ich fragen darf? (weil ihr nicht zusammen wohnt)
LG
Brigitta
PS: falls ich nicht antworte habe ich vergessen auf die Seite zu gehen!