Suche

Peter @, Monday, 08.10.2007, 21:03 (vor 6891 Tagen)

Bin Kraftfahrer gewesen und hatte 2003 4 Grandmal-Anfälle im Schlaf, vermutlich durch zuviel Alkohol.
Habe das natürlich sein gelassen und versuche nun wieder in meinen Beruf zurückzukehren. Würde mich freuen von einem "Gleichgesinnten" oder "gleichleidenden" zu hören. Gibt es jemand in einer ähnlichen Situation?

Re: Suche

Anton @, Monday, 08.10.2007, 23:31 (vor 6891 Tagen) @ Peter

Hallo Peter,
an Deinem Beitrag kann ich nicht erkennen, ob Du an Epilepsie leidest oder nicht. Wenn das Deine ersten Anfälle überhaupt gewesen sein sollten, kann von einer Epi nicht unbedingt gesprochen werden. Wie das bei Kraftfahrern aussieht weiß ich nicht genau, ich weiß, dass bei Kraftfahrern, damit meine ich die alte Klasse II, die in der Personenbeförderung tätig sind, es dann aus ist mit dem Fahren. Für normale Autofahrer waren es vor wenigen Jahren noch 2 Jahre ohne Anfall, erst dann durfte bei unauffälligem EEG wieder gefahren werden. Heutzutage beträgt die Wartezeit nur noch ein Jahr. Ich frage mich, was für dich der Grund für das viele Trinken ist, und das als Kraftfahrer. Als Kraftfahrer würde ich das, wenn ich gesund wäre, höchstens machen, wenn ich danach 3 Wochen Urlaub hätte. Ich habe seit 34 Jahren keinen Tropfen Alkohol, auch kein Bier, mehr getrunken. Bin trotzdem oft genug lustig gewesen, habe dennoch viel Spaß gehabt, ich bin lange Zeit 40 - 50 Tsd km im Jahr gefahren, nicht auf der Autobahn, auf der Landstraße.
Dann geht das nur mit Null Drogen. Auch als Anfallskranker trägt man Verantwortung. Wenn ich heute als Epilepsiekranker einen Anfall bekäme, hielte ich diese Zeit strikt ein. Würde den Lappen in Tresor legen, nicht darüber sprechen, auch nicht mit einem Arzt, dann würde ich nicht vor einem Jahr danach, wenn ich mich dazu fähig fühlt, langsam wieder anfangen. Zwischenzeitlich würde ich den Grund für diese Störung erforschen lassen. Wenn jemand z. B. den Schein abgibt, ist er ihn los und kann nur noch betteln, damit er überhaupt zurück kommt. Hinzu kommt noch, dass damit oft verbunden ist eine MPU. Wenn da Deine Augen auch nur ein wenig wie Bier leuchten, hast Du verloren. Also, den Schein selbst in Verwahrung nehmen. Denn wer macht schon gern Bücklinge?
Vorstehend habe ich lediglich meine Meinung dazu abgegeben. Was gesetzmäßig korrekt ist, steht mittlerweile in jedem Epilepsie-Forum unter Epilepsie + Führerschein. Trotz aller Gesetze: Sich selbst und andere zu gefährden, ist unverantwortlich. Ich habe ohne Anfall vor einigen Jahren gesagt: "So das war es, die Medikamente beherrschen mich, das mit dem Autofahren paßt nicht mehr." Dann habe ich den Schein in ein Schließfach gelegt, habe meine Existenz aufgegeben, arbeite seither kaum noch. Das ist hart, ich hatte zwischenzeitlich aber die Möglichkeit, mich mehr um meine Gesundheit zu kümmern, fahren dürfte ich schon wieder gemäß bestehender Gesetze, mache ich aber nicht, weil ich mich so fit eben noch nicht fühle. Aus meiner Sicht läßt sich das mit Vorschriften nicht regeln, da ist jeder Betroffene selbst in der Verantwortung.
Ich wünsche gute Besserung und hoffe, dass Du bald wieder 100 % anfallsfrei bist. Aus Eigeninteresse, auch zu Deiner Absicherung, ließe ich dann vor der ersten Fahrt ein EEG schreiben.
Liebe Grüße
Anton