hall, ich nochmal,
ich wollte mich nicht im selbstmitleid ertränken aber ich kann einfach nicht mehr mithalten mit dieser leistungsgesellschaft, überall muss man flexibel und mobil sein, es ist normal, das auto fahren. ich bin immer auf andere angewiesen. ich halte das lebenstempo einfach nicht mehr mit. dazu kommt noch die gestörte merkfähigkeit, es ist mit 25 schon extrem schlimm, was soll ich dann mit 50 machen, bin ich dann voll der idiot?
gruß
tanja
Re: überfordert
Anton
, Friday, 12.10.2007, 23:26 (vor 6887 Tagen) @
tanja
Hallo Tanja,
ich kann dich wirklich gut verstehen. Dein jetziger Zustand ist Teil dieser Krankheit. Sie äußert sich durch ständige Hochs und Tiefs. Ich lebe, trotz aller Traurigkeiten dazwischen, relativ gut mit diesem Leiden. Genau in Deinem Alter bin ich erkrankt, jetzt bin ich 34 Jahre älter. Damals bin ich nicht nur für mich selbst verantwortlich gewesen, ich hatte schon meine Frau, 2 Kinder und 2 Betriebe mit ca. 20 Mitarbeitern. Bei dir habe ich den Verdacht, dass Du Deine Kraft mehr für die dauernd kreisenden Gedanken einsetzt als für die Suche nach einem richtigen Mediziner. Was ich ganz toll finde, ist, dass Du Dein Herz hier ausschüttest, denn hier bist Du unter Leuten, die Verständnis für dich haben und dir hoffnungsvolle Rückmeldungen geben. Ich wünsche dir eine gute Nacht und ein schönes Wochenende. Teile uns doch in den nächsten Tagen eben mit, wie Du dich fühlst,
Herzliche Grüße
Anton
Re: überfordert
Mandy
, Saturday, 13.10.2007, 13:54 (vor 6887 Tagen) @
tanja
Hallo Tanja!
Mir geht es auch nicht anders. Bin 28 und hab seit ca. 5 Jahren die Krankheit. Hatte schon 2 Unfälle wegen der Krankheit, autofahren ist auch erstmal tabu. Mein Job hab ich auch verloren weil ich nicht mehr so flexibel bin und nach und nach alles nur noch langsamer bei mir ging von der Arbeitsweise her. Bin jetzt seit 7 Monaten daheim und weiß auch noch nicht wie es mal weiter gehen soll. Zum Glück habe ich aber meine 2 jährige Tochter und mein Freund und die stehen voll zu mir. Jetzt am Wochenende ist hier in Weimar Zwiebelmarkt. Die meißten trinken dort ein und sind gut drauf, aber ich versuch auch das beste daraus zu machen. Gucke halt auch immer auf die Uhrzeit, damit ich noch zu ausreichend Schlaf komme, weil ich sonst am nächsten Tag was davon merke. Muß viermal am Tag Tabletten schlucken und all so was. So richtig merk ich aber noch nix von der Wirkung. Wie ist das bei Dir, was für eine Art der Epilepsie hast Du? Hast Du Freunde mit denen du darüber sprechen kannst, wenn es Dir nicht so gut geht?
Re: überfordert
Martin
, Saturday, 13.10.2007, 14:36 (vor 6887 Tagen) @
tanja
Hallo Tanja!
Ich hatte nach 5 Jahren genau vor 1 Woche meinen wohl ersten Grand Mal - Anfall. Davon, um genau zu sein, gleich 2 innerhalb von 4 Stunden mit Notarzt!
Vorher hatte ich alle 4-5 Wochen Absencen, mit denen ich eigentlich gut klar kam.
Ich bin zur Zeit total fertig, weil ich große Angst vor weiteren solch heftigen Anfällen habe. Außerdem ist meine Vergesslichkeit ein riesiges Problem, vor allem an der Arbeit für mich. Ich werde versuchen, mich in den nächsten Wochen wieder aufzurichten, um mein Leben weiter zu leben.
Die Gedanken, was in 30 Jahren sein wird, kann ich mir sowieso nicht beantworten. Sie sind natürlich trotzdem da. Zu lesen, was Andere, insbesondere Du für Erfahrungen haben, hilft weiter. Lass Dir durch diese Zeilen auch helfen. Den nächsten Tag schaffen wir immer wieder!
Re: überfordert
Peter
, Saturday, 13.10.2007, 21:48 (vor 6886 Tagen) @
tanja
Hallo Tanja!
Mir geht es genauso wie dir. Ich bin jetzt 27 Jahre alt und habe seit meinem 6. Lebensjahr Schläfenlappenepilepsie. Zuletzt hatte ich einen Anfall im November letzten Jahres.
Ich halte es auch nicht mehr aus... Ich fühle mich gefangen durch diese Krankheit!
Die Angst das ein Anfall kommen könnte begleitet mich jede Sekunde in meinem Leben! Ich gehe nur noch ungern unter Menschen, außer zur Arbeit gehe ich fast niergends mehr hin. Schon garnicht alleine!!!
Die Angst, dass mir etwas passieren könnte ist einfach zu groß. In die Disco gehe ich nur noch sehr sehr selten. Viele Menschen kapieren es einfach nicht wenn man als erster nach Hause geht um genügend Schlaf zu bekommen. Und da ich ja auch kein Alkohol trinke komme ich auch nie so richtig in Party-Stimmung. Ich weiß im Moment auch nicht so richtig wie es weitergehen soll.
LG Peter