HI, ich hab mal ne frage. ich habe schon sehr lange epilepsie und auch schon ein paarmal fahrverbot vom arzt gehabt. hatte die fahrerlaubnis aber nun wieder seit ca einem jahr erhalten, jetzt habe ich vor ein paar wochen durch einen anfall einen autounfall (dem himmel sei dank ohne personenschaden!!)gehabt. nun sitz ich aber zuhause und bin ganz durcheinander und verzweifelt, was auf mich zukommt, versicherungstechnisch und strafrechtlich. mein arzt sagte, er würde mir eine bestätigung schreiben, die polizei sagt, ich solle mir einen anwalt nehmen.es wa r so ziemlich der schrecklichste moment in meinem leben, da die geschädigten auf fahrerflucht plädierten, usw.. ich bin total fertig deshalb und weiß nur, dass ich mich nie mehr in meinem leben hinters steuer setze(was ich sicher sowieso nicht mehr darf)kann mir da jemand auskunft geben, das wäre toll!
Re: autofahren
Roland
, Saturday, 20.10.2007, 18:22 (vor 6879 Tagen) @
kaffeekANNE
Hi Kaffeekanne
Ich glaube nicht, dass es so schlimm wird. Wenn du vor deinem Anfall dem Gesetz nach wieder fahren durftest muss deine Versicherung zahlen (Haftpflicht). Wenn du OHNE BEWUSSTSEIN (was bei einem Anfall doch normal ist) den Unfallort verlassen hast, dann hasst du das doch NICHT MIT ABSICHT gemacht. Dabei hilft dir wohl ein Anwalt am meisten. Mit deinem Führerschein wird es wohl mehr Probleme geben. Ich glaube, dass du den erst einmal abgeben darfst. Auf alle Fälle lass dich nicht verrückt machen. Alle die wir Epilepsie haben, haben nicht immer die beste Lobby in unserer Gesellschaft.
Kopf hoch und viele Grüße
Roland
Re: autofahren
Brigitta
, Sunday, 21.10.2007, 00:17 (vor 6879 Tagen) @
kaffeekANNE
Hallöchen Kaffeekanne,
bei mir war das mal vor Jahren das selbe Spiel.
Ich habe vom Arzt her und Gesetz her mein Führerschein machen dürfen und hab dann einen Unfall gehabt (Auto gestreift, nix weiter passiert, dem Auto auch nicht wie bei dir) und dummerweise angegeben, daß ich einen Anfall hatte.
Hab dann aber Führerschein weggenommen bekommen und eine Strafe zahlen müßen.
Wenn du dann innerhalb von 2 Jahren ein Gutachten vorlegen kannst, daß du keine Anfälle mehr hast bzw. nicht mehr Gefahr für den Verkehr bist bekommst du es wieder, oder wenn länger wie 2 Jahre weg hast mußt du neu Prüfungen machen wie ich vor kurzem auch hab machen müßen und Gutachten davor usw.
Wenn nix passiert ist warum soll da Versicherung zahlen und was? Versteh ich nicht ganz.
Ein Anwalt kann dir wohl da auch net helfen! Du bist nämlich selber dafür verantwortlich und mußt selber so vernünftig sein und nicht fahren wenn du Anfälle hast, und hast bestimmt auch was unterschreiben müßen als du Führerschein gemacht hast, daß du keine Epilepsie oder ähnliches hast. Hab ich damals auch gemacht (machen müßen!) obwohl ich gesagt hatte, daß ich das hab haben sie mir gesagt das ist auch ok, das wissen sie. Und der Mann bei der Führerscheinstelle meinte nur, ich sei selber dafür verantwortlich was ich unterschreibe!
Hoffe ich konnte dir damit etwas helfen.
Falls du noch Fragen kannst, kannst dich gerne bei mir melden: traumgirl198@yahoo.de
LG
Brigitta
PS: ich hab erfreulicherweise vor kurzem mein Führerschein wieder gemacht und bestanden. Seit kurzem fahre ich wieder, das ist sooooooooooooooooooooo ein tolles Gefühl nach so langer Zeit wieder.
Re: autofahren
Anton
, Sunday, 21.10.2007, 10:15 (vor 6879 Tagen) @
kaffeekANNE
Hallo,
zu Deinem Thema könnte ich buchfüllende Erlebnisse erzählen. Meine Tipps: Wenn etwas passiert, a) die Aussage verweigern oder eine gute Fantasie haben, b) nie, aber auch nie und im Geringsten von Epilepsie sprechen, c) wenn der Anfall noch so lange gedauert hat, von Flüchtigkeit sprechen, d)am Ort des Geschehens grundsätzlich gar nichts sagen, denn meistens ist man geschockt und auch sonst noch gar nicht wieder ganz da, e) sich grundsätzlich für nichts entschuldigen, denn Menschen machen Fehler, ganz egal ob Kranke oder Gesunde. Wie im Beitrag zuvor schon berichtet, sollte man den Arzt auf jeden Fall zu einem Negativ-Attest bewegen können, dass regelmäßige Untersuchungen erfolgen und es bei den EEG-Untersuchungen Auffälligkeiten nicht gegeben hat. Wenn von dem Anfallsleiden überhaupt gesprochen werden sollte, diesen Zustand in die "Vergangenheit" transportieren.
Neben der Kontrolle durch Dritte im Falle eines Verkehrsunfalles steht meiner Meinung nach in der Priorität der Wichtigkeit beim Autofahren noch höher die Selbsteinschätzung. Du solltes Fahrten mit dem Auto verantworten können, dir ausmalen, was passiert, wenn Dritte zu Schaden kommen. Diese Frage kannst nur Du dir ganz alleine beantworten. Ich habe mich das zum letzten Mal 1999 gefragt und bin damals für mich zu dem Ergebnis gekommen, dass die Wirkung der Medikamente mit einer Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr nicht mehr zu verantworten war. Habe damals das Autofahren kompomißlos eingestellt.
Liebe Grüße
Re: autofahren
Anja
, Sunday, 21.10.2007, 12:53 (vor 6879 Tagen) @
kaffeekANNE
Hallöchen Kaffeekanne,
ich war zehn Jahre anfallsfrei. Durfte Auto fahren usw. Dann der Schock: Mitten während der Fahrt ein Anfall! Es wurde niemand verletzt,kein anderes Auto mit hineingezogen. Von den Ärzten bekam ich striktes Fahrverbot. Ich nahm das auf die leichte Schulter und fuhr weiter. Vier Monate später der nächste Anfall;allerdings ohne Auto. In diesem Moment wurde mir bewußt was auf dem Spiel steht. Im Moment glaube ich, dass ich nie mehr Auto fahren will. Die Angst, einen großen Unfall zu haben und andere Personen zu verletzen ist zu groß. Ich habe zwei kleine Kinder. Der Gedanke das ich für sie nicht mehr sorgen kann wie ich will, bloß weil ich strafrechtlich belangt werde oder für andere Peronen eine monatliche Rente zahlen muss ist mir viel zu groß. Mit einem Schwerbehindertenausweis und dem Merkzeichen G brauchst Du keine Fahrten mehr zu zahlen. Wenn Dein Arbeitsplatz mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht zugänglich ist, werden in Einzelfällen die Kosten für ein Taxi übernommen . Nähere Auskunft darüber gibt Dir das Integrationsamt in Deiner Nähe. Ich appelliere an Dich, auch an Deine Zukunft zu denken. Ich glaube in solchen Fällen lassen die Versicherungen dann nicht mehr mit sich reden!
In Deinem Fall wirst Du nicht strafrechtlich verfolgt, da dir der Arzt ja eine Fahrerlaubnis zugesprochen hat. In den zehn Jahren meiner Anfallsfreiheit war ich alle drei Monate beim Arzt zum EEG und zur Kontrolle. Er meinte, damit bin ich abgesichert, für den Fall das doch was passiert beim Auto fahren.
Ich fahre mittlerweile nur noch mit Bus oder Taxi zur Arbeit. Und es geht auch.
Laß den Kopf nicht hängen. Es geht immer weiter
LG Anja
[zitat=kaffeekANNE]HI, ich hab mal ne frage. ich habe schon sehr lange epilepsie und auch schon ein paarmal fahrverbot vom arzt gehabt. hatte die fahrerlaubnis aber nun wieder seit ca einem jahr erhalten, jetzt habe ich vor ein paar wochen durch einen anfall einen autounfall (dem himmel sei dank ohne personenschaden!!)gehabt. nun sitz ich aber zuhause und bin ganz durcheinander und verzweifelt, was auf mich zukommt, versicherungstechnisch und strafrechtlich. mein arzt sagte, er würde mir eine bestätigung schreiben, die polizei sagt, ich solle mir einen anwalt nehmen.es wa r so ziemlich der schrecklichste moment in meinem leben, da die geschädigten auf fahrerflucht plädierten, usw.. ich bin total fertig deshalb und weiß nur, dass ich mich nie mehr in meinem leben hinters steuer setze(was ich sicher sowieso nicht mehr darf)kann mir da jemand auskunft geben, das wäre toll![/zitat]
Re: Re: autofahren
Anton
, Sunday, 21.10.2007, 14:56 (vor 6879 Tagen) @
kaffeekANNE
Hallo Anja,
klasse, dass Du das mit grün-/orangenfarbenen Ausweis noch eben erwähnt hast. Ich wollte den erst gar nicht, plötzlich hatte ich ihn in der Post. Das muß vor ca. 6 Jahren gewesen sein, mein Arzt hat das für mich organisier. Es soll Leute geben, die deutschlandweit mit dem Ausweis o.b. fahren, ich habe das auch schon gemacht. Man darf nur die Regionalzüge und -Busse damit benutzen, das geht zwar nicht so schnell wie mit dem ECE oder Transrapid, aber mir reicht das. Ich finde, das was man für ein Auto zahlen müßte, kann man dann mit einer Taxe gar nicht verfahren. Ich bin komischerweise auch gar nicht neidisch auf Autobesitzer und -fahrer. Im Gegenteil, ich bin dadurch sportlicher geworden, fahre viel mit dem Fahrrad, achte noch mehr auf meine Gesundheit beim Essen, Laufen und insgesamt, das ist aus meiner Sicht ein guter Ersatz, der sich lohnt.Ich wünsche dir alles Gute.
Liebe Grüße
Anton
Re: Re: Re: autofahren
Anja
, Sunday, 21.10.2007, 16:52 (vor 6879 Tagen) @
kaffeekANNE
Hallo Anton,
es ist tatsächlich so wie bei Dir. Ich bin sehr viel mit dem Fahrrad unterwegs, werde immer sportlicher und habe schon paar Kilo abgenommen. Ich zieh mir aus der Krankheit das Positive heraus;was sicherlich nicht viel ist. Aber in Selbstmitleid zu verfallen ist nicht mein Motto! Ich kann mit meiner Krankheit gut leben. Es gibt Menschen bei denen die Anfälle viel gehäufter auftreten als bei mir und so bleibt mir immer meine Hoffnung irgendwann doch noch anfallsfrei zu werden.........!
Viele Grüße
Anja!
[zitat=Anton]Hallo Anja,
klasse, dass Du das mit grün-/orangenfarbenen Ausweis noch eben erwähnt hast. Ich wollte den erst gar nicht, plötzlich hatte ich ihn in der Post. Das muß vor ca. 6 Jahren gewesen sein, mein Arzt hat das für mich organisier. Es soll Leute geben, die deutschlandweit mit dem Ausweis o.b. fahren, ich habe das auch schon gemacht. Man darf nur die Regionalzüge und -Busse damit benutzen, das geht zwar nicht so schnell wie mit dem ECE oder Transrapid, aber mir reicht das. Ich finde, das was man für ein Auto zahlen müßte, kann man dann mit einer Taxe gar nicht verfahren. Ich bin komischerweise auch gar nicht neidisch auf Autobesitzer und -fahrer. Im Gegenteil, ich bin dadurch sportlicher geworden, fahre viel mit dem Fahrrad, achte noch mehr auf meine Gesundheit beim Essen, Laufen und insgesamt, das ist aus meiner Sicht ein guter Ersatz, der sich lohnt.Ich wünsche dir alles Gute.
Liebe Grüße
Anton[/zitat]
Re: Re: autofahren
Brigitta
, Sunday, 21.10.2007, 23:37 (vor 6878 Tagen) @
kaffeekANNE
Hallöchen nochmal,
ich war damals auch dumm das mit dem Anfall anzugeben, wobei ich auf der anderen Seite froh bin drüber und daß ich nimmer fahren durfte. Ich hätte glaub nicht soviel Vernunft damals gehabt und das Auto stehen gelassen obwohl meine Anfälle ja immer schlimmer waren und öfter vor allem mit der Zeit.
Ich weiß aber, daß das die Richtige Entscheidung war von der Führerscheinstelle. Wer weiß was noch hätte passieren können.
LG
Brigitta