Citalopramhydrobromid

Peter @, Tuesday, 23.10.2007, 18:49 (vor 6876 Tagen)

Hallo zusammen!

Im Moment habe eine eine ziemliche Depri-phase außerdem habe ich oft Angstzustände und mag ungern irgendwo alleine hin gehen.

Mein Neurologe hat mir Citalopram-ratiopharm (Wirkstoff Citalopramhydrobromid) empfohlen.

Jetzt habe ich aber etwas Angst das sich dadurch die Anfallsbereitschaft erhöht in der Kombination mit meinem Antiepileptikum. Ich nehme Timonil redard (Carbamazepin) 600 retard morgens und 550 retard abends.

Wer kombiniert Citalopramhydrobromid ebenfalls mit Carbamazepin und kann mit berichten ob sich das Antidepressivum eher positiv oder schlechter auf die Epilepsie ausgewirkt hat oder hat sonst irgendwelche Erfahrungen mit Citalopramhydrobromid gemacht!

Bin über jeden Ratschlag dankbar!

Vielen Dank!

Peter

Re: Citalopramhydrobromid

Anton @, Tuesday, 23.10.2007, 22:47 (vor 6876 Tagen) @ Peter

Hallo Peter,
ich bin mit dem, was Dein Arzt mit dir vorhat, gar nicht einverstanden.
Zuerst muß festgestellt werden, was dich depressiv macht, dann sollte versucht werden, den Auslöser abzuschalten, wenn es die Epilepsie sein sollte, muß von kompetenter Stelle festgesetzt werden, welche Therapie bei dir in Frage kommt, das kann nicht ein WaldundWiesen-Neurologe, so etwas kann nur entschieden werden von einem Neurologen mit Epilepsie-Zertifikat oder von den Ärzten eines der vielen guten Epilepsie-Zentren.
Wenn die Ursache der Depressionen dann geklärt ist, sind diese Medikamente, eigentlich alle Anti-Depressiva, fehl am Platze, weil sie sich nicht nicht mit den gängigen Antikonvulsiva vertragen. Bei Citalopramhydrobromid steht deutlich, dass bei Epilepsiekranken Vorsicht bei der Einnahme dieses Mittels geboten ist. Ich rate davon ab. Du gehörst in eine Psychotherapie, in eine Psychosomatische Klinik oder zum Psychologen.
Gute Besserung wünsche ich dir.
Viele Grüße
Anton

Re: Re: Citalopramhydrobromid

cokie @, Wednesday, 24.10.2007, 09:54 (vor 6876 Tagen) @ Peter

Hallo Peter und Anton

zum Thema Depressionen und Citalopram als Epileptiker kann ich nur gutes berichten. Habe auch schon seit längerem immer wiedermal starke depressive Phasen - aus verschiedenen Gründen. Natürlich ist eine Psychotheraphie mit nem vernünftigen Psychologen auch eine ganz wichtige Sache wenn es mal soweit ist, das man in ganz heftige Depris kommt. Aber es ist leider sehr schwer eine bzw. einen guten Psychomenschen zu finden. Und den kann man meiner Ansicht nach auch schlecht über Empfehlungen oder so bekommen, weil das ist ne "Beziehungssache". Ich als Patient muß mich einfach bei dem Psychofritzen gut fühlen sonst bringt das alles nix. Und wenn ich mich da gut fühl heißt das noch lange nicht das sich ein anderer da auch gut fühlt. Aber außerdem ist es dann auch noch leider ne langwierige Geschichte nen Termin zu bekommen... als stinknormaler kassenpatient wartest du unter umständen Monate ... eben viel zu lange. Akut hat mir da damals Citalopram in geringer Dosierung sehr gut geholfen. Ich habe aber auch eine sehr gute Neurologin (auch meiner Ansicht nach) Als ca. 2 Jahre später mit veränderten Lebensumständen wieder ein neuer Schub schwerer Depressionen kam bekam ich eine höhere Dosierung Citalopram - das wiederum geholfen hat. Es war für mich ein Hilfsmittel, das negative Denken, das mich wie eine Spirale nach unten zog, selber sehen zu können und mich dagegen wehren zu können. Auf meine Epilepsie hatte das Antidepressiva keine Auswirkungen. Es ist lt. Aussage meiner Ärztin und einer Ärztin in der Uniklinik Freiburg eines der "leichteren". Ich mußte es dann wegen meiner lebergeschichte absetzen - einfach weil ich sowenig Medis wie möglich nehmen sollte. Also nur noch die unumgänglichen Antiepileptika. Mit dem Weg in eine Psychoklinik wäre ich da vorsichtig unsere Ärzteschaft fühlt sich heute nur allzuschnell "menschlich überfordert" und können einen ganz schnell dahin abschieben wo man gar nicht hin wollte und hin gehört - Vertrauen ist gut - Selbstkontrolle immer noch Besser.
Ich wünsch dir viel Kraft Peter und das richtige Gefühl für den richtigen Weg - liebe Grüße Cordula

Re: Re: Re: Citalopramhydrobromid

Peter @, Wednesday, 24.10.2007, 19:22 (vor 6875 Tagen) @ Peter

Hallo Cordula und Anton,

danke für eure Tips.

Ja eine Therapie wäre wohl auf längere Zeit wirklich ganz gut aber ich brauche sofortige Hilfe, da ich in meinem Beruf eine hohe Verantwortung habe und im Moment kann ich mir keine Depri-Phase leisten.

Das Citalopram habe ich aber immer noch nicht genommen die Packung liegt noch verschlossene vor mir auf dem Tisch. Naja ich schlafe noch eine Nacht drüber. Beruhigend ist ja, dass wie du sagst Cordula, dass sich die Anfallsbereitschaft sich nicht erhöht hat bei dir.

Vielen Dank nochmal!

LG Peter