Arbeit, Angst....

Anne @, Friday, 26.10.2007, 06:51 (vor 6874 Tagen)

Hallo zusammen
ich kann Eure Ängste verstehen, ich selber bin seit meinem 12 Lebensjahr auf Medikamente eingestellt bis vor 2 Jahren mehr schlecht als recht..
Bin viel gefallen heute geht es nach dem ich umgestellt bin auf Keppra und Lamotrigin.
Aber bei der Einstellung von Betrieben ist es sehr schwer Arbeit zu bekommen, sagt man nichts kann es wieder zum Verlust der Arbeit kommen, sagt mans gleich bekommt man auch nichts, es ist ein schn.. Spiel. Man sieht uns unsere Krankheit ja nicht sofort an, und jeder der nur das Wort Epilepie hört denk gleich an blauanlaufen schaum vor dem Mund und das man mehr Krank geschrieben ist als andere, was so nicht richtig ist, aber man kann nichts daran machen! Ich nur sagen macht das Beste aus der Situation sucht euch ein Hobby oder geht in Vereine so hab ich mir auch Ablenkung gesucht und bin gut damit gefahren.
Was Autofahren betrifft: ich kann nur jedem zur Vorsicht raten, es ist sehr gefährlich nicht nur für einen selber sondern auch für andere Menschen. Vorallem soll man nicht denken es käme nicht raus das man Epilepsie hat!
Eine Blutuntersuchung reicht da shon aus, und dann?? man sieht dann schlecht aus, Führerschein weg und man bleibt wahrscheinlich auch noch auf die Kosten sitzen.. Ich selber bin auch gut ohne Führerschein klar gekommen, heute fährt mich mein jüngster Sohn und seine Partnerin wenn ich wo hin möchte.
Vorallem seit nicht zu Stolz den Behindertenausweis zu beantragen es steht jedem zu!!:: Manchmal muß man auch mit dem Versorgungsamt kämpfen, das habe ich auch in den letzten 2 Jahren getan sogar mit werfolg. Habe erreicht das ich das B + G erhalten habe , ich bin da über das Sozialgericht gegangen und dann ging es ganz schnellinnehalb von 6 Monaten war alles geklärt und ich hatte einen neuen Ausweis und kann für 60€ im Jahr alle öffentliche Verkehrsmittel nutzen und kann noch eine Person mitnehmen.
Sollte jemand Hilfe benötigen, ich würde gerne weiterhelfen so gut es geht,
Aber lasst euch nicht unterbuttern.
Liebe Grüße
Anne

Re: Arbeit, Angst....

Anton @, Friday, 26.10.2007, 07:56 (vor 6874 Tagen) @ Anne

Hallo Anne,
ich finde, Du hast einen ganz tollen Beitrag zum o. g. Thema
verfaßt.
Dazu möchte ich allerdings etwas sagen bzw. richtigstellen.
Die Epilepsie sieht man nicht jedem an, der daran leidet. Wenn man der Meinung ist, einer Arbeit gewachsen zu sein und durch die Epilepsie sich selbst und andere nicht gefährdet, muß man die Krankheit nicht angeben, nur wenn nach Krankheiten gefragt wird, darf man nicht lügen. Hobbies und Vereine kosten Geld, oft haben Betroffene dieses dafür gar nicht zur Verfügung. Richtig ist, dass man auch Interessen nachgehen kann und sollte, die eben nichts kosten.
Was das Autofahren betrifft, ist jedem zur Vorsicht zu raten. Ein jeder sollte sich die Richtlinien für das Fahren mit unserer Krankheit durchlesen. Ich habe mir sehr oft die Fragen stellen müssen "Wie fühlst du dich, kann es heute einen Anfall geben, wieweit haben dich die Medikamente im Griff, uvam." Es muß das eben jeder selbst für sich verantworten können.
In einem Punkt gebe ich dir Recht. Wer nicht Auto fahren darf oder kann, muß gut organisieren können. Nicht jeder kann das oder hat wie Du liebe Menschen in der Familie, die das besorgen.
Was den Behindertenausweis angeht, gehen die Meinungen auseinander. Wer diesen Ausweis hat, ist amtlich "Schwerbehinderter". Sich dazu erklären zu lassen, ist nur sinnvoll, wenn man in fester Arbeit ist, am Besten im Öffentlichen Dienst oder als Beamter, denn mit einem Ausweis ist der Wechsel zu einer anderen Stelle kaum möglich, weil Betriebe lieben die Umlage zahlen als sich einen Behinderten "zu kaufen", den sie nur noch loswerden können mit Zustimmung des Versorgungsamtes. Ich bin selbst Schwerbehinderter (MDE 100%) und habe lange Zeit Mitarbeiter beschäftigt. Mein Kommentar dazu: Lieber eine schwangere Frau einstellen, die ist nach gut einem Jahr damit durch. Einen Behinderten kauft man, muß ihm mehr Urlaub geben, stets Verständnis haben etc. und wird ihn nicht mehr los. Welche Firmen tun sich das heutzutag noch an?
Was den Behindertenausweis angeht: Mit dem Kennzeichen "G" hat man freie Fahrt im gesamten Regionalverkehr. Du hast "G" und "B" (für eine Begleitperson), Du darfst immmer noch jemand mitnehmen.
Liebe Anne, wenn Du der Meinung sein solltest, dass meine Ausführungen nicht rechtens sind, nehme ich gerne hier im Forum oder auf direktem Wege Kritik entgegen. Ich wünsche dir alles Gute, finde es spitze, dass Du uns Deine Hilfe angeboten hast und bedanke mich dafür. Ich wünsche dir ein schönes Wochenende (übrigens das längste dieses Jahres)und eine Vielzahl unbeschwerter Momente.
Grüße
Anton

Re: Re: Arbeit, Angst....

Mirko @, Friday, 26.10.2007, 09:03 (vor 6874 Tagen) @ Anne

Zum Thema Auto:

Ich hatte meinen ersten Anfall 2 Wochen vor meiner Fahrprüfung. Seitdem hat sich das Thema Führerschein für mich erledigt. Mein Leben funktioniert auch ohne, es ist wie Anton schon sagte, alles eine Frage der Organisation. Wofür ich aber schon immer ein Händchen hatte.
Mir persönlich ist es einfach zu gefährlich - von der psychologischen Belastung mal ganz abgesehen - ein Fahrzeug im Straßenverkehr zu bewegen, wenn eine Anfallsfreiheit meinerseits nicht zu gewährleisten ist. Mein letzter Anfall liegt wohl 1,5 Jahre zurück; als Versicherung reicht mir das aber nicht.

Re: Arbeit, Angst....

Anja @, Friday, 26.10.2007, 21:32 (vor 6873 Tagen) @ Anne

Hallo zusammen,

bei eurer Disskussion um Schwerbehindertenausweis usw. bekomme ich etwas Angst. Ich habe nach jahrelanger anfallsfreiheit wieder zwei Anfälle in Folge bekommen. Daraufhin habe ich einen Ausweis beantragt, den ich eigentlich auch in der Firma vorlegen wollte. Ich habe einen unbefristeten Arbeitsvertrag,dann können die mich doch nicht kündigen bloß weil ich "behindert" bin????????? Außerdem habe ich einen Fehler gemacht. Ich habe bei der Antragstellung kein Merkzeichen beantragt. Da ich aber viel mit Bus und Zug unterwegs bin ( bei meinem Schichtdiesnt ein unheimlicher Aufwand und auch eine sehr kostspielige Sache)glaube ich mittlerweile, dass ich einen Antrag auf Eintragung eines Merkzeichens hätte stellen sollen? Geht das nachträglich oder muß ich mich da auch auf zwei Jahre kämpfen einstellen???Wer kann mir dabei helfen? Ansonsten finde ich kann man bei meiner Anfallshäufigkeit sehr gut leben mit der Krankheit. Das Auto fahren habe ich eingestellt um mich und andere nicht zu gefährden. Das ist kein Problem für mich. Bin richtig sportlich geworden.Nur ist das ganze eine kostspielige Sache........!

Liebe Grüße Anja!

zitat=Anne]
ich kann Eure Ängste verstehen, ich selber bin seit meinem 12 Lebensjahr auf Medikamente eingestellt bis vor 2 Jahren mehr schlecht als recht..
Hallo zusammen,

Bin viel gefallen heute geht es nach dem ich umgestellt bin auf Keppra und Lamotrigin.
Aber bei der Einstellung von Betrieben ist es sehr schwer Arbeit zu bekommen, sagt man nichts kann es wieder zum Verlust der Arbeit kommen, sagt mans gleich bekommt man auch nichts, es ist ein schn.. Spiel. Man sieht uns unsere Krankheit ja nicht sofort an, und jeder der nur das Wort Epilepie hört denk gleich an blauanlaufen schaum vor dem Mund und das man mehr Krank geschrieben ist als andere, was so nicht richtig ist, aber man kann nichts daran machen! Ich nur sagen macht das Beste aus der Situation sucht euch ein Hobby oder geht in Vereine so hab ich mir auch Ablenkung gesucht und bin gut damit gefahren.
Was Autofahren betrifft: ich kann nur jedem zur Vorsicht raten, es ist sehr gefährlich nicht nur für einen selber sondern auch für andere Menschen. Vorallem soll man nicht denken es käme nicht raus das man Epilepsie hat!
Eine Blutuntersuchung reicht da shon aus, und dann?? man sieht dann schlecht aus, Führerschein weg und man bleibt wahrscheinlich auch noch auf die Kosten sitzen.. Ich selber bin auch gut ohne Führerschein klar gekommen, heute fährt mich mein jüngster Sohn und seine Partnerin wenn ich wo hin möchte.
Vorallem seit nicht zu Stolz den Behindertenausweis zu beantragen es steht jedem zu!!:: Manchmal muß man auch mit dem Versorgungsamt kämpfen, das habe ich auch in den letzten 2 Jahren getan sogar mit werfolg. Habe erreicht das ich das B + G erhalten habe , ich bin da über das Sozialgericht gegangen und dann ging es ganz schnellinnehalb von 6 Monaten war alles geklärt und ich hatte einen neuen Ausweis und kann für 60€ im Jahr alle öffentliche Verkehrsmittel nutzen und kann noch eine Person mitnehmen.
Sollte jemand Hilfe benötigen, ich würde gerne weiterhelfen so gut es geht,
Aber lasst euch nicht unterbuttern.
Liebe Grüße
Anne[/zitat]

Re: Arbeit, Angst....

Babs @, Saturday, 27.10.2007, 23:42 (vor 6872 Tagen) @ Anne

Hallo Anne,es ist toll das du Mut machst, es ist schon schwer genug mit der Diagnose zurechtzukommen.Hab Gott sei Dank auf der Arbeit keinerlei Probleme.Auch ich hab einen Schwerbehindertenausweis(GdB 50),außer das ich Zusatzurlaub hab,hab ich bisher keine positive Vergünstigungen,allerdings auch keine negativen.Kann nur jeden raten ihn zu beantragen.Was Auto fahrn betrifft,belastet mich manchmal schon,aber es gibt schlimmeres.Muß halt viel Zeit,Organisation und Wartezeit-bzw-Hetzerei zu Öffentlichen hinnehmen.Lieben Gruß Babs zitat=Anne]Hallo zusammen
ich kann Eure Ängste verstehen, ich selber bin seit meinem 12 Lebensjahr auf Medikamente eingestellt bis vor 2 Jahren mehr schlecht als recht..
Bin viel gefallen heute geht es nach dem ich umgestellt bin auf Keppra und Lamotrigin.
Aber bei der Einstellung von Betrieben ist es sehr schwer Arbeit zu bekommen, sagt man nichts kann es wieder zum Verlust der Arbeit kommen, sagt mans gleich bekommt man auch nichts, es ist ein schn.. Spiel. Man sieht uns unsere Krankheit ja nicht sofort an, und jeder der nur das Wort Epilepie hört denk gleich an blauanlaufen schaum vor dem Mund und das man mehr Krank geschrieben ist als andere, was so nicht richtig ist, aber man kann nichts daran machen! Ich nur sagen macht das Beste aus der Situation sucht euch ein Hobby oder geht in Vereine so hab ich mir auch Ablenkung gesucht und bin gut damit gefahren.
Was Autofahren betrifft: ich kann nur jedem zur Vorsicht raten, es ist sehr gefährlich nicht nur für einen selber sondern auch für andere Menschen. Vorallem soll man nicht denken es käme nicht raus das man Epilepsie hat!
Eine Blutuntersuchung reicht da shon aus, und dann?? man sieht dann schlecht aus, Führerschein weg und man bleibt wahrscheinlich auch noch auf die Kosten sitzen.. Ich selber bin auch gut ohne Führerschein klar gekommen, heute fährt mich mein jüngster Sohn und seine Partnerin wenn ich wo hin möchte.
Vorallem seit nicht zu Stolz den Behindertenausweis zu beantragen es steht jedem zu!!:: Manchmal muß man auch mit dem Versorgungsamt kämpfen, das habe ich auch in den letzten 2 Jahren getan sogar mit werfolg. Habe erreicht das ich das B + G erhalten habe , ich bin da über das Sozialgericht gegangen und dann ging es ganz schnellinnehalb von 6 Monaten war alles geklärt und ich hatte einen neuen Ausweis und kann für 60€ im Jahr alle öffentliche Verkehrsmittel nutzen und kann noch eine Person mitnehmen.
Sollte jemand Hilfe benötigen, ich würde gerne weiterhelfen so gut es geht,
Aber lasst euch nicht unterbuttern.
Liebe Grüße
Anne[/zitat]