Arbeitszeit bis man sich an die Medis gewöhnt hat?

Nicole @, Tuesday, 30.10.2007, 10:44 (vor 6870 Tagen)

Hallo Leute,

ich hatte dieses Jahr drei grand-mal anfälle und wurde jetzt auf 3 mal 500 ml Valproat hochdosiert. Ich habe die Müdigkeit grade so im Griff, aber furchtbare Konzentrationsprobleme. Normalerweise sollte ich 8 Std. durchhalten, aber schaffe gerade mal 5-6 wenns gut läuft. Da wir Flex-Zeit haben, ist es noch nicht so schlimm, aber wenn ich meine Überstünden weg habe, weiß ich nicht, wie ich die 8 Stunden durchhalten soll...

Ich will arbeiten und keinen Krankenschein machen! Auf eine Halbtagsstelle kann ich aus finanziellen Gründen leider auch nicht wechseln. Ich möchte meinen Job nicht verlieren und brauche daher euren Rat, was ich tun soll. Danke schon im Vorraus.

Re: Arbeitszeit bis man sich an die Medis gewöhnt hat?

Ruth @, Tuesday, 30.10.2007, 19:06 (vor 6869 Tagen) @ Nicole

Hallo,
das kannst du leider nur selbst entscheiden. Hatte damals auch probleme bei der Aufdosierung. Habe dies meinem Arzt mitgeteilt und er hat die Erhöhung dann reduziert und über einen längeren Zeitraum vollzogen. Damit kam ich dann einigermaßen klar. In dieser Zeit habe ich allerdings ausser arbeiten und schlafen so gut wie nichts auf die Reihe bekommen, was mir aber dann auch egal war. Mein oberstes Ziel war es nun einmal die Arbeitsstelle zu halten und da war es auch mein Interesse das ganze ohne Krankenschein durchzustehen.
Wünsch dir alles gute!

Re: Arbeitszeit bis man sich an die Medis gewöhnt hat?

Anja @, Tuesday, 30.10.2007, 21:21 (vor 6869 Tagen) @ Nicole

Hallo Nicole,
ich werde auch gerade mit Valproat aufdosiert. Nehme zusätzlich noch Carbamazepin(insgesamt alles 1800 mg-zu viel finde ich!!!). Ich fühle mich genauso wie Du. Bin total müde und kaputt. Ich arbeite in einer Behinderteneinrichtung-ein anstrengender Job-das hat mir nie was ausgemacht. Hab danach sonst noch Bäume ausreisen können. Wenn ich jetzt von der Arbeit komme habe ich direkt zu tun, dass ich mir noch Zeit für meine Kinder nehmen kann. Mir fehlt einfach die Kraft. Meine Familie weiß das,auch die Kinder (8 u. 6 ) müssen schon lernen damit umzugehen. Ich kann im Augenblick alle Tätigkeiten auch nur im Schneckentempo erledigen. Für mich-immer flott unterwegs gewesen- ist das zusätzlich eine psychische Belastung.
Ich möchte wie Du den Arbeitsplatz nicht verlieren. Deshalb bin ich nicht krank. Will mir auch nicht nachsagen lassen, dass ich als Epileptiker die ganze Sache ausnutze. Aber bei uns gibt es ein Motto in der Arbeit: Lieber kurz krank sein, als dann wegen lang verschleppter Krankheit ewig zu fehlen.Das nützt nämlich keinem was. Vielleicht helfen Dir ein zwei Wochen schon Mal um Dich auszukurieren. Und ein offenes Wort mit dem Vorgesetzten bringt natürlich auch unheimlich viel Sicherheit für Dich.Mir hat das sehr viel gebracht.Weil ich ab diesem Zeitpunkt auch genau wusste wie er zu mir steht.

Ich wünsche Dir alles Gute!!!

Re: Arbeitszeit bis man sich an die Medis gewöhnt hat?

Nicole @, Wednesday, 31.10.2007, 16:34 (vor 6868 Tagen) @ Nicole

Danke für eure Antworten.

Ich habe den Rat befolgt und mal mit dem Vorgesetzten gesprochen, und der meinte, dass ich nur dann zur Arbeit kommen sollte, wenn es mir gut geht. Aber wie sehe dass denn aus? montags da und dann wieder krank, wieder da, wieder krank? Ich hab so das Gefühl, als habe er mich nicht richtig verstanden.?.?

Einige Kollegen halten mich sogar für eine Simulantin. Ich wäre nur zu faul und würde Theater spielen und die Arbeit auf die Kollegen abwälzen. Aber das stimmt nicht. Einer meinte sogar, ich solle morgens mal die Augen richtig aufmachen, wenn ich ihn ansehe. Zur Zeit ignoriere ich solche Bemerkungen, würde aber am liebsten zum Betriebsrat gehen. Meint ihr, das wäre sinnvoll oder nur Zeitverschwendung?

Jedenfalls werde ich nocheinmal mit meinem Arzt sprechen. Mein Zustand kann so nicht bleiben.

Re: Arbeitszeit bis man sich an die Medis gewöhnt hat?

Anton @, Wednesday, 31.10.2007, 20:54 (vor 6868 Tagen) @ Nicole

Hallo Nicole,
ich kenne Deine derzeitigen Probleme nur zu gut. Meiner Meinung nach kommt es in Deinem Fall darauf an, wer Dein Arbeitgeber ist. Bist Du Beamtin, im Öffentlichen Dienst oder in der Privatwirtschaft. Du weißt, was ich damit meine. Hätte ich an Deiner Stelle eine halbwegs sichere Stelle, stünde meine Gesundheit ganz, ganz oben. Wenn das nicht der Fall sein sollte, würde ich auf jeden Fall meine Gesundheit und die Sicherheit auf der Liste der Prioritäten auf eine Stelle stellen. Denn die Stelle muß erhalten bleiben, ohne Arbeit kann man krank werden.
Du bist derzeit einem Dreifachdruck ausgesetzt. a)Änderung der Medikation, die Arbeit und der Haushalt mit Kindern in einem Alter, wo sie zwar Freude machen, dennoch eine Belastung sind.
Ich wünsche dir viel Kraft und gute Besserung, damit Du mit Deiner Familie schon bald wieder ein unbeschwerteres Leben haben darfst.
Viele Grüße
Anton

Re: Arbeitszeit bis man sich an die Medis gewöhnt hat?

Ruth @, Thursday, 01.11.2007, 21:20 (vor 6867 Tagen) @ Nicole

Hallo Nicole,

solche Sprüche von den lieben Kollegen kenne ich. Da wird man aber immer stärker dagegen weil man nicht kaputt gehen will. Bei deiner Überlegung mit dem Betriebsrat solltest du überdenken das du damit unter Umständen einen Kampf beginnst für den du wohl zur Zeit keine zusätzliche Kraft aufbringen kannst. Solange du noch einigermaßen funktionierst wird dein Chef sich da raus halten. Wenn deine Kollegen aber jetzt schon ein Fass aufmachen solltest du vielleicht doch lieber eine Auszeit nehmen, denn von gesunden Menschen darfst du nicht allzuviel Verständniss erwarten. Sie können es schlicht nicht nachvollziehen. Sie sehen nur das sie deine Arbeit zum Teil auch noch mitmachen sollen und fangen an zu sticheln. Glaub mir das ist das letzte was du jetzt brauchen kannst! Wenn du schon länger im Betrieb bist und es dich körperlich so schwächt nimm dir am besten die Ausszeit.