Hallo zusammen,
habe da mal eine Frage, habe heute für November meinen
Termin einen mehrwöchigen stationären Klinikaufenthalt in Kehl-Kork bekommen über den ich sehr froh bin. Was jedoch nicht so gut ist ich habe erst seit September diesen Jahres eine Arbeitsstelle angetreten. Und mein Arbeitgeber weiß auch nichts von meiner Epi. Was kann mir nun passieren ?
Ich denke rein rechtlich könnte er mir kündigen oder ? Und wenn er das tut woher bekomme ich dann mein Geld ich habe ja dann noch nicht lange genug gearbeitet um Arbeitslosengeld zu beantragen oder ? Und was für Arbeit kann man als Epi überhaupt noch machen ? Bitte nicht falsch verstehen aber ich habe bislang schlechte Erfahrungen gemacht.
Liebe Grüße
Caro
Re: Klinik und Arbeit
Brigitta
, Wednesday, 31.10.2007, 23:44 (vor 6868 Tagen) @
Caro
Hallöchen,
er kann dir fristlos kündigen!!!! Das ist ein Kündigungsgrund wenn man das net angibt. Habe ich auch erst hinterher erfahren, zum Glück wurde ich net gekündigt.
Was denn für einen Termin hast du denn? Ist das so eilig? Oder kriegt man dort so schlecht einen Termin?
Theoretisch ist das so, wenn er dir kündigt, kriegst du Arbeitslosengeld 1 Jahr lang. Aber wie das ist bei einer fristlosen Kündigung, da wärst du ja Schuld also kein Geld.
Du kannst ja auch beim Arbeitsgericht mal nachfragen. Die müßten es wissen oder beim Neurologen
LG
Brigitta
Re: Klinik und Arbeit
Ruth
, Thursday, 01.11.2007, 00:47 (vor 6868 Tagen) @
Caro
Hallo Caro,
ich kann deine Angst verstehen, aber ich befürchte auch das er dir nach so einer kurzen Zeit kündigen wird. Ich würde versuchen mit ihm zu sprechen. Mehr kannst du eh nicht machen. Entweder er hat Verständniss dafür oder er wird es nie haben. Wenn du in der Klinik einen mehrwöchigen Aufenthalt hast und das bei den Wartezeiten in Kehl-Kork wird es schon sehr wichtig für dich und dein weiteres Leben sein. Wenn du wirklich aus diesem Grund gekündigt werden solltest dürfte es meiner Meinung nach keine Auswirkungen auf Arbeitslosengeld haben. Du machst das ja nicht aus Spaß an der Freude sondern weil du krank bist.
Drücke dir die Daumen und wünsche dir alles Gute und viel Erfolg in Kehl-Kork!
Re: Klinik und Arbeit
Andreas
, Thursday, 01.11.2007, 12:11 (vor 6868 Tagen) @
Caro
Hallo Caro,
was die Kündigung angeht befürchte ich das meine beiden Vorrednerinnen Recht haben, dein Chef hat das Recht dir deshalb zu kündigen weshalb ich meine Epilepsie immer angegeben habe, es ist besser nicht genommen zu werden als erst einen Job zu kriegen und dann immer Angst haben zu müssen das es rauskommt.
Ich komme mal zu deiner anderen Frage, was man als Epileptiker überhaupt noch machen kann.
Also im grunde kommst du nur für Jobs in Frage bei denen du niemand anderen oder dich im Falle eines Anfalls nicht gefährdest, z.B. Tischler, Elektriker, u.s.w. sind denkbar schlechte, risikoreiche Berufe.
Für alle "Schreibtischjobs" kommst du genauso in Frage wie jeder "Gesunde" auch, und solange du keine anderen Behinderungen hast (ich hab beispielsweise eine Gangataxie) musst du noch nichtmal eine sitzende Tätigkeit verrichten, du könntest Problemlos jeden Beruf ergreifen in dem du nicht an Maschienen arbeiten oder Auto fahren (es sei denn du hast einen Führerschein) musst. Bei allen anderen Dingen seh ich keine Probleme..
Gruß,
Andreas
Re: Re: Klinik und Arbeit
Anton
, Thursday, 01.11.2007, 13:30 (vor 6868 Tagen) @
Caro
Hallo Caro,
ich schließe mich meinen Vorredner/innen an mit inhaltlich einer Abweichung. Ohne Arbeitsrechtler zu sein, kann ich näher definieren und sehe die Sache wie folgt: Wenn Du vor der Einstellung nicht nach Krankheiten und Behinderung gefragt worden bist und aus damaliger Sicht die Aufnahme der Arbeit verantworten konntest, hast Du nichts falsch gemacht. Solltest Du dich noch in der Probezeit befinden, während der oft auch ohne Angabe von Gründen gekündigt werden kann und darf, hast Du verloren. Wenn die Probezeit schon vorbei sein sollte und Du angeben könntest, dass sich die Epi von heute auf morgen erheblich verschlechtert hat, sodass eine OP erst jetzt zu diskutieren ist, hat Dein Arbeitgeber schlechte Karten. Wenn wir jetzt einmal, ganz von der Vorgeschichte absehen, handeln müssen, ist es stets am Besten, die Angelegenheit ruhig und sachlich mit dem Arbeitgeber durchzusprechen. Dann könnte man sich anschließend noch in die Augen sehen und wird nicht noch durch einen womöglich nervigen Arbeitsprozeß krank. Einen Bericht über den Zeitablauf einer OP mit Vor- und Nachsorge kannst Du per Mail bei mir anfordern.
Viele Grüße
Anton
Re: Klinik und Arbeit
Danny
, Thursday, 01.11.2007, 17:02 (vor 6867 Tagen) @
Caro
Hi Caro,
in der Probezeit kann natürlich viel passieren, darum hab ich mich da auch nie getraut, was zu sagen. Aber wenn in deinem Beruf die Arbeit nicht durch die Epilepsie beeinträchtigt wird, also sich keine Gefahr für dich oder andere dadurch ergibt, dann musst du sie nur beim Betriebsarzt sagen, und der darf sie nicht weitersagen.
Was du am besten machen kannst, mit deiner Ausbildung oder wenn du sowieso was anderes suchst, kannst du ja auch in Kork klären: die haben in den Kliniken auch Sozialarbeiter, die sich eben genau mit solchen Sachen mit einem beschäftigen, wenn man will. Vielleicht machen sie auch neuropsychologische Tests, die zeigen, dass du irgendwas inzwischen schlechter kannst als früher (Gedächtnis oderso), oder wo deine Stärken sind. Dann kannst du besser überlegen, welchen Job du dir zutraust.
Viel Erfolg,
Danny