Nach 17 Jahren anfallsfrei wieder ersten Grand mal bekommen

Stefan @, Thursday, 08.11.2007, 12:49 (vor 6861 Tagen)

Hallo,

ich habe nach einem operierten Astrocytom 17 Jahre keinen Anfall mehr bekommen, seit mindestens 15 Jahren nehme ich keine Medikamente mehr.

Bei einem gemeinsamen Abendessen mit Freunden hatte ich nunmehr vor zwei Wochen gleich zwei große Anfälle und bin nun seit einer Woche wieder aus dem Krankenhaus raus. Bei den Untersuchungen wurde nichts festgestellt (kein Rezidiv, Gott sei Dank!). Ich bin jetzt wieder auf Medikamente (Valproinsäure) eingestellt, die zukünftige Anfälle verhindern sollen.

Wem ging es ähnlich und wer kann mir bei der Frage weiterhelfen: Warum kommt es nach dieser langen Zeit wieder zu generalisierten tonisch-klonischen Anfällen?

Viele Grüße, Stefan

Re: Nach 17 Jahren anfallsfrei wieder ersten Grand mal bekommen

Anton @, Friday, 09.11.2007, 11:18 (vor 6860 Tagen) @ Stefan

Hallo Stefan,
schade, dass nach so langer Zeit wieder Probleme aufgetreten sind. Du solltest dennoch dieses Warnzeichen (die Anfälle) positiv sehen, weil sie vielleicht Veränderungen im Hirn anzeigen, die behandlungsbedürftig sind. Ich kenne diese Problematik von einer Bekannten. Sie ist noch einmal operiert worden und danach war es gut.
Ich wünsche dir gute Besserung und viel Erfolg bei der Suche nach den Gründen für diese Auffälligkeiten.
Herzliche Grüße
Anton

Re: Nach 17 Jahren anfallsfrei wieder ersten Grand mal bekommen

Anja @, Friday, 09.11.2007, 20:00 (vor 6859 Tagen) @ Stefan

Hallo Stefan,

mir geht es ähnlich. Ich war 10 Jahre anfallsfrei. Dann der Schock: innerhalb von kurzer Zeit gleich zwei Anfälle hintereinander!!! Anfangs war ich sehr depressiv, hab mich zurückgezogen. Doch irgendwie musste es ja weitergehen(bin verheiratet, zwei Kinder und beruflich gut eingespannt). Ich habe viel hier im Netzt gelesen und festgestellt, dass ich mit meinen wenigen grand mal Anfällen ein weitgehend normales Leben führen kann. Nur die Angst läuft immer mit........!
Da ich vor fünf Jahren meine Arbeitsstelle gewechselt hatte, wollte ich mich nicht als Epileptikerin outen. Warum auch, war ich doch anfallsfrei.Im nachhinein betrachtet war das nicht so gut, da ich immer unter gewissen Druck stand aufzufliegen. Jetzt wissen alle Bescheid. Leider habe ich die Anfälle nämlich in der Arbeit vor zehn Leuten bekommen. Das hatte sich sehr schnell herumgesprochen. Ich habe denen, die mich auf die Krankheit angesprochen haben von meiner Situation erzählt.Überwiegend erfahre ich viel Unterstützung von allen Seiten, allerdings arbeite ich in einer Behinderteneinrichtung, wo man davon ausgehen sollte, dass alle mit der Krankheit Epilepsie umgehen können.
Deine Frage, warum es nach so langer Zeit wieder zu Anfällen kommt kann ich Dir leider nicht beantworten. Ich habe über meine Situation lange nachgedacht und mich immer wieder gefragt: " Warum, warum, warum...???" Ich bin zur Überzeugung gekommen, dass ich meinen Körper überstrapaziert habe. Alle möglichen Verhaltensregeln habe ich ignoriert. Vielleicht war das die Reaktion meines Körpers darauf. Ich weiß es nicht! Und eine Antwort darauf wird es wie bei Dir wahrscheinlich auch nicht geben.

Ich hoffe, Du schaffst es wieder anfallsfrei zu werden!
Viele Grüße Anja!

Nach 17 Jahren anfallsfrei wieder ersten Grand mal bekommen

Stefan @, Sunday, 11.11.2007, 18:10 (vor 6857 Tagen) @ Stefan

Hallo Anja,

danke für dein Rückmeldung, kann ich gut brauchen... Morgen geht die Arbeit wieder los. Ich war jetzt zwei Wochen daheim und fühle mich recht gut erholt.

Klar habe ich jetzt verschiedene Ängste wie: Was denken die Kollegen (ein Teil davon war zum Abendessen mit dabei, als ich die beiden Anfälle hatte)? Wird alles so sein wie früher? Werde ich vor Aufregung wieder einen Anfall haben?

Ich lerne jetzt wieder neu, mit meinen Ängsten umzugehen und so weit es geht, etwas positives daraus zu ziehen. Ok, ob das gleich morgen gelingt, lasse ich jetzt mal offen... aber ich denke schon, dass ich da weiterkomme...

und die Rückmeldungen der Ärzte sind auch so, dass ich wohl relativ anfallsfrei durchs weitere Leben kommen werde... Der Tumor weist kein Rezidiv auf und die Medikamente sollten gut wirken... Ich hatte "seinerzeit" mit Medikamenten auch keinerlei Anfälle mehr...

Viele Grüße und alles Gute aus München schickt dir, Stefan

[zitat=Anja]Hallo Stefan,

mir geht es ähnlich. Ich war 10 Jahre anfallsfrei. Dann der Schock: innerhalb von kurzer Zeit gleich zwei Anfälle hintereinander!!! Anfangs war ich sehr depressiv, hab mich zurückgezogen. Doch irgendwie musste es ja weitergehen(bin verheiratet, zwei Kinder und beruflich gut eingespannt). Ich habe viel hier im Netzt gelesen und festgestellt, dass ich mit meinen wenigen grand mal Anfällen ein weitgehend normales Leben führen kann. Nur die Angst läuft immer mit........!
Da ich vor fünf Jahren meine Arbeitsstelle gewechselt hatte, wollte ich mich nicht als Epileptikerin outen. Warum auch, war ich doch anfallsfrei.Im nachhinein betrachtet war das nicht so gut, da ich immer unter gewissen Druck stand aufzufliegen. Jetzt wissen alle Bescheid. Leider habe ich die Anfälle nämlich in der Arbeit vor zehn Leuten bekommen. Das hatte sich sehr schnell herumgesprochen. Ich habe denen, die mich auf die Krankheit angesprochen haben von meiner Situation erzählt.Überwiegend erfahre ich viel Unterstützung von allen Seiten, allerdings arbeite ich in einer Behinderteneinrichtung, wo man davon ausgehen sollte, dass alle mit der Krankheit Epilepsie umgehen können.
Deine Frage, warum es nach so langer Zeit wieder zu Anfällen kommt kann ich Dir leider nicht beantworten. Ich habe über meine Situation lange nachgedacht und mich immer wieder gefragt: " Warum, warum, warum...???" Ich bin zur Überzeugung gekommen, dass ich meinen Körper überstrapaziert habe. Alle möglichen Verhaltensregeln habe ich ignoriert. Vielleicht war das die Reaktion meines Körpers darauf. Ich weiß es nicht! Und eine Antwort darauf wird es wie bei Dir wahrscheinlich auch nicht geben.

Ich hoffe, Du schaffst es wieder anfallsfrei zu werden!
Viele Grüße Anja![/zitat]