Hallo, Zusammen,
wenn man anfallsfrei ist, wie oft muss/sollte man dann zum Arzt?
Ich wohne in Bielefeld, mein Facharzt in Oelde.
Mit Zug, wenn nicht gerade gestreikt wird, gut zu erreichen.
Vom Bahnhof Oelde müsste ich aber mit Taxi zum Arzt.
Ich arbeite vier volle Tage, habe Freitags frei.
Freitags werden bei meinem Facharzt jedoch keine Termine mehr vergeben, weil Herr Doktor dann in Ruhe Gutachten schreiben möchte.
Ich bin noch nicht lange bei diesem Arzt, finde ihn eigentlich ganz nett.
Nun war ich lange nicht mehr bei ihm, weil ich die zweistündige Wartezeit bei ihm als extrem belastend finde.
Obwohl ich keine Anfälle mehr bekomme, stehe ich ständig unter Druck und fühle mich immer durch die Nebenwirkungen auch noch besonders müde und erschöpft.
Auf meiner Arbeit gebe ich alles.
Stehe jedoch unter ständiger Kritik seitens Tausendprozentiger, die dahinter ihre eigene Unsicherheit verstecken. Besonders seitens meiner beiden Schwestern, die eine ist Ergotherapeutin, die andere Musiktherapeutin.
In meinem Leben ist alles in Ordnung.
Ich falle niemandem zur Last.
Ich lebe alleine in Bielefeld.
Meine Familie befindet sich hauptsächlich in Münster und Umgebung.
Über viele Jahre lang bin ich jede Woche nach Hause gefahren. Seit dem mein Elternhaus Ende 2005 verkauft worden ist, mache ich das nicht mehr so häufig, weil ich gemerkt habe, dass die Fahrerei schon mal nicht die Familie zusammen gehalten hat und weil sie vor allem in erster Linie nur belastend für mich ist.
Nun hat mir eine sehr unfreundliche Sprechstundenhilfe meines Facharztes damit gedroht, wenn ich den nunmehr mir zugewiesenen Termin Anfang Dezember auch nicht wahr nehme, würde der Arzt mir nicht weiter das Medikament verschreiben. In gleichem Atemzug hat sie mir aber Instruktionen für das aktuelle Rezept durchgegeben wie Versicherungskarte und 10 Euro. Das Rezept habe ich inzwischen auch bekommen.
Diese Sprechstundenhilfe hat mir auch in einer sehr unfreundlichen Art vorgeworfen, dass ich schon länger nicht mehr da war. Ungeachtet der Tatsache, von wo ich überhaupt komme und dass ich schließlich chronisch krank bin.
Nun wurde mir dieser Termin auch noch an einem Dienstag vergeben, weshalb ich mir von der Arbeit extra frei nehmen muss. Das kennen die gar nicht auf meiner Arbeit, dass ich mal fehlen muss wegen Arztbesuch.
ICh bin Schreibkraft beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in der Außenstelle Bielefeld.
Ich bin 60 % schwerbehindert.
Im Tarifvertrag ist unter dem Punkt Arbeitsbefreiung u. a.
Arztbesuche erwähnt, die nicht außerhalb der Arbeitszeit gemacht werden können.
So oder so finde ich die Behandlung bei meinem Facharzt durch diese Sprechstundenhilfe nicht sonderlich wohl tuend und ich sehe mit sehr viel Angst daher diesem Termin Anfang Dezember entgegen.
Und was mache ich, wenn an diesem Tag die Bahn streikt?
Gibt es dann noch ein größeres Donnerwetter von der Sprechstundenhilfe und vom Arzt und ich kann mir wieder einen neuen suchen?
Liebe Grüsse, Regina
Re: Rezeptverweigerung
Anton
, Sunday, 11.11.2007, 09:35 (vor 6858 Tagen) @
Regina Steinert
Hallo Regina,
wenn man anfallsfrei ist und es einem gutgeht muß man gar nicht zum Arzt. Man muß so und so nicht, wenn einem seine Gesundheit egal ist.
Du monierst, dass Dein Neurologe nicht auf Befehl ein Rezept ausstellt. Das muß er nicht und darf es nur unter bestimmten Umständen. Außerdem haben ab Beginn d. J. eine neue EEG-Ornung, die den Arzt verpflichtet, das EEG länger, genauer und öfter zu machen. Das ist nicht seine Erfindung, das ist vorgeschrieben. In welchen Ausnahmefällen kann er von der Rezeptierung ohne vorherige Inaugenscheinnahme und Untersuchung Gebrauch machen? Das ist nur möglich, wenn er den Patienten schon über Jahre kennt, wenn er dich so gut kennt und dir vertrauen kann, Kulanz zu zeigen und zu rezeptieren ohne dich zu sehen, wobei er in diesem Fall die alleinige Verantwortung trägt, falls was daneben geht.
Ich weiß, dass gerade Neurologen, oft wegen anstehender Unterbringungsverfahren, in denen noch nicht einmal Gerichtsbeschluß vorliegt, Gutachten erstellen müssen, um später den Nachweis zu bringen, dass Gefahr in Verzug war.
Eine zweistündige Wartezeit bei einem Facharzt ist heute völlig normal. Es ist so und so nur noch eine Sache der Zeit, bis wir in Orten wie Oelde keine Fachärzte mehr haben.
Was der Druck angeht, unter dem Du dich stehen siehst, kann ich was sagen. Druck erzeugt Gegendruck. Wer will was von wem? Bestimmt nicht der Arzt von dir. Versuche doch einfach mal einen Kleinen beizugeben, führe ein ruhiges Gespräch mit ihm, stelle ihm Deine Problematik noch mal vor, frage ihn doch bitte, ob es nicht eine Lösung gibt, die dich nicht so oft am Arbeitsplatz fehlen lassen muß, alleine schon, damit Du dem Mobbing nicht mehr so ausgesetzt bist.
Wenn Deine Schwestern der Meinung sind, es ist alles in Ordnung, ist das doch gut. Dann geht es dir doch gut. Wenn Du niemandem zur Last fällst, kannst Du stolz auf dich sein, denn Du hast es bestimmt nicht immer leicht gehabt.
Kann es sein, dass dich Probleme ganz anderer Art quälen? Ich hoffe und wünsche dir, dass sich bei dir bald alles wieder einrenkt und Du dich wieder besser fühlst. Denn Ärger macht krank. Man sollte immer sehen, dass die Zahl der "Baustellen" so gering wie möglich ist. Bitte schließe mit Deinem Neurologen Frieden.
Ich wünsche dir gute Besserung und ein schönes Wochenende mit einer Vielzahl an Glücksmomenten.
Liebe Grüße
Anton
Re: Rezeptverweigerung
Hanna
, Sunday, 11.11.2007, 10:53 (vor 6858 Tagen) @
Regina Steinert
[zitat=Regina Steinert]Hallo, Zusammen,
wenn man anfallsfrei ist, wie oft muss/sollte man dann zum Arzt?
Ich wohne in Bielefeld, mein Facharzt in Oelde.
Mit Zug, wenn nicht gerade gestreikt wird, gut zu erreichen.
Vom Bahnhof Oelde müsste ich aber mit Taxi zum Arzt.
Ich arbeite vier volle Tage, habe Freitags frei.
Freitags werden bei meinem Facharzt jedoch keine Termine mehr vergeben, weil Herr Doktor dann in Ruhe Gutachten schreiben möchte.
Ich bin noch nicht lange bei diesem Arzt, finde ihn eigentlich ganz nett.
Nun war ich lange nicht mehr bei ihm, weil ich die zweistündige Wartezeit bei ihm als extrem belastend finde.
Obwohl ich keine Anfälle mehr bekomme, stehe ich ständig unter Druck und fühle mich immer durch die Nebenwirkungen auch noch besonders müde und erschöpft.
Auf meiner Arbeit gebe ich alles.
Stehe jedoch unter ständiger Kritik seitens Tausendprozentiger, die dahinter ihre eigene Unsicherheit verstecken. Besonders seitens meiner beiden Schwestern, die eine ist Ergotherapeutin, die andere Musiktherapeutin.
In meinem Leben ist alles in Ordnung.
Ich falle niemandem zur Last.
Ich lebe alleine in Bielefeld.
Meine Familie befindet sich hauptsächlich in Münster und Umgebung.
Über viele Jahre lang bin ich jede Woche nach Hause gefahren. Seit dem mein Elternhaus Ende 2005 verkauft worden ist, mache ich das nicht mehr so häufig, weil ich gemerkt habe, dass die Fahrerei schon mal nicht die Familie zusammen gehalten hat und weil sie vor allem in erster Linie nur belastend für mich ist.
Nun hat mir eine sehr unfreundliche Sprechstundenhilfe meines Facharztes damit gedroht, wenn ich den nunmehr mir zugewiesenen Termin Anfang Dezember auch nicht wahr nehme, würde der Arzt mir nicht weiter das Medikament verschreiben. In gleichem Atemzug hat sie mir aber Instruktionen für das aktuelle Rezept durchgegeben wie Versicherungskarte und 10 Euro. Das Rezept habe ich inzwischen auch bekommen.
Diese Sprechstundenhilfe hat mir auch in einer sehr unfreundlichen Art vorgeworfen, dass ich schon länger nicht mehr da war. Ungeachtet der Tatsache, von wo ich überhaupt komme und dass ich schließlich chronisch krank bin.
Nun wurde mir dieser Termin auch noch an einem Dienstag vergeben, weshalb ich mir von der Arbeit extra frei nehmen muss. Das kennen die gar nicht auf meiner Arbeit, dass ich mal fehlen muss wegen Arztbesuch.
ICh bin Schreibkraft beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in der Außenstelle Bielefeld.
Ich bin 60 % schwerbehindert.
Im Tarifvertrag ist unter dem Punkt Arbeitsbefreiung u. a.
Arztbesuche erwähnt, die nicht außerhalb der Arbeitszeit gemacht werden können.
So oder so finde ich die Behandlung bei meinem Facharzt durch diese Sprechstundenhilfe nicht sonderlich wohl tuend und ich sehe mit sehr viel Angst daher diesem Termin Anfang Dezember entgegen.
Und was mache ich, wenn an diesem Tag die Bahn streikt?
Gibt es dann noch ein größeres Donnerwetter von der Sprechstundenhilfe und vom Arzt und ich kann mir wieder einen neuen suchen?
Liebe Grüsse, Regina[/zitat]
Hallo Regina,
es gibt doch das Epi-Zentrum Bethel in Bielefeld und dort sicher auch eine Ambulanz, in der Du Dich z.B. vierteljährl. vorstellen könntest, was sicher auch Freitags möglich wäre, von dort auch Deine Rezepte bekommst und mit der evtl. gleichzeitigen Blutspiegelkontrolle etwas für Deine eigene Sicherheit tust.
Mein erwachsener Sohn hat seit 2001 Epi mit allen Anfallsformen, ist therapieresistent und auch keine OP möglich. Nach anfänglich vielen Neurologen hat er vor ca. 4 Jahren "seinen" Arzt des Vertrauens im Epi- Zentrum Erlangen gefunden und fühlt sich dort sehr gut aufgehoben. Neben vielen stationären Aufenthalten ist er dort auch ambulant im ZEE und wir können die vierteljährlichen Termine auf Freitags legen, weil das auch für mich der Tag in der Woche ist, an dem ich nicht arbeiten muss. Hast Du es in Bethel schon mal versucht? Liebe Grüße Hanna
Re: Rezeptverweigerung
Anton
, Sunday, 11.11.2007, 12:41 (vor 6858 Tagen) @
Regina Steinert
Hallo Regina,
ich habe nach über 30 Jahren Suche in Bielefeld-Bethel im Epilepsie-Zentrum Hilfe gefunden. Innerhalb der letzten 2 Jahre bin ich 7 mal dort gewesen. Ich bin dort operiert worden, einige Male in der Ambulanz gewesen. Alles ist erfolgreich verlaufen. Ich bin seither anfallsfrei. Da ich von außerhalb komme und nicht nur deshalb, hat man sich nach meinen Wünschen bei der Terminabsprache gerichtet. Sprechstundenhilfen, Pfleger und Ärzte dort sind spitze. Ich habe soviel Fachkompetenz in allen anderen Kliniken Deutschlands noch nicht erlebt. Ich gebe meiner Vorrednerin Recht, dort wird es besser klappen.
Liebe Grüße
Anton
Re: Re: Rezeptverweigerung, Menschlichkeit
Regina Steinert
, Sunday, 11.11.2007, 13:31 (vor 6858 Tagen) @
Regina Steinert
[zitat=Anton]Hallo Regina,
wenn man anfallsfrei ist und es einem gutgeht muß man gar nicht zum Arzt. Man muß so und so nicht, wenn einem seine Gesundheit egal ist.
Du monierst, dass Dein Neurologe nicht auf Befehl ein Rezept ausstellt. Das muß er nicht und darf es nur unter bestimmten Umständen. Außerdem haben ab Beginn d. J. eine neue EEG-Ornung, die den Arzt verpflichtet, das EEG länger, genauer und öfter zu machen. Das ist nicht seine Erfindung, das ist vorgeschrieben. In welchen Ausnahmefällen kann er von der Rezeptierung ohne vorherige Inaugenscheinnahme und Untersuchung Gebrauch machen? Das ist nur möglich, wenn er den Patienten schon über Jahre kennt, wenn er dich so gut kennt und dir vertrauen kann, Kulanz zu zeigen und zu rezeptieren ohne dich zu sehen, wobei er in diesem Fall die alleinige Verantwortung trägt, falls was daneben geht.
Ich weiß, dass gerade Neurologen, oft wegen anstehender Unterbringungsverfahren, in denen noch nicht einmal Gerichtsbeschluß vorliegt, Gutachten erstellen müssen, um später den Nachweis zu bringen, dass Gefahr in Verzug war.
Eine zweistündige Wartezeit bei einem Facharzt ist heute völlig normal. Es ist so und so nur noch eine Sache der Zeit, bis wir in Orten wie Oelde keine Fachärzte mehr haben.
Was der Druck angeht, unter dem Du dich stehen siehst, kann ich was sagen. Druck erzeugt Gegendruck. Wer will was von wem? Bestimmt nicht der Arzt von dir. Versuche doch einfach mal einen Kleinen beizugeben, führe ein ruhiges Gespräch mit ihm, stelle ihm Deine Problematik noch mal vor, frage ihn doch bitte, ob es nicht eine Lösung gibt, die dich nicht so oft am Arbeitsplatz fehlen lassen muß, alleine schon, damit Du dem Mobbing nicht mehr so ausgesetzt bist.
Wenn Deine Schwestern der Meinung sind, es ist alles in Ordnung, ist das doch gut. Dann geht es dir doch gut. Wenn Du niemandem zur Last fällst, kannst Du stolz auf dich sein, denn Du hast es bestimmt nicht immer leicht gehabt.
Kann es sein, dass dich Probleme ganz anderer Art quälen? Ich hoffe und wünsche dir, dass sich bei dir bald alles wieder einrenkt und Du dich wieder besser fühlst. Denn Ärger macht krank. Man sollte immer sehen, dass die Zahl der "Baustellen" so gering wie möglich ist. Bitte schließe mit Deinem Neurologen Frieden.
Ich wünsche dir gute Besserung und ein schönes Wochenende mit einer Vielzahl an Glücksmomenten.
Liebe Grüße
Anton
Hallo, Anton!
Ich muss mit niemandem Frieden schliessen.
Ich habe geglaubt, ich könnte als chronisch kranker Mensch noch so etwas wie Menschlichkeit und Entgegenkommen erwarten.
Dieses kann man wohl nicht mal mehr in solchen Foren erwarten, wo man demgegenüber eher Menschen vermutet, die einen trösten und auch ev. so was wie Verständnis für einen aufbringen.
Von meinem ersten Atemzug an haben Ärzte mir nur meine Gesundheit genommen und zerstört (Schädigung des Gehirns bei der Geburt).
Sie demgegenüber um ein bisschen Entgegenkommen regelrecht anbetteln zu müssen, geht auch langsam über meine Kräfte.
Früher war Krebs für mich immer die schlimmste aller Krankheiten überhaupt. Manchmal möchte ich lieber Krebs haben als irgendeine andere Krankheit, weil ich dann sicher bin, dass ich diesen Planeten nur für eine begrenzte Zeit noch ertragen muss.
Dass mit "dem Monieren" möchte ich auch noch richtig stellen. Mir ist mein aktuelles Rezept trotz dieser patientenunfreundlichen Äußerung einer schlecht gelaunten Sprechstundenhilfe dennoch ausgestellt worden. Die Dame hat "nur moniert", dass ich mehrmals nicht gekommen bin und hat gesagt, wenn ich zu dem nunmehr anberaumten Termin auch nicht erscheinen würde, dass ich dann zukünftig kein Rezept mehr ausgestellt bekommen werde.
Gruss, Regina
Re: Rezeptverweigerung
Anton
, Sunday, 11.11.2007, 15:40 (vor 6857 Tagen) @
Regina Steinert
Hallo Regina,
wenn Du mich so verstanden hast, wie Du es schilderst, ist das bedauerlich. Ich entschuldige mich bei dir.
Genau das Gegenteil habe ich erreichen wollen, ich wollte zeigen, dass ich zu dir stehe. Wäre das nicht so, wüßte ich nicht, was ich hier im Forum zu suchen habe.
Wenn ich dir vorschlage, wie Abhilfe dieses unbefriedigenden Zustandes geschaffen werden kann, ist das schon das Zeigen von Trost und Verständnis.
Du bist nicht die Einzige, die in ihrem Leben durch Fahrlässigkeit von Staat und Ärzten gesundheitliche Schädigungen hat hinnehmen müsssen. Ich blicke nur kurz zurück bei mir: a)Fieberkrampf nach der Geburt durch falsche Diagnose des Arztes, der u. a. zur Epilepsie ab dem 25. Lebensjahr geführt hat; b) Hirnhautentzündung im Kinderalter durch die Pflichtpockenschutzimpfung (diese Impfung hat mehr Opfer produziert, als die Firma Grünenthal mit Contergan, nur dass ich bis heute keinen Pfennig Entschädigung bekommen habe), c) über 15 Jahren Nichterkennen eines Cluster-Kopfschmerzes durch die Ärzteschaft und d) über 30 Jahre Fehlbehandlung der Epilepsie bis hin zur Vollendung der Entmenschlichung.
Liebe Regina, mir geht es darum, dass Du einen Weg findest, der Arztbesuche zur schönsten Nebensache macht, sofern überhaupt nötig. Ich persönlich habe durch ein vernünftiges Gespräch unter 4 Augen bisher noch mit jedem Arzt, auch mit denen, die mich zuvor falschbehandelt hatten, einen Deal schließen können mit dem Ergebnis jeweils, erhebliche Erleichterungen für mich geschaffen zu haben.
Ich kann Deinen Unmut und Deine Verzweiflung verstehen, ich spreche nicht aus der Theorie. Ich wünsche dir zukünftig etwas mehr Glück mit den Medizinern, ich hoffe, dass es dir bald besser geht und wünsche alles Gute im weiteren Leben.
Liebe Grüße
Anton
Re: Rezeptverweigerung
Regina Steinert
, Sunday, 11.11.2007, 19:22 (vor 6857 Tagen) @
Regina Steinert
[zitat=Anton]Hallo Regina,
wenn Du mich so verstanden hast, wie Du es schilderst, ist das bedauerlich. Ich entschuldige mich bei dir.
Genau das Gegenteil habe ich erreichen wollen, ich wollte zeigen, dass ich zu dir stehe. Wäre das nicht so, wüßte ich nicht, was ich hier im Forum zu suchen habe.
Wenn ich dir vorschlage, wie Abhilfe dieses unbefriedigenden Zustandes geschaffen werden kann, ist das schon das Zeigen von Trost und Verständnis.
Du bist nicht die Einzige, die in ihrem Leben durch Fahrlässigkeit von Staat und Ärzten gesundheitliche Schädigungen hat hinnehmen müsssen. Ich blicke nur kurz zurück bei mir: a)Fieberkrampf nach der Geburt durch falsche Diagnose des Arztes, der u. a. zur Epilepsie ab dem 25. Lebensjahr geführt hat; b) Hirnhautentzündung im Kinderalter durch die Pflichtpockenschutzimpfung (diese Impfung hat mehr Opfer produziert, als die Firma Grünenthal mit Contergan, nur dass ich bis heute keinen Pfennig Entschädigung bekommen habe), c) über 15 Jahren Nichterkennen eines Cluster-Kopfschmerzes durch die Ärzteschaft und d) über 30 Jahre Fehlbehandlung der Epilepsie bis hin zur Vollendung der Entmenschlichung.
Liebe Regina, mir geht es darum, dass Du einen Weg findest, der Arztbesuche zur schönsten Nebensache macht, sofern überhaupt nötig. Ich persönlich habe durch ein vernünftiges Gespräch unter 4 Augen bisher noch mit jedem Arzt, auch mit denen, die mich zuvor falschbehandelt hatten, einen Deal schließen können mit dem Ergebnis jeweils, erhebliche Erleichterungen für mich geschaffen zu haben.
Ich kann Deinen Unmut und Deine Verzweiflung verstehen, ich spreche nicht aus der Theorie. Ich wünsche dir zukünftig etwas mehr Glück mit den Medizinern, ich hoffe, dass es dir bald besser geht und wünsche alles Gute im weiteren Leben.
Liebe Grüße
Anton
Hallo, Anton!
Entschuldigung angenommen.
Ich habe mich dazu entschlossen, künftig die Epilepsie Ambulanz Bethel aufzusuchen.
Man muss aber mit einer Wartezeit rechnen, steht auf deren Internetseite.
Bethel ist mir immer schwer gefallen weil man dadurch als Epilepsie Kranker bei manchen Unverbesserlichen in eine gewisse unangenehme Schublade geschoben wird. (Ich soll nicht allen erzählen, dass ich Epilepsie habe, weil man mich sonst für doof halten würde) hat mir eine Arbeitskollegin geraten im Zusammenhang dessen, dass Vorgesetzte, Arbeitskollegen und Kolleginnen schon von so einer Behinderung wissen sollten.
Außerdem wird man durch Bethel sehr mit seiner Krankheit konfrontiert. Die Anfallsfreiheit hat mir zum Teil ein falsches Bild vorgegaukelt. Ich habe mir gedacht, dass ich wegen der Anfallsfreiheit ein fast normaler Mensch bin. Bei einem niedergelassenen Facharzt wird man wie eine Nummer, wie eine Patientenkladde, behandelt. In einer Epilepsie-Fachklinik wird das wohl hoffentlich anders sein. Ein niedergelassener Arzt steht unter Zeitdruck, eine Klinik hat rund um die Uhr, am Wochenende, an Feiertagen, geöffnet. Da ticken die Uhren anders und vielleicht auch die Köpfe der Ärzte. Und ich muss einsehen, dass ich trotz Anfallsfreiheit kein gesunder Mensch bin, mit dem Sprechstundenpersonal und Ärzte einfach so umspringen können wie sie wollen.
Dir wünsche ich auch alles Gute und Gesundheit.
Wir können uns ja trotzdem vielleicht dennoch noch manchmal gegenseitig hier in diesem Forum begegnen.
Liebe Grüsse, Regina!
Re: Rezeptverweigerung
Brigitta
, Sunday, 11.11.2007, 20:40 (vor 6857 Tagen) @
Regina Steinert
Hallöchen Regina,
zu deinen Problemen:
1. darf das der Arzt, weil wenn er keine aktuellen Daten von dir hat(EEG/Blutspiegel....) kann er dir nix verschreiben und ist eben selber verantwortlich dafür wenn was passiert.
Also ist das net eine "doofe" Schwester sondern macht ihre Arbeit richtig. Ich spreche aus Erfahrung, war nämlich auch mal Arzthelferin und bin auch Betroffene.
Du kannst gerne einen anderen Arzt nehmen, aber der kennt dich erstens net und zweitens müßen die dort die Vorschriften ebenfalls einhalten
2. haben die Ärzte deren Vorschriften die man befolgen muß und wenn die auch so viele Patienten haben müßen sie mit den Terminen schauen. Ich warte ebenfalls immer Stundenlang obwohl ich nur zur Kontrolle immer da bin vielleicht 15 Minuten drin aber warten muß ich ebenfalls.
Die in der Klinik haben noch mehr Druck und Arbeit wie ein niedergelassener Arzt.(Alles von den Krankenkassen aus und immer mehr Bürokratie!!) Kann der Arzt/Helferin ebenfalls nix dafür.
Die 10 Euro ist ja Pflicht und kein Geld für den Arzt!!!! Die Helferin hat nur die Arbeit damit zusätzlich zu ihrer eh schon vieler Arbeit und Bürokram.
Mach dir net soviele Gedanken. Versuch es mal in der Klinik wie schon geschrieben am Freitag oder einen anderen Arzt bei dem du auch einen Termin am Freitag bekommen kannst.
LG
Brigitta
Re: Rezeptverweigerung
F.
, Sunday, 11.11.2007, 22:49 (vor 6857 Tagen) @
Regina Steinert
Hallo ,
viele dinge könnte ich jetzt schreibe aber man wird ja hier gleich abgestempelt wie wenn man keine Ahnung hat oder agressiv ist nur weil man mal anderer Meinung als viele andere und sich auch noch wagt es zu äussern.
Warum bekommst Du Deine Tabletten nicht vom Hausarzt?
In den Kliniken sind ja oft die schweren Fälle mit denen ein Niedergelassener Epileptologe nicht zurecht kommt.
Das Du Dir mehr zuspruch versprichst kann ich verstehen würde ich mir auch wünschen,
aber das Leben, der Alltag ,ist nun mal anders.
Égal um was es geht.
Rezepte früher gab es Krankenhauspackungen in der Klinik/Ambulanz seit der Gesundheitsreform gibt es die nicht mehr. Nur
Ohne Überweisung kommst du garnicht in die Ambulanz also musst Du zum Hausarzt und auch da die 1o Euro löhnen.Es sei den du machst beim Hausarzt modell mit dann muss man das nicht mehr und auch dieser Hausarzt könnte
dich ja auch zu deinem Arzt nach Oelde überweisen.
Nochmal deinen unmut kann ich mehr als verstehen.
Hast Du Kontakt zu der SHG in Bielefeld frag die dochmal zu welchen Ärzten die den gehen.
Was wenn Du es nochmal sagen magst versprichst Du Dir von der Klinik?
Und was will man mehr als Anfallsfreiheit.
Geschrieben von jemanden der schon über 30 Jahre Epi hat therapieresitent ist und auch nicht operiert werden kann mit fast täglichen anfällen.
Schreib dochmal wie es Dir in der Ambulanz ergangen ist.
Gruss F.