Hallo zusammen
Ich verfolge grade Euer Thema!
Also mir ist folgendes bekannt; Da ich auch mir zur Gewohnheit gemacht habe eine 2. Meinung einzuholen habe ich nun von verschiedenen Ärzten erfahren:
fast alle Antileptikas belasten die Leber, beim einen mehr beim anderen weniger, oder gar nicht. Ich selber habe sehr gute Blutwerte!
So lange die Anfälle gestoppt oder eingedämmt werden können, soll der Hausarzt in Zusammenarbeit mit dem Neurologen ein Lebermedikament geben!
Vor einigen Jahren hatte ich leicht erhöhte Leberwerte, auch da sagten beide Ärzte erst mal abwarten, und siehe es hat sich wieder eingependelt. Also erst mal Ruhe bewaren würde ich Euch raten, denn solche innerlichen Aufregungen und Stress können nur unnützlliche Anfälle hervorrufen.
Ich wünsche allen eine Gute Besserung
Gruß Anne
Re: Medikamente f.Epilepsie
Scarlett
, Monday, 19.11.2007, 19:25 (vor 6849 Tagen) @
Anne
Hallo Anne,
mich betrifft genau das Thema ja momentan ganz konkret (Carbamazepin erhöht meine Leberwerte plötzlich explosionsartig aber hat meine Anfälle seit über 1 Jahr komplett gestoppt). Der Hausarzt meint erstmal abwarten, vielleicht sind meine Werte durch einen verschleppten Virus oder irgendwas anderes so hoch. Donnerstag macht er einen Ultraschall der Leber. Der total überlastete Neuro wedelte mir ja nachdem er einen 2 sekündigen Blick auf meine Werte geworfen hatte direkt mit Valproinsäure vor der Nase rum - und vor einem Jahr als ich eingestellt wurde hat er noch gesagt, Valproinsäure BRINGT MIR NIX - na danke. Wenn ich umgestellt werden soll, muss oder wie auch immer - ich werde definitiv NICHT auf Valproinsäure umstellen, und wenn ich dafür bis nach Bethel oder sonstwo hin gehe. Ich lasse mir doch nach über einem Jahr Anfallsfreiheit kein Medikament andrehen was mir meine ganze Zukunft ruinieren kann (Ausbildung, Auto fahren usw.) nur weil es nicht richtig wirkt und wieder Anfälle hervorruft! Wenn sie mich schon umstellen wollen dann doch bitte mit was was Carbamazepin nahe kommt um das Risiko so klein wie möglich zu halten (z.B. Oxcarbazepin - Wirkung soll fast gleich sein, aber wesentlich weniger Nebenwirkungen). So doof das jetzt klingt, aber ich kann mir in nächster Zeit einfach keinen Anfall "leisten" weil das meine komplette Zukunft ruinieren würde. Und das Risiko gehe ich nicht ein (wenn ich irgendwann einen kriege unter Carba, dann hat das Schicksal es so gewollt - aber ich verursache das nicht durch falsche Medikation).
Zu deiner Anmerkung mit den Lebermedikamenten: Darüber hatte ich auch schon nachgedacht. Ich meine man hört immer wieder das Leute ein Medikament nehmen wegen irgendwas und noch 2 andere um die Nebenwirkungen des ersten zu verringern. Mir hat man diesen Vorschlag noch nicht unterbreitet. Weißt du zufällig ob das überhaupt geht, dass man Antiepileptika und Lebermedikamente kombiniert? Weil die AEs ja auch in der Leber erst wirksam werden meine ich mal gehört zu haben. Ich hab mir jetzt erstmal Mariendisteltabletten besorgt, die sollen ja auch gut für die Leber sein. Mich stresst das alles momentan ziemlich, und das ist nicht gerade gut.
Sorry, der Text ist jetzt etwas lang geworden aber es tut gut sich das ganze Mal von der Seele zu schreiben...
Re: Re: Medikamente f.Epilepsie
heinerle
, Monday, 19.11.2007, 20:40 (vor 6849 Tagen) @
Anne
Hallo Scarlett,
ich bin Anfang des Jahres wegen sehr hoher Leberwerte von Carbamazepin auf Oxcarbazepin umgestiegen, übrigens, wie heute üblich von einem Tag zum anderen. Nach wenigen Wochen waren meine Leberwerte wieder im Normbereich, erstmals seit Jahren und die Wirkung von Oxcarbazepin ist genau gleich, es geht mir immer noch gleich gut, eher besser, weil auch die psychischen Nebenwirkungen bei Oxcarbazepin viel geringer sind. Die Dosis ist halt 1,5 mal so hoch. Ich für meinen Teil bin seit der Umstellung hochzufrieden und würde es jedem anraten.
Liebe Grüße
heinerle
Re: Medikamente f.Epilepsie
cokie
, Tuesday, 20.11.2007, 09:21 (vor 6849 Tagen) @
Anne
Hallo
ich lese bei Euch von "Lebermedikamenten". Wie ich schon in verschiedenen Beiträgen geschrieben habe, habe ich nen Leberschaden von Antiepileptika.Der erst sehr spät gefunden wurde. Und die Erfahrung machen müssen es gibt kein wirkliches "Lebermedikament". Jedenfalls keines was bei Medikamententoxischer Hepatitis richtig hilft. Und das ist die Erkrankung die durch die "Überforderung" der Leber durch die Epi-medis entstehen kann. Die ganzen Naturheilmittel lacht die Leber sozusagen aus. Das mit der Mariendiestel hab ich auch probiert und sogar ne heilpraktische Entgiftung gemacht - alles für die Katz. Es gibt für die verschiedensten Hepatitis-arten Medikationen die aber auch harte belastende auf den jeweiligen Erreger ausgerichtete Therapien sind. Bei der Vergiftungsentzündung (und nix anderes heißt das auf deutsch) erzählt einem der Leberspezialist das man nachdem der Ursprung der Vergiftung gefunden und beseitigt wurde unbedingt die Ernährung auf so fettarm wie möglich umstellen muß, weil eine Folge eine Fettleber ist, die Leber baut nicht verarbeitete Giftstoffe als Fettzellen auf. Als nächstes kommt abnehmen und körperliche Bewegung.....
Das einzige Medikament von dem ich behaupte, dass es mir geholfen hat, obwohl es nicht von der Kasse bezahlt wird ist HepaMerz Granulat 6000. Ein Granulat zum auflösen und trinken. Bekommt man erst von der Kasse bezahlt, wenn man bereits eine Zirrose hat und diese Hirnschädigungen verursacht. Das ist harter Tobak aber eben unser Gesetz. Mein Hausarzt hat mir seinen ganzen Mustervorrat davon gegeben danach hab ich in den saueren Apfel gebissen und es mir in der Internetapotheke bestellt und hab dabei noch ne Menge gegenüber der örtlichen Apotheke gespart. Auch wenn der Leberspezialist behauptet er ist nicht überzeugt davon, das es hilft, er sagt aber auch das es keinen Schaden anrichtet. Ich habe jedenfalls eine Linderung gespürt, wenn es so schlimm war dass ich durch die Hepatitis schon Druckschmerzen im Oberbauch hatte. Was wichtig bei nem wirklichen Leberschaden ist, ständig auf nen gut funktionierenden Stoffwechsel zu achten. Also ist wirklich sowohl gesunde Ernährung, Bewegung als dann auch mal zusätzlich Abführmittel - aber das nur unter ärztlicher Kontrolle- angesagt. Ich habe das erste halbe Jahr täglich dreimal Lactose nehmen müssen um ständig für guten "Durchlauf" zu sorgen
Doch das hilft wirklich. Wenn die Leber nimmer wil, hat man auch ein ständiges Völlegefühl und ist erleichtert wenn das mal aufhört.Nach anderthalb Jahren, noch andauernden Mediumstellung(leider ist die Anfallsfreiheit mehr als futsch), Ernährungsumstellung, Stressabbau im Alltag(bin Berentet worden) und son Zeug sind meine Leberwerte im Sommer diesen Jahres erstmals wieder im grünen Bereich gewesen - aber ich war auch wirklich schon ganz weit oben. Bissl eben auch meine Trantütigkeit, Leberbeschwerden merkt man nicht und meine Blutwerte hab ich nicht konsequent testen lassen, mein alter Hausarzt war ne Schlafmütze und ich einfach nur froh anfallsfrei zu sein.... Naja und Vergesslichkeit, Müdigkeit, Lust zu Gar nix .... schiebt man auch schnell mal aufs älter werden...erst als es im Job gekriselt hat bin ich geflitzt. Da find ich es gut wenn ihr beizeiten wachsam seit, euch aber auch nicht wegen jeder Blutwerterhöhung und ohne weitere Meinungen zu Umstellungen drängen lasst, die Euch nicht verständlich sind. Vor allem wenn das Medikament wie bei dir Scarlett vor nem Jahr noch Unangebracht erschien.
Es ist immer wieder interessant zu lesen wie unterschiedlich Aussagen von Neurologen und anderen Ärzten zu ein und dem selben Thema sind.
heinerle scheint offensichtlich einen sehr guten Neurologen erwischt zu haben.
Im Resümee wollt ich noch sagen - sicher es ist blöd, die Anfälle sind wieder da, mehr als vorher, denn ich konnte damals gleich nach ihrem ersten auftreten gut eingestellt werden. Nur, ohne Leber wäre ich nicht mehr da. Deshalb nehme ich die Umstellung und alle Nebenwirkungen in Kauf.
Liebe Grüße euch allen
Cordula
Re: Re: Medikamente f.Epilepsie
Scarlett
, Tuesday, 20.11.2007, 19:10 (vor 6848 Tagen) @
Anne
Das mit Oxcarbazepin scheint mir auch die beste Alternative zu sein, da es ja wirklich so gut wie gleichzusetzen mit Carbamazepin ist. Ich werde mir auf jeden Fall wenn es wirklich zur Umstellung kommt eine zweite Neurologische Meinung anhören (vor allem zu Oxcarbazepin). Ich bleibe dabei, es kann nicht sein dass man nach einem Jahr ein Medikament angedreht bekommt was vor einem Jahr noch als wirkungslos betrachtet wurde. Aber vielleicht ist mein Wert ja wirklich durch irgendwas anderes aus dem Gleichgewicht geraten. Mein Hausarzt meint jedenfalls die Chancen stehen gut dass er wieder sinkt. Gut, wie lange er dann auch wieder unten bleibt ist eine andere Sache... auf jeden Fall zerbreche ich jetzt nichts überm Knie und steige vom einen auf den anderen Tag um.