Re: Erbrechen bzw Durchfall

Anton @, Sunday, 25.11.2007, 14:42 (vor 6843 Tagen) @ Stefan

[zitat=Stefan]Ich breche die Medikamente und habe Durchfall. Kann ich durch einmaliges Erbrechen bzw. Durchfall einen schweren Anfall ( Status epilepticus )bekommen. Besteht Lebensgefahr??? Was gehört zur guten Epilepsieberatung durch den Arzt ??[/zitat]
Hallo Stefan,
ich bin seit vielen Jahren an Epilepsie erkrankt. Mir hat der Arzt gesagt, dass die Medikamente einen Spiegel im Blut entwickeln, den er auch durch die sogen. Blutserumkontrolle feststellen kann. Dieser Spiegel hält sich, je nach dem welche Medikamente Du nimmst, eine ganze Zeit. Von daher sehe ich auf keinen Fall Lebensgefahr, wenn Du Durchfall hattest oder erbrochen hast. Es hängt natürlich auch ein bißchen davon ab, wie "schwer" die Anfallserscheinungen sind und so weiter. Um Deine Frage genau zu beantworten: "Wenn Du viel erbrichst, wenn Du starken Durchfall hast, kann es zu Anfällen kommen, weil der Wirkstoff seine "Pflicht" nicht erfüllen kann". Wenn man einen Status epilepticus bekommt, besteht Lebensgefahr. Wenn Du das Gefühl haben solltest, dass so etwas passieren könnte, würde ich mit einem Arzt oder einer Klinik Kontakt aufnehmen, und zwar sofort.
Eine "flüchtige" Epilepsieberatung kannst Du durch jeden Arzt erfahren. Besser ist es schon, wenn Du einen Neurologen aufsuchst. Der hat da schon wesentlich mehr Ahnung. Noch besser ist, wenn dieser Neurologe eine Zusatzausbildung für Epilepsie hat, das Epilepsie-Zertifikat. Am besten, das ist meine Erfahrung, wird man in einem der Epilepsie-Zentren Deutschlands behandelt, weil die Ärzte in solchen Krankenhäusern fast nur mit Anfallskranken zutun haben. Die Grunduntersuchung bei Epilepsie besteht aus der EEG-Ableitung. Wenn neue Medikamente eingeschlichen werden, will der Arzt meistens in der ersten Zeit das Blut untersuchen, was auch richtig und und wichtig ist, Genaueres kann man durch die MRT-Aufnahme sehen.
Was benötigt der Arzt, bevor er dich behandeln kann? Er setzt voraus, dass Du die Medikamente regelmäßig nimmst, dass Du keinen Alkohol trinkst, dass Du regelmäßigen Schlaf bekommst. Er sieht gerne, wenn Du einen Anfallskalender führst. Noch besser ist es, wenn Du jemand hast, der die Anfälle mitbekommt. Wenn jemand genau den Verlauf eines Anfalles aufschreiben kann, ist dem Arzt sehr damit geholfen. So kann er sich oft schon denken, welche Art Epilepsie Du hast, somit ist er erheblich besser in der Lage, dir die Medikamente zu verschreiben, die anschlagen. Wenn Du alle Punkt stets einhältst, ist es heutzutage möglich, ein ganz normales Leben mit einer Epilepsie zu führen.
Sofern Du noch Fragen hast, wir sind für dich da. Melde dich dann bitte wieder. Ich wünsche gute Besserung.
Liebe Grüße
Anton


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