Timox vs. Oxcarbazepin dura

Markus @, Friday, 30.11.2007, 19:07 (vor 6838 Tagen)

Hi erstmal an alle hier, dies ist mein erster Beitrag bei euch.
Ich selbst habe keine Epilepsie, aber meine Freundin. Und der geht es grade richtig schlecht. Sie war jetzt ne lange Zeit Anfallsfrei, aber seit zwei Wochen wieder regelmäßig und sogar zweimal täglich zum Teil. Zwei Anfälle an einem Tag, hatte sie bisher nur einmal in ihrem Leben bisher, sagten mir ihre Eltern. Und nun in zwei Wochen gleich zweimal, noch dazu in der Arbeit.
Der Grund liegt für uns beide und auch ihrem ganzen Umfeld, ganz klar auf der Hand. Sie hatte bisher die Medikation von zweimal 600 mg Timox und Keppra täglich. Nun kam ihre ach so tolle Krankenkasse vor kurzem auf die Idee, dass es da ja ein billigeres Präperat gibt, mit dem selben Wirkstoff, nämlich Oxcarbazepin dura. Die Quittung hat sie jetzt mit den neuen Anfällen davon. Auch ihre allgemeine körperliche Verfassung hat sich seit der Einnahme des neue Medikamentes verschlechtert (Müdigkeit, Lustlosigkeit, Abgeschlafftheit, ja und auch Libidoverlust). In weißer Vorahnung, hat sie aber noch kurz vor Umstellung einen Bluttest gemacht. Und jetzt mit dem neuem Präperat auch nochmal. Die Ergebnisse des neue Bluttest, waren erschreckend. Über 40 % geringerer Medikamentenspiegel. Sie selbst, nimmt das alles leider einfach hin und unternimmt kaum was.

Hat vielleicht jemand Erfahrungen mit solchen Fällen?
Was kann man dagegen unternehmen?

PS: Gegen einen Antrag ans Versorgungsamt, wehrt sie sich aufs äusserste.

Re: Timox vs. Oxcarbazepin dura

Anton @, Friday, 30.11.2007, 21:13 (vor 6838 Tagen) @ Markus

[zitat=Markus]Hi erstmal an alle hier, dies ist mein erster Beitrag bei euch.
Ich selbst habe keine Epilepsie, aber meine Freundin. Und der geht es grade richtig schlecht. Sie war jetzt ne lange Zeit Anfallsfrei, aber seit zwei Wochen wieder regelmäßig und sogar zweimal täglich zum Teil. Zwei Anfälle an einem Tag, hatte sie bisher nur einmal in ihrem Leben bisher, sagten mir ihre Eltern. Und nun in zwei Wochen gleich zweimal, noch dazu in der Arbeit.
Der Grund liegt für uns beide und auch ihrem ganzen Umfeld, ganz klar auf der Hand. Sie hatte bisher die Medikation von zweimal 600 mg Timox und Keppra täglich. Nun kam ihre ach so tolle Krankenkasse vor kurzem auf die Idee, dass es da ja ein billigeres Präperat gibt, mit dem selben Wirkstoff, nämlich Oxcarbazepin dura. Die Quittung hat sie jetzt mit den neuen Anfällen davon. Auch ihre allgemeine körperliche Verfassung hat sich seit der Einnahme des neue Medikamentes verschlechtert (Müdigkeit, Lustlosigkeit, Abgeschlafftheit, ja und auch Libidoverlust). In weißer Vorahnung, hat sie aber noch kurz vor Umstellung einen Bluttest gemacht. Und jetzt mit dem neuem Präperat auch nochmal. Die Ergebnisse des neue Bluttest, waren erschreckend. Über 40 % geringerer Medikamentenspiegel. Sie selbst, nimmt das alles leider einfach hin und unternimmt kaum was.

Hat vielleicht jemand Erfahrungen mit solchen Fällen?
Was kann man dagegen unternehmen?

PS: Gegen einen Antrag ans Versorgungsamt, wehrt sie sich aufs äusserste.[/zitat]

Hallo Markus,
ich finde es sehr gut, wie Du dich lieb um Deine Freundin kümmerst.
Wenn sie sich gegen einen Antrag auf Schwerbehinderung wehrt, ist das verständlich, je nach dem wo sie beschäftigt ist, seit wann sie die Epi schon hat, und eine ganze Reihe Fragen mehr. Ich mache zu diesem Ausweis jetzt wieder meine Grundaussage. Der Ausweis ist gleich nach Kriegsende eingeführt worden, um Behinderten einen Schutz zu geben. Dieser Schutz ist in den letzten Jahrzehnten ständig gewachsen, so dass einige Arbeitgeber lieber Schwerbehinderte nicht einstellen. Frage: "Was nützt die steuerliche Entlastung, wenn man gar nicht erst Arbeit findet. Ähnlich ist es mit dem Mehrurlaub, dem verbesserten Kündigungschutz usw."
Der Ausweis kann dann nur noch interessant sein, wenn z. B. das Sonderzeichen "G" drinsteht. Dann hätte z. B. Deine Freundin den öffentliche Nahverkehr frei. In den meisten Bundesländern ist es auch schon so geregelt, dass alle Regionalzüge, Busse und Bahnen im Regionalverkehr frei genutzt werden können.
Mit dem anderen Medikament liegt es glaube ich woanders dran. Wenn ihr Arzt die "Aut idem"-Regelung nicht durchstrichen hat, muß der Apotheker sogar ein anderes Medikament geben als Timox. Der Apotheker ist verpflichtet, das billigste wirkstoffgleiche Medikament abzugeben. Hier ist ein Gespräch zwischen Deiner Freundin und dem Arzt dringend erforderlich. Wenn sie dem Arzt sagt, dass sie mit dem "Ersatzmedikament" nicht zurechtkommt, kreuzt der auf dem nächsten Rezept an, dass sie Ersatzmedikamente nicht darf.
Ich wünsche Deiner Freundin gute Besserung und dir alles Gute.
Liebe Grüße
Anton

Re: Timox vs. Oxcarbazepin dura

Anne @, Saturday, 01.12.2007, 07:25 (vor 6838 Tagen) @ Markus

[zitat=Markus]Hi erstmal an alle hier, dies ist mein erster Beitrag bei euch.
Ich selbst habe keine Epilepsie, aber meine Freundin. Und der geht es grade richtig schlecht. Sie war jetzt ne lange Zeit Anfallsfrei, aber seit zwei Wochen wieder regelmäßig und sogar zweimal täglich zum Teil. Zwei Anfälle an einem Tag, hatte sie bisher nur einmal in ihrem Leben bisher, sagten mir ihre Eltern. Und nun in zwei Wochen gleich zweimal, noch dazu in der Arbeit.
Der Grund liegt für uns beide und auch ihrem ganzen Umfeld, ganz klar auf der Hand. Sie hatte bisher die Medikation von zweimal 600 mg Timox und Keppra täglich. Nun kam ihre ach so tolle Krankenkasse vor kurzem auf die Idee, dass es da ja ein billigeres Präperat gibt, mit dem selben Wirkstoff, nämlich Oxcarbazepin dura. Die Quittung hat sie jetzt mit den neuen Anfällen davon. Auch ihre allgemeine körperliche Verfassung hat sich seit der Einnahme des neue Medikamentes verschlechtert (Müdigkeit, Lustlosigkeit, Abgeschlafftheit, ja und auch Libidoverlust). In weißer Vorahnung, hat sie aber noch kurz vor Umstellung einen Bluttest gemacht. Und jetzt mit dem neuem Präperat auch nochmal. Die Ergebnisse des neue Bluttest, waren erschreckend. Über 40 % geringerer Medikamentenspiegel. Sie selbst, nimmt das alles leider einfach hin und unternimmt kaum was.

Hat vielleicht jemand Erfahrungen mit solchen Fällen?
Was kann man dagegen unternehmen?

PS: Gegen einen Antrag ans Versorgungsamt, wehrt sie sich aufs äusserste.
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Hallo Markus
Ich finde es erst einmal toll das Du Deiner Freundin eine so tolle Stütz bist! Ich weiß wovon ich rede, bin auch betroffen und hab einen lieben Mann an meiner Seite er hat mir von Anfang an sehr viel geholfen und tut es immer noch!
Ich kann Dir nur Raten versuche Dich mit Ihren Eltern zusammen zu setzen und dann gemeinsam einen weg zu suchen. vor allem würde ich in Zusammenarbeit mit den Facharzt mit der Krankenkasse reden. Denn auch die stehen in der Pflicht den Kranken zu helfen und zwar so die den Facharzt nicht einfach übergehen dürfen! Wenn das nichts nutzt kann ich nur zu einem Wechsel der Kasse raten!
Beim Behindertenausweis möchte ich folgendes sagen: es ist eine Einstellungssache einer Person, aber ich kann nur raten einen zu beantragen, man muß die Forteile ja nicht unbedingt nutzen. Man sollte aber bedenken auch der Gesetzgeber ändert immer wieder was und vielleicht wird es auch da immer schwieriger einen Ausweiß zu bekommen und was man hat kann einem so schnell keiner mehr nehmen. ich habe der Zeit 80% mit B + G bekomme meine Fahrkarte die kostet im Jahr 60€ und kann eine Begleitperson kostenlos mitnehmen und das sind einheitliche Gesetze in ganz Deutschland! Ebenfalls hat man einen Steuerfreibetrag der wird nach dem Grad der Behinderung berechnet! Bei läuft dieser Freibetrag über die Steuerkarte von meinem Mann.
Also es gibt schon einiges was man nutzen kann.
Ich wünsche Deiner Freundin alles Gute und Dir viel Geduld.
Liebe Grüße
Anne

P.S. lasst Euch eventuell noch beim Deutschen Epileptiker Verein beraten!

http://www.epilepsie.de/

Re: Timox vs. Oxcarbazepin dura

lucy @, Wednesday, 09.01.2008, 00:55 (vor 6799 Tagen) @ Markus

Hi,

meine mama hat auch epilepsie. und ihr ist genau das gleiche passiert. von timox 600 auf oxcarbazepin dura 600 umgestiegen. vorher ging es ihr auch viel besser. seit sie die billigeren bekommen hat sie in den letzten 10 tagen 3 größere anfälle bekommen.
erschreckend...werde mit ihr morgen zum arzt gehen und das klären.
viel erfolg

Timox vs. Oxcarbazepin dura

silent87, Monday, 13.04.2015, 08:22 (vor 4148 Tagen) @ Markus

Lieber Markus! Ich habe dein thread gelesen, was deine Freundin mitgemacht hat wegen das Medikament Oxcarbazepin dura. Es wäre mir verdammt wichtig, dass du mir antworten könntest? Ich nehme jetzt seit 1 Monat das Medikament Oxcarbazepin dura ein. Jetzt zu meinem Problem: Ich habe von diese Medikamente nur noch lustlosigkeit,erektile dysfunktion,schwindel und Auren. Ich war beim Neurologen und er meinte zu mir: Das liegt nicht an den Tabletten bzw an der Firma. Ich bin aber zur Apotheke danach gegangen und habe sofort gesagt. Ich will mal dieses timox versuchen. Weil ich von dura auch depressiv und suizid geworden bin. Ich konnte timox nicht bekommen, weil viel zu teuer und schwer zu bekommen. Ich nehme jetzt oxcarbazepin duraplex ein. Hoffe es ist besser wie dieses dura. Wie geht es deiner Freundin jetzt? Ich dachte ich schreibe dir mal, weil ich das gleiche Problem jetzt habe! Lieben Gruß Daniel ;)