Hatte ich heute Nacht einen Anfall ?

Marc @, Sunday, 02.12.2007, 19:15 (vor 6836 Tagen)

Zunächst möchte ich mich kurz vorstellen! Ich heiße Marc und bin 32 Jahre alt! Im Alter von zwölf Jahren hatte ich eine bis heute nicht genau zu diagnostizierende Enzephalitis die einherging mit Fieberkrämpfen und ersten Anfällen. Ich wurde auf irgendwelche Medikament eingestellt deren Namen ich heute nicht mehr weiß und mich das damals mit zwölf Jahren auch irgendwie nicht so interessiert hat da ich anschl. Anfallsfrei war. Meine Mutter ist mit mir noch ca. 3 Jahre lang zu regelmässigen Untersuchungen zum Neurologen gegangen die allesamt für mich positiv ausfielen! Was ich damals noch nicht wusste, daß ich einmal eine Absence hatte und ca. einmal im halben Jahr nachts einen GM. Den Anfang des nächtlichen Anfalls habe ich immer mitbekommen den weiteren Verlauf nie. Ich habe nie eingenässt und mir auch nie auf die Zunge gebissen. Am Anfang war immer ein Schrei und das tonische Zittern und weiter habe ich nichts gemerkt! Ich wusste bis vor zwei Jahren nicht daß das Anfälle waren! Mit ca. 17 Jahren bekam ich dann Absencen die immer häufiger aber in unregelmässigen Abständen auftraten. Das zog sich dann so bis Anfang 2004 hin und ich wusste immer noch nicht daß es sich um Epilepsie handelte. Freunde und Bekannte sprachen mich dann irirendwann mal darauf an, daß ich immer wieder weggetreten war und ich wollte dann auch das erste Mal deswegen zum Arzt gehen. Da aber das Jhr 2004 für mich beruflich und privat ziemlich streßig war hatte ich dafür einfach keinen "Nerv" ! Das ganze gipfelte dann ende 2004 mit mehreren hundert Absencen tagsüber und nacht´s! Da wusste ich aber immer noch nicht daß es Epilepsie ist! Anfang 2005 hat es mich dann im Büro richtig "umgehauen" In der Notaufnahme sagte man mir nach dem ich aufgewacht war:" Das kann jedem mal passieren Streß und Unterzucker" Mit einem Brief für den Hausarzt lies man mich dann gehen! Beim Hausarzt angekommen sagte der mir dann, was mich bis heute wirklich noch wundert, daß er sich bei sowas zu wenig auskenn und er mich gerne an einen Spezialisten über weisen würde und zu meinem Glück war das dann eine Klinik die eine eigene Epileptologie hatte! Ambulant konnte mein Hausarzt in den nächsten Tagen keinen Termin bekommen so beschloß er sich mich stationär für ein par Tage einzuweisen. Am ersten Tag wurde ich gleich an ein 24 Stunden EEG angeschlossen und hatte dann nachts zwei große Anfälle in Folge, bei der mich zum Glück beim Zweiten die Nachtschwester gefunden hatte. Die Diagnose war jetzt klar, und ich bekam auch eine Erklärung für die Ereignisse der letzten Jahre. Ich wurde auf Lamictal eingestell und war vom ersten Tag an Anfallsfrei! Je länger ich Anfallsfrei blieb, desto größer wurde die Angst vor neuen Anfällen. Was dann seit Anfang 2006 dazu führte daß ich richtig massive Panikattaken bekam. Mit hilfe einer Bekannten die früher auch Panikattaken hatte bekam ich das Problem einigermassen in den Griff, was bis heute, mal besser und mal schlechter funktioniert! Mit der momentanen Situation kann ich aber sehr gut leben und ich habe auch die Epilepsie akzeptiert.
Heute Nacht hatte ich das erste Mal wieder den Eindruck evtl. einen Anfall gehabt zu haben. Ich kanns aber beim besten Willen nicht genau sagen. Es begann mit einem brummen im Kopf woraufhin ich kurz wach wurde, mich aber zur Seite drehte und ohne Zitter oder zu krampfen weiterschlief. Heute Morgen bin ich dann Aufgewacht und hatte den eindruck daß ich heute Nacht einen Anfall gehabt hätte. Die typischen Anzeichen dafür aber gänzlich fehlten. Ich hatte keine Kopf bzw. Muskelschmerzen, eingenässt und auf die zunge gebissen hatte ich mir auch nicht. Im Unterbewusstsein meinte ich aber das ich heute Nacht aus dem Bett gefallen sei! Was aber genau so gut ein traum gewesen sein könnte.
Ich habe über die Suchfunktion schon versucht herraus zu finden ob es typische Merkmale für einen nächtlichen Anfall gibt, aber alles was ich dort bisher gelesen habe hat mir nicht weitergeholfen. Ich habe/hatte tagsüber keine Konzentrationsschwiegigkeiten, kann nachts super schlafen und habe auch keine einschlaf Schwierigkeiten was auf evtl. schon häufigere nächtliche Anfälle schließen ließe.
Hat irgendjemand schon mal erfahrungen damit gemacht ob es Anfälle gibt die man nicht mitbekommt, und evtl nur vom Partner oder so erzählt bekommt? Treten immer irgendwelche Symtome am nächsten Tag auf?
Ihr könntet mir sehr weiterhelfen wenn ihr mir etwas über eure nächtlichen Anfälle erzählen könnt! Ich darf seit mitte 2006 wieder Autofahren, werde es aber auf jeden Fall stehen lassen wenn nur im geringsten der Verdacht besteht daß ich damit jemanden anders gefährden könnte wenn ich mich wieder ans Steuer setze!

Im Vorraus besten Dank

Marc

Re: Hatte ich heute Nacht einen Anfall ?

sandra @, Sunday, 02.12.2007, 23:27 (vor 6836 Tagen) @ Marc

hallo marc,

ich hab auch nächtliche anfälle bzw morgens, nur bis jetzt hab ich es in den letzten 3 wochen 3 mal bemerkt weil ich bei bewusstsein bin während des ganzen anfalls.... hast echt ne traurige geschichte da zu erzählen mir gehts nihct besser ich werde morgens auch wach und meine hand zittert die ich dann halte und es vergeht sofort wieder.... hab jedes mal angst nen großen anfall wieder zu bekommen weil es für mich schmerzen sind und nicht nur das ich habe das gefühl ich ersticke.... leider kann ich dir wenig weiter helfen.... bin auch seit 10 jahren rückfällig geworden und mitten in untersuchungen ... heute muss ich die nacht wach bleiben udn morgen hab ich ein eeg um 8 für ne std... in essen gibts ne krupp klinik die soll richtig gut sein da werd ich mir einen termin machen.... vllt helfen sie dir da weiter habe viele bekannte die da schon waren und den geholfen wurde... für mich ist epilepsie ein albtraum ich kann mich nicht damit abfinden weil ich nicht die genauen ursachen dafür kenne.... verdacht ist das es psychisch ist.... naja... wünsche dir auf jeden fall alles gute und viel erfolg

lg

Re: Hatte ich heute Nacht einen Anfall ?

Marion44 @, Wednesday, 05.12.2007, 04:29 (vor 6834 Tagen) @ Marc

Hallo Marc,

wirklich traurig , wie lange das Erkennen der Epi bei dir dauerte. Gut hingegen, wie rasch die Medikamente gegriffen haben!

Ich kann dir nur sagen, dass ich nächtliche anfälle kannte, die ich mal hinterher an Muskelkater oder Zungenbiss merkte und mal nicht. Das hing von der Schwere und Dauer der Anfälle ab und auch ob sie generalisiert waren.

Aber ich fand mich auch 2 x morgens in einem anderem Zimmer wieder, in das ich anscheinend gewandert war ohne mir dessen bewusst zu sein, - in einem Dämmerzustand und mit Bettdecke. Es gibt schon komische Sachen bei der Unterschiedlichkeit der Epi.

Also kann man nicht generell und in jedem Fall sagen: das merkst du immer! Es gibt aber Geräte, die dir das signalisieren, bzw aufzeichnen, wenn du alleine wohnst. Nur, ich habe mir so etwas auch noch nie geholt und da ich mit Medikamenten gegenwärtig weitestgehend anfallsfrei bin, werde ich das jetzt auch nicht tun. Allerdings die potenzielle Angst begleitet mich auch immer wieder mal.

Alles Gute
Marion