valproat bei Kindern

Tanja @, Monday, 03.12.2007, 12:08 (vor 6836 Tagen)

Hallo Ihr lieben,meine Tochter nimmt seit ca einer Woche Valproat .(Vorher hat sie Lamotrigin genommen,wo sich aber schnell eine Medikamententolleranz einstellte---also erst kurze Besserung der Abcecen und dann wieder das gleiche Spiel wie vor den Tabletten.)Da sie erst 6 Jahre alt ist,würde ich gerne wissen,ob hier noch mehr Mütter mit Erfahrungen sind.Seit 3 Tagen muß sie Abends im großen Schwall erbrechen(vor der einnahme der Tabletten)und beschwert sich morgens nach dem Aufstehen über Augenflattern und Zitttern der Hände.Momentane Dosis sind 150mg-0-300mg.die Kinderepileptologin sagt es wäre Scharlach-oder Magen Darm Grippe.Damit will ich mich aber nicht zufrieden geben.Wenn ich die Berichte hier lese,kommt mir das nämlich ganz anders vor.Habt ihr einen Tipp für mich?Wir haben nun die entscheidung getroffen,das Kind nocheimal aus der 1.Klasse zu nehmen und in die Vorschule zu geben.Bringt das was? Oder werden die Müdigkeit und Konzentrationsstörungen noch schlimmer unter Valproat?
Vielen Dank für Eure Mithilfe
Gruß Tanja

Re: valproat bei Kindern

Anton @, Monday, 03.12.2007, 12:23 (vor 6836 Tagen) @ Tanja

[zitat=Tanja]Hallo Ihr lieben,meine Tochter nimmt seit ca einer Woche Valproat .(Vorher hat sie Lamotrigin genommen,wo sich aber schnell eine Medikamententolleranz einstellte---also erst kurze Besserung der Abcecen und dann wieder das gleiche Spiel wie vor den Tabletten.)Da sie erst 6 Jahre alt ist,würde ich gerne wissen,ob hier noch mehr Mütter mit Erfahrungen sind.Seit 3 Tagen muß sie Abends im großen Schwall erbrechen(vor der einnahme der Tabletten)und beschwert sich morgens nach dem Aufstehen über Augenflattern und Zitttern der Hände.Momentane Dosis sind 150mg-0-300mg.die Kinderepileptologin sagt es wäre Scharlach-oder Magen Darm Grippe.Damit will ich mich aber nicht zufrieden geben.Wenn ich die Berichte hier lese,kommt mir das nämlich ganz anders vor.Habt ihr einen Tipp für mich?Wir haben nun die entscheidung getroffen,das Kind nocheimal aus der 1.Klasse zu nehmen und in die Vorschule zu geben.Bringt das was? Oder werden die Müdigkeit und Konzentrationsstörungen noch schlimmer unter Valproat?
Vielen Dank für Eure Mithilfe
Gruß Tanja[/zitat]

Hallo Tanja,
ich gehöre zu den Extremisten dieser Nation, so habe ich mich auch immer verhalten, wenn mit meinen Kindern etwas gewesen ist. Für meine Tochter wären mir nur die Besten der besten Ärzte mit Epilepsie-Zusatzausbildung gut genug. Da reicht es nicht, auf irgendeinen "Wald-und-Wiesen-Neurologen" zu hören. Ich würde meine Tochter an die Hand nehmen und zur nächsten Epilepsie-Ambulanz fahren. Dort sitzen die wahren Fachleute, die nicht antworten um eine Antwort zu geben. Ich wünsche dir mit Deiner Tochter alles Gute und viel Erfolg bei der Suche nach einem "vernünftigen" Mediziner.
Gute Besserung und viele Grüße
Anton

Re: Re: valproat bei Kindern

cokie @, Monday, 03.12.2007, 14:24 (vor 6835 Tagen) @ Tanja

Hallo Tanja,

ich bin selbst Epileptikerin und meine Töchter haben ebenfalls Epilepsie. Mir geht es da wie Anton - für meine Kinder suchte ich solange bis ich die richtigen "Spezies" gefunden hatte. Aber ich denke das versucht jede Mutter und aus deinem Beitrag lese ich ja auch, das du bereits bei einer Kinderepileptologin in Behandlung bist. Also bestens versorgt. Uns wurde immer wieder gesagt, das Valproat bei fast allen Epi-arten das Mittel der ersten Wahl ist - wegen seiner guten Verträglichkeit und der Breite die es abdeckt. Obwohl es ein Medi der älteren Generation ist. Auch meine älteste Tochter hat es damals bekommen, so wie ich selbst jahrelang damit anfallsfrei war. Nachdem sich bei mir Leberschwierigkeiten zeigten und auch meine älteste Probleme mit der Leber noch Jahre nach der Einnahme von Valproat hatte wurde bei uns der Verdacht laut das nicht nur die Epi genetisch vererbt wurde sondern auch das Leberproblem, sodas meiner Jüngsten erst gar kein Valproat sondern Keppra gegeben wurde. Aber ohne dieses familiäre Leberding hätte auch sie Valproat bekommen und auch wir sind in einem Epilepsiezentrum in Behandlung. In der Uniklinik Freiburg. Natürlich gibt es Valproat in den unterschiedlichsten Medikationsformen, will sagen ich denke auch die drum rum Stoffe von dem Medi müssen ja noch vertragen werden und jeder verträgt ein Medi sowieso anders. Was bei diesem Wirkstoff insbesondere bei Kindern in der Eindosierungsphase sehr wichtig ist (und das kannst du imm Internet nachlesen wenn du Valproat = Valproinsäure bei Google eingibst) achtet auf die Leberwerte! Ansonsten hat es prozentual eine sehr gute Wirksamkeitsrate im Verhältnis zu sehr geringen Nebenwirkungen. Allerdings hat auch das Keppra bei meiner Jüngsten einen sehr guten Erfolg und sie hat bisher(sie nimmt es jetzt ein halbes Jahr) kaum bis keine Nebenwirkungen. Allerdings kommt sie bisher auch mit einer sehr geringen Dosis klar, obwohl sie eine idiopathisch generalisierte und eine fokale Epi im linken Temporallappen hat.
Eure Tochter noch ein Jahr aus der Schule rauszunehmen kann nicht schaden. Meine Kids habe ich auch spät einschulen lassen, obwohl sie vom intelligenten längst soweit gewesen wären, aber das Jahr soziale Reife hat ihnen geholfen mit ihren gesundheitlichen Handicaps besser, selbstsicherer klar zu kommen.
Auf alle Fälle wenn Euch was komisch vorkommt lasst nicht locker und geht den Ärzten auf den Keks - Mutterinstikt ist unbezahlbar!
Alles Gute und liebe Grüße Cordula

Re: valproat bei Kindern

sylke ⌂ @, Tuesday, 04.12.2007, 07:33 (vor 6835 Tagen) @ Tanja

Meine Tochter nahm 1,5 Jahre lang Orfirl, im Alter von 2 Jahren war sie bei der Dosis die Deine Tochter jetzt bekommt.
Es ist also nicht viel was Deine Tochter nimmt!

Und wenn sie es erst so kurze Zeit nimmt können natürlich "Gewöhnungsschwierigkeiten" auftreten......das hat fast jedes Medikament.
Diese Begleiterscheinungen geben sich meist immer nach ner ersten Phase. Ich würd an Deiner Stelle noch 3 Wochen abwarten.
Weiss ja nicht wie lang des andere Medi nun raus ist, aber es können auch sowas wie "Entzugserscheinungen" sein vielleicht.

Re: Re: valproat bei Kindern

Tanja @, Sunday, 09.12.2007, 22:17 (vor 6829 Tagen) @ sylke

Hallo und guten Abend.
Leider war es keine Eingewöhnungphase. Am Mittwochmorgen hatte ich ein Kind,das durch die Wohnung torkelte,als hätte es sich heimlich eine Flasche Schnaps reingezogen.Meine Tochter sah ihren Bruder drei Mal und ich hatte vier Augen.Nach einem Anruf bei der Kinderepileptologin und der Frage ,ob mein Kind auch schon Bewusstlost gewesen sei,habe ich dann den ganzen Tag nur noch neben meiner Tochter Wache gesessen.Es dauerte bis zum späten Namittag, bis die (Neben-)Wirkungen nachließen.Bis dahin hatte ich ein Kind,das weder ein Lachen noch ein Heulen über die Lippen brachte und total apatisch war.Und alles das bei einer Dosierung von 300-0-300 Valproat und 100-0-100 Lamotrigin.Das Zittern hat zum Glück auch zwei Tage nach absetzen das Valroates nachgelassen und ich hoffe,daß es noch ganz weggeht. Am Montag gehe ich nun noch mal zur Ärztin um über ein anderes Medi zu sprechen. Ich hoffe,das wir nie nie wieder diese Nebenwirkungen bei irgendeinem Medi haben. Scheinbar war es auch weder der angebliche Scharlach noch die vermutete Magen-Darm Grippe, die die Übelkeit hervorgerufen hat.Weil-Tablette rein-1 STunde warten-Tablette wieder raus.
Was aber nicht heissen soll ,das andere Kinder dieses Medi nicht sehr gut vertragen,bei unserer Tochter scheint dies halt nicht der Fall zu sein.
Viele liebe Grüße
Tanja

Re: valproat bei Kindern

sandra @, Monday, 10.12.2007, 12:25 (vor 6829 Tagen) @ Tanja

Ich habe mit meinen fast 20 Jahren ebenso reagiert bei einer erhöhten Dosis von Valproat! Ich bin ein fröhlicher Mensch, doch haben mich meine Arbeitskollegen letzten Freitag nicht wiedererkannt! ich hab kein einziges lächeln über die Lippen gelassen!Meine Augen waren auf halb 8 ich war schwach, beim Fegen konnte ich mich kaum halten usw...

Im moment geht es aber ---- :)