Phobie
Ich hatte nun nach 10jähriger Anfallsfreiheit nach einer Operation, 2 Anfälle. Seitdem geht es mir sehr schlecht und ich leider unter einer ständigen Angst vor neuen Anfällen oder manchmal habe ich auch einfach nur Angst vor der Angst. Dies äußert sich sehr unterschiedlich:
-manchmal habe ich Wahrnehmungsprobleme meiner Umwelt. Obwohl mir alles sehr vertraut ist, fühle ich mich unwohl und habe auch nahezu Panik. Besonders in Supermärkten oder im Bus, wo ich auch meine 2.Anfall hatte, empfinde ich plötzlich eine große Angst und möchte nur noch weg. Wenn ich dann den Supermarkt oder Bus verlasse, geht es mir meist rasch besser. Dies intensiviert sich auch ständig, denn ich meide dann die Orte wo ich diese Angst erlebte.
-ein weiterer Punkt ist die Wahrnehmung von mir selbst. Ich fühle mich dann irgendwie nicht wohl in meiner Haut und oft auch in der dritten Person. Wenn ich in den Spiegel schaue, ist für mich dies nicht so normal wie sonst. Wenn ich z.B. dann etwas mit jemanden rede, rede ich zwar passend und angemessen, aber ich fühle mich ein bißchen wie eine Maschine, und fühle mich nicht mehr so richtig in deren Steuerposition.
-Zudem habe ich eine Schwerpunktwahrnehmung im Kopf. Dies ist jedoch fast ausschließlich bei der Arbeit oder in einem anderen Umfeld, in welchem ich einen Anfall sehr fürchte, der Fall. Ich kontrolliere dann stets meine Gefühle im Kopf und fühle dann auch an unterschiedlichen Stellen im Kopf ein Drücken oder ein anderes Gefühl,wovor ich Angst habe. Ich habe dann auch stets das Bedürfnis an meinen Kopf zu fassen, um zu kontrollieren ob noch alles ok ist. Dies kombiniert sich auch mit Panik.
-hin und wieder habe ich auch ganz plötzlich eine unbeschreibliche Angst (meistens zuhause). Ich kann dann nur noch liegen und meist bessert sich dies dann ca. nach 1-2 Stunden. Selten kombiniert sich dies dann auch mit einem Zucken am rechten Oberschenkel oder einem leichten Zittern wie nach zuviel Cola light. Dies trat bislang nur abends oder nachts auf.
-ich hatte vor der Operation Absencen, die sich darin äußerten, dass ich vor der Absence Wörter, Gegenstände etc plötzlich als sehr fremd wahrnahm und mich fragte warum dieses Wort eigentlich für diese oder jene Bedeutung steht. Dieses Problem habe ich jetzt gar nicht mehr, aber ich erinnere mich hin und wieder daran und fühle mich irgendwie gezwungen, mich zu fragen warum ein Wort nun diese oder jene Bedeutung hat, obwohl dies bei normalem Bewusstsein geschieht.
-ich arbeite nun seit ca. 2 Monaten nicht mehr, und während bis vor ca. einer Woche die eben beschriebenen Punkte so gut wie nicht mehr auftraten, treten sie nun, vor allem die eigene Wahrnehmungsprobleme und der Umwelt wieder verstärkt auf. Dazu sollte ich sagen, dass ich nun seit ca. 1 Woche wieder eine Stellenzusage für Anfang nächsten Jahres habe, und sehr große Angst, dass ich bis dahin nicht wieder einigermaßen normal bin und die Stelle somit bewältigen kann. Außerdem bin ich im Moment ganz alleine und habe gar keinen Kontakt.
Wer hat ähnliche Erfahrungen? Mit Sicherheit ist ein wesentlicher Teil davon durch die Angst bedingt und aus diesem Grunde bin ich nun seit kurzem auch bei einer Psychologin. Ich würde mich sehr über Erfahrungsberichte freuen. Manchmal frage ich mich auch, ob ich vielleicht durch die Angst nur psychisch krank geworden bin.