medikation ja- nein?

Thomas @, Wednesday, 19.12.2007, 20:43 (vor 6819 Tagen)

Hallo ihr,

Ich bin 23 Jahre alt und hatte vergangenen Samstag morgen nach zwei Stunden Schlaf einen Anfall der sich allerdings auf starkes zucken beschränkte. Jedoch war das Zucken stark genug um mich zu Boden zu zwingen. Anschließend hatte ich feinmotorische Probleme, (Banane aus der Hand gefallen...) und bin schlussendlich auch in die Notaufnahme gegangen.
Vor einigen Jahren erlitt ich einige Male nach nächtlichem Computerspielen und viel Koffein zufuhr ähnliche, jedoch schwächere Zuckungen, die ich für Kreislaufschwächen hielt und einfach ausschlief.
Ab Montag habe ich mich dann stationär behandeln lassen, und nach dem ersten EEG war die Diagnose Juvenile myoklonische Epilepsie. Ein zweites EEG erhärtete/bestätigte den Verdacht und mir wurde eine Medikative Behandlung nahegelegt.

Nun frage ich mich ob dies sinnvoll währe, da ich noch keine wirklich "schlimmen" Anfälle erlitten habe, und diese auch immer nur nach starkem Schlafentzug. Wenn meine Krankheit also genau so weiterverliefe, käme ich ganz gut ohne zurecht!
Ich möchte einfach gerne die nächst Zeit abwarten und sehen was passiert, denn ich bin beruflich gerade in einer entscheidenden Phase und möchte a) nicht unnötig Medis nehmen, brauche aber b) auch eine gewisse Absicherung.

Hat jemand von euch einen ähnlichen Krankheitsverlauf gehabt? Und wie hat es sich dann entwickelt? Hab ihr sonstigen Rat pro oder Kontra Medis?

Vielen Dank um vorraus und Liebe Grüsse,
Thomas

Re: medikation ja- nein?

Anne @, Thursday, 20.12.2007, 07:47 (vor 6819 Tagen) @ Thomas

[zitat=Thomas]Hallo ihr,

Ich bin 23 Jahre alt und hatte vergangenen Samstag morgen nach zwei Stunden Schlaf einen Anfall der sich allerdings auf starkes zucken beschränkte. Jedoch war das Zucken stark genug um mich zu Boden zu zwingen. Anschließend hatte ich feinmotorische Probleme, (Banane aus der Hand gefallen...) und bin schlussendlich auch in die Notaufnahme gegangen.
Vor einigen Jahren erlitt ich einige Male nach nächtlichem Computerspielen und viel Koffein zufuhr ähnliche, jedoch schwächere Zuckungen, die ich für Kreislaufschwächen hielt und einfach ausschlief.
Ab Montag habe ich mich dann stationär behandeln lassen, und nach dem ersten EEG war die Diagnose Juvenile myoklonische Epilepsie. Ein zweites EEG erhärtete/bestätigte den Verdacht und mir wurde eine Medikative Behandlung nahegelegt.

Nun frage ich mich ob dies sinnvoll währe, da ich noch keine wirklich "schlimmen" Anfälle erlitten habe, und diese auch immer nur nach starkem Schlafentzug. Wenn meine Krankheit also genau so weiterverliefe, käme ich ganz gut ohne zurecht!
Ich möchte einfach gerne die nächst Zeit abwarten und sehen was passiert, denn ich bin beruflich gerade in einer entscheidenden Phase und möchte a) nicht unnötig Medis nehmen, brauche aber b) auch eine gewisse Absicherung.

Hat jemand von euch einen ähnlichen Krankheitsverlauf gehabt? Und wie hat es sich dann entwickelt? Hab ihr sonstigen Rat pro oder Kontra Medis?

Vielen Dank um vorraus und Liebe Grüsse,
Thomas[/zitat]

Hallo Thomas

Ich kann Dir nur Raten wenn die Ärzte eine Epilepsie festgestellt haben, egal welche Art oder Form, befolge Ihren Rat und las Dich behandeln.
Denn wenn sich die Anfälle erst mal häufen dauert eine sichere Einstellung mit Medikamente wesendlich länger. Aber auch die Anfälle können sich stärker äussern, und das soll doch wohl nicht sein? Also lass Dich beraten von Deinem Arzt und hol eine 2. Meinung ein das recht hast Du auf jeden Fall. Aber wenn die Klinik schon der Meinung ist das eine medikamentöse Behandlung erforderlich ist mach dies auch zu Deinem eigenen Schutz. Denn Du unter umständen stürtz dann sind Verletzungen sehr groß, ich hab es selber erlebt ...
Ich wünsche Dir gute Besserung..
Gruß
Anne

Re: Re: medikation ja- nein?

Tanja @, Thursday, 20.12.2007, 08:54 (vor 6819 Tagen) @ Thomas

Hallo Thomas!
Falls es sich bei dir um eien gesicherte Diagnose handelt, würde ich auf alle Fälle die Medi nehmen. Meine Tochter hat seit ihrenm 3. Lebensjahr klonische Anfälle ( Zuckungen der rechten Hand, sonst keine Ausfälle ).Wir haben die ANfälle mit Valproat ( Convulex ) etwas verringern können, aber leider sind sie auch mit anderen Zusatzmedi nicht ganz verschwunden. Jetzt haben wir die Medi seit 2 MOnaten abgesetzt und die Anfälle sind nicht mehr oder stärker geworden. Falls sich das aber ändern sollte werden wir natürlich wieder mit den Tabletten anfangen, es ist einfach sicherer.Deine Bedenken gegenüber den NEbenwirkungen kann ich verstehen, aber viel schlimmer wäre es wenn du einmal einen richtig schweren Anfall bekommst.Hoffe ich konnte dir ein bisschen helfen und wünsch dir alles Gute,lg Tanja!

Re: Re: Re: medikation ja- nein?

Lisa @, Thursday, 20.12.2007, 18:22 (vor 6818 Tagen) @ Thomas

Grundsätzlich gib es schon auch noch Alternativen zu Medikamenten, wie Autogenes Training, Yoga, chinesischer Tee, Meditation. In leichten Fällen hilft dies auch weiter. Um jedoch zu diesen Behandlungsmethoden zu kommen, dürfte der Neurologe wohl nicht der richtige Ansprechpartner sein. Empfehlenswert wäre ev ein Heilpraktiker, der sich mit Epilepsie auskennt. Ich hatte einmal regelmäßig ein Augenzucken, seit ich aber nun Autogenes Training mache und jeden zweiten Tag ein Bad mit einem Lavendelbadeöl nehme, tritt dies gar nicht mehr auf. Also man kann im allgemeinen, in schwächeren Anfallsvarianten durchaus auf Medikamente verzichten, dennoch ist das aber gut zu überlegen, falls z.B. auch aufgrund des EEGs auch große Anfälle in Erwägung gezogen werden könnten.

Re: medikation ja- nein?

Heini @, Monday, 24.12.2007, 16:45 (vor 6814 Tagen) @ Thomas

Falls bei Dir "nur" EEG´s gemacht wurden wäre ich etwas kritisch. Es wäre eher angebracht, wenn man sich in der Situation komplett untersuchen lässt um sich auf andere Krankheitbilder untersuchen lässt, die derartige Symptome ebenso auslössen könnten. Es gibt sehr viele gesunde Menschen, wenn man bei denen ein EEG machen würde wären davon viele als hochgradige Epileptiker eingestuft. Wenn dies ausgeschlossen ist würde ich eine zusätzliche Untersuchung bei einem anderen qualifizierten Neurologen, der dann evtl die Krankheit bestätigt. In diesem Fall würde ich an deiner Stelle eine Medikation in Erwägung ziehen. Lass Dich in diesem Fall dann auf jeden Fall von deinem behandelnden Arzt umfassend aufklären (Nebenwirkungen der Medikamente, rechtliche Auswirkungen etc.). Du hast das Recht auf eine umfassende Aufklärung. Also den Arzt Fragen, Fragen, Fragen. Im Enddefekt musst Du dann Dein Leben darauf einstellen.

Re: medikation ja- nein?

Julia Höhe @, Tuesday, 25.12.2007, 21:02 (vor 6813 Tagen) @ Thomas

[zitat=Thomas]Hallo ihr,

Ich bin 23 Jahre alt und hatte vergangenen Samstag morgen nach zwei Stunden Schlaf einen Anfall der sich allerdings auf starkes zucken beschränkte. Jedoch war das Zucken stark genug um mich zu Boden zu zwingen. Anschließend hatte ich feinmotorische Probleme, (Banane aus der Hand gefallen...) und bin schlussendlich auch in die Notaufnahme gegangen.
Vor einigen Jahren erlitt ich einige Male nach nächtlichem Computerspielen und viel Koffein zufuhr ähnliche, jedoch schwächere Zuckungen, die ich für Kreislaufschwächen hielt und einfach ausschlief.
Ab Montag habe ich mich dann stationär behandeln lassen, und nach dem ersten EEG war die Diagnose Juvenile myoklonische Epilepsie. Ein zweites EEG erhärtete/bestätigte den Verdacht und mir wurde eine Medikative Behandlung nahegelegt.

Nun frage ich mich ob dies sinnvoll währe, da ich noch keine wirklich "schlimmen" Anfälle erlitten habe, und diese auch immer nur nach starkem Schlafentzug. Wenn meine Krankheit also genau so weiterverliefe, käme ich ganz gut ohne zurecht!
Ich möchte einfach gerne die nächst Zeit abwarten und sehen was passiert, denn ich bin beruflich gerade in einer entscheidenden Phase und möchte a) nicht unnötig Medis nehmen, brauche aber b) auch eine gewisse Absicherung.

Hat jemand von euch einen ähnlichen Krankheitsverlauf gehabt? Und wie hat es sich dann entwickelt? Hab ihr sonstigen Rat pro oder Kontra Medis?

Vielen Dank um vorraus und Liebe Grüsse,
Thomas[/zitat]

Hallo Thomas,
deine Frage lässt sich leider nicht allgemein beantworten. Ich versuchs trotzdem.

Du schreibst du hast kleinere Anfälle.
Im Prinzip hast du Recht. Wenn es bei kleinen Anfällen bleibt, z. B. 3 mal im Monat muss man sich wirklich überlegen ob man Tableten nimmt.

Doch leider gibt es auch die Mögichkeit dass aus den kleinen Anfällen größere werden. Und größere Anfälle sind oftmals sehr viel schwieriger zu behandeln als die Kleinen. Da sprech ich aus Erfahrung.
(Bin jetzt schon 24 Jahre selbst betroffen. Meine Anfallsarten gehen jedoch von fokalen Anfällen bis zum Grand mal Status epilepticus)!!!
Daher kann es sinnvoll sein vorbeugend Medis zu nehmen, dass eben diese großen Anfälle vermieden werden.
Große Anfälle gehen oftmals mit einem Klinikaufenthalt einher. Daher ist die Gefahr beruflich auszufallen mit Großen Anfällen auch größer.
Umso früher die Richtige Behandlung beginnt um so besser.

Eine Prognose, was auf deine Epi-Form zutrifft kann und will ich nicht stellen, da ich keine Ärztin bin.
An deiner Stelle wurde ich mit dem Arzt auf alle Fälle darüber sprechen. Wenn mir dieser dann sagt, dass die Gefahr von großen Anfällen besteht wurd ich Medis nehmen. Eben um große Anfälle und dadurch berufliche Ausfallzeiten zu verhindern.
Die Entscheidung musst am Ende jedoch du allein, für dich treffen.

So ich hoffe ich konnte dir etwas helfen.
Noch frohe Weihnachten.
Gruß Julia Höhe